{"id":8046,"date":"2026-04-23T19:00:30","date_gmt":"2026-04-23T17:00:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=8046"},"modified":"2026-04-23T20:19:12","modified_gmt":"2026-04-23T18:19:12","slug":"im-wien-museum-vom-ueberschwemmungsgebiet-zur-donauinsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/im-wien-museum-vom-ueberschwemmungsgebiet-zur-donauinsel\/","title":{"rendered":"Im Wien Museum: vom \u00dcberschwemmungsgebiet zur Donauinsel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Wien Museum am Karlsplatz ist noch bis 30. August eine ebenso penibel wie liebevoll gestaltete Ausstellung \u00fcber das Werden der Donauinsel zu sehen. Titel: <a href=\"https:\/\/www.wienmuseum.at\/donauinsel_2026\">\u201eDie Donauinsel. 21 Kilometer Freiraum\u201c<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Ein gewichtiger Teil ist dem heute fast vergessenen \u00dcberschwemmungsgebiet gewidmet, dem Vorl\u00e4ufer der Donauinsel: ein weites, wildes und ver\u00e4nderliches Land &#8211; die letzte von Hochw\u00e4ssern geformte, echte Wiener Aulandschaft. Wie die Donauinsel zog sich das \u00dcberschwemmungsgebiet am linken Ufer des Stromes von Langenzersdorf bis tief hinab in die Untere Lobau.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauwiese-Wien-Museum-Online-Sammlung-210637-1-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8054 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauwiese-Wien-Museum-Online-Sammlung-210637-1-2-300x215.jpg\" alt=\"\" width=\"332\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauwiese-Wien-Museum-Online-Sammlung-210637-1-2-300x215.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauwiese-Wien-Museum-Online-Sammlung-210637-1-2-1024x735.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauwiese-Wien-Museum-Online-Sammlung-210637-1-2-768x551.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauwiese-Wien-Museum-Online-Sammlung-210637-1-2-1536x1102.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauwiese-Wien-Museum-Online-Sammlung-210637-1-2-2048x1470.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauwiese-Wien-Museum-Online-Sammlung-210637-1-2-240x172.jpg 240w\" sizes=\"auto, (max-width: 332px) 100vw, 332px\" \/><\/a>Das \u00dcberschwemmungsgebiet war gewisserma\u00dfen zweigeteilt: Von Kaiserm\u00fchlen stromaufw\u00e4rts nannte man es \u201eDonauwiese\u201c \u2013 eine Graslandschaft, die nur in der N\u00e4he des Dammes gelegentlich von B\u00e4umen ges\u00e4umt war. Zwischen Reichsbr\u00fccke und Ostbahnbr\u00fccke, rund um das ber\u00fchmte Bade- und Angelrevier \u201eSt\u00fcrzlwasser\u201c war eine Art \u00dcbergangszone. Von der Ostbahnbr\u00fccke stromabw\u00e4rts galt das \u00dcberschwemmungsgebiet von den 1920er-Jahren an 50 Jahre lang als die \u201ewilde Lobau\u201c.<\/p>\n<p>Der Begriff \u201eLobau\u201c war jahrzehntelang ein Synonym f\u00fcr das \u00dcberschwemmungsgebiet. Hier verbrachten die Wiener kostenfrei ihre Wochenenden und ihre Sommerurlaube. Hier wurde nackt gebadet, philosophiert und politisiert. In die tats\u00e4chliche Lobau jenseits des Hochwasserschutzdammes drangen vergleichsweise wenige vor \u2013 au\u00dferdem durfte man dort nur bis zum Eintritt der D\u00e4mmerung bleiben und musste obendrein Eintritt bezahlen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Wien_Juni-1964-Urhebernennung-Herbert-r-WIKIMEDIA-COMMONS.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1065 alignright\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Wien_Juni-1964-Urhebernennung-Herbert-r-WIKIMEDIA-COMMONS-300x197.jpg\" alt=\"\" width=\"343\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Wien_Juni-1964-Urhebernennung-Herbert-r-WIKIMEDIA-COMMONS-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Wien_Juni-1964-Urhebernennung-Herbert-r-WIKIMEDIA-COMMONS-768x505.