Lobau vertrocknet: Entscheidung verschoben auf irgendwann

Lobau vertrocknet: Entscheidung verschoben auf irgendwann

Es geht viel schneller, als wir noch vor einigen Jahren befürchtet haben: die Gewässer der Unteren Lobau verschwinden. Der Mangel an Wasser ist eklatant. Dazu kommt die Verlandung: Aufgrund fehlender Hochwässer und fehlender Einspeisung von Donauwasser werden die Schlammschichten am Gewässergrund immer höher, Seerosen und Schilf überwuchern die verbliebenen offenen Wasserflächen. Norbert Sendor und Elisabeth Zeman sind immer wieder zum Fotografieren in Schönau und finden das rasche Sinken des Wasserstandes erschreckend. Ein ebenso regelmäßiger Beobachter…

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Der Fotograf und der Maler

Der Fotograf und der Maler

Die Lobau und eine zauberhafte Begebenheit … Am 4. April 2009 steht der Groß-Enzersdorfer Naturfotograf Kurt Kracher weit vor Morgengrauen auf, radelt in die Lobau, setzt sich versteckt an die Künigltraverse und wartet auf den Sonnenaufgang. Um 6.03 Uhr ist die Stimmung geradezu märchenhaft. Er schießt mehrere Fotos, eines davon drückt die Atmosphäre dieses Tagesbeginns mit Abstand am besten aus. Er lässt das Motiv groß auf Leinwand ausdrucken und integriert das Bild in eine kleine…

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Wie lange noch Nationalpark?

Wie lange noch Nationalpark?

Der regnerische Mai 2019 hat alles verwässert. Seit dem Sommer ist es wieder so offensichtlich wie gewohnt: Die Untere Lobau vertrocknet, die Gewässer werden zu Land. Das wird in absehbarer Zukunft die Lobau als Teil des Nationalparks in Frage stellen. Das Eberschüttwasser ist von Wasserpflanzen, Seerosen, Binsen und Schilf schon großteils überwuchert. Dazu kommt eine, bis zu ein Meter mächtige Schicht aus Faulschlamm am Grund des Gewässers. Am sogenannten „kleinen“ Eberschüttwasser, das beinahe bis Groß-Enzersdorf…

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Der letzte Lobau-Hirsch

Der letzte Lobau-Hirsch

Am frühen Morgen des 19. September 2019 gelang es dem altgedienten Groß-Enzersdorfer Tierfotografen Kurt Kracher, nach wochenlangen Bemühungen in der Unteren Lobau endlich einen Hirsch zu fotografieren. Noch vor wenigen Jahren wäre ein solches Foto keine besondere Meldung wert gewesen – die Lobau war voller Rotwild und zur Brunftzeit im Herbst hörte man die Hirsche von überall her röhren. Seit einiger Zeit ist das jedoch nicht mehr der Fall. Der Anblick eines Stücks Rotwild in…

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Lobau verdurstet wegen rätselhafter Keller

Lobau verdurstet wegen rätselhafter Keller

Stellt man informierten Mitarbeitern der Stadt Wien die Frage, warum nicht mehr Wasser aus der Alten und der Neuen Donau über das Mühlwasser in die Lobau gespeist wird, erhält man die Antwort, dass dies nicht möglich sei, weil dann Keller von Wohnhäusern überschwemmt würden und die Stadt dies bezahlen müsste. Und das sei auch schon vorgekommen. Und da könne man nichts machen.  Seit Jahren rätseln wir, wann und wo dies nun tatsächlich geschehen sei: Wie…

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Es war einmal: der Bisam

Es war einmal: der Bisam

Bisams waren früher in den Donau-Auen gewissermaßen an jeder Ecke zu beobachten. Das hat sich geändert. Warum, darüber wird spekuliert. Naturfotograf Kurt Kracher aus Groß-Enzersdorf erinnert sich, zuletzt 2009 in der Unteren Lobau einen Bisam gesehen zu haben. Der Veteran Norbert Sendor hat 2012 im Eberschüttwasser zum letzten Mal einen Bisam fotografiert. Noch Anfang der 1990er-Jahre waren sie praktisch an jedem Augewässer zu finden. Das Verschwinden der Bisams ist allerdings keine Katastrophe, denn es handelt…

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„Der Lobau beim Sterben zuschauen“

„Der Lobau beim Sterben zuschauen“

Der Bezirksvorsteher des 22. Wiener Gemeindebezirks, Ernst Nevrivy, zu dessen politischen Einflussbereich die Lobau gehört, hat am 6. März auf seiner Facebook-Seite ein Foto von sich und SPÖ-Klubchef Josef Taucher mit der neuen Nationalparkdirektorin veröffentlicht. „Unsere wunderbare Lobau“, schwärmt er, und dass sie „von großer Bedeutung wegen der besonderen Lebensräume und der Artenvielfalt“ sei. Alles grün, alles gut. Herr Nevrivy scheint leider uninformiert oder an der Lobau nicht besonders interessiert zu sein. Sonst hätte er…

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2019 seit 10 Jahren geschlossen: das alte Lobaumuseum

2019 seit 10 Jahren geschlossen: das alte Lobaumuseum

34 Jahre lang war das Lobaumuseum inmitten der Oberen Lobau ein Fixpunkt für Tausende Wanderer und Hunderte Schulklassen. Im Mai 2009 wurde es geschlossen. Sein Begründer, der keinen Streit vermeidende Polizist und Umweltaktivist Anton Klein, war seit mindestens 1984 mit dem Vermieter des Gebäudes, dem Forstamt der Stadt Wien, in heftige Scharmützel verwickelt. Anfangs ging es noch um inhaltliche Fragen. Der Konflikt fand, wie bei Anton Klein zu erwarten, seinen Weg in die Tageszeitungen. Der…

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Die Lobau: eine Dauerbaustelle

Die Lobau: eine Dauerbaustelle

Wer Anfang November einen Spaziergang durch die Lobau unternommen hat, ist weder Rotwild, noch Rehen begegnet, sondern einer Horde von LKWs. Wie war das möglich? Die LKWs waren im Auftrag von „GeoTief Wien“ unterwegs, ein Projekt der Wien-Energie (also der Stadt Wien), dessen Aufgabe es ist, tief unten im Boden Heißwasservorkommen aufzuspüren. Das geschieht mit Hilfe von Impulsen – in der Art von Erdbebenwellen – die von den Fahrzeugen alle 20 Meter hinabgeschickt, vom Untergrund…

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Der Eisstoß – ein Naturschauspiel, das nicht wiederkehrt

Der Eisstoß – ein Naturschauspiel, das nicht wiederkehrt

In den Morgenstunden des 23. Jänner 1940 erreicht der größte Eisstoß seit dem Jahr 1929 die Wiener Reichsbrücke – ein Ereignis, das wir und die uns folgenden Generationen nie mehr beobachten werden können. Denn seit Ende der 1940er Jahre steigen die Wintertemperaturen deutlich an und die Donau und andere große Flüsse frieren nicht mehr langanhaltend zu. Der letzte auffallende Eisstoß fand in Wien im extrem kalten Ausnahmewinter 1955/1956 statt. In früheren Jahrhunderten gehörten Eisstöße und…

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