Fluglärmpause

Die Maßnahmen zur Eindämmung der SARS-COV-2-Epidemie haben den Flugverkehr drastisch verringert, auch die Starts und Landungen am Flughafen Wien-Schwechat. Damit verbunden: eine erholsame Lärmreduktion für die Tierwelt und die BesucherInnen der Lobau – zumindest vorübergehend.

Mit konkreten Zahlen lässt sich der Rückgang des Flugverkehrs über der Lobau derzeit noch nicht belegen – die letzten Informationen des Flughafens reichen bis Ende März.

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, die Veränderungen ab April schon jetzt zu visualisieren – anhand der auf www.flugspuren.at dargestellten Flugbewegungen. Flugspuren.at ist eine Kooperation von Austro Control und dem Flughafen Wien.

Die Nachbarschaft zum Flughafen auf der anderen Donauseite ist eines der ungelösten Probleme des Nationalparks Donau-Auen. Hauptbetroffen ist die Untere Lobau. Im Sommer kann hier etwa alle 90 Sekunden ein Metallvogel in geringer Höhe vorbeikommen (Details zum Konflikt Nationalpark versus Flughafen siehe Artikel „Nationalpark Donau-Auen / Piste 2“).

Seit dem drastischen Rückgang des Flugverkehrs war ich zweimal in der Unteren Lobau, zuletzt am Samstag, dem 11. April. Interessant dabei: In der Regel ärgere ich mich jedes Mal über die Flugzeuge, die da im Start- oder Landeanflug in ein paar hundert Meter Höhe über die Aulandschaft brausen. Dieses Mal wurde mir erst im Nachhinein klar: Mir ist gar kein Flugzeug aufgefallen. Habe ich sie vielleicht einfach übersehen oder überhört?

Hier zuerst, als Beispiel für den “Normalzustand”, ein Screenshot der Darstellung auf flugspuren.at für den 10. März 2020:

 

 

 

 

 

 

 

 

Ordentlich was los, wie man sieht. Zum Vergleich die Situation etwa einen Monat später:

 

 

 

 

 

 

 

Der Unterschied ist eklatant. Die Frequenz schwankt zwischen Null Überflügen der Lobau pro Tag bis zu 25 Flugbewegungen; Letzeres entspricht etwa einem Drittel des bisherigen Normalwerts. 

Sicher: Dieser aus Naturschutzsicht wunderbare Zustand wird nicht dauerhaft sein. Aber es spricht doch einiges dafür, dass es vielleicht Jahre dauern könnte, bis sich die Flugbranche einigermaßen erholt. Und auch der Bau einer dritten Piste in Schwechat bleibt uns wohl bis auf weiteres erspart – vielleicht auch überhaupt.

 

Vollständiger Artikel: https://beasts.at/lobau-fluglaermpause/

Kommentare

  • <cite class="fn">Gerhard Vavra</cite>

    Würde die dritte Piste nicht ein Vorteil für die Lobau sein, da die Flugzeuge, die auf der dritten Piste landen oder starten nicht über die Lobau fliegen?

    • <cite class="fn">Robert Poth</cite>

      Eine allfällige dritte Piste würde parallel zur ersten Piste verlaufen (annähernd West-Ost-Ausrichtung) und an der Nutzung der Piste 2 (annähernd Nord-Süd) wahrscheinlich kaum etwas ändern (Welche Piste für Starts/Landungen genutzt werden kann, hängt von der Windrichtung ab). Laut Planung sollte dadurch die Lärmbelastung durch die Piste 2 um zwischen 0 und 5 dB sinken. Was das praktisch heißt, ist unklar. Aber „zwischen Null und irgendwas“ ist indirekt ja doch aussagekräftig …

Hinterlasse einen Kommentar