{"id":7447,"date":"2025-09-29T21:16:05","date_gmt":"2025-09-29T19:16:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=7447"},"modified":"2025-11-15T11:35:37","modified_gmt":"2025-11-15T10:35:37","slug":"wiens-neues-leuchtturmprojekt-die-kunst-des-verschweigens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wiens-neues-leuchtturmprojekt-die-kunst-des-verschweigens\/","title":{"rendered":"Wiens neues Leuchtturmprojekt \u2013 die Kunst des Verschweigens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am Donnerstag, den 2. Oktober, pr\u00e4sentierte die Stadt Wien im Rahmen einer Pressekonferenz ein \u201eLeuchtturmprojekt\u201c: das \u201eneue\u201c Wasserwerk auf der Donauinsel.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Au\u00dferdem wurden zu diesem Anlass weitere \u201eMa\u00dfnahmen f\u00fcr Zukunftsvorsorge und Versorgungssicherheit in Wien\u201c vorgestellt.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Manchmal ist die Rathaus-Propaganda kaum zu fassen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Stadt verschweigt kunstfertig, dass ihre Politiker beim Trinkwasser &#8220;Zukunftsvorsorge und Versorgungssicherheit&#8221; seit Jahrzehnten bedenkenlos aufs Spiel setzen. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Und sie verschweigt, dass das \u201eneue\u201c Wasserwerk Donauinsel-Nord schon seit 2001 existiert und die daf\u00fcr als notwendig erachtete Aufbereitungsanlage bereits ab 1994 in Planung war. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Sie verschweigt obendrein, dass es dem Wasserwerk Donauinsel seit Jahrzehnten nicht erlaubt ist, Wasser in das Wiener Leitungsnetz einzuspeisen. &nbsp;Der Grund: Die politischen Entscheidungstr\u00e4ger haben ab 2006 auf \u201eZukunftsvorsorge und Versorgungssicherheit\u201c einfach gepfiffen.<\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Hier erstmals eine Chronik zur diffusen Entstehungsgeschichte des \u201eneuen Wasserwerks\u201c Donauinsel \u2013 bei dem es sich de facto um eine, an ein altes Wasserwerk angeschlossene Aufbereitungsanlage handelt. <\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Sollte diese Liste ein Abbild dessen sein, wie in Wien Politik gemacht wird und wie hier Entscheidungen getroffen werden, w\u00e4re es an der Zeit, sich wegen der Zukunft der Stadt berechtigte Sorgen zu machen:&nbsp;<\/strong><\/p>\n<h2>1972<\/h2>\n<p>Wien beauftragt die Technische Universit\u00e4t, auf der in Bau befindlichen Donauinsel nach geeigneten Standorten zur Anlage von Brunnen zu fahnden.<\/p>\n<h2>1983<\/h2>\n<p>F\u00fcr das Projekt Wasserwerk Donauinsel-Nord wird ein Sachkredit beantragt. Im benachbarten Grundwasserwerk Nussdorf werden \u2013 im Hinblick auf das neue Wasserwerk Donauinsel \u2013 Versuche zur unbedingt notwendigen, mehrstufigen Aufbereitung des Wassers durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<h2>1984<\/h2>\n<p>Auf der Donauinsel wird ein \u201eMusterbrunnen\u201c errichtet.<\/p>\n<h2>1986<\/h2>\n<p>Das Grundwasserwerk Donauinsel-Nord wird auf die lange Bank geschoben. Die Rathauskorrespondenz stellt fest, dass hier eine Aufbereitungsanlage jedenfalls \u201eunerl\u00e4sslich\u201c sei. F\u00fcr das Grundwasserwerk Lobau werde \u201evorsorglich\u201c ebenfalls eine Aufbereitungsanlage angedacht.