Anton Klein: Zitate und Weisheiten 1969 – 2006

Die Alte Donau war ein Aquarium

  1. April 2006

 „Die Alte Donau ist was ganz was Wunderbares. Wenn ich zurückgekommen bin von irgendwo, von Jugoslawien oder von Griechenland, hab ich die Alte Donau gesehen und hab mich schon von weitem gefreut aufs Reinhupfen, Brillen aufnehmen und Runterschauen. Dort die Riesenschwärme von Schleien und was es da gegeben hat. Und im Frühjahr, da sind die Weiberl gekommen, die Manderl hinten nach, die waren blind vor Liebeswut, die haben mich gar nicht sehen können dabei. Und die Trümmer Hechtn, die da gstanden sind, die Welse, von Zeit zu Zeit bis zu zwei Meter Länge. Das war wirklich ein Aquarium, die Alte Donau. Da habe ich all die Wunder erlebt, unbeschreiblich.“

  

Der Mensch ein grauslicher Mörder

  1. April 2006

 „Da war damals der Hans Hass, und da haben wir geglaubt, wir sind Helden, wenn wir, so wie er, harpuniert haben. Und dann haben wir damals auch Hunger gehabt, das war Nachkriegszeit. Und wann Du einen Rucksack voll Fische gehabt hast, dann hast Du wenigstens was zu Beißen gehabt. Und wenn ich zum Beispiel einen Aal geschossen habe, am Sonntag in der Alten Donau – da war natürlich alles voller Boote – da hab ich den Aal in ein Handtuch wickeln müssen, damit die Leute nicht zu schreien anfangen. Da hab ich den Aal unter Wasser umbringen müssen. Und da hab ich dann gesehen, was ich für ein grauslicher Mörder bin, dass ich mich selber nicht mehr anschauen hab können und hab mir gedacht, dass ich all die Sünden, die ich da begangen hab, einmal abbüßen werd müssen, fürchterlich.“

 

Die Aktion „Lobau darf nicht sterben!“

  1. April 2006

 Ich hab nur „Serengeti“ – von „Serengeti darf nicht sterben“ – durch „Lobau“ ersetzt. Und jeder hat das begriffen damals, weil der Film vom Grzimek, der war derartig aufwühlend für die Leute! Das war ja der erste deutsche Film, der einen Oscar bekommen hat. Und da hat jeder verstanden, wenn ich die Unterschriftenlisten ausgegeben hab, da geht’s um den Nationalpark!

 „Lobau“ war der Sammelbegriff für die ganzen Donauauen. Die erste Unterschriftenaktion war also „Lobau darf nicht sterben“, die zweite war dann „Nationalpark Lobau-Donau-March-Thaya-Auen“.

 

Das Überschwemmungsgebiet war die letzte Au

  1. April 2006

„Die richtige Lobau, das war das Überschwemmungsgebiet, das war die letzte Au. Die Leute haben bis heute das einfachste nicht begriffen: dass die Lobau seit 1875 keine Au mehr ist! Das ist so, wie wenn ich heute als Arzt eine Diagnose stelle und sage: Sie sind kerngesund, Sie können jetzt am Himalaja raufkraxeln. Und in Wirklichkeit sind Sie im Begriff, langsam zu verhungern und zu verdursten.

 Im Überschwemmungsgebiet haben Sie Zelte aufstellen können, Fußball spielen, alles. Dann ist die nächste Überschwemmung gekommen und alles war wieder leiwand, das ist alles kostenlos beseitigt worden. Jedes Mal wenn Du hingekommen bist nach einer Überschwemmung, war die Landschaft anders.“

 

Die Donau hat mich beschützt

  1. April 2006

„Als Kind schon, wie ich rüber zum Donaukanal gegangen bin, da sind wir gestanden und das Wasser hat sich gedreht, hat so gespiegelt. Da haben wir Hölzerl reingeworfen und gewusst: Die schwimmen jetzt ins Schwarze Meer hinunter. Da war immer dieser Traum, einmal da unten das Meer und die ganze Donau zu erleben.

 Die Donau hat mich beschützt, beschirmt und da hab ich mich immer geborgen gefühlt, wie wenn ich daheim bei der Mutter gewesen bin. Da hab ich wirklich das Gefühl gehabt, da bin ich in bester Obhut. Und wenn ich so dahin geschwommen bin, vor mir die Landschaft entlang geglitten ist, bis zur Staatsgrenze, da hab ich die Kormorane und die Reiher und alles angeschaut.

