{"id":7918,"date":"2026-02-15T21:57:17","date_gmt":"2026-02-15T20:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=7918"},"modified":"2026-04-23T18:59:25","modified_gmt":"2026-04-23T16:59:25","slug":"fischfauna-vorgaben-und-pflichten-einfach-missachtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/fischfauna-vorgaben-und-pflichten-einfach-missachtet\/","title":{"rendered":"Fischfauna: Vorgaben und Pflichten einfach missachtet"},"content":{"rendered":"<p>Angesichts der \u00f6ffentlichen Debatte \u00fcber die toten Fische im schwer verlandeten, nieder\u00f6sterreichischen Sch\u00f6nauerwasser sowie \u00fcber den verheerenden Zustand der stromaufw\u00e4rts liegenden Wiener Lobaugew\u00e4sser und ihrer Fischbest\u00e4nde, liegt es nahe, einen Blick in die diesbez\u00fcglichen Gesetze zu werfen, beispielsweise in den<\/p>\n<h4>Aktuellen fischereilichen Managementplan f\u00fcr den Wiener Teil des Nationalparks Donau-Auen \u2013 eine Verordnung des Magistrates der Stadt Wien.<\/h4>\n<p>Er enth\u00e4lt ein bedeutendes Kapitel namens \u201eMonitoring\u201c = die permanente \u00dcberwachung der Fischfauna, um negative Entwicklungen rechtzeitig abzuwenden (\u201eManagement\u201c) und die Vielfalt der Arten zu erhalten.<\/p>\n<p>In \u00a7 17. (1) der Verordnung steht:<\/p>\n<p><em>\u201eZur Erfassung der Entwicklung der Gew\u00e4sser und der Fischbest\u00e4nde sind von der Nationalpark Donau-Auen GmbH \u2026 durchzuf\u00fchren:<\/em><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em> standardisierte Erhebungen der in den Fischereirevieren vorkommenden Fischarten, deren Artenzusammensetzung, Gr\u00f6\u00dfenklassen und Alterszusammensetzung, mit besonderem Schwerpunkt auf der Bestandsentwicklung der Raubfischpopulationen.\u201c<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<figure id=\"attachment_7924\" aria-describedby=\"caption-attachment-7924\" style=\"width: 391px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/19009.l01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7924\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/19009.l01-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"391\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/19009.l01-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/19009.l01-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/19009.l01-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/19009.l01-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/19009.l01-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/19009.l01-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7924\" class=\"wp-caption-text\">Sch\u00f6nauerwasser, Februar 2026<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcbersetzt hei\u00dft das: Es sind regelm\u00e4\u00dfige wissenschaftliche Befischungen (schonend, ohne die Fische zu verletzen) durchzuf\u00fchren. Au\u00dferdem steht geschrieben: <em>\u201eDie Ergebnisse der Untersuchungen und Erhebungen sind der Nationalpark Donau-Auen GmbH j\u00e4hrlich am 31. Oktober vorzulegen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Nichts davon geschieht.<\/p>\n<p>In der Unteren Lobau wurde zuletzt 2012 eine Fischbestandserhebung durchgef\u00fchrt. Da die Verlandung rasant fortschreitet (bis zu 3,5 % der Feuchtgebiete und Gew\u00e4sserfl\u00e4chen pro Jahr), sind die Ergebnisse dieser Studie mittlerweile inaktuell.<\/p>\n<h4><strong>Was l\u00e4uft da?<\/strong><\/h4>\n<p>Eine wahrscheinliche Erkl\u00e4rung: Weder Wien noch die Nationalpark GmbH wollen oder k\u00f6nnen daf\u00fcr Geld ausgeben. Die von der Wiener Magistratsabteilung 45 \u201eWiener Gew\u00e4sser\u201c 2012 realisierte Befischung wurde weitgehend vom Bund und von der Europ\u00e4ischen Union finanziert.<\/p>\n<p>Wien hat bereits im vorangegangenen fischereilichen Managementplan (2014-2018) gewieft festhalten lassen, dass die \u201estandardisierten Erhebungen&#8221; der Fischfauna von der <a href=\"https:\/\/www.donauauen.at\/\">\u201eNationalpark Donau-Auen GmbH\u201c<\/a> durchzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<p>Das ist bemerkenswert, denn mit Managementma\u00dfnahmen in der Lobau ist eigentlich generell die \u201eNationalpark-Forstverwaltung Lobau der Stadt Wien\u201c betraut &#8211; als Teileinheit der Nationalparkverwaltung in Orth an der Donau. Die Trennung zwischen Wien und der Zentrale in Orth dr\u00fcckt sich unter anderem dadurch aus, dass die Fischerei in einer gesonderten Verordnung, einem eigenen fischereilichen Managementplan, geregelt wird.