Wer sich die Mühe macht, genau hinzusehen, dem bietet die Lobau eine Überfülle an zu entdeckenden Naturwundern: Dominique Zimmermann, Kuratorin für Insekten am Naturhistorischen Museum Wien, hat das im Februar 2026 erschienene Buch „50 Wiener Insekten – ein Querschnitt durch die Vielfalt der Stadt“ verfasst: “Ein inspirierendes Buch für alle, die mit offenen Augen durch Wien spazieren – oder die Stadt einmal mit den Augen ihrer kleinsten Bewohner sehen möchten.” „Viele der Arten“, so schreibt…
weiterlesenWie die Lobau einmal war: Der letzte Zeuge ist 90
Der aus Wien-Erdberg stammende Norbert Sendor hat den Zauber der Lobau noch in den 1950er- und 1960er-Jahren erlebt. Am 2. Mai wurde er 90 Jahre alt. Den Lebensabend verbringt er in einem Pflegeheim. Seine Erinnerungen sind lebendig wie eh und je. Er war der erste, der in den Donau-Auen Wildtiere fotografiert hat – gemeinsam mit seinem Freund und Gefährten Franz Antonicek. Die Fotos der beiden haben Anfang der 1970er-Jahre entscheidend dazu beigetragen, dass die Lobau…
weiterlesen„Klimaschädlich und milliardenschwer”: Demo in Essling gegen S1 Lobau-Autobahn
Am Samstag, 18. April 2026, folgten 700 Personen dem Aufruf vieler Umweltinitiativen und fanden sich zu einer bunten Kundgebung im Jazzpark Essling, in Wien-Donaustadt zusammen. Ein breites Bündnis aus Wissenschafter:innen, Künstler:innen und Umweltorganisationen stellte sich gegen den rechtswidrigen Baubeginn der klimaschädlichen milliardenschweren Lobau-Autobahn. Obwohl zentrale Entscheide des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) noch ausständig sind, werden seit 1. April bereits erste bauliche Vorbereitungen für den Teilabschnitt Süßenbrunn – Groß Enzersdorf getroffen. Wolfgang Rehm von der Umweltorganisation VIRUS…
weiterlesenErhard Busek 1979: Was wird durch Straßen gewonnen?
Am 6. Dezember 1979 schrieb der weitsichtige Wiener Vizebürgermeister und Landesparteiobmann der ÖVP Erhard Busek († 2022) in der Wochenzeitung DIE FURCHE über Autos, Autobahnen, und öffentliche Verkehrsmittel. Ein halbes Jahrhundert später sind seine Gedankengänge unverändert aktuell: MENSCHEN SIND WICHTIGER Das Auto wird weiter seine Bedeutung haben. Zur Diskussion steht nur, in welcher Weise wir unser Leben gestalten, um nicht politische Sklaven der Ölscheichs und geistige Sklaven eines normierten Freizeitverhaltens zu werden. Für Pendler ist das…
weiterlesenIm Wien Museum: vom Überschwemmungsgebiet zur Donauinsel
Im Wien Museum am Karlsplatz ist noch bis 30. August eine ebenso penibel wie liebevoll gestaltete Ausstellung über das Werden der Donauinsel zu sehen. Titel: „Die Donauinsel. 21 Kilometer Freiraum“ Ein gewichtiger Teil ist dem heute fast vergessenen Überschwemmungsgebiet gewidmet, dem Vorläufer der Donauinsel: ein weites, wildes und veränderliches Land – die letzte von Hochwässern geformte, echte Wiener Aulandschaft. Wie die Donauinsel zog es sich am linken Ufer des Stromes von Langenzersdorf bis tief hinab…
weiterlesenNaturschützer verhindern Lebensqualität
[Achtung Sarkasmus] 1971 wäre Wien beinahe eine glückliche Zukunft bevorgestanden, vor allem den Bewohnern von Floridsdorf und Donaustadt. Bürgerinitiativen und Naturschutzvereinen ist es jedoch gelungen, dies zu verhindern. Darunter leiden vor allem Hackler und Gewerbebetreibende bis heute. Weil die im Bundesstraßengesetz 1971 festgeschriebenen Stadtautobahnen und Schnellstraßen dummerweise niemals gebaut wurden, sind sie nun Tag für Tag gezwungen, kostbare Lebenszeit zu verschwenden und viele Stunden im Stau zu verbringen. Dabei lag die Lösung aller Verkehrsprobleme bereits…
weiterlesenDie Märchenerzähler der Stadt Wien
Es ging durch alle Medien, Anfang Februar sind im Schönauerwasser in der Unteren Lobau unzählige Fische verendet. Für Kenner der Lobau war von Anfang an klar, dass dafür der niedrige Wasserstand im Hauptgewässerzug der Unteren Lobau (Eberschüttwasser – Mittelwasser – Kühwörtherwasser – Schönauerwasser) im Zusammenspiel mit einer relativ langen Eisbedeckung verantwortlich ist. Die Kombination aus Niedrigwasserstand und Eisbedeckung hat immer schon zu toten Fischen geführt, allerdings nur in den Nebenarmen die im Winter oft niedrige…
weiterlesenWien pfeift auf den furzenden Wetterfisch
Es gibt Tiere, die drollige Namen haben, die kaum jemand kennt, die nur wenige mit eigenen Augen gesehen haben und die dennoch zu den bestgehüteten Juwelen unserer Fauna zählen. Eines dieser Juwele ist der Schlammpeitzger oder Schlammbeisser, ein kleiner, schlanker Fisch, dem kein Angler nachstellt und der wegen seines scheinbar kümmerlichen Daseins und seines Namens gemeinhin spöttisch belächelt wird. Der Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis) lebt im Schlamm ruhiger Gewässer. Ist zu wenig Sauerstoff im Wasser, schluckt…
weiterlesenElchparadies Lobau
Österreich ist ab 13. März 1938 Teil des nationalsozialistischen Deutschlands. Einer der Hauptakteure des deutschen Einmarsches ist Hermann Göring – seit 1934 Reichsjägermeister, Reichsforstmeister und Oberster Beauftragter für den Naturschutz. In Hitlers militärischem Regime ist er Generalfeldmarschall und ranghöchster Offizier der Deutschen Wehrmacht. Nebenbei ist er an der Vorbereitung und Durchführung des Holocaust beteiligt und an der Ausbeutung besetzter Gebiete. 1946 wird er als Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt. Im März 1938 besichtigt Hermann Göring im…
weiterlesenFischfauna: Vorgaben und Pflichten einfach missachtet
Angesichts der öffentlichen Debatte über die toten Fische im schwer verlandeten, niederösterreichischen Schönauerwasser sowie über den verheerenden Zustand der stromaufwärts liegenden Wiener Lobaugewässer und ihrer Fischbestände, liegt es nahe, einen Blick in die diesbezüglichen Gesetze zu werfen, beispielsweise in den Aktuellen fischereilichen Managementplan für den Wiener Teil des Nationalparks Donau-Auen – eine Verordnung des Magistrates der Stadt Wien. Er enthält ein bedeutendes Kapitel namens „Monitoring“ = die permanente Überwachung der Fischfauna, um negative Entwicklungen rechtzeitig…
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