 Die ganzen Donausagen, die Donaumärchen, von den Nibelungen, das ist Dir da alles durch den Kopf gegangen. Die Donau war für mich ein großes Erlebnis. Und dann bist Du auf die andere Seite gekommen und da war der Dschungel. Da haben wir wieder geträumt, da bist Du Dir vorgekommen wie der Livingstone, wenn er vorstößt zu den Nilquellen.  Und da sind dann auf einmal die Nackerten gewesen, ganz unten schon, bei der Hirscheninsel. Aber wir sind nicht geil geworden oder so was, sondern wir haben uns gedacht: Aha, wir sind im Paradies.“

 

Liebe und Verständnis für Aquarienfische

in „Das Steckenpferd“, Oktober 1969

„Wer Liebe und Verständnis für die von ihm gepflegten Fische aufbringt, der wird auch stets noch so viel Zeit aufbringen, sie genau zu beobachten. Ist ihm dies nicht möglich, dann ist es besser, wenn er auf ein Aquarium verzichtet.“

 

Über die Gelsen

in „Augustin“, August 2006

„Wenn die Sonne scheint, sind sie weg, und wenn der Wind weht, sind sie auch weg. Die Nacht gehört ohnehin dem Tierreich. Wenn man von hinten bis vorne zerstochen wird, ist das ein Zeichen dafür, dass man bereits zu weit ins Reich der Tiere und Pflanzen eingedrungen ist. Man wird also mit vollem Recht von den Gelsen zerstochen.“

 

Über den erzieherischen Nutzen exotischer Tiere

in „Das Steckenpferd“, September 1969

„Kinder sind immer begeisterungsfähig, und das Fremde reizt sie stets mehr, als das Vertraute. Warum sollte man nicht das Interesse für die heimische Natur bei Kinder und Erwachsenen über den Umweg der Fauna und Flora der Tropen wachrufen?!“

 

Aquarien, Terrarien und der Schutz der Natur

in „Das Steckenpferd“, September 1969

„Wenn wir uns Zeit lassen, wird bald der letzte Tümpel zugeschüttet sein. Wir Aquarianer und Terrarianer sollten mitunter den Blick von unseren Becken und Terrarien lösen und in die Natur rund um uns blicken. Wir werden dann sehen, wie rücksichtslos man mit ihr umgeht. Der Naturschutzgedanke darf nicht nur das Anliegen einiger weniger Idealisten sein. Er muss eine Herzensangelegenheit von jedem einzelnen von uns sein. Denn mit der Vernichtung der Natur berauben wir Menschen uns unserer Existenzmöglichkeiten.“

 

Über seine Zeitschrift „Das Steckenpferd“

in „Das Steckenpferd“, September 1969

 „Diese Zeitung soll dabei mithelfen, den Tier- und Naturschutzgedanken noch mehr als bisher in den Vordergrund zu rücken. Das Ziel dieser Zeitung ist es auch, dass wir Aquarianer und Terrarianer zu einer großen Familie vereinigt werden.“

 

Die Leichtigkeit der Elritze

in „Das Steckenpferd“, Dezember 1969

„Jeder muss von der Behändigkeit und Eleganz der Elritze fasziniert sein. Ihre Bewegungen zeichnen sich durch eine ungemeine Leichtigkeit und Dynamik aus, die sich unwillkürlich auf den Betrachter überträgt und ihm die Illusion der Schwerelosigkeit vermittelt.“

 

Der milde Bronzeglanz der Schleie

in „Das Steckenpferd“, Jänner 1970

 „Über dem olivgrünen, gedrungenen Körper, dessen Oberseite schwärzlich ist, liegt ein milder Bronzeglanz, der in seiner Intensität je nach dem Lichteinfall wechselt und so dem Beschauer ein abwechslungsreiches Bild bietet. Je länger er diesen friedlichen Fisch betrachtet,  umso mehr wird er von ihm beeindruckt sein. Die Schönheit des Farbenspieles, das über den Körper der Schleie huscht, ist unendlich sanft und einschmeichelnd.“

  

Was Tierliebhaber für aussterbende Tierarten tun können

in „Das Steckenpferd“, Jänner 1970

 „Welchen Beitrag können wir zur Rettung der aussterbenden Tierarten leisten? Die Antwort lautet: Wir Tierliebhaber sollten nicht nur darauf dringen, dass wirkungsvollere Tierschutz- und Naturschutzgesetze erlassen, sondern dass sie auch dementsprechend vollzogen werden.“

  

Ein Steckenpferd hilft über die Abgründe des Lebens

in „Das Steckenpferd“, März 1969

 „Wir deutschsprechenden Menschen haben für unsere Liebhabereien ein eigenes, ein sehr bedeutungsvolles Wort: „Steckenpferd“. Leider wird es immer mehr vom englischen Wort „Hobby“ verdrängt.

