Allen, die ihn erlebt haben, steckt der Winter 1962-63 bis heute in den Knochen. Er sei in Mitteleuropa die größte Kälteperiode seit 223 Jahren gewesen, wird später festgestellt, für ganz Europa einer der strengsten Winter des 20. Jahrhunderts, eine Naturkatastrophe. In Polen hat es bis zu minus vierzig Grad Celsius, in Würzburg friert der Main vollständig zu, ebenso wie der Zürichsee und der Bodensee. In der Lobau führt der Rekordwinter zu einem nie dagewesenen Fischsterben….
weiterlesenKühwörtherwasser
Als Wasserwerke noch nicht durch Wasser gefährdet wurden
In der Unteren Lobau gilt es seit 2015 aufgrund einer mathematischen Modellierung als hochriskant, aus der Neuen Donau dringend benötigtes Wasser einzuspeisen. Würde man dies tun, so das Ergebnis dieser Modellierung, sei das Wasserwerk Lobau gefährdet und damit auch die Wasserversorgung der Wiener Bevölkerung. In einem sozialen Medium wäre es an dieser Stelle angebracht den Hashtag #kopfschuettel anzufügen. Der Fortbestand des Nationalparks spielt in der Diskussion übrigens nur eine untergeordnete Rolle. Es gab jedoch eine…
weiterlesenWien pfeift auf den furzenden Wetterfisch
Es gibt Tiere, die drollige Namen haben, die kaum jemand kennt, die nur wenige mit eigenen Augen gesehen haben und die dennoch zu den bestgehüteten Juwelen unserer Fauna zählen. Eines dieser Juwele ist der Schlammpeitzger oder Schlammbeisser, ein kleiner, schlanker Fisch, dem kein Angler nachstellt und der wegen seines scheinbar kümmerlichen Daseins und seines Namens gemeinhin spöttisch belächelt wird. Der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) lebt im Schlamm ruhiger Gewässer. Ist zu wenig Sauerstoff im Wasser, schluckt…
weiterlesenKatastrophale Situation in der Unteren Lobau
So ausgetrocknet war es noch nie. Der Hauptgewässerzug Schönauerwasser, Schwadorfer Rinne und Kühwörtherwasser ist seit Anfang November fast komplett trockengefallen, Hunderte Fische und Großmuscheln sind verendet. Wo ist der Krisenstab der Stadt Wien, der nun blitzschnell in großer Sorge um den Nationalpark Rettungsmaßnahmen entwirft, endlich den vermeintlichen Konflikt zwischen Grundwassergewinnung und Naturschutz bereinigt und die jahrzehntelang geplante Dotation der Unteren Lobau mit Donauwasser verwirklicht? Es gibt ihn nicht. Anfragen erschrockener Bürger werden von der Stadt…
weiterlesenMuscheln und Schnecken: „ein katastrophales Bild“
Im Osten der Unteren Lobau schließt an das Kühwörther Wasser das Schönauer Wasser an, dessen Zustand ebenso kläglich ist wie jener der Lobaugewässer: Das Wasser fehlt, die Landschaft verändert sich, die Tierwelt verliert an Vielfalt. Eine neue Untersuchung zur Schnecken- und Muschelfauna des Schönauer Wassers ergibt – so Autor Wolfgang Fischer – „ein katastrophales Bild“. Der im 22. Bezirk wohnende Wolfgang Fischer ist ein anerkannter Experte für Muscheln und Schnecken. Er hat das Schönauer Wasser…
weiterlesenLobau vertrocknet: Entscheidung verschoben auf irgendwann
Es geht viel schneller, als wir noch vor einigen Jahren befürchtet haben: die Gewässer der Unteren Lobau verschwinden. Der Mangel an Wasser ist eklatant. Dazu kommt die Verlandung: Aufgrund fehlender Hochwässer und fehlender Einspeisung von Donauwasser werden die Schlammschichten am Gewässergrund immer höher, Seerosen und Schilf überwuchern die verbliebenen offenen Wasserflächen. Norbert Sendor und Elisabeth Zeman sind immer wieder zum Fotografieren in Schönau und finden das rasche Sinken des Wasserstandes erschreckend. Ein ebenso regelmäßiger Beobachter…
weiterlesenTraurig: die Untere Lobau am 25. Oktober
Der Journalist und Lobau-Aktivist Robert Poth hat am 25. Oktober eine Wanderung durch die Untere Lobau unternommen – von Groß-Enzersdorf nach Schönau, und er hat auf seiner Website einen Fotobericht verfasst. Anders als manche Politiker erkennt er den wahren Zustand dieser Landschaft. Keineswegs „eh schön grün“, sondern in einem dramatischen Niedergang begriffen: „ … Mittelwasser, das seinen Namen derzeit nicht wirklich verdient. Ein Schilfmeer, soweit das Auge reicht.“ „Alles praktisch staubtrocken … Die Brücke hat eine…
weiterlesenWie lange noch Nationalpark?
Der regnerische Mai 2019 hat alles verwässert. Seit dem Sommer ist es wieder so offensichtlich wie gewohnt: Die Untere Lobau vertrocknet, die Gewässer werden zu Land. Das wird in absehbarer Zukunft die Lobau als Teil des Nationalparks in Frage stellen. Das Eberschüttwasser ist von Wasserpflanzen, Seerosen, Binsen und Schilf schon großteils überwuchert. Dazu kommt eine, bis zu ein Meter mächtige Schicht aus Faulschlamm am Grund des Gewässers. Am sogenannten „kleinen“ Eberschüttwasser, das beinahe bis Groß-Enzersdorf…
weiterlesenBilanz BIRDLIFE Lobau Beobachtungen 2017
BIRDLIFE Österreich hat soeben das Heft 1-4/2017 der traditionellen „Vogelkundlichen Nachrichten aus Ostösterreich“ herausgebracht. Darin sind die bemerkenswertesten Beobachtungen des vergangenen Jahres verzeichnet – zusammengetragen von einer Schar von hochspezialisierten Vogelkundlern. In Wien ist die Lobau eines der exquisitesten Gebiete. Zu den Highlights bei den Greifvögeln zählten 2017 Rotmilan, Kaiseradler und Merlin: Ein Kaiseradler im März über der Unteren Lobau, ein Merlin im Mai bei der Panozzalacke, Rote Milane im Mai und im Juni, sowohl…
weiterlesenDezember am Kühwörtherwasser
“So schön war heute die Morgenstimmung am Kühwörtherwasser. Schön, aber kalt! Da merkt man den niedrigen Wasserstand fast nicht.” (Kurt Kracher fotografiert in der Lobau in Absprache und mit Erlaubnis des Forstamtes der Stadt Wien)
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