<\/p>\n<p>Im Wiener Gesetz steht also, dass sich gef\u00e4lligst die Nationalparkverwaltung in Orth um das Monitoring der Wiener Fische zu k\u00fcmmern hat. 2012 war es noch die altbew\u00e4hrte MA 45 \u201eWiener Gew\u00e4sser\u201c, die sich der Fischfauna der Lobau gewidmet hat.<\/p>\n<p>Wien hat sich finanziell aus der Aff\u00e4re gezogen: Die wissenschaftliche Nachschau, welche Fische denn in der Lobau noch zu finden sind, ob die Best\u00e4nde abnehmen, die Vielfalt gef\u00e4hrdet ist und was man tun sollte, um schlechte Entwicklungen zu stoppen, obliegt per Wiener Verordnung der Verwaltung in Orth. Und die soll das tunlichst auch bezahlen. Das Dumme daran: Di<em>e <\/em>Nationalpark Donau-Auen GmbH schwimmt auch nicht gerade im Geld.<\/p>\n<h4>Unbegreifliche Situation<\/h4>\n<figure id=\"attachment_7935\" aria-describedby=\"caption-attachment-7935\" style=\"width: 392px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20170830_Moderlieschen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7935\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20170830_Moderlieschen-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"392\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20170830_Moderlieschen-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20170830_Moderlieschen-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20170830_Moderlieschen-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20170830_Moderlieschen-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/20170830_Moderlieschen.jpg 1136w\" sizes=\"auto, (max-width: 392px) 100vw, 392px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7935\" class=\"wp-caption-text\">Moderlieschen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wien putzt sich ab; der bem\u00fchten Nationalpark GmbH, die sonst auf Wiener Territorium wenig zu melden hat, fehlen die Mittel und mutma\u00dflich auch der dringende Ehrgeiz, sich fisch\u00f6kologisch der Lobau zu widmen.<\/p>\n<p>Gerade angesichts der 30. Jubil\u00e4ums der Gr\u00fcndung des Nationalparks ist die Situation in dessen Wiener Teil unbegreiflich:<\/p>\n<ul>\n<li>In der Oberen Lobau hat noch nie (!) eine \u201estandardisierte Erhebung\u201c der Fischfauna stattgefunden. Ausnahme: eine Befischung der karpfenteich\u00e4hnlichen Dechantlacke 2008.<\/li>\n<li>Trotz gesetzlich geforderten Monitorings findet dieses nicht statt. Nur nebenbei: In \u00a7 19 des fischereilichen Managementplanes hei\u00dft es: <em>&#8220;Ein Zuwiderhandeln gegen diese Verordnung ist gem\u00e4\u00df \u00a7 19 Wiener Nationalparkgesetz strafbar.&#8221;<\/em><\/li>\n<li>In der Unteren Lobau, im Ebersch\u00fcttwasser, wurden 2017 und 2018 von Anglern des Vereins <a href=\"http:\/\/www.lobaufischer.at\/\">\u201eLobaufischer\u201c<\/a> kleine Karpfenfische namens Moderlieschen nachgewiesen, die offiziell in der Lobau gar nicht vorkommen. Der Witz des Tages: Moderlieschen z\u00e4hlen laut Wiener Naturschutzverordnung zu den \u201estreng gesch\u00fctzten Arten mit Lebensraumschutz im gesamten Stadtgebiet\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dazu passend ein Zitat von Nobelpreistr\u00e4ger <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konrad_Lorenz\">Konrad Lorenz<\/a>: <em>\u201eMan sch\u00fctzt nur, was man liebt \u2013 man liebt nur, was man kennt\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Wien kennt die Moderlieschen nicht, kann sie deswegen auch nicht lieben, gibt aber vor, sie streng zu sch\u00fctzen. Solchene Sachen lassen sich nicht erfinden.<\/p>\n<h4>Der ungeliebte Fisch des Jahres<\/h4>\n<p>Ebenso kurios ist der Umgang mit dem sichtlich gleicherma\u00dfen ungeliebten \u201e<a href=\"https:\/\/www.baw.at\/service\/news\/direktion\/2026\/fisch-des-jahres-2026.html\">Fisch des Jahres 2026<\/a>\u201c, dem am Grund der Gew\u00e4sser lebenden Schlammpeitzger (auch \u201eSchlammbeisser&#8221;, der \u201efurzende Wetterfisch\u201c).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Schlammpeitzger_Foto-Gerhard-Kaefel-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-7943 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Schlammpeitzger_Foto-Gerhard-Kaefel-300x196.jpg\" alt=\"\" width=\"381\" height=\"249\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Schlammpeitzger_Foto-Gerhard-Kaefel-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Schlammpeitzger_Foto-Gerhard-Kaefel-1024x668.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Schlammpeitzger_Foto-Gerhard-Kaefel-768x501.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Schlammpeitzger_Foto-Gerhard-Kaefel-1536x1002.