Ein Bugsierer namens Gnom

Ein Bugsierer namens Gnom

Im vereisten Ölhafen Lobau hat unser Mitglied Robert Kinnl Anfang 2017 ein Abschiedsfoto des historischen Verschub-Bugsierschiffes „Gnom“ geschossen. Denn der 1961 in Korneuburg gebaute „Gnom“ hat im Ölhafen ausgedient. Im Dezember 2016 hat ihn der Verein „Freunde historischer Schiffe“ von der Donautankschifffahrtsgesellschaft m. b. H. übernommen. Er wird in Zukunft im Museumshafen im Altarm Greifenstein zu besichtigen sein. Der „Gnom“ ist 19 Meter lang, 5,42 Meter breit und verfügt über zwei 8-Zylinder 4-Takt Dieselmotoren mit je…

weiterlesen

Das Rohrwörth und die Brunnader im Jahr 1888

Das Rohrwörth und die Brunnader im Jahr 1888

In der Enzyklopädie „Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild“, die von Kronprinz Rudolf angeregt wurde, findet sich im Band 4 von 1888 eine blumige Beschreibung der Unteren Lobau in Höhe Mühlleiten – aus dem Rohrwörth und sichtlich vom Rande der mittlerweile versiegten Brunnader. Die Jagderzählung aus einer längst vergangenen, paradiesischen Welt spielt an einem Spätsommertag bei Morgengrauen: „Über Sanddünen, durch Weidenanflug, an einem Arme entlang dringen wir vor gegen das Rohrwörth, dessen Hochhölzer wie dunkle Mauern uns gegenüberstehen…

weiterlesen

Zum Gedenken: das Gänshaufenwasser

Zum Gedenken: das Gänshaufenwasser

Mitten im schönsten Teil der Unteren Lobau liegt das idyllische, für sein klares Wasser bekannte „Gänshaufenwasser“. Oder besser „lag“ das idyllische Gänshaufenwasser, denn der romantische Altarm und sein Nachbar, die ebenso klare Brunnader, sind nur noch in den Erinnerungen der alten Waldläufer und auf seltenen Fotodokumenten existent.  1969 wurde das Gänshaufenwasser (auch Hechtenwasser genannt) nämlich auf höchste Anordnung zugeschüttet. Der Anlass dafür war das neu errichtete Grundwasserwerk „Untere Lobau“. Im Jahrbuch der Stadt Wien 1969 findet…

weiterlesen

1920 … die Lobau und der Prater sehen grauenhaft aus

1920 … die Lobau und der Prater sehen grauenhaft aus

Was der 1. Weltkrieg den Menschen angetan hat, lässt sich oft aus unerheblichen Berichten herauslesen. In der Ausgabe vom 30. Juni 1920 der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Blätter für Aquarien- und Terrarienkunde“ ruft der in Wien-Erdberg beheimatete Aquarienverein „Cyperus“ zum Schutz der Wiener Augebiete auf: „Wie wohl jeder weiß, ist eine der bedauerlichsten Folgeerscheinungen des Krieges die sinnlose Verwüstung und Plünderung unserer Wälder und Auen. Nicht nur die alten, etwa schlagbaren Bäume fielen blindem Wüten…

weiterlesen

Erinnerung an die Rollfähre Bad Deutsch-Altenburg

Erinnerung an die Rollfähre Bad Deutsch-Altenburg

Bis Anfang der 1970er-Jahre war es recht mühsam, entlang der Auen östlich von Wien die Donau zu überqueren, noch dazu mit einem Kraftfahrzeug. Flussabwärts der Wiener Ostbahnbrücke gab es nur kleine Fähren. Ab 1951 wurde die Situation durch eine sehr tragfähige Rollfähre, die zwischen Stopfenreuth und Bad Deutsch-Altenburg hin- und herfuhr, erleichtert. Ihr Ende zeichnete sich am 20. April 1970 ab, als die Fähre kurz nach 22 Uhr in der Mitte der hochwasserführenden Donau durch…

weiterlesen

1927: das Gedicht des Bundespräsidenten

1927: das Gedicht des Bundespräsidenten

Am 16. Jänner 1927 war der österreichische Bundespräsident Michael Hainisch, ein begeisterter Jäger und Naturfreund, zu Gast in der Lobau. Im Gästebuch des „Birschhauses Rohrwörth“ (Rohrwörth = südlich von Mühlleiten, zwischen Donau und Kühwörther Wasser) hinterließ er ein selbstverfasstes Gedicht, das in der Ausgabe Nr. 2329 der „Wiener Allgemeinen Forst- und Jagdzeitung“ vom 26. August 1927 abgedruckt wurde und auf diese Weise der Nachwelt erhalten blieb. Es lautet: Lobau Zwei Meilen von der Großstadt gegen…

weiterlesen

„Lobau darf nicht sterben“ erstmals 1972 in der Bezirkszeitung

„Lobau darf nicht sterben“ erstmals 1972 in der Bezirkszeitung

1972 wurde in Wien-Donaustadt eine Regionalzeitung gegründet – die Donaustädter Zeitung (heute: „dbz Donaustädter Bezirkszeitung“). In der Märzausgabe geht es bereits um die Lobau und um Anton Kleins Proteste und Initiativen. Der Artikel bedauert (ohne Kleins Namen zu erwähnen; möglicherweise hat er es selbst verfasst), dass „an der Stelle, an der sich das Kraftwerk Steinsporn erhebt, eine der letzten Orchideenwiesen im Raume Wiens war.“ Beklagt wird auch, dass der bevorstehende Bau der Donauinsel die „einzigartige…

weiterlesen

Ausrottung und Wiederkehr der Biber

Ausrottung und Wiederkehr der Biber

Wer sich in unseren Tagen über Biber beschwert, dass sie zu viele Schäden (?!) verursachen und nicht hierher gehören würden, sollte sich die Geschichte ihrer Ausrottung bewusst machen und die Tatsache, dass die Lobau 126 Jahre lang völlig biberfrei war. Biber waren bis vor ungefähr 200 Jahren ein selbstverständlicher Teil der Wiener Natur. Sie sind uns verloren gegangen, weil der Mensch sie ausgerottet hat – und nicht, weil es für sie keinen Lebensraum mehr gegeben…

weiterlesen

2016: Franz Antonicek, der Waldläufer mit der Kamera

2016: Franz Antonicek, der Waldläufer mit der Kamera

FRANZ ANTONICEK, der Altmeister der Tierfotografen, der Mann, der wie kein anderer die Donauauen bei Wien in Bilder fasste, ist am 21. März 2016 im 80. Lebensjahr verstorben. Seit 1954 war er mit seinem kongenialen Partner Norbert Sendor an der Donau und an der March auf Fotopirsch – zu einer Zeit, als die Auen noch nicht von jedermann betreten werden durften und von einem Zaun umgeben waren. Das Fotografieren von Wildtieren war Leidenschaft und Abenteuer…

weiterlesen
1 2 3 4 5