Der Bezirksvorsteher hält sich raus

Der Bezirksvorsteher des 22. Bezirks, Ernst Nevrivy, hat am 28. Mai in seinem Donaustadt-LIVE TALK auf Facebook eine originelle, durch Kenntnisse nur minimal getrübte Sicht der Situation in der Lobau dargelegt.

Was die Austrocknung und Verlandung des Nationalparks betrifft, schiebt Nevrivy selbstbewusst alles auf die zwei Fachabteilungen MA49 Forst und MA45 Wiener Gewässer.

Die würden eine andere Sichtweise haben, weil „dort sei Natur und dort solle es mehr nach Natur gehen“ und nicht um „ein schönes Wasser zum Bootfahren und Schwimmen.“ Die würden „ganz genau und gezielt wissen, was sie machen. Das ist bewusst so gesetzt, das passiert nicht, sondern wird so gemacht.

Wie soll man diese Aussage deuten?

Die Abteilungen Forst- und Landwirtschaftsbetrieb und Wiener Gewässer lassen die Lobau bewusst vertrocknen und entwerten damit den Nationalpark, weil es dort „mehr nach Natur“ gehen soll?

Herr Bezirksvorsteher: Das tun diese beiden Abteilungen nicht, denn diese wissen sehr wohl über ihre Verantwortung, die Lobau nicht vor die Hunde gehen zu lassen, Bescheid. Sie kennen auch sehr wohl die Vorgaben des Wiener Nationalparkgesetzes.

Wenn Sie so wollen: Den Verantwortlichen beider Abteilungen ist der Fortbestand der Lobau, in einem Zustand, der sie seinerzeit zu einem Teil des Nationalparks gemacht hat, natürlich ein Anliegen.

Um die Lobau nicht zu einem staubigen Stadtpark verkommen zu lassen, können die beiden Magistratsabteilungen jedoch – wie immer und üblich – nur das tun, was ihnen politisch und finanziell ermöglicht wird.

Und das genau wäre nämlich auch Ihre Aufgabe, Herr Bezirksvorsteher, auf politischem Wege den Fachabteilungen die Möglichkeiten und Mittel zu besorgen, um den Wiener Nationalpark, auf den Sie und Ihre Parteikollegen so stolz zu sein vorgeben, den kommenden Generationen zu erhalten.

Das bemerkenswerte Statement im Originalwortlaut (Das einzige was fehlt, ist der Hinweis aufs 34er-Jahr):

Frage an den Bezirksvorsteher: Lobau trocknet immer mehr aus. NÖ baut schon einen Zufluss von der Donau. Wann passiert das auf Wiener Seite?

Nevrivy: „Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt und da gibt’s halt leider Gottes insofern ein Missverständnis, dass da von Seitens der MA 49 und 45, Wasser, dass die andere Sichtweisen haben, wie die Lobau ausgestaltet oder gestaltet werden soll. Die sagen, das ist ein Natur, dort soll es mehr nach Natur gehn, also weniger nach „Wir ham a schönes Wasser zum Bootfahren und Schwimma“, und deswegen wird es auch anders gestaltet von Seitens der Stadt, dass des den einen oder anderen gefällt. Ma hat die Diskussion jedes Moi. Ich versichere Ihnen, die MA49, die MA45, alle Betriebe, die mit dem Naturschutz und mit der Natur in der Donaustadt und in Wien zu tun haben, wissen ganz genau und gezielt, was sie machen. Des ist bewusst so gesetzt, das passiert net, sondern wird so gemacht. Niederösterreich kaun durchaus andere Überlegungen anstellen. Ich denk da nur Donauinsel, um ein Beispiel zu nennen. Die Stadt weiß sehr genau, wie sie mit ihren Flächen umgeht. Damals haum a olle aundern es bessa gmocht, jo, und ma siecht, wir hams richtig gemacht. Tut mir leid, aber so, wie die Lobau derzeit gestaltet wird, ist das bewusst von Seitens der Fachdienststölln und das ist gut so, bin da zuversichtlich, dass die Experten und Fochleut des wissn. Man mag es gerne lieber anders haben würden, hätten, waas i net, jo. Fakt ist: Die mochn des scho guat und da bin ich sehr zuversichtlich“.

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