Welt-Tag der Feuchtgebiete: Lobau-Alarm

Am 2. Februar wird seit 1971 alljährlich weltweit auf die enorme Bedeutung von Feuchtgebieten hingewiesen – nicht nur für Tiere und Pflanzen, sondern auch für das menschliche Wohlergehen.

Der „World Wetlands Day“ hat seinen Ursprung beim sogenannten Ramsar-Übereinkommen, ein völkerrechtlicher Vertrag, der am 2. Februar 1971 in der iranischen Stadt Ramsar geschlossen wurde – eines der ältesten internationalen Vertragswerke zum Naturschutz.

Österreich ist 1983 beigetreten und hat im selben Jahr die Untere Lobau als eines von fünf österreichischen Feuchtgebieten „von internationaler Bedeutung“ ausgewiesen.

Zum World Wetlands Day 2024 erinnern der Österreichische Naturschutzbund, der WWF und die Interessensgemeinschaft Moorschutz nun die Bundes- und Landesregierungen daran, den Feuchtgebietsschutz ernst zu nehmen, den Bodenverbrauch zu stoppen und Wasserlebensräume in großem Maßstab wiederherzustellen.

Die Landesorganisation Wien des Naturschutzbundes sieht in erster Linie bei der Unteren Lobau dringenden Handlungsbedarf, unter anderem wegen „mangelhaften Gewässer-Managements“.

Um die Lobau zu retten, müsse sie mit Wasser versorgt werden, heißt es. Das würden Wissenschaftler schon seit mehr als fünfzig Jahren fordern. Die Stadt müsse im Sinne der Artenvielfalt des Nationalparks rasch klare Entscheidungen treffen:

„Der Konflikt zwischen einem ökologischen Wasser-Management und der Nutzung des Grundwassers als Trinkwasser-Ressource für die Stadt Wien muss dringend und zeitnah gelöst werden. Jedes weitere Jahr landschaftsprägender Niedrigwasser- und Trockenphasen mit regelmäßigem, mittlerweile flächendeckendem Trockenfallen der Gewässer führt zu gravierenden Einbrüchen der Biodiversität.“

Der WWF-Biologe Bernhard Kohler betont, das auch schwer geschädigte Feuchtgebiete – wie die Lobau – unbedingt revitalisiert werden müssen:

„Wenn wir das Wasser in der Landschaft halten wollen, müssen wir auch bereits verloren gegangene oder stark beeinträchtigte Moore, Sümpfe, Auen und Flüsse wiederherstellen. Die Restflächen allein sind oft zu klein, um voll funktionsfähig zu sein und langfristig überleben zu können“.

 

Titelfoto: Kurt Kracher

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