Am Donnerstag, den 2. Oktober, präsentierte die Stadt Wien im Rahmen einer Pressekonferenz ein „Leuchtturmprojekt“: das „neue“ Wasserwerk auf der Donauinsel. Außerdem wurden zu diesem Anlass weitere „Maßnahmen für Zukunftsvorsorge und Versorgungssicherheit in Wien“ vorgestellt. Manchmal ist die Rathaus-Propaganda kaum zu fassen. Die Stadt verschweigt kunstfertig, dass ihre Politiker beim Trinkwasser “Zukunftsvorsorge und Versorgungssicherheit” seit Jahrzehnten bedenkenlos aufs Spiel setzen. Und sie verschweigt, dass das „neue“ Wasserwerk Donauinsel-Nord schon seit 2001 existiert und die dafür…
weiterlesenWie die Lobau von der Ölindustrie erobert werden konnte
Die Lobau ist seit 1905 nach einem Beschluss des Gemeinderates Teil des Wiener Wald- und Wiesengürtels, wurde 1928 und 1937 erneut für unverzichtbar und unantastbar erklärt, war ab 1955 Landschaftsschutzgebiet, ab 1977 UNESCO-Biosphärenreservat, ab 1978 Naturschutzgebiet, ist seit 1983 ein Schutzgebiet im Rahmen des internationalen Ramsar-Übereinkommens, seit 1996 Nationalpark, seit 2007 Europaschutzgebiet … … und dennoch befinden sich im Zentrum dieses grünen Juwels ein Ölverladehafen, ein gewaltiges Tanklager und etliche mineralölwirtschaftliche Betriebe – versorgt über…
weiterlesenEndlich: Maßgebliche Resolution „Wasser für die Lobau“!
Der Wiener Nationalparkbeirat ist ein im Gesetz festgelegtes Gremium „zur Beratung des Magistrates und der Nationalpark Donau-Auen GmbH“. Nun wurde im Rahmen dieses Gremiums eine Resolution zur Rettung der Lobau verfasst. Bemerkenswert daran ist das Spektrum der Unterzeichner, das sämtliche Beiratsmitglieder umfasst: Neben der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer und der Landwirtschaftskammer sind das der Landesjagdverband, der Fischereiausschuss, der Alpenverein, die Naturfreunde, der WWF, der Naturschutzbund, der Touristenklub. Vorsitzender des Beirates ist Oberstadtbaurat DI Hans Peter Graner…
weiterlesenSedimenthaushalt der Donau: “Komplett gestörtes System”
Die gesamte Donau, vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer, ist in Bezug auf den Sedimenthaushalt ein “komplett gestörtes System” – ein Ergebnis von Flussregulierung und Kraftwerksbau, so Helmut Habersack, Professor an der BOKU University. Eine Folge: Die Donaueintiefung östlich von Wien. Sie gräbt dem Nationalpark Donau-Auen buchstäblich das Wasser ab, treibt seine Verlandung voran, lässt die donaunahen Grundwasserpegel absacken und könnte zu einem Sohldurchschlag mit schwerwiegenden Folgen führen. Die markante Zustandsbeschreibung im Titel stammt aus…
weiterlesenKaninchen? In der Lobau?!
