Muscheln und Schnecken: „ein katastrophales Bild“

Im Osten der Unteren Lobau schließt an das Kühwörther Wasser das Schönauer Wasser an, dessen Zustand ebenso kläglich ist wie jener der Lobaugewässer: Das Wasser fehlt, die Landschaft verändert sich, die Tierwelt verliert an Vielfalt. Eine neue Untersuchung zur Schnecken- und Muschelfauna des Schönauer Wassers ergibt – so Autor Wolfgang Fischer – „ein katastrophales Bild“.

Der im 22. Bezirk wohnende Wolfgang Fischer ist ein anerkannter Experte für Muscheln und Schnecken. Er hat das Schönauer Wasser von 2014 bis 2017 beobachtet und dessen Situation mit dem früheren Zustand verglichen.

Ergebnis: Von einst gut verbreiteten Arten konnten nur noch leere Schalen nachgewiesen werden, von anderen nicht einmal mehr das. Viele der betroffenen Muscheln und Schnecken gelten als schwer gefährdet.

Wolfgang Fischer hat sich der Vollständigkeit halber auch dem Kühwörther Wasser gewidmet: „Die Situation von der Mühlleitner Furt bis zur Gänshaufentraverse ist ebenfalls sehr schlecht.“

Von der stark gefährdeten Donau-Sumpfdeckelschnecke fand er hier trotz intensiver Suche nur zwei leere, verwitterte Gehäuse. Flussmuscheln konnte er nur noch als zerbrochenes Material an einem von Wildschweinen zerwühlten Uferplatz feststellen. Fischers Fazit: „Es war einmal …“

Helmut Sattmann, Leiter der Dritten Zoologischen Abteilung (Wirbellose Tiere) des Naturhistorischen Museums empfiehlt den Verantwortlichen des Nationalparks dringend, Wolfgang Fischers Erkenntnisse ernst zu nehmen. Die Verlandung der Gewässer sei ohne Zweifel ein triftiger Grund für den Niedergang, gemeinsam mit der damit einhergehenden Veränderung der Wasserqualität und der Verdrängung durch eingeschleppte Arten. Eine neuerliche Erhebung des Istzustandes der aquatischen Fauna insgesamt wäre dringend zu empfehlen, ebenso wie Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.

Quelle:
Fischer, Wolfgang. (2018). Beiträge zur Kenntnis der österreichischen Molluskenfauna LX. Zur Molluskenfauna des Schönauer Wassers (Schönau/Donau, Niederösterreich) in: Nachrichtenblatt der Ersten Vorarlberger Malakologischen Gesellschaft 25/23-26

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Wolfgang Fischers Website http://ipp.boku.ac.at/private/wf/

Alle Fotos: Wolfgang Fischer

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