Landtagsabgeordneter Josef Taucher in der sterbenden Lobau

Der Wiener Landtagsabgeordnete Mag. Josef Taucher, ab September Klubchef der Wiener SPÖ, hat sich am 28. Juli mehrere Stunden Zeit genommen, um mit Mitgliedern unseres Vereins (Robert Eichert, Kurt Kracher, Manfred Christ) die triste Situation der Lobau mit eigenen Augen zu betrachten. Der Lokalaugenschein führte ins Eberschüttwasser, das ebenso wie alle anderen Gewässer der Lobau vor der vollständigen Verlandung steht. Und es handelt sich keineswegs mehr um Jahrzehnte, bis es soweit sein wird.

Das Wasser klar und seicht, am Boden überall dicker Schlamm, es gibt kaum noch freie Wasserflächen: Seerosen, Teichrosen, Seggen und Schilf bemächtigen sich des Gewässers und verwandeln es Schritt für Schritt in sumpfiges Land. Dabei geht natürlich die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten zurück, was den Zielen des Nationalparks widerspricht.

Der Haken an der Sache: Es ist ein schön anzusehendes Sterben.

See- und Teichrosenblüten, Tausende kleine Fische, ein vorbeischwirrender Eisvogel … Wer über das fatale Geschehen nicht Bescheid weiß, findet die Idylle des allmählich verschwindenden Eberschüttwassers schlichtweg bezaubernd. Wer aber die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte beobachten musste, ist schockiert.

Unzählige Pläne wurden bereits erstellt, um die Lobau von der Donau her zu bewässern. Millionen Euro wurden dafür ausgegeben. Geschehen ist nichts.

Sofern die Politik in der letzten Zehntelsekunde nicht doch zu handeln beginnt, wird es die Lobau, so wie wir sie kennen, so wie unsere Eltern sie kannten, nicht mehr lange geben.

Kommentare

  • Helmut Sattmann

    Kurios (und traurig): Die Wiener Linien versteigerten ein Autogramm von Arnie Schwarzenegger und übernehmen pro 100 € Errlös eine Patenschaft für ein Gelege der Sumpfschildkröten und die Stadt Wien lässt die Lebensräume ebendieser Sumpfschildkröten austrocknen!

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