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Wien_Juni-1964-Urhebernennung-Herbert-r-WIKIMEDIA-COMMONS-1024x673.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Wien_Juni-1964-Urhebernennung-Herbert-r-WIKIMEDIA-COMMONS-818x537.jpg 818w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Wien_Juni-1964-Urhebernennung-Herbert-r-WIKIMEDIA-COMMONS-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Wien_Juni-1964-Urhebernennung-Herbert-r-WIKIMEDIA-COMMONS.jpg 1643w\" sizes=\"auto, (max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><\/a>Das \u00dcberschwemmungsgebiet musste Anfang der 1970er-Jahre dem Entlastungsgerinne (wie die Neue Donau anfangs hie\u00df) weichen, weil Wien nach dem gewaltigen Hochwasser des Jahres 1954 unbedingt einen felsenfesten Hochwasserschutz wollte.<\/p>\n<p>Die Wiener SP\u00d6 war Feuer und Flamme f\u00fcr das neue Gro\u00dfprojekt, die \u00d6VP schloss sich hingegen dem wesentlich billigeren Vorschlag des Bundesstrombauamtes (sp\u00e4ter Wasserstra\u00dfendirektion, heute viadonau) an, der eine Erh\u00f6hung und Abdichtung der bestehenden D\u00e4mme vorsah. Die SP\u00d6 konnte sich schlie\u00dflich \u2013 auch mit Unterst\u00fctzung des Bundes \u2013 mit ihren Argumenten durchsetzen.<\/p>\n<h5 style=\"padding-left: 40px;\">Kurioses Detail am Rande: Einer der Gr\u00fcnde, die von der Stadt damals f\u00fcr den Bau der hochwassersicheren Insel angef\u00fchrt wurden, war die Trinkwassergewinnung. Im November 1972 verk\u00fcndete Stadtbaudirektor Rudolf Koller, man w\u00fcrde hier in Zukunft dem Grundwasserstrom der Donau t\u00e4glich 200.000 Kubikmeter Trinkwasser entnehmen k\u00f6nnen. Die Gewinnung von Trinkwasser auf der Donauinsel f\u00fcr das Versorgungsnetz der Stadt Wien wurde jedoch bis heute nicht realisiert. Eine daf\u00fcr unbedingt notwendige Aufbereitungsanlage ist 2006 trotz Vorarbeiten, Investitionen und beh\u00f6rdlicher Genehmigung durch eine rein politische Entscheidung wieder abgesagt worden. 2025 wurde das Projekt erneut in Angriff genommen. Fertigstellung 2030. Dass seine hoffnungsvolle Zukunftsvorstellung der Trinkwassergewinnung bis zur Verwirklichung 58 Jahre dauern w\u00fcrde, ist Stadtbaudirektor Koller damals sicherlich nicht in den Sinn gekommen.<\/h5>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ueberschwemmungsgebiet-1-Herbst-1961.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8055 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ueberschwemmungsgebiet-1-Herbst-1961-300x184.jpg\" alt=\"\" width=\"339\" height=\"208\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ueberschwemmungsgebiet-1-Herbst-1961-300x184.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ueberschwemmungsgebiet-1-Herbst-1961-1024x628.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ueberschwemmungsgebiet-1-Herbst-1961-768x471.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ueberschwemmungsgebiet-1-Herbst-1961-1536x942.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Ueberschwemmungsgebiet-1-Herbst-1961-2048x1255.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 339px) 100vw, 339px\" \/><\/a>Die vielen Menschen, die am \u00dcberschwemmungsgebiet eine wunderbare Kindheit verbringen durften und die Naturliebhaber, die von der Vielfalt der Fische, Amphibien und der ungeheuren Niederwilddichte des Gebietes fasziniert waren, k\u00e4mpften bis zuletzt gegen das Monsterprojekt des Entlastungsgerinnes an, das anfangs rein technisch konzipiert war: betoniert, schnurgerade und steile Ufer.<\/p>\n<p>Erst die aufkommende Naturschutzbewegung (1970 war das erste Europ\u00e4ische Naturschutzjahr, Anton Klein und seine B\u00fcrgerinitiative verhinderten mit Hilfe von ORF und Krone eine Autobahn samt Schnellstra\u00dfe durch die Lobau) f\u00fchrte zu einem politischen und \u00f6kologischen Umdenken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/neue-donau-Rinne.