<\/p>\n<h2>1989<\/h2>\n<p>Im Gemeinderat stellt Umweltstadtrat Michael H\u00e4upl fest, dass \u201ebei der Inbetriebnahme des Grundwasserwerks Donauinsel-Nord keinerlei Zeitdruck bestehe, weil die Hochquellwasserversorgung mit der Einspeisung der Pfannbauernquelle ohnehin gew\u00e4hrleistet sei.\u201c<\/p>\n<h2>1993<\/h2>\n<p>Der Bau der Wasserwerk Donauinsel-Nord wird konkret. Es wird aus acht Horizontalfilterbrunnen bestehen, die jeweils 40 bis 150 Liter Wasser pro Sekunde liefern sollen.<\/p>\n<h2>1994<\/h2>\n<p>F\u00fcr das Wasserwerk Donauinsel wird eine mehrstufige Trinkwasser-Aufbereitungsanlage geplant.<\/p>\n<h2>J\u00e4nner 1995<\/h2>\n<p>Umweltstadtrat Fritz Svihalek k\u00fcndigt an, \u201emit Hochdruck\u201c s\u00e4mtliche Grundwasservorkommen Wiens zu erschlie\u00dfen und verf\u00fcgbar zu machen, um \u201ef\u00fcr Notsituationen vorzusorgen\u201c.<\/p>\n<p>Die Wasserwerke Nussdorf und Donauinsel werden \u2013 so die Rathauskorrespondenz \u2013 eine gemeinsame Trinkwasseraufbereitungsanlage erhalten. &nbsp;Sie soll an der Nordbr\u00fccke entstehen und \u201eumweltgerecht in das Landschaftsbild der Donauinsel eingebunden und auch begr\u00fcnt werden\u201c. Sie werde 1997 in Betrieb gehen.<\/p>\n<h2>Mai 1995<\/h2>\n<p>Die Oberste Wasserrechtsbeh\u00f6rde im Bundesministerium f\u00fcr Landwirtschaft erteilt die Genehmigung zur Errichtung einer Wasseraufbereitungsanlage am Standort Donauinsel f\u00fcr die aus den Brunnen Nussdorf und Donauinsel gewonnenen Grundw\u00e4sser.<\/p>\n<h2>Oktober 1995<\/h2>\n<p>Umweltstadtrat Svihalek und der Chef der Wiener Wasserwerke Peter Suchomel geben im Rahmen einer kleinen Feier den Startschuss f\u00fcr den offiziellen Baubeginn des Wasserwerks Donauinsel.<\/p>\n<h2>1997<\/h2>\n<p>Die \u00d6sterreichische Donaukraftwerke AG und die Verbund AG verlautbaren, dass mit dem im Bau befindlichen neuen Grundwasserwerk &#8220;Donauinsel Nord&#8221; in wenigen Jahren \u201ehochwertiges Trinkwasser f\u00fcr rund eine Viertelmillion Einwohner gewonnen werden\u201c k\u00f6nne.<\/p>\n<h2>1998<\/h2>\n<p>Das Grundwasserwerk Lobau soll ebenfalls eine Aufbereitungsanlage erhalten (siehe 1986). Die generelle Planung \u2013 so eine amtliche Mitteilung der Stadt \u2013 sei abgeschlossen. Das Projekt sei bereits bei der Obersten Wasserrechtsbeh\u00f6rde zur Bewilligung eingereicht worden.<\/p>\n<p>Die Ausstattung der Grundwasserwerke Lobau und Donauinsel Nord mit Aufbereitungsanlagen w\u00fcrde \u201ezur ausreichenden Sicherung der Wiener Trinkwasserversorgung\u201c vorgenommen werden.<\/p>\n<h2>1999<\/h2>\n<p>Die Stadt entschlie\u00dft sich, statt der beiden Aufbereitungsanlagen Donauinsel und Lobau am \u201eKleeh\u00e4ufel\u201c in der N\u00e4he des unteren Endes der Alten Donau eine <strong>gemeinsame<\/strong> Aufbereitungsanlage zu errichten.<\/p>\n<p>Eine Studie h\u00e4tte ergeben, dass dies wegen Nutzungskonflikten (Nationalpark, Erholungsgebiet Donauinsel) \u201eund nicht zuletzt aus Kostengr\u00fcnden die sinnvollste Variante\u201c sei.<\/p>\n<p>Im Jahr 2000 werde mit der Planung begonnen, ebenso w\u00fcrden daf\u00fcr umgehend Fl\u00e4chenumwidmungen und Grundst\u00fccksank\u00e4ufe vorgenommen werden.