Die Lobaugewässer trocknen aus!

Der Niedergang schreitet zügig voran. Das „kleine“ Eberschüttwasser zum Beispiel, das bis vor wenigen Jahren noch gut zu befahren war, ist mit der Zille nicht mehr zu erreichen. Im Lausgrund ist das Wasser komplett versiegt. Die Brunnader und das Gänshaufenwasser existieren nur noch in Erinnerungen. Auch das Kühwörther Wasser und das Mittelwasser weisen einen historischen Tiefstand aus. In Kombination mit der dicken Eisschicht ist das für die Fische fatal.

Sämtliche Pläne der Stadt Wien zur Dotierung der Lobau mit Wasser aus der Donau wurden 2014 trotz bereits entstandener Kosten von 6,15 Millionen Euro gestoppt. Im ersten Projektteil hatte man an den Altarmen sogar schon Messstellen errichtet, um das geplante Ansteigen des Wasserspiegels genau beobachten und dokumentieren zu können.

Kleines Eberschüttwasser (Foto: Christoph Lang)

Die vorbereitenden wissenschaftlichen Studien präsentieren weitgehend identische Ergebnisse: Will man die Lobau zumindest im aktuellen Zustand erhalten, so wird empfohlen, müsste unbedingt Wasser eingeleitet werden. Würde man das nicht tun, käme es zu einem Rückgang der Artenvielfalt. Im Sinne der Ziele des Nationalparks wäre es im Grunde am besten, die Au zur Donau hin massiv zu öffnen und einen Teil der Altarme wie früher durchströmen zu lassen.

In letzter Sekunde kam 2014 das Aus für die rettende Wassereinleitung: Der zweite Projektteil (die tatsächliche Öffnung des Zuflusses) wurde von der Stadt zwar ausgeschrieben, die Weiterführung hätte sich jedoch – wie erzählt wird – als zu teuer erwiesen und wäre deshalb auf Eis gelegt worden. Es heißt, dass weiterhin nach einer Möglichkeit für eine Dotation gesucht werde, dass aber Unsicherheiten bezüglich Grund- bzw. Trinkwasser bestehen würden, die eine rasche Lösung nicht erlaubten – für viele Kenner der Au eine nicht nachvollziehbare Aussage.

Dazu der Wiener Gewässerökologe DI Norbert Novak (der im Eberschüttwasser eine Fischereilizenz besitzt): 

„Die Entkoppelung der Augewässer vom Donaustrom hat sich in den vergangenen Jahren massiv verstärkt: durch Uferregulierungen und Gewässerverbauung und durch die Errichtung von Wasserkraftwerken. Viele Lobaugewässer leben daher von künstlichen Wassereinspeisungen, wie zum Beispiel die Dotation des Lausgrundes durch das Überwasser des Grundwasserwerks Lobau. In weiterer Folge profitieren von dieser Maßnahme auch Eberschütt-, Mittel- und Kühwörther Wasser .

Erneuerungen der Gasleitung im Bereich des Kühwörther Wassers zufolge wurde Wassereinspeisung in den Lausgrund im heurigen Winter aber völlig eingestellt. Im Zusammenwirken mit dem starken Niederwasser der Donau führte dies zum Austrocknen großflächiger Gewässerabschnitte.

Ich kenne die Wiener Lobau seit vielen Jahrzehnten und kann mich an kein so extremes Niederwasser erinnern. Mit einem daraus resultierenden Fischsterben in vielen Wiener Lobaugewässern ist zu rechnen. Dazu kommt die dicke Eisschicht, die den Lebensraum für Fische und andere aquatische Organismen zusätzlich einschränkt. Wir Gewässerökologen und Angelfischer fordern daher dringend mehr Wasser für die Wiener Lobaugewässer und in Zukunft Planung mit mehr Weitblick!“

Kommentare

  • <cite class="fn">Lindner Hannes</cite>

    Schleuse am kühworther Wasser zu lassen ,bin Fischer auf diesen Wasser, Jeder von der Gemeinde Wien freute sich wenn kein Wasser mehr darin ist glaub ich ,jedesmal bei schönende Wasserstand wird immer aufgemacht ,Sind sehr viele deswegen sauer ,,,und immer mit vielen Ausreden wenn man sie darauf anspricht,,lg,,,,,,,,,,,

Hinterlasse einen Kommentar