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8056 alignright\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/neue-donau-Rinne-300x210.jpg\" alt=\"\" width=\"344\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/neue-donau-Rinne-300x210.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/neue-donau-Rinne-1024x718.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/neue-donau-Rinne-768x539.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/neue-donau-Rinne-200x140.jpg 200w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/neue-donau-Rinne.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><\/a>Auf dem Aushubmaterial des Entlastungsgerinnes \u2013 der heutigen Insel \u2013 sollte nach etlichen Pl\u00e4nen ein neuer Stadtteil entstehen, sogar der neue Hauptbahnhof war hier angedacht. B\u00fcrgermeister Felix Slavik entfachte angesichts medialen und wissenschaftlichen Drucks eine breite Diskussion quer durch die verschiedenen Interessensgruppen, die dazu f\u00fchrte, dass das schnurgerade Betongerinne in letzter Minute entsch\u00e4rft wurde: Buchten wurden angelegt, Teiche wurden gegraben, als Reminiszenz an das \u00dcberschwemmungsgebiet wurde der sogenannte Tote Grund erhalten und die gro\u00dffl\u00e4chigen Verbauungspl\u00e4ne wurden konsequent verworfen.<\/p>\n<p>Die Ausstellung im Wien Museum erz\u00e4hlt von der komplexen Planungs- und Baugeschichte der Insel und von ihrer \u00f6kologischen und sozialen Bedeutung in der dichter und hei\u00dfer werdenden Stadt der Gegenwart.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauinsel-1975-Karl-Christ-411.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8057 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauinsel-1975-Karl-Christ-411-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"344\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauinsel-1975-Karl-Christ-411-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauinsel-1975-Karl-Christ-411-1024x653.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauinsel-1975-Karl-Christ-411-768x490.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauinsel-1975-Karl-Christ-411-1536x979.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauinsel-1975-Karl-Christ-411-174x111.jpg 174w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Donauinsel-1975-Karl-Christ-411.jpg 1644w\" sizes=\"auto, (max-width: 344px) 100vw, 344px\" \/><\/a>Heute k\u00f6nnen sich immer weniger Menschen aus eigenem Erleben an das in vielerlei Hinsicht urspr\u00fcngliche \u00dcberschwemmungsgebiet erinnern. Die neu erschaffene Insel ist im Grunde nur eine gro\u00dfe, trockene Schotterhalde, die mittels aufgesch\u00fctteten Humus m\u00fchsam begr\u00fcnt worden ist. Das \u00dcberschwemmungsgebiet hingegen war feucht, hatte Verbindung zum Grundwasser, war voller wunderbarer Gew\u00e4sser, versteckter Platzerl und begr\u00fcnte sich vehement und nach Hochw\u00e4ssern immer wieder aufs Neue von selbst.<\/p>\n<p>So sehr sich die j\u00fcngeren Generationen \u00fcber die Freizeitanlage rund um die Neue Donau auch freuen m\u00f6gen, wer das \u00dcberschwemmungsgebiet gekannt hat, trauert bis heute.<\/p>\n<p>Der Verlust wurde bis nach Deutschland hin besprochen. Im Juni 1972 kommentierte die auflagenst\u00e4rkste deutschsprachige Anglerzeitschrift \u201eFisch und Fang\u201c:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stuerzlwasser2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8058 alignright\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stuerzlwasser2-300x202.jpg\" alt=\"\" width=\"340\" height=\"229\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stuerzlwasser2-300x202.