<\/p>\n<h2>2001<\/h2>\n<p>Das Wasserwerk Donauinsel-Nord ist fertiggestellt.<\/p>\n<h2>2002<\/h2>\n<p>Das Wasserwerk Donauinsel wurde nach Fertigstellung nach wie vor nicht von der Beh\u00f6rde abgenommen. Grund: Die wasserrechtliche Bewilligung sieht auch eine Aufbereitungsanlage vor, die allerdings noch nicht existiert.<\/p>\n<h2>2002<\/h2>\n<p>Die Tageszeitung \u201eDer Standard\u201c berichtet, dass laut Wasserwerke-Chef Sailer durch die neu zu errichtende, zentrale Aufbereitungsanlage Kleeh\u00e4ufel Wien auch \u201ein Trockenperioden und bei Spitzenverbrauch gleichm\u00e4\u00dfig versorgt werden kann\u201c.<\/p>\n<h2>Februar 2003<\/h2>\n<p>Umweltstadtr\u00e4tin Isabella Kossina und Wasserwerke-Chef Hans Sailer stellen den Sieger-Entwurf eines Architektenwettbewerbs f\u00fcr das neue Wasserwerk Kleeh\u00e4ufel vor.<\/p>\n<h2>November 2003<\/h2>\n<p>SP\u00d6-Gemeinderat Paul Zimmerman h\u00e4lt in einer Gemeinderatssitzung fest, dass die zentrale Wasseraufbereitungsanlage am Kleeh\u00e4ufel \u201ezur Steigerung der Versorgungssicherheit auch bei Ausfall infolge langer Revisionen einer der beiden Hochquellenwasserleitungen\u201c errichtet w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Zimmermann w\u00f6rtlich: \u201eInfolge einer Entscheidung der Obersten Wasserrechtsbeh\u00f6rde muss das in den Brunnenfeldern Nussdorf, Donauinsel \/ Prager Stra\u00dfe und Lobau sowie dem Marketh\u00e4ufel gewonnene Wasser \u00fcber eine Aufbereitungsanlage gef\u00fchrt werden, die im neu zu errichtenden Wasserwerk Kleeh\u00e4ufel gebaut wird.\u201c Der Baubeginn des Wasserwerks Kleeh\u00e4ufel sei f\u00fcr Oktober 2004 geplant.<\/p>\n<h2>M\u00e4rz 2004<\/h2>\n<p>Das zust\u00e4ndige Bundesministerium bewilligt das Projekt der zentralen Wasseraufbereitungsanlage Kleeh\u00e4ufel in einem 157 Seiten umfassenden Bescheid.<\/p>\n<h2>Juli 2004<\/h2>\n<p>Ulli Sima wird Umweltstadtr\u00e4tin.<\/p>\n<h2>2006<\/h2>\n<p>Zum blanken Entsetzen der Obersten Wasserrechtsbeh\u00f6rde sagen die Wasserwerke das sieben Jahre lang intensiv beworbene Projekt der zentralen Wasseraufbereitungsanlage Kleeh\u00e4ufel pl\u00f6tzlich wieder ab. Die Beh\u00f6rde ist fassungslos:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eTriftige und aus fachlicher Sicht nachvollziehbare Gr\u00fcnde wurden nicht genannt.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eEs erstaunt in hohem Ma\u00dfe und gibt Anlass zur Besorgnis, dass die Sicherung der Wasserversorgung zuk\u00fcnftig nicht mehr mit oberster Priorit\u00e4t betrieben werden soll.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eEs ist evident, dass eine Verz\u00f6gerung des Baubeginns nur auf Kosten der Versorgungssicherheit gehen kann.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Wasserwerke erwidern, die Anforderungen an die Stadt seien erheblich gestiegen und das nehme erhebliche finanzielle Mittel in Anspruch. Au\u00dferdem: Die Entscheidung, welche Projekte umgesetzt w\u00fcrden, sei Aufgabe der Stadtregierung.