 Es gibt Menschen, die mir darauf antworten werden, dies sei ein Beweis dafür, dass unsere Sprache lebt. Ich bin – was das Wort Steckenpferd betrifft – anderer Ansicht. Es hat uns gerade jetzt zu viel zu sagen, als dass wir es in Vergessenheit geraten lassen könnten.

 Berichtet es uns doch, dass es eine Zeit gab, in der es noch kein überperfektes Spielzeug gab, welches unseren Kindern keine Möglichkeit lässt, ihre Phantasie – dieses so köstliche Geschenk der Schöpfung – zu entfalten. Es war eine Zeit, in der man fröhliches Kinderlachen noch mit einem gewöhnlichen Stecken herbeizaubern konnte. Diesen Stecken, der mitunter nicht einmal einen Pferdekopf hatte, klemmten sich die Knirpse zwischen die Beine, um jauchzend vor Glück und Freude über Stock und Stein zu springen.

 In der Phantasie der Kinder von einst wurde das Steckenpferd zum edelsten Reitpferd, mit dem sie alle Hürden nehmen konnten, die sich ihnen entgegenstellten.

 Ein Großer unserer Sprache, Friedrich Hebbel, sagte sinngemäß folgendes: „Ein Steckenpferd ist ein Pferd, dass es seinem Reiter ermöglicht, über alle Abgründe des Lebens hinwegzusetzen.“

 Gerade wir Aquarianer und Terrarianer, die ein Steckenpferd, eine Liebhaberei haben, die uns über alle Abgründe, die uns das Leben entgegenstellt, hinweghilft, sollten auch das richtige Wort, das Wort Steckenpferd gebrauchen. Der Name dieser Zeitung soll Sie daran erinnern, er soll Ihnen vergegenwärtigen, dass sinnvolle Freizeitgestaltung, die mit einer intensiven Beschäftigung mit der Natur und deren Schutz verbunden ist, der Schlüssel für eine glücklichere Zukunft sein wird.“

 

Naturschutz = Selbstschutz

in „Das Steckenpferd“, Mai  1970

 „Wenn wir Aquarianer und Terrarianer von unseren Mitmenschen und den Behörden unterstützt werden wollen, dann müssen wir uns ernstlich in den Kampf um die Erhaltung der Ursprünglichkeit der heimischen Natur einschalten. Es geht hier nicht nur um ästhetische Belange. Es geht vor allem um den Schutz unserer Gesundheit, denn Naturschutz = Selbstschutz!“

 

Der Franz von Assisi

In „Wildnis um Wien – die Donauauen: der Pazifist und Aupionier Anton Klein und sein Lobaumuseum“, Radioreportage von Antonia Kreppel im Deutschlandfunk, März 2006

Anton Klein: „Aufmerksamkeit bitte, hallo, hallo, das was ich jetzt sage, ist wichtig für Euch, hallo, hierher schauen! Seht’s ihr, hier ist der Franz von Assisi abgebildet. Habt ihr schon was gehört von Franz von Assisi? Wisst ihr wer das war?“
Kinder: „Ja, ein Kaiser!“
Anton Klein: „Ja, ein Kaiser ganz besonderer Art, ein ganz besonderer Kaiser, der hat uns nämlich gesagt, dass die Pflanzen und Tiere unsere Schwestern und Brüder sind …“

 

Über die Zeitschriften „Aquaria“ und „Das Steckenpferd“

in „Das Steckenpferd“, Juni  1970

Meine Zeitung ist lediglich als Ergänzung gedacht, die das Augenmerk der Aquarianer auf die Notwendigkeit des Naturschutzes richten soll.“

 

Die Liebe zu den einheimischen Fischen

in „Das Steckenpferd“, September  1970

„Früher, als ich noch nicht Zeitungsherausgeber war, betreute ich im Kellerraum über hundert Warmwasserbecken mit vielen exotischen Fischarten. Heute kann ich mir nicht einmal mehr eines leisten. Dafür aber entdeckte ich wieder meine Liebe für unsere einheimischen Fische. Allein schon deshalb lohnte es sich, dass ich Zeitungsherausgeber wurde.“

 

Vom Tümpel führt der Weg zu Gott

Offener Brief an Kardinal Dr. Franz König, um das Zuschütten der Janker-Lacke in Klosterneuburg zu verhindern. In „Das Steckenpferd“, Oktober  1970