Am 3. November 1927 richtet der Bezirkshauptmann von Floridsdorf-Umgebung an den Bürgermeister von Mühlleiten einen scharf formulierten Brief: Weil die Kaninchen „im heurigen Jahre derart überhandgenommen“ hätten, seien die Mühlleitner Jäger dazu aufgefordert, diese „dringendst und unumgänglich“ abzuschießen. Andernfalls würde die Bezirkshauptmannschaft einen behördlichen Zwangsabschuss veranlassen und die Mühlleitner Jäger würden zum Ersatz der durch die Kaninchen verursachten Schäden verpflichtet werden. Zwischen Invasion und Ausrottung Keine Verwechslung, kein Märchen, bloß in Vergessenheit geraten: Bis vor…
weiterlesenOrchideenschätze
Die Lobau beherbergt ungewöhnlich viele und besondere Orchideen-Arten. Pflücken, ausgraben oder sonst wie (zer-)stören ist selbstverständlich strengstens verboten. Hier die wichtigsten Fakten aus einem Gespräch von Helmut Sattmann, Zoologe am Naturhistorischen Museum Wien, mit dem Naturschutzbiologen und Orchideenspezialisten Matthias Kropf, Dozent an der Universität für Bodenkultur Wien, und mit Manfred Pintar, Assistenz-Professor, ebenfalls an der Universität für Bodenkultur, der sich speziell der Dokumentation und dem Schutz der Orchideen der Lobau widmet. Wie viele Orchideen-Arten kommen…
weiterlesenGute Neuigkeiten: Wien bekennt sich zum Nationalparkgesetz
In einer Presseaussendung vom 20. Mai 2025 fordert der WWF ins zukünftige Wiener Regierungsprogramm ein Rettungspaket für die Untere Lobau aufzunehmen. Darüber wurde in zahlreichen Medien berichtet, unter anderem im ORF, wo für die Sendung „Wien Heute“ auch eine Stellungnahme der Stadt Wien eingeholt und wörtlich veröffentlicht worden ist. Sie lautet: „Die nachhaltige Absicherung der Trinkwassergewinnung ist gleichwertig den ebenso wichtigen naturschutz- und nationalparkkonformen Zielen im Wiener Nationalparkgesetz definiert.“ Wer immer dieses Statement „der Stadt…
weiterlesenWWF fordert Rettungspaket für die Untere Lobau
Eine Presseaussendung des WWF vom 20. Mai 2025: “Anlässlich der laufenden Wiener Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und NEOS fordert die Umweltschutzorganisation WWF Österreich ein ambitioniertes Rettungspaket für die Untere Lobau im künftigen Regierungsprogramm. “Die kommenden Jahre werden über das Überleben der Unteren Lobau als Ökosystem entscheiden. Ein Weiter-wie-bisher wäre fahrlässig und verantwortungslos”, sagt WWF-Experte DI Michael Stelzhammer. Zu den zentralen Maßnahmen zählt eine Weiterleitung des Wassers von der Oberen in die Untere Lobau, um die ausgetrockneten…
weiterlesen100 Jahre Anton Klein – Würdigung des Innenministeriums
Am 22. Juli 1925 wurde Anton Klein geboren. Er war Polizist, aus tiefster Seele Naturfreund, Liebhaber tropischer Aquarienfische, energischer Umweltschützer und Wegbereiter des Nationalparks Donau-Auen. Das Bundesministerium für Inneres hat das Wirken Anton Kleins anlässlich dessen 100. Geburtstages im Magazin “Öffentliche Sicherheit” mit einem Porträt gewürdigt: Ein Polizist als Retter der Lobau Mit der Bürgerinitiative „Lobau darf nicht sterben“ gelang es Anton Klein 1972/73, die Obere Lobau vor der Zerschneidung durch Schnellstraße und Autobahn zu…
weiterlesenLobauautobahn – ein fossiles Verkehrsmonster
Die Initiative “Esslinger für die Lobau“ hat am Montag, den 5. Mai 2025 eine weitere Vortragsveranstaltung organisiert: Unter dem Titel „Verkehrshölle Essling adieu?“ referierte der Verkehrsplaner Ulrich Leth von der Technischen Universität Wien über zeitgemäße Verkehrsstrategien und Mobilitätskonzepte für die Donaustadt und das Umfeld der Lobau. Essling und viele andere Ortsteile der Donaustadt leiden unter dem Durchzugsverkehr und unter Verkehrsstaus. Die angrenzenden Marchfeldgemeinden haben ähnliche Probleme, obwohl das Weinviertel eine beachtliche Dichte an Autobahnen, Schnellstraßen…
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