<\/p>\n<p>Und au\u00dferdem w\u00fcrden die <strong>\u201edivergierenden Zielsetzungen aufeinander folgender politischer Entscheidungstr\u00e4ger\u201c<\/strong> eine Rolle spielen. Ab 1. Juli 2004 hie\u00df die Umweltstadtr\u00e4tin Ulli Sima. Das Projekt wurde von ihren Vorg\u00e4ngern Fritz Svihalek und Isabella Kossina erarbeitet und vehement unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Die Oberste Wasserrechtsbeh\u00f6rde lehnt die Argumentation als nicht stichhaltig ab. Sie h\u00e4lt fest, die rasche Errichtung der Aufbereitungsanlage Kleeh\u00e4ufel sei unabdingbar, \u201eum die Sicherheit der Wasserversorgung der Stadt Wien auch in Hinkunft gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Und weiter: \u201eSeitens der Beh\u00f6rde und ihres Amtssachverst\u00e4ndigen wird somit die dringende Notwendigkeit gesehen, die Errichtung einer Aufbereitungsanlage ehestm\u00f6glich in Angriff zu nehmen.\u201c<\/p>\n<p>Wien entscheidet, die schweren Bedenken der Obersten Wasserrechtsbeh\u00f6rde zu ignorieren, indem das Projekt formal zwar nicht abgesagt, aber auf die lange Bank geschoben wird.<\/p>\n<p>Die Wasserwerke stehen nun mit zwei praktisch nicht verf\u00fcgbaren, gro\u00dfen Grundwasserwerken da &#8211; Nussdorf und Donauinsel. Nur das Wasser der Lobau kann \u2013 au\u00dfer in Hochwasserzeiten \u2013 ohne Aufbereitung ins Leitungsnetz eingespeist werden. Die f\u00fcr den Bau der Aufbereitungsanlage bereits akquirierten Geldmittel flie\u00dfen in andere Kan\u00e4le.<\/p>\n<p>Weil die Brunnen in der Lobau nun \u2013 neben dem aufbereiteten Grundwasser aus dem nieder\u00f6sterreichischen Moosbrunn \u2013 in kritischen Situationen als letzte Rettung gelten, verhindern die unter Druck geratenen Wasserwerke von da an jeden Versuch, die prek\u00e4ren Wasserverh\u00e4ltnisse im Wiener Teil des Nationalparks zu verbessern. Das gilt insbesondere f\u00fcr s\u00e4mtliche Pl\u00e4ne, die vertrocknende und verlandende Untere Lobau durch Dotation mit Wasser aus der Donau oder der Neuen Donau vor dem Niedergang zu bewahren. Jeder zus\u00e4tzliche Tropfen, so hei\u00dft es, k\u00f6nne die Einsatzbereitschaft der Brunnen gef\u00e4hrden.<\/p>\n<h2>2008<\/h2>\n<p>B\u00fcrgermeister Michael H\u00e4upl erw\u00e4hnt in einer Gemeinderatssitzung, dass Wien \u201egro\u00dfe Investitionen in die Qualit\u00e4t der Daseinsvorsorge\u201c zu finanzieren haben werde, und dass dabei \u201edie zentrale Wasseraufbereitung Kleeh\u00e4ufel zur Qualit\u00e4tssicherung anstehen\u201d w\u00fcrde. Dies war die letzte offizielle Erw\u00e4hnung des Projekts. Von diesem Zeitpunkt an wird es totgeschwiegen.<\/p>\n<h2>2012<\/h2>\n<p>Die Wasserwerke versuchen zu retten, was zu retten ist: Am Brunnenfeld auf der Donauinsel wird eine zus\u00e4tzliche UV-Desinfektionsanlage errichtet und in der Folge \u2013 in Analogie zum Grundwasserwerk Nussdorf \u2013 eine stark eingeschr\u00e4nkte Notfallzulassung f\u00fcr \u201eau\u00dferordentliche bzw. kritische Versorgungssituationen\u201c erreicht. Was vereinfacht bedeutet: Die Grundwasserwerke Nussdorf und Donauinsel sind f\u00fcr die Wasserversorgung der Stadt praktisch unbrauchbar. Dies gilt bis zum heutigen Tag.<\/p>\n<h2>2023<\/h2>\n<p>Die Stadtpolitik verk\u00fcndet (man k\u00f6nnte behaupten: scheinheilig) ihre \u201eVerantwortung f\u00fcr das Trinkwasser\u201c und stellt euphorisch in Aussicht, zur Sicherung der Wasserversorgung nun die beiden Grundwasserwerke Nussdorf und Donauinsel mit einer Aufbereitungsanlage zu versehen: 37 (!!) Jahre nachdem zweifelsfrei deren Notwendigkeit erkannt wurde und 17 (!!) Jahre nachdem das Projekt aus undurchsichtigen Gr\u00fcnden gek\u00fcbelt worden war.