„Damals war die Welt noch frei“ – der Gärtner von der Naufahrt

„Damals war die Welt noch frei“ – der Gärtner von der Naufahrt

2019 hatte der 87jährige Kurt Schöny die feste Absicht, seine Großgärtnerei an der Alten Naufahrt nach mehr als einem halben Jahrhundert für immer zu schließen. Kurz darauf überlegte er es sich wieder, wollte einfach nicht die Hände in den Schoß legen und weitermachen, solange ihn die Füße noch tragen. Kurt Schöny erinnert sich an die Obere Lobau wie sie früher war, an üppig mit Wasser gefüllte Gewässer und an die paradiesische Donauwiese. 1934 ist er…

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Wo ist das? Schilfdschungel Neusiedlersee?

Wo ist das? Schilfdschungel Neusiedlersee?

Das Foto stammt aus der Oberen Lobau, geschossen Ende November 2019. Es zeigt das „SchröderWASSER“ bzw. jenen Ort, an dem früher das Schröderwasser lag. Zur Orientierung: Das Schröderwasser wäre die Verlängerung der Alten Naufahrt in Richtung des bekannten Josefstegs – zum Tischwasser und zum nunmehr ebenso weitgehend trockenen Fasangartenarm, der früher eine Verbindung zur Panozza-Lacke darstellte. Norbert Sendor, Obmann des Vereins „Lobaumuseum“ erinnert sich noch gut daran, wie er in den 1960er-Jahren im Bereich des Josefstegs…

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Lobau vertrocknet: Entscheidung verschoben auf irgendwann

Lobau vertrocknet: Entscheidung verschoben auf irgendwann

Es geht viel schneller, als wir noch vor einigen Jahren befürchtet haben: die Gewässer der Unteren Lobau verschwinden. Der Mangel an Wasser ist eklatant. Dazu kommt die Verlandung: Aufgrund fehlender Hochwässer und fehlender Einspeisung von Donauwasser werden die Schlammschichten am Gewässergrund immer höher, Seerosen und Schilf überwuchern die verbliebenen offenen Wasserflächen. Norbert Sendor und Elisabeth Zeman sind immer wieder zum Fotografieren in Schönau und finden das rasche Sinken des Wasserstandes erschreckend. Ein ebenso regelmäßiger Beobachter…

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Der Fotograf und der Maler

Der Fotograf und der Maler

Die Lobau und eine zauberhafte Begebenheit … Am 4. April 2009 steht der Groß-Enzersdorfer Naturfotograf Kurt Kracher weit vor Morgengrauen auf, radelt in die Lobau, setzt sich versteckt an die Künigltraverse und wartet auf den Sonnenaufgang. Um 6.03 Uhr ist die Stimmung geradezu märchenhaft. Er schießt mehrere Fotos, eines davon drückt die Atmosphäre dieses Tagesbeginns mit Abstand am besten aus. Er lässt das Motiv groß auf Leinwand ausdrucken und integriert das Bild in eine kleine…

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Wie lange noch Nationalpark?

Wie lange noch Nationalpark?

Der regnerische Mai 2019 hat alles verwässert. Seit dem Sommer ist es wieder so offensichtlich wie gewohnt: Die Untere Lobau vertrocknet, die Gewässer werden zu Land. Das wird in absehbarer Zukunft die Lobau als Teil des Nationalparks in Frage stellen. Das Eberschüttwasser ist von Wasserpflanzen, Seerosen, Binsen und Schilf schon großteils überwuchert. Dazu kommt eine, bis zu ein Meter mächtige Schicht aus Faulschlamm am Grund des Gewässers. Am sogenannten „kleinen“ Eberschüttwasser, das beinahe bis Groß-Enzersdorf…

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Der letzte Lobau-Hirsch

Der letzte Lobau-Hirsch

Am frühen Morgen des 19. September 2019 gelang es dem altgedienten Groß-Enzersdorfer Tierfotografen Kurt Kracher, nach wochenlangen Bemühungen in der Unteren Lobau endlich einen Hirsch zu fotografieren. Noch vor wenigen Jahren wäre ein solches Foto keine besondere Meldung wert gewesen – die Lobau war voller Rotwild und zur Brunftzeit im Herbst hörte man die Hirsche von überall her röhren. Seit einiger Zeit ist das jedoch nicht mehr der Fall. Der Anblick eines Stücks Rotwild in…

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Aktualisiert und ergänzt: die unglaubliche Keller-Geschichte

Aktualisiert und ergänzt: die unglaubliche Keller-Geschichte

Stellt man informierten Mitarbeitern der Stadt Wien die Frage, warum nicht mehr Wasser aus der Alten und der Neuen Donau über das Mühlwasser in die Lobau gespeist werde, erhält man die Antwort, dass dies nicht möglich sei, weil dann Keller von Wohnhäusern überschwemmt würden und die Stadt dies bezahlen müsste. Und das sei auch schon vorgekommen. Und da könne man nichts machen.  Seit Jahren rätseln wir, wie oft dies nun tatsächlich geschehen sei: Wie viele…

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Es war einmal: der Bisam

Es war einmal: der Bisam

Bisams waren früher in den Donau-Auen gewissermaßen an jeder Ecke zu beobachten. Das hat sich geändert. Warum, darüber wird spekuliert. Naturfotograf Kurt Kracher aus Groß-Enzersdorf erinnert sich, zuletzt 2009 in der Unteren Lobau einen Bisam gesehen zu haben. Der Veteran Norbert Sendor hat 2012 im Eberschüttwasser zum letzten Mal einen Bisam fotografiert. Noch Anfang der 1990er-Jahre waren sie praktisch an jedem Augewässer zu finden. Das Verschwinden der Bisams ist allerdings keine Katastrophe, denn es handelt…

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„Der Lobau beim Sterben zuschauen“

„Der Lobau beim Sterben zuschauen“

Der Bezirksvorsteher des 22. Wiener Gemeindebezirks, Ernst Nevrivy, zu dessen politischen Einflussbereich die Lobau gehört, hat am 6. März auf seiner Facebook-Seite ein Foto von sich und SPÖ-Klubchef Josef Taucher mit der neuen Nationalparkdirektorin veröffentlicht. „Unsere wunderbare Lobau“, schwärmt er, und dass sie „von großer Bedeutung wegen der besonderen Lebensräume und der Artenvielfalt“ sei. Alles grün, alles gut. Herr Nevrivy scheint leider uninformiert oder an der Lobau nicht besonders interessiert zu sein. Sonst hätte er…

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2019 seit 10 Jahren geschlossen: das alte Lobaumuseum

2019 seit 10 Jahren geschlossen: das alte Lobaumuseum

34 Jahre lang war das Lobaumuseum inmitten der Oberen Lobau ein Fixpunkt für Tausende Wanderer und Hunderte Schulklassen. Im Mai 2009 wurde es geschlossen. Sein Begründer, der keinen Streit vermeidende Polizist und Umweltaktivist Anton Klein, war seit mindestens 1984 mit dem Vermieter des Gebäudes, dem Forstamt der Stadt Wien, in heftige Scharmützel verwickelt. Anfangs ging es noch um inhaltliche Fragen. Der Konflikt fand, wie bei Anton Klein zu erwarten, seinen Weg in die Tageszeitungen. Der…

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