Späte Gäste: Wacholderdrosseln

Wacholderdrosseln sind immer ein bisschen spät dran. Erst im Jänner scheint der Winter in ihren Brutgebieten im Norden so streng geworden zu sein, dass sie vor dem Hunger in Scharen unter anderem bis nach Wien geflüchtet sind.

Norbert Sendor und Elisabeth Zeman haben am 19. Februar einen kleinen Trupp am Rande der Lobau gesichtet und Fotos geschossen – in einem idyllischen Graben zwischen Oberhausen und dem Donau-Oder-Kanal.

Die Vögel haben die Felder nach Fressbarem abgesucht.

Wacholderdrosseln sind etwa so groß wie Amseln. In alten Zeiten hat man sie auch Krammetsvögel genannt. Unter dieser Bezeichnung findet man sie auch in historischen Kochbüchern. Dderzeit sind sie in ganz Wien und Umgebung zu beobachten, recht zahlreich zum Beispiel im Prater und in der Oberen Lobau – in Trupps bis zu hundert Stück.

Was die Fotos betrifft, hätten sich die Fotografen den Weg in die Lobau sparen können.

Vier Tage danach ist ein mutiges Exemplar vor ihrem Gartenfenster im zweiten Bezirk gelandet und hat sich bei den Sonnenblumenkernen bedient.

All jene, die es nicht wagen, sich einem Futterhäuschen zu nähern, ernähren sich im Winter von Beeren und Früchten, bevorzugt von Vogelbeeren, Hagebutten und Mistelbeeren.

Alle Fotos: Elisabeth Zeman / Norbert Sendor

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