Hainburg-Veteran Bruno Höferle gestorben

Sein Haus in Stopfenreuth war 1984/85 die Kommandozentrale der Bürgerbewegung gegen das Kraftwerk Hainburg. Bruno Höferle ist am 18. November 2018 im 85. Lebensjahr verstorben.

1985 erhielt er mit seiner Frau Annemarie den „Österreichischen Naturschutzpreis“, als Auszeichnung für Zivilcourage und nachhaltigen Einsatz für die Natur.

Im Dezember 1984, als die Geschehnisse in der Hainburger Au eskalierten, wurden die Hilfsgüter und Spenden aus der Stadt bei Höferles Adresse angeliefert und von da aus an die Au-Besetzer in den Lagern weiterverteilt. Das Haus war Einsatzzentrale, Versammlungsort und Kommunikationszentrum. Der WWF hatte sich eingemietet, die Höferles wurden von den Ereignissen beinahe überrollt. Dabei zählten sie sich selbst schon seit längerer Zeit zu den engagierten Au-Schützern. In jeder Ecke ihres Bauernhofes schliefen junge Leute, sogar in der Badewanne. Von Höferles Telefonanschluss aus wurde von Reportern in die ganze Welt telefoniert. Annemarie Höferle hat später einmal erzählt, ihr Mann hätte für die Au-Besetzer „an einem Spitzentag 1600 Liter Tee gekocht.“

Krone bunt, 2009

Und weiter: „Positiv war natürlich die friedliche, gewaltfreie Auflehnung der Leute. Dass so etwas in Österreich möglich ist, hätten wir nicht geglaubt“.

Norbert Sendor, der Vorsitzende unseres Vereines, und seine Lebensgefährtin Elisabeth waren mit dem Ehepaar Höferle befreundet. Sendor: „Bruno war sehr naturverbunden, seine Frau fast noch intensiver. Die beiden waren bescheiden, pflegten einen einfachen Lebensstil.

Der Donau waren Bruno und Annemarie Höferle bis ins hohe Alter zugetan. Sie haben den Strom viele Male mit Paddelbooten befahren; nicht nur bei Stopfenreuth, sondern auch weit oben, in Deutschland.

Norbert Sendor, der die beiden mit Elisabeth Zeman Anfang Oktober ein letztes Mal besucht hat: „Gegen seine schwere Erkrankung hat er bis zuletzt gekämpft und immer am Leben teilgenommen, auch wenn er bereits an den Rollstuhl gefesselt war.

Quellen:

  • KRONE BUNT 15.11.2009, Katharina Messner: „Liebes Christkind, komme bald, schütze unsern Auenwald!“
  • Salzburger Nachrichten, 3 Dezember 2012
  • Magazin „Zwanzig Jahre Grüne im Parlament“ (2006)
  • Norbert Sendor (mündl.), 4. Dezember 2018
  • Au-Blick, Ausgabe Nr. 3, Herbst 1999

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