<\/p>\n<p>Umweltstadtrat J\u00fcrgen Czernohorszky verk\u00fcndet im Gemeinderat, dass die Aufbereitungsanlage auf der Donauinsel \u201evollfl\u00e4chig begr\u00fcnt\u201c werde und \u201egut in die Landschaft\u201c passen w\u00fcrde. Zur Erinnerung: Umweltstadtrat Fritz Svihalek k\u00fcndigte 28 Jahre davor beinahe wortgleich an, die neue Aufbereitungsanlage werde \u201eumweltgerecht in das Landschaftsbild der Donauinsel eingebunden und auch begr\u00fcnt werden\u201c.<\/p>\n<h2>2030<\/h2>\n<p>Das Jahr, an dem die neue Wasseraufbereitungsanlage Donauinsel in Betrieb gehen soll. 44 Jahre, nachdem sie von der Stadt Wien als \u201eunerl\u00e4sslich\u201c bezeichnet worden war.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">PS: Sollte irgendwo der gern gebrachte Einwand auftauchen, dass die Wasseraufbereitungsanlage Kleeh\u00e4ufel ja im Grunde gar nicht notwendig gewesen sei, weil sich die Wasserqualit\u00e4t der Donau ja zum Positiven entwickelt h\u00e4tte: Im 157 Seiten starken Genehmigungsbescheid der Obersten Wasserrechtsbeh\u00f6rde ging es 2004 in allen Begr\u00fcndungen nur um \u00fcbergeordnete Daseinsvorsorge und um grunds\u00e4tzliche Zukunftssicherung. Die Wasserqualit\u00e4t der Donau war kein Thema.<\/p>\n<p>Titelbild: <a href=\"https:\/\/www.openstreetmap.org\/\">OpenStreetMap<\/a><\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>N. N. (1972): Zur Sicherung der Wiener Wasserversorgung: Grundwasser von der Donauinsel. In: Rathauskorrespondenz, 2. August 1972<\/li>\n<li>N. N. (1983): Wasserwerke. In: Die Verwaltung der Stadt Wien, S. 220<\/li>\n<li>hrs \/ rr (1986): Zehn &#8211; Milliarden &#8211; Programm f\u00fcr Ausbau und Sicherung der Wasserversorgung (3). In: Rathauskorrespondenz, 7. Oktober 1986<\/li>\n<li>Wiener Gemeinderat, Fragestunde (1989): Anfrage von GR Dr. Neubert (\u00d6VP). Antwort von Str. Dr. Michael H\u00e4upl. In: Rathauskorrespondenz, 30. Oktober 1989, Blatt 2422<\/li>\n<li>fhe \/ bs (1995): Svihalek l\u00e4sst Grundwasser-Reserven Wiens erschlie\u00dfen. In: Rathauskorrespondenz Kommunal, 30. J\u00e4nner 1995<\/li>\n<li>fhe \/ vo (1996): Baubeginn f\u00fcr Brunnen auf Donauinsel. In: Rathauskorrespondenz Kommunal, 12. Oktober 1996<\/li>\n<li>N. N. (1997): Verbund-Umweltbericht: Mehr und reineres Wasser f\u00fcr das Wiener Badeparadies durch das Kraftwerk Freudenau. In: OTS Donaukraft, 13. Juni 1997<\/li>\n<li>N. N. (1998): Neubauten-Bauvorhaben-Untersuchungen. In: Die Verwaltung der Stadt Wien &#8211; Wasserwerke, S. 410<\/li>\n<li>N. N. (1999): Trinkwasseraufbereitungsanlage f\u00fcr die Grundwasserwerke Nussdorf, Donauinsel Nord und Lobau. In: Die Verwaltung der Stadt Wien &#8211; Wasserwerke (MA 31), S.446<\/li>\n<li>N. N. (2001): Grundwasserwerk Donauinsel Nord. In: Die Verwaltung der Stadt Wien &#8211; Umwelt, Wasserwerke (MA 31), S. 203<\/li>\n<li>N. N. (2002): Grundwasserwerk Donauinsel Nord. In: Die Leistungen der Stadt Wien &#8211; Umwelt, Wasserwerke (MA 31), S. 200<\/li>\n<li>aw (2002): Die Stadt braucht mehr Wasserreserven. In: Der Standard &#8211; Printausgabe, 24. September 2002<\/li>\n<li>Wiener Gemeinderat (2003): 35. Sitzung