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stuerzlwasser2-1024x688.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stuerzlwasser2-768x516.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stuerzlwasser2-1536x1032.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/stuerzlwasser2.jpg 1992w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/><\/a>\u201eHier wird ein riesiges unverbautes Naturgebiet, das \u201e\u00dcberschwemmungsland\u201c, mit seinen hunderten kleinen und gr\u00f6\u00dferen Au-Ausst\u00e4nden, die zum Teil einen hervorragenden Fischbestand aufwiesen, von den Stadtplanern kultiviert und zivilisiert. Ber\u00fchmte Altarme, wie zum Beispiel das St\u00fcrzlwasser und viele andere Auw\u00e4sser werden verschwinden. Unsere Hasen, Fasane und Rebh\u00fchner werden vertrieben, daf\u00fcr aber bekommen wir gekieste Wege und einen schnurgeraden Kanal mit ausgelegten Ufersteinen. Da der Hochwasser-\u201eKanal\u201c bis tief in die Lobau reichen wird, kann man sich vorstellen, welches St\u00fcck Natur hier den Gro\u00dfstadtmenschen genommen wird.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In seiner autobiographischen Erz\u00e4hlung \u201eStr\u00f6mung\u201c beschreibt der Schriftsteller <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Martin_Kubaczek\">Martin Kubaczek<\/a> seine Kindheit in den Weiten der Floridsdorfer Donauwiese. Man meint das Donauwasser riechen zu k\u00f6nnen, den Wind zu sp\u00fcren, die Pappeln rauschen zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/uferhaus2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8059 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/uferhaus2-300x203.jpg\" alt=\"\" width=\"340\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/uferhaus2-300x203.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/uferhaus2-1024x694.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/uferhaus2-768x521.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/uferhaus2.jpg 1504w\" sizes=\"auto, (max-width: 340px) 100vw, 340px\" \/><\/a>Es gab keine geordnet arrangierten Fu\u00df- und Radwege, keine gezirkelten Grillpl\u00e4tze und keinen Asphalt. Die Wiese war nur durch Trampelpfade und d\u00fcnne Spuren von Fahrradreifen vernetzt. Martin Kubaczek:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eDiese Bahnen und Spuren, die in der L\u00e4nge und Diagonale, querend und kreuzend die Fl\u00e4che durchzogen, das sind die Festschreibungen von Leben. Das ist, wo die Leute wirklich gehen, keine in irgendwelchen B\u00fcros geplanten Wege, sondern zustande gekommene, jeder Weg hat sein Ziel: Angelpl\u00e4tze, Badebuchten, Imbissbuden auf der Flussseite; Baumgruppen mit Schatten, Liegepl\u00e4tze, Treppen und schr\u00e4ge Auffahrten als \u00dcberg\u00e4nge auf der Dammseite.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>&nbsp;Und die L\u00e4ngswege: am Ufer entlang, am Damm entlang. Dazwischen die Bombentrichter, buschbestanden, in denen, hinter Buschwerk versteckt, nackt die Sonnenanbeter lagen; fr\u00fch kamen sie, sie hatten ihre Stammpl\u00e4tze, und am sp\u00e4ten Nachmittag zogen sie wieder heim, Decken unter dem Arm, Tragetaschen mit kleinen Transistorradios, Thermoskannen, Gurkengl\u00e4sern, Illustrierten und R\u00e4tselheften.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Sie hinterlie\u00dfen kleine Nester, wo das Gras vom Herumrollen niedergedr\u00fcckt war unter den Decken und Matten; rundum standen die Halme hoch auf, bildeten eine sch\u00fctzende, schaukelnde Wand. Legt man sich in diese von fremden K\u00f6rpern ausgedr\u00fcckten Mulden, sah man nichts als den Himmel, ferne wei\u00dfe Wolken zogen dar\u00fcber hin.