{"id":8000,"date":"2026-03-29T15:31:08","date_gmt":"2026-03-29T13:31:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=8000"},"modified":"2026-05-03T18:04:23","modified_gmt":"2026-05-03T16:04:23","slug":"die-maerchenerzaehler-der-stadt-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/die-maerchenerzaehler-der-stadt-wien\/","title":{"rendered":"Die M\u00e4rchenerz\u00e4hler der Stadt Wien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Es ging durch alle Medien, Anfang Februar sind im Sch\u00f6nauerwasser in der Unteren Lobau unz\u00e4hlige Fische verendet. F\u00fcr Kenner der Lobau war von Anfang an klar, dass daf\u00fcr der niedrige Wasserstand im Hauptgew\u00e4sserzug der Unteren Lobau (Ebersch\u00fcttwasser \u2013 Mittelwasser \u2013 K\u00fchw\u00f6rtherwasser \u2013 Sch\u00f6nauerwasser) im Zusammenspiel mit einer relativ langen Eisbedeckung verantwortlich ist. <\/strong><\/p>\n<p>Die Kombination aus Niedrigwasserstand und Eisbedeckung hat immer schon zu toten Fischen gef\u00fchrt, allerdings nur in den Nebenarmen die im Winter oft niedrige Pegel aufweisen. Jetzt sind wir aber schon so weit, dass der Hauptgew\u00e4sserzug jeden Winter fast austrocknet.<\/p>\n<p>Die Verantwortlichen der Stadt Wien, n\u00e4mlich der MA 49, wussten zuerst nicht einmal, dass es ein Fischsterben \u00fcberhaupt gab, kurz danach wurde von einer geheimnisvollen Vergiftung der Fische gemunkelt und ein Gutachten bei der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t in Auftrag gegeben. Anfang M\u00e4rz lag das wenig \u00fcberraschende Ergebnis vor, die Fische sind erstickt.<\/p>\n<p>Die Stadt Wien ist nat\u00fcrlich nicht f\u00e4hig und willens die Verantwortung f\u00fcr das Fischsterben zu \u00fcbernehmen, welches nur auf den immer dramatischer werdenden Wassermangel in der Unteren Lobau zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Bekanntlich verschleppt die Stadtverwaltung seit Jahrzehnten die notwendige Wiederanbindung der Unteren Lobau an die Donau, nicht einmal eine Dotation mit Wasser aus der Neuen Donau wird zugelassen.<\/p>\n<p>Sehr originell war die Schuldzuweisung des stellvertretenden Leiters der MA 49, G\u00fcnter Annerl: Die Eisl\u00e4ufer am Sch\u00f6nauerwasser h\u00e4tten die Fische aus der Winterruhe aufgescheucht und seien so mitverantwortlich f\u00fcr deren Erstickungstod.<\/p>\n<p>So einen Unsinn kann man nicht stehen lassen. Am Sch\u00f6nauerwasser waren vergleichsweise wenige Eisl\u00e4ufer unterwegs, das lie\u00df sich leicht an den Spuren am Eis ablesen. Am M\u00fchlwasser zwischen Lobelienweg und Binsenweg und auf der Alten Donau war ein Vielfaches an Eisl\u00e4ufern zugange. Und trotzdem sind dort keine Fische zu Tode gekommen. Es ist auch v\u00f6llig klar warum, beide Gew\u00e4sser sind wesentlich tiefer. Die Wasserschicht zwischen Grund und Eisdecke war daher viel m\u00e4chtiger, somit ging den Fischen der zum Atmen notwendige Sauerstoff nicht aus.<\/p>\n<p>Es ist unertr\u00e4glich, die st\u00e4ndige Tatenlosigkeit der Stadt Wien mitanzusehen und sich schwachsinnige Erkl\u00e4rungen anh\u00f6ren zu m\u00fcssen, wodurch nur von der eigenen Verantwortung abgelenkt wird. Konsequenzen werden selbstverst\u00e4ndlich keine gezogen, sind ja nur ein paar Fische.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Foto: Kurt Kracher<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ging durch alle Medien, Anfang Februar sind im Sch\u00f6nauerwasser in der Unteren Lobau unz\u00e4hlige Fische verendet. F\u00fcr Kenner der Lobau war von Anfang an klar, dass daf\u00fcr der niedrige Wasserstand im Hauptgew\u00e4sserzug der Unteren Lobau (Ebersch\u00fcttwasser \u2013 Mittelwasser \u2013 K\u00fchw\u00f6rtherwasser \u2013 Sch\u00f6nauerwasser) im Zusammenspiel mit einer relativ langen Eisbedeckung verantwortlich ist. 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