Marchfeld: Expedition Bienenfresser

Elisabeth Zeman und Norbert Sendor haben heuer viel Zeit in den Weiten des Marchfelds verbracht – in einer Sandgrube, auf der Jagd nach Fotos von Bienenfressern. Hier Norbert Sendors Bericht:

„Durch ein Gespräch mit dem Nationalparkranger und Historiker Manfred Rosenberger wurden wir auf die Bienenfresser im Marchfeld aufmerksam.“

„Ich glaube, er erwähnte, dass er durch die Bienenfresser vor seinem Wohnzimmerfenster von jedweder Tätigkeit abgelenkt werde. Wir fragten ihn, wo denn das sei und er meinte, dass die Bienenfresser in den Sandbergen in der Nähe von Haringsee und Lassee brüten würden.“

„Elisabeth und ich machten uns also auf die Suche nach der Kolonie. Dabei mussten wir feststellen, dass das Marchfeld über weite Strecken eine leblose, eintönige Agrarsteppe geworden ist. Wo vor einigen Jahren noch Hasen, Rehe, Fasane und sogar Rebhühner zu sehen waren, ist nichts Lebendiges zu sehen. Auch von Insekten war nichts zu bemerken. Wo sollten da Bienenfresser sein und vor allem, wovon sollten sie leben? Ein Einheimischer betätigte uns, dass er immer wieder Bienenfresser sehen würde. Nach einigem Suchen sahen wir die ersten fliegenden Bienenfresser, aber wo war die Kolonie?“

„Elisabeth entdeckte einen versteckten Feldweg, stand plötzlich auf einer schönen Blumenwiese und war von einem ganzen Schwarm Bienenfresser umgeben.“

„Beim nächsten Mal, es gab wie heuer (2017) üblich, wunderschönes Sommerwetter mit plus 35 Grad im Schatten, stellten wir unser Tarnzelt auf. Mit dem üblichen Trick: Zwei gehen hin, einer bleibt im Zelt und der andere geht für die Vögel deutlich sichtbar wieder weg. Wie fast immer klappte die Methode; Vögel können nicht zählen.“

„Die Bienenfresser beruhigten sich schnell und so gelangen uns nach dreimaligem Ansitzen einige brauchbare Fotos.“

„Das Sitzen im Zelt war die reine Hölle. Es hatte gefühlte 70 Grad, eine Atmosphäre wie in einem Backofen. Unter diesen Bedingungen war eine Konzentration aufs Fotografieren sehr schwierig.“

„Es gelangen uns dennoch auch einige Fotos von anderen Bewohnern dieser Gegend. Einem Hasen interessierte unser Auto, er betrachtete es von allen Seiten und kroch auch unten durch. Ein Adler streifte in der Gegend umher, leider kam er nicht nahe genug, um ein brauchbares Foto zu machen. Wir glauben, dass es ein Kaiseradler war. Wir erspähten außerdem eine Rohrweihe und zwei Rotmilane.“

„Wenn man die Fotos der Bienenfresser analysiert, sieht man das Beutespektrum, keine einzige Biene war da zu sehen, dafür jede Menge Heuschrecken.“

Website von Elisabeth Zeman und Norbert Sendor

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