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Buch-Donauinsel-Wien-Museum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-8050 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Buch-Donauinsel-Wien-Museum-217x300.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Buch-Donauinsel-Wien-Museum-217x300.jpg 217w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/04\/Buch-Donauinsel-Wien-Museum.jpg 431w\" sizes=\"auto, (max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a><strong>Das Buch zur Ausstellung hat geradezu den Charakter eines &#8211; \u00e4u\u00dferst aufschlussreichen &#8211; Grundlagenwerks: 60 Texte, Interviews, Portr\u00e4ts und historische Abbildungen beschreiben auf 431 Seiten den Sehnsuchtsort \u00dcberschwemmungsgebiet und die moderne Legende von der Donauinsel in all ihren Facetten<\/strong>. <strong>Nicht zu \u00fcbersehen: Klaus Pichlers Fotoprojekt \u201eEine Insel, viele Geschichten&#8221;.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>Herausgeberinnen sind <a href=\"https:\/\/www.wienmuseum.at\/person\/martina_nussbaumer\">Martina Nu\u00dfbaumer<\/a> und <a href=\"https:\/\/boku.ac.at\/personen\/person\/3D761DD61BAAAF71\">Ulrike Krippner<\/a>.<br \/>\nGrafische Gestaltung: Larissa Cerny<\/em><\/p>\n<p><em>ISBN: 978-3-99166-046-0<br \/>\n<\/em><em>\u20ac 38,00<\/em><\/p>\n<p><em>Erh\u00e4ltlich direkt im Wien Museum oder online. <a href=\"https:\/\/shop.wienmuseum.at\/de\/die-donauinsel-2026-\">https:\/\/shop.wienmuseum.at\/de\/die-donauinsel-2026-<\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Fotos zu diesem Artikel von:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Titel: Klaus Pichler, Wien Museum<\/li>\n<li>Donauwiese SW um 1938-40: Martin Gerlach jun., Wien Museum<\/li>\n<li>\u00dcberschwemmungsgebiet\/Reichsbr\u00fccke 1964: Herbert r, Wikimedia Commons<\/li>\n<li>\u00dcberschwemmungsgebiet\/H\u00f6he \u00d6lhafen SW 1962: Rudolf Schmied<\/li>\n<li>Entlastungsgerinne 1975: <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/2359-2\/\">Herbert Schneider<\/a><\/li>\n<li>Donauinsel frisch begr\u00fcnt\/H\u00f6he Steinsporn SW 1975: Manfred Christ<\/li>\n<li>St\u00fcrzlwasser 1975: Herbert Schneider<\/li>\n<li>\u00dcberschwemmungsgebiet Imbissbude 1975: Herbert Schneider<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Wien Museum am Karlsplatz ist noch bis 30. August eine ebenso penibel wie liebevoll gestaltete Ausstellung \u00fcber das Werden der Donauinsel zu sehen. Titel: \u201eDie Donauinsel. 21 Kilometer Freiraum\u201c Ein gewichtiger Teil ist dem heute fast vergessenen \u00dcberschwemmungsgebiet gewidmet, dem Vorl\u00e4ufer der Donauinsel: ein weites, wildes und ver\u00e4nderliches Land &#8211; die letzte von Hochw\u00e4ssern geformte, echte Wiener Aulandschaft. Wie die Donauinsel zog sich das \u00dcberschwemmungsgebiet am linken Ufer des Stromes von Langenzersdorf bis tief&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":8053,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[12,7],"tags":[98,41],"class_list":["post-8046","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neues-von-gestern","category-lobau-darf-nicht-sterben","tag-trinkwasserwerk","tag-ueberschwemmungsgebiet"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8046","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8046"}],"version-history":[{"count":24,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8046\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8078,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8046\/revisions\/8078"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8053"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8046"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8046"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8046"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}