am 24.11.2003, W\u00f6rtliches Protokoll: Wortmeldung von GR Paul Zimmermann (Sozialdemokratische Fraktion des Wiener Landtags und Gemeinderats) S. 101<\/li>\n<li>Bescheid (2004): Der Bundesminister f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft erteilt der Stadt Wien die wasserrechtliche Bewilligung f\u00fcr Errichtung und den Betrieb einer Anlage zum Zwecke der Aufbereitung des aus den Brunnenfeldern Nussdorf, Donauinsel &#8211; Nord, Pragerstra\u00dfe, Lobau und Marketh\u00e4ufel gewonnenen Grundwassers. Gutachten des Amtssachverst\u00e4ndigen f\u00fcr Wasserbau, 1.0 Einleitung, 2.0 Allgemeines, S. 71-74 (22. M\u00e4rz 2004)<\/li>\n<li>Bescheid (2007): Wasserwerk Kleeh\u00e4ufel; Errichtung einer Aufbereitungsanlage; wasserrechtliches Verfahren; Fristerstreckungsantrag. Bescheid des Bundesministers f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft vom 11. J\u00e4nner 2007 (UW.4.1.6\/0631-I\/5\/2006)<\/li>\n<li>Bescheid (2013): Wasserwerk Donauinsel Nord; Desinfektion und Drucksteigerungsanlage; wasserrechtliche Bewilligung. Bescheid des Bundesministers f\u00fcr Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft vom 4. November 2013 (UW.4.1.6\/0491-I\/5\/2013)<\/li>\n<li>Wiener Gemeinderat (2023): 37. Sitzung am 25.04.2023, W\u00f6rtliches Protokoll, Fragestunde:&nbsp; Was tut die Stadt Wien, um die Wasserversorgung der Wienerinnen und Wiener zu gew\u00e4hrleisten? Antwort von Amtsf. StR Mag. J\u00fcrgen Czernohorszky, S. 3<\/li>\n<li>Gleichweit, Kevin (2025): Gro\u00dfprojekt: Neues Wasserwerk entsteht bis 2030 auf der Donauinsel. In: MeinBezirk, 2. Oktober 2025 [online] <a href=\"https:\/\/www.meinbezirk.at\/floridsdorf\/c-lokales\/neues-wasserwerk-entsteht-bis-2030-auf-der-donauinsel_a7679611#\">https:\/\/www.meinbezirk.at\/floridsdorf\/c-lokales\/neues-wasserwerk-entsteht-bis-2030-auf-der-donauinsel_a7679611#<\/a> [abgerufen am 4. Oktober 2025]<\/li>\n<li>DI Josef Pabinger Siedlungswasserbau \/ Referenzen \/ Trinkwassergewinnung Donauinsel Nord-Brunnenanlage (12\/93 bis 1995), Trinkwassergewinnung Donauinsel Nord-Aufbereitungsanlage (1\/94 bis 1998) [online] <a href=\"http:\/\/www.pabinger.at\/siedlungswasserbau.htm\">http:\/\/www.pabinger.at\/siedlungswasserbau.htm<\/a> [abgerufen am 30. September 2025]<\/li>\n<li>Trugina &amp; Partner Ingenieurb\u00fcro f\u00fcr Kulturtechnik und Wasserwirtschaft GmbH: Referenzen \/ Siedlungswasserbau \/ Trinkwasseraufbereitung | Wien \/ Donauinsel-Nord (Bereich Nordbr\u00fccke) &nbsp;[online] <a href=\"https:\/\/trugina.at\/fachgebiete\/siedlungswasserbau\/referenzen-wasserversorgung\/trinkwasseraufbereitung-wien\/\">https:\/\/trugina.at\/fachgebiete\/siedlungswasserbau\/referenzen-wasserversorgung\/trinkwasseraufbereitung-wien\/<\/a> &nbsp;[abgerufen am 30. September 2025]<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag, den 2. Oktober, pr\u00e4sentierte die Stadt Wien im Rahmen einer Pressekonferenz ein \u201eLeuchtturmprojekt\u201c: das \u201eneue\u201c Wasserwerk auf der Donauinsel. Au\u00dferdem wurden zu diesem Anlass weitere \u201eMa\u00dfnahmen f\u00fcr Zukunftsvorsorge und Versorgungssicherheit in Wien\u201c vorgestellt. Manchmal ist die Rathaus-Propaganda kaum zu fassen. 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