Kurt Kracher wohnt in Groß-Enzersdorf und fotografiert seit mehr als 35 Jahren in der Lobau. Vor wenigen Tagen hat ihn nach einem ausführlichen Rundgang die Verzweiflung erfasst, denn die Untere Lobau ist nicht mehr: „So habe ich sie noch nie gesehen. Auf beiden Seiten der Künigl-Traverse ist alles komplett ausgetrocknet. Am Kühwörtherwasser gibt es Wasser nur mehr im Nahbereich der Gänshaufen-Traverse. Die Schwadorfer Rinne und das Schönauer Wasser … alles trocken.“ Wie es so weit…
weiterlesenGrundwasser
Austrocknung, Verlandung, Fischsterben: Wer ist rechtlich dafür verantwortlich?
Der Jurist und Vorsitzende des Nationalparkbeirates Orth an der Donau, Dr. Walter Neumayer, hat sich die Frage gestellt, wer eigentlich de jure für die angespannte Lage verantwortlich ist, mit welcher der Nationalpark seit langem zu kämpfen hat. Neumayer: „Seit Jahrzehnten weisen Wissenschaftler, NGOs und Beiräte darauf hin, dass die Au auszutrocknen droht, der Grundwasserspiegel weiter absinken wird und die Gefahr des Fischsterbens sich erhöht, wenn nicht die erforderlichen Maßnahmen zur Dotation der Gewässer und zur…
weiterlesenLobau retten: zukunftsweisende Pläne
Um die Lobau der Nachwelt zu erhalten, soll nach dem Willen aller zuständigen Verantwortungsträger in Zukunft folgendes geschehen: ein Ausgleich für die Grundwasserabsenkung durch Dotation aus der Neuen Donau. die Förderung eines autypischen Waldbildes, aber keine landwirtschaftliche Nutzung. Strom- und Nebengewässer sollen besser miteinander verbunden werden. Dadurch würden Wasserversorgung und Hochwasserabfuhr verbessert. die Eintiefung der Donausohle soll durch Zugabe von Grobschotter gestoppt werden. Dadurch würden auch die Wasserspiegel gehoben und stabilisiert. In der Unteren Lobau…
weiterlesenWiens neues Leuchtturmprojekt – die Kunst des Verschweigens
Am Donnerstag, den 2. Oktober, präsentierte die Stadt Wien im Rahmen einer Pressekonferenz ein „Leuchtturmprojekt“: das „neue“ Wasserwerk auf der Donauinsel. Außerdem wurden zu diesem Anlass weitere „Maßnahmen für Zukunftsvorsorge und Versorgungssicherheit in Wien“ vorgestellt. Manchmal ist die Rathaus-Propaganda kaum zu fassen. Die Stadt verschweigt kunstfertig, dass ihre Politiker beim Trinkwasser “Zukunftsvorsorge und Versorgungssicherheit” seit Jahrzehnten bedenkenlos aufs Spiel setzen. Und sie verschweigt, dass das „neue“ Wasserwerk Donauinsel-Nord schon seit 2001 existiert und die dafür…
weiterlesenWWF fordert Rettungspaket für die Untere Lobau
Eine Presseaussendung des WWF vom 20. Mai 2025: “Anlässlich der laufenden Wiener Koalitionsverhandlungen zwischen SPÖ und NEOS fordert die Umweltschutzorganisation WWF Österreich ein ambitioniertes Rettungspaket für die Untere Lobau im künftigen Regierungsprogramm. “Die kommenden Jahre werden über das Überleben der Unteren Lobau als Ökosystem entscheiden. Ein Weiter-wie-bisher wäre fahrlässig und verantwortungslos”, sagt WWF-Experte DI Michael Stelzhammer. Zu den zentralen Maßnahmen zählt eine Weiterleitung des Wassers von der Oberen in die Untere Lobau, um die ausgetrockneten…
weiterlesenKommentar: Großprojekte kontra Wasserspende – Wien ist wirklich anders
Vor den Wiener Landtagswahlen veranstaltet die Tageszeitung „Die Presse“ sogenannte Presse-Talks mit den wahlwerbenden Gruppen. Dabei haben interessierte Bürger die Möglichkeit, direkt Fragen an die Spitzenkandidaten zu stellen. Am Dienstagabend (15.4.2025) war Bürgermeister Michael Ludwig zu Gast. Auf die Frage, warum Ludwig am Lobautunnel festhalte, wenn doch die Verschmutzung des Grundwassers durch den Bau drohe, antwortete er sinngemäß, dass der Lobautunnel das am besten geprüfte Projekt in Österreich sei. Er habe ähnliche Argumente (Gefährdung des…
weiterlesenMühlwasser-Dotation & Grundwasserpegel Groß-Enzersdorf
Ist die Mühlwasser-Dotation der Oberen Lobau erfolgreich oder eher nicht? Eine Antwort darauf liefert der Grundwasserpegel Groß-Enzersdorf – nicht nur aktuell, sondern auch für vergangene Jahre. Auch jedes Donauhochwasser, das es durch die Untere Lobau bis in den Groß-Enzersdorfer Arm schafft, lässt sich an diesem Pegel erkennen. Vorweg ein Eingeständnis: Bei der Grundwasser-Messstelle in Groß-Enzersdorf war ich selbst noch nie. Ihren Ort kenne ich nur von der Website ehyd.gv.at. Die Position des grünen Rechtecks auf…
weiterlesenAktion “Lobau gießen”
Am Samstag, den 5. April 2025 haben wir, gemeinsam mit der Initiative „Esslinger für die Lobau“, einen Akzent gesetzt, um wieder einmal auf die prekäre Wassersituation in der Unteren Lobau hinzuweisen. Mit bunten Gießkannen und bei prächtigem Wetter wurde die Lobau symbolisch gegossen. Die Aktion fand bei der Staudigl-Brücke in Groß Enzersdorf statt, wenige Meter entfernt von dem Balkendamm, der den Wasserzufluss in die Untere Lobau seit Jahren verhindert. Wir erinnern uns: 2015 hat eine…
weiterlesenAls Wasserwerke noch nicht durch Wasser gefährdet wurden
In der Unteren Lobau gilt es seit 2015 aufgrund einer mathematischen Modellierung als hochriskant, aus der Neuen Donau dringend benötigtes Wasser einzuspeisen. Würde man dies tun, so das Ergebnis dieser Modellierung, sei das Wasserwerk Lobau gefährdet und damit auch die Wasserversorgung der Wiener Bevölkerung. In einem sozialen Medium wäre es an dieser Stelle angebracht den Hashtag #kopfschuettel anzufügen. Der Fortbestand des Nationalparks spielt in der Diskussion übrigens nur eine untergeordnete Rolle. Es gab jedoch eine…
weiterlesenWien/Untere Lobau: Klarer Verstoß gegen Naturschutzrecht
Mit dem Unterlassen wirksamer Maßnahmen gegen die Verlandung der Unteren Lobau verstößt die Stadt Wien offenbar gegen das Naturschutzrecht auf nationaler und EU-Ebene, insbesondere gegen die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH). Sogar der laufende Betrieb des Grundwasserwerks Lobau ohne Aufbereitungsanlage dürfte FFH-widrig sein. Kann es in Einklang mit dem Naturschutzrecht stehen, wenn die Stadt Wien praktisch tatenlos dem Austrocknen und der Verlandung der Unteren Lobau zusieht, Teil des Nationalparks Donau-Auen, international bedeutendes Feuchtgebiet nach der Ramsar-Konvention sowie Natura-2000-…
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