1920 … die Lobau und der Prater sehen grauenhaft aus

Was der 1. Weltkrieg den Menschen angetan hat, lässt sich oft aus unerheblichen Berichten herauslesen. In der Ausgabe vom 30. Juni 1920 der in Stuttgart erscheinenden Zeitschrift „Blätter für Aquarien- und Terrarienkunde“ ruft der in Wien-Erdberg beheimatete Aquarienverein „Cyperus“ zum Schutz der Wiener Augebiete auf:

„Wie wohl jeder weiß, ist eine der bedauerlichsten Folgeerscheinungen des Krieges die sinnlose Verwüstung und Plünderung unserer Wälder und Auen. Nicht nur die alten, etwa schlagbaren Bäume fielen blindem Wüten zum Opfer, sondern fast aller junger Nachwuchs ist in sinnloser Weise zerstört. Wie sehr hat unsere, wegen ihrer landschaftlichen Umgebung vielgerühmte Stadt darunter gelitten! Ganze Höhenrücken des Wiener Waldes wurden entholzt, die Lobau und der Prater sehen grauenhaft aus. Besonders letzterer, in unmittelbarer Nähe der Stadt gelegen, ist arg heimgesucht worden; viele der schönen Baumriesen hat man gefällt, nur zum Teil ihrer Äste beraubt oder bis in Mannshöhe einfach entborkt. So manches eigenartige Naturdenkmal ist dabei zu Grunde gegangen.“

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