„Wer wie die Wissenschafter und wir Aquarianer die Kleinstlebewesen des Tümpels durch das Mikroskop betrachtet und studiert, muss von der Allmacht der Schöpfung beeindruckt sein. Wenn man sieht, wie eine einzige Zelle in der Lage ist, all diese Funktionen zu erfüllen, die zum Leben erforderlich sind und dann die Weiterentwicklung bis zum komplizierten Organismus des Menschen verfolgt, dem offenbart es sich, dass diese Entwicklung kein Zufall sein kann – auch wenn ihr Jahrmillionen zur Verfügung standen. Der Tümpel ist daher mit dem Beginn einer Spur zu vergleichen, die direkt zu Gott führt. Wie sollen die Menschen diesen Weg finden, wenn man den Anfang der Spur verwischt (zuschüttet)?“

 

Aquarienvereine und Stammtischrunden

in „Das Steckenpferd“, November  1970

„In dem Augenblick, in dem wir öffentliche Mittel für die Förderung unserer Liebhaberei in Anspruch nehmen, erwächst uns auch die Verpflichtung, dass sich Aquarienvereine von Stammtischrunden unterscheiden müssen.“

 

Über die „Zierfischfreunde Donaustadt“

in „Das Steckenpferd“, November  1970

„Aus einem vor der Auflösung begriffenen Verein, der – wie alle wussten – das schlechteste Niveau hatte, wurde eine Vereinigung, in der sich Liebhaber und Wissenschafter zusammenfinden, um neue, fruchtbare Wege zu erschließen.“

 

Kommentar zum Rücktritt aus dem Vorstand des Aquarienverbandes

in „Das Steckenpferd“, November 1970 (Titel: Der Verband und Götz von Berlichingen)

„Ich kann angesichts der hier angeführten Handlungen wirklich nichts dafür, wenn mir das Zitat aus dem „Götz von Berlichingen“ einfällt, das man am Ende des 5. Aktes findet und in dem eigentlich die gesamte Aussage des Werkes enthalten ist. Ich kann es Ihnen nicht verargen, wenn auch Ihnen in Zukunft beim Anblick gewisser Herren des Vorstandes dieses Zitat in den Sinn kommt: „Schließt Eure Herzen sorgfältiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges. Die Nichtswürdigen werden regieren mit (Hinter)List und der Edle wird in ihre Netze fallen.“

 

Die Aquaristik und die Umwelt

in „Das Steckenpferd“, Jänner  1971

„Die Aquaristik ist nicht nur in der Form eine „Weltanschauung“, dass sie uns zum „Anschauen“ der Welt – zum „in die Ferne schweifen“ – inspiriert. Sie lässt darüber hinaus den ernsthaften Aquarianer zu einem kritischen Beobachter seiner näheren und ferneren Umwelt werden. Schließlich ist ja ein Aquarium eine in sich abgeschlossene Welt, in der in groben Umrissen sich alles nach den Naturgesetzen vollzieht, denen auch das übrige Leben auf dieser Erde unterworfen ist.“

 

Tümpeln belebt die Aquaristik

in „Das Steckenpferd“, Februar 1971

„Das Tümpeln ist der Tupfen auf dem „i“ der Aquaristik. Ein Aquarianer, der kein Tümpler ist, lässt sich sehr viel entgehen. Das Tümpeln ist nämlich die Betätigung, bei der wir in einen direkten Kontakt mit der Natur kommen, bei der wir ihre tiefgründige Schönheit erst richtig erfassen lernen. Die Aquaristik ist etwas Natürliches. Sie gibt sich mit einem geschlossenen Raum allein nicht zufrieden.“

 

Das Steckenpferd als Sammelpunkt der Naturschützer

in „Das Steckenpferd“, März 1971

„Durch diese Zeitung wurden – wie mir zahlreiche Zuschriften beweisen – viele neue Kämpfer für den Natur- und Umweltschutzgedanken gewonnen. Ich lernte viele Mitmenschen und auch einige Menschen kennen, die ich Freunde nennen darf. Einen schöneren Lohn hätte ich für meine Bemühungen nicht erhalten können.“

 