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Schlammpeitzger_Foto-Gerhard-Kaefel-2048x1336.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Schlammpeitzger_Foto-Gerhard-Kaefel-818x537.jpg 818w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Schlammpeitzger_Foto-Gerhard-Kaefel-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 381px) 100vw, 381px\" \/><\/a>In den Roten Listen der gef\u00e4hrdeten Tierarten \u00d6sterreichs wird der Schlammpeitzger als \u201estark gef\u00e4hrdet\u201c gef\u00fchrt. In der Wiener Naturschutzverordnung ist er eine von nur drei Fischarten, die als \u201epriorit\u00e4r bedeutend\u201c eingestuft werden und f\u00fcr die gem\u00e4\u00df \u00a7 15 Wiener Naturschutzgesetz ein Arten- und Biotop-Schutzprogramm erstellt werden muss.<\/p>\n<p>Schlammpeitzger stehen in Anhang II der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH) der Europ\u00e4ischen Union als Tierart \u201evon gemeinschaftlichem Interesse, f\u00fcr deren Erhaltung besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden m\u00fcssen.&#8221;<\/p>\n<p>In der Praxis muss sich \u00d6sterreich \u2013 und hier de jure die Stadt Wien \u2013 in der Lobau intensiv darum k\u00fcmmern, dass die \u00f6kologischen Bed\u00fcrfnisse der Schlammpeitzger erf\u00fcllt werden und ihre Best\u00e4nde erhalten bleiben.<\/p>\n<p>Das scheint jedoch niemand zu scheren: Es gab und gibt im Wiener Teil des Nationalparks Donau-Auen bis heute kein Schlammpeitzger-Monitoring. Es gab und gibt f\u00fcr diese Fische auch kein Biotop-Schutzprogramm.<\/p>\n<h4>Der Witz des Jahres<\/h4>\n<p>Obwohl nach wie vor Schlammpeitzger in der Lobau leben, gelten sie in Wien offiziell als \u201eausgestorben\u201c bzw. &#8220;verschollen&#8221;. Warum? Weil bei der Erfassung der FFH-Fischarten in Wien im Jahr 2019 kurzerhand beschlossen worden ist, die Lobau nicht als Teil von Wien zu betrachten.<\/p>\n<p>Die Ausrede, dass f\u00fcr den Schlammpeitzger ja im Grunde ebenfalls die Nationalpark Donau-Auen GmbH zust\u00e4ndig w\u00e4re, zieht hier nicht. Die Einhaltung der europ\u00e4ischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie obliegt n\u00e4mlich dem Land \u2013 und die Einhaltung des eigenen Naturschutzgesetzes sowieso.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7945\" aria-describedby=\"caption-attachment-7945\" style=\"width: 391px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Moderlieschen-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7945\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Moderlieschen-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"391\" height=\"220\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Moderlieschen-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Moderlieschen-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Moderlieschen-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Moderlieschen-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Moderlieschen-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Moderlieschen-71x40.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7945\" class=\"wp-caption-text\">Moderlieschen<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zur Einordnung: Die letzte spezialisierte Suche nach Schlammpeitzgern in der Unteren Lobau fand 1985-86 statt, in der Oberen Lobau 1988-89. Seitdem gibt es nur noch Zufallsfunde.<\/p>\n<p>Wien kennt und liebt somit, ebenso wie die Moderlieschen, auch seine Schlammpeitzger nicht, f\u00fchrt sie offiziell als \u201everschollen\u201c, ignoriert ihre Verbreitung in der Lobau und erspart es sich auf diese Weise, etwas f\u00fcr ihren Schutz zu unternehmen.<\/p>\n<p>Jetzt kann man nat\u00fcrlich argumentieren, wir h\u00e4tten Wichtigeres zu tun, als uns um irgendwelche Fische zu k\u00fcmmern, die ohnehin keiner beachtet. Aber warum, zum Kuckuck, hat man sich dann einen Nationalpark angeschafft, die Wiener Naturschutzverordnung so und nicht anders verfasst und sich der Europ\u00e4ischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der Berner Konvention verpflichtet?<\/p>\n<p><em>\u201eNaturschutz ist lebensnotwendig f\u00fcr uns alle!\u201c<\/em> lautet \u00fcbrigens der erste Satz von Umweltstadtrat J\u00fcrgen Czernohorszky im Vorwort zum j\u00fcngsten Wiener Naturschutzbericht.<\/p>\n<p>Es ist h\u00f6chste Zeit, dass sich Herr Mag. Czernohorszky eingehender der Lobau widmet und umgehend daf\u00fcr sorgt, dass die Stadt ihren gesetzlichen Verpflichtungen nachkommt.