16. Februar: Zustand Mühlwasser Saltenstraße bis Napoleonstein

Peter Appelius berichtet von einem Lokalaugenschein:

„Was ich wegen des dichten Bewuchses bei meiner Begehung Ende September nicht geschafft habe, konnte ich nun zu Ende führen: die Begehung des Mühlwassers von der Saltenstraße bis zum Napoleonstein. 

Es ging mir auch darum, nachzuprüfen, ob die von der Magistratsabteilung 45 („Wiener Gewässer“) angekündigte Reinigung der Wasserrinne (Baumschlag, natürliche Ablagerungen und Hindernisse) tatsächlich stattgefunden hat.

Das Mühlwasser, das sich im Bereich der Saltenbrücke noch als sanft fließendes Bächlein zeigt, ist nach etwa zwei bis drei Kilometern nur noch ein Gerinnsel, das man mit einem einzigen Schritt überqueren kann. Noch ein paar hundert Meter weiter dann keine Spur von Wasser mehr, nichts als Schlamm!

Mir sind fast die Tränen gekommen – das breit ausladende, attraktive Gewässer im Oberlauf, das von vielen auch zum Baden und Rasten benützt wird – einfach versiegt?

Zur angekündigten Entfernung von Hindernissen: Auf den ersten zwei Kilometern, wo noch spärlich Wasser fließt, und auch danach, sieht die Wasserrinne durchaus hindernisfrei aus. Ob die Sohle des Gewässers durch Verlandung schon zu hoch liegt, lässt sich mit freiem Auge nicht beurteilen. Abgesehen davon, wenn ohnehin kein Wasser fließt, ist die Frage eines gereinigten Gerinnes natürlich obsolet.

Etwa 500 Meter westlich vom Napoleonstein befindet sich ein Überlauf mit etwa dem gleichen Rohrdurchmesser wie bei der „Eichert-Quelle“ am Lausgrundwasser. Es handelt sich um das Rohr, über das Überschusswasser des Brunnens Markethäufel in die Lobau eingeleitet werden könnte – nach dem Vorbild der „Eichert-Quelle“. Was derzeit leider nicht geschieht.

Erst einen Kilometer vor dem Napoleonstein finde ich wieder eine offene Wasserfläche – allerdings stehendes Wasser, kein Fließen!

In meiner Freytag & Berndt – Stadtkarte von 1967 zeigt sich das Mühlwasser als durchgehendes Fließgewässer, angebunden an die Panozza-Lacke und an die Alte Naufahrt und weiter bis zum Uferhaus und dem Eberschüttwasser!

Auf der Rückfahrt wurde ich noch Zeuge eines Sonnenuntergangs beim FKK Badeplatz Tischwasser/Mühlwasser.

Vollkommene Windstille, glattes Wasser – wie schön!“

Alle Fotos und Text: Peter Appelius

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