Die Natur und der Mensch als Maß aller Dinge

in „Das Steckenpferd“, April 1971

„Protagoras verehre ich deshalb, weil er seiner Zeit zurief: „Der Mensch ist das Maß aller Dinge!“ Mit seinem Ausspruch wollte er sagen, wenn der Mensch das Maß aller Dinge ist, dann darf man ihn nicht ausbeuten oder gar zum Sklaven entwürdigen. „Das Maß aller Dinge“ darf aber auch die Natur nicht ausbeuten und die anderen Lebewesen sinnlos vernichten. Wir Menschen sind nämlich nur das Endprodukt eines sehr sinnvollen Entwicklungsganges. Wenn wir uns damit beschäftigen, werden wir nicht nur die Fische und unsere Umwelt besser begreifen lernen, sondern uns auch bewusst werden, welche Verpflichtung wir gegenüber der Natur haben.“

 

Die schlichteste Liebeserklärung an die Lobau

in „Das Steckenpferd“, Mai 1971

„Ein Gespräch zwischen den beiden Arbeitern Franz und Poldi, erlauscht auf der Plattform eines Beiwagens der Straßenbahnlinie 25:

„Seawas Poldi.“

„Griaß di Franz.“

„Wos mochst denn immer?“

„I geh jetzt fischen.“

„Fischen?“

„Jo, in’d Lobau. Do sitzt, schaust, siagst an Vogel, der fliagt auf an Ost, fliagt auf an Ost – is a Kuckuck! Wast wia schee.“

Es war die schlichteste, abgehackteste, aber auch ergreifendste Liebeserklärung an die Lobau, die ich je gehört habe.“

 

Über die Harpunenjagd

in „Das Steckenpferd“, November 1971

„Alle Jahre sieht man an der Oberfläche der Alten Donau verendete, kapitale Hechte, Welse und Karpfen mit einem Loch im Bauch treiben, und mit heraushängenden Eingeweiden. Sie sind ein Beweis dafür, dass Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen glauben, sie könnten davon unter Wasser mit der Harpune geheilt werden.“

 

Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst

in „Das Steckenpferd“, Dezember 1971

„Wer ist unser Nächster? Es sind natürlich alle Menschen; aber darunter sind auch die Pflanzen zu verstehen, die uns den Sauerstoff zum Atmen spenden und die uns als Nahrungs- oder Heilmittel dienen. Auch die Tiere sind miteinbegriffen, wie zum Beispiel der Regenwurm, der durch seine die Erde lockernde Tätigkeit das üppige Pflanzenwachstum ermöglicht. Der Mensch ist nur ein Teil der Natur, die erst in ihrer Gesamtheit das Leben ermöglicht.“

 

Taten statt Phrasen

in „Das Steckenpferd“, Februar 1972

„Unsere Gesundheit und die Umwelt kann man nicht durch Phrasen, sondern nur durch Taten schützen.“

 

Das Gold der Tümpel

in „Das Steckenpferd“, Februar 1972

„Ein futterreicher Tümpel in einem strengen Winter ist mit einem kostbaren Schatz zu vergleichen. Wenn man auf einen derartigen Tümpel stößt, dann hat man als Aquarianer das Gefühl, als hätte man eine Goldader entdeckt.“

 

Die Mehrheit und die Verantwortlichen

in „Das Steckenpferd“, März 1972

„In einer Demokratie können sich die Verantwortlichen nicht auf die Dauer den nur allzu berechtigten Wünschen einer Mehrheit verschließen. Die Mehrheit unserer Mitmenschen aber will überleben und nicht das Opfer von Fehlplanungen werden. Unsere Pflicht ist es, die Verantwortlichen rechtzeitig auf ihre Fehler aufmerksam zu machen.“

 

Über den Rosensalmler

in „Das Steckenpferd“, März 1972

„Ich weiß zwar, dass ein Fisch nicht wie eine Rose duften kann, aber auf seinem Schuppenkleid vermag sich das unsagbar zarte Rosenrot zu spiegeln, welches uns veranlasst, die Morgenröte zu besingen.“

 

Der gemeinsame Kampf um die Lobau

in „Das Steckenpferd“, Juni 1972

„Die Lobau darf nicht Angelegenheit einer Partei oder einer Interessengruppe sein. Der Kampf um sie, der auch eine Hilfsaktion für die einheimischen Fische ist, muss eine Gemeinschaftsarbeit aller Menschen sein, die guten Willens sind!“

 

Die Technik ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr

in „Das Steckenpferd“, September-Dezember 1972

„Die Hindernisse, die uns heute den Weg in eine glücklichere Zukunft verstellen, bauten wir selbst auf. Die meisten von uns wollen nicht verkennen, dass die Technik ein guter Diener, aber ein schlechter Herr ist. Alle lebenswerten Güter werden bedenkenlos diesem barbarischen Herrn geopfert.“

 

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