<\/p>\n<h4>Ein letztes Schmankerl<\/h4>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Bergung-Zille-der-MA-49-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-7944 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Bergung-Zille-der-MA-49-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"384\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Bergung-Zille-der-MA-49-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Bergung-Zille-der-MA-49-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Bergung-Zille-der-MA-49-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Bergung-Zille-der-MA-49-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Bergung-Zille-der-MA-49-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/2018-Bergung-Zille-der-MA-49-71x40.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 384px) 100vw, 384px\" \/><\/a>Fischereilicher Managementplan 2021-2028: Eine darin enthaltene, vermutlich schon vor drei\u00dfig Jahren erfundene Direktive an die Fischer &#8220;<em>Beim Fischen aus dem Boot ist ein Mindestabstand von 10 m zu Schilffl\u00e4chen einzuhalten.\u201c<\/em> wirkt angesichts der massiven Verlandung heutzutage wie ein Hohn.<\/p>\n<p>Der geforderte Mindestabstand und die durch dichtes Schilf ersetzten Wasserfl\u00e4chen haben z.B. im Ebersch\u00fcttwasser dazu gef\u00fchrt, dass vierzig (!) Prozent des ausgewiesenen Revieres gar nicht mehr befischt werden k\u00f6nnen. F\u00fcr den n\u00f6rdlichen Teil des K\u00fchw\u00f6rtherwassers gilt \u00e4hnliches.<\/p>\n<p>Wer jetzt meint, dass sei eben Pech f\u00fcr die Fischer, dem sei gesagt, es handelt sich dabei nicht blo\u00df um ein \u00c4rgernis f\u00fcr ein paar Freizeitangler, sondern um die traurige Endphase eines offenen Gew\u00e4ssers. Was in den kommenden Jahren folgen wird, ist ein Sumpf; zuletzt wartet eine feuchte Wiese. Die Fischer sind die einzigen, die dies hautnah erleben, erleiden, weitererz\u00e4hlen und traurig beklagen.<\/p>\n<p><strong>Als Zusammenfassung: Die Stadt Wien bzw. der Nationalpark m\u00fcssten de jure \u2013 laut selbst verordneter Vorgaben und Pflichten &#8211; den Niedergang der Fischfauna, ihrer Vielfalt und ihrer Lebensr\u00e4ume verhindern. <\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00f6glich w\u00e4re dies mit einer Vielzahl l\u00e4ngst durchdiskutierter Ma\u00dfnahmen: von einer Wassereinspeisung aus der Neuen Donau in die Untere Lobau, \u00fcber technische Entlandung und Entschlammung der Gew\u00e4sser, bis zur friedlichen Wiedervereinigung der Lobau mit ihrer Mutter, der Donau.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Titelfoto: Michael Schlamberger (DOK II, Winter 1990-91)<br \/>\nFotos im Text: Kurt Kracher (Sch\u00f6nauerwasser 2026), Manfred Christ (Moderlieschen, Ebersch\u00fcttwasser 2017\/2018), Gerhard K\u00e4fel (Schlammpeitzger)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angesichts der \u00f6ffentlichen Debatte \u00fcber die toten Fische im schwer verlandeten, nieder\u00f6sterreichischen Sch\u00f6nauerwasser sowie \u00fcber den verheerenden Zustand der stromaufw\u00e4rts liegenden Wiener Lobaugew\u00e4sser und ihrer Fischbest\u00e4nde, liegt es nahe, einen Blick in die diesbez\u00fcglichen Gesetze zu werfen, beispielsweise in den Aktuellen fischereilichen Managementplan f\u00fcr den Wiener Teil des Nationalparks Donau-Auen \u2013 eine Verordnung des Magistrates der Stadt Wien. Er enth\u00e4lt ein bedeutendes Kapitel namens \u201eMonitoring\u201c = die permanente \u00dcberwachung der Fischfauna, um negative Entwicklungen rechtzeitig&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":7922,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[158],"tags":[77,74,100,114,139,69,19],"class_list":["post-7918","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-rettet-die-lobau","tag-dotation","tag-eberschuettwasser","tag-kuehwoertherwasser","tag-lobaufischer","tag-nationalpark","tag-schoenau","tag-verlandung"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7918","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7918"}],"version-history":[{"count":38,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7918\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8042,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7918\/revisions\/8042"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7922"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7918"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7918"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7918"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}