{"id":7306,"date":"2025-08-14T08:33:46","date_gmt":"2025-08-14T06:33:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=7306"},"modified":"2025-10-16T08:07:10","modified_gmt":"2025-10-16T06:07:10","slug":"endlich-massgebliche-resolution-wasser-fuer-die-lobau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/endlich-massgebliche-resolution-wasser-fuer-die-lobau\/","title":{"rendered":"Endlich: Ma\u00dfgebliche Resolution \u201eWasser f\u00fcr die Lobau\u201c!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Wiener Nationalparkbeirat ist ein im Gesetz festgelegtes Gremium \u201ezur Beratung des Magistrates und der Nationalpark Donau-Auen GmbH\u201c. Nun wurde im Rahmen dieses Gremiums eine Resolution zur Rettung der Lobau verfasst.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bemerkenswert daran ist das Spektrum der Unterzeichner, das s\u00e4mtliche Beiratsmitglieder umfasst:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Neben der Wirtschaftskammer, der Arbeiterkammer und der Landwirtschaftskammer sind das der Landesjagdverband, der Fischereiausschuss, der Alpenverein, die Naturfreunde, der WWF, der Naturschutzbund, der Touristenklub.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vorsitzender des Beirates ist Oberstadtbaurat DI Hans Peter Graner von der Magistrats-Abteilung Stadtteilplanung und Fl\u00e4chenwidmung (MA 21).<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hier die Resolution im vollen Wortlaut:<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Wasser f\u00fcr die Lobau \u2013 Wasser f\u00fcr Wien<\/h2>\n<p>Die Lobau \u2013 insbesondere die Untere Lobau \u2013 ist infolge der Abd\u00e4mmung und der daraus resultierenden Verlandung und dar\u00fcber hinaus durch die fortschreitende Donaueintiefung unterhalb der Staustufe Freudenau von sinkenden Grundwasser-Spiegellagen und damit trockenfallenden Altarmsystemen und Austrocknung betroffen.<\/p>\n<p>Dazu ist in den n\u00e4chsten Jahren und Jahrzehnten mit versch\u00e4rften Auswirkungen der Klimakrise \u2013 insbesondere durch Hitzeperioden und fehlendem Niederschlag \u2013 auf die gesamte Wasserversorgung der wachsenden 2-Millionen Stadt Wien zu rechnen (geringere Versorgungskapazit\u00e4ten durch die Hochquellenwasserleitungen, geringere Entnahmemengen der Grundwasserwerke, etc.).<\/p>\n<p>Die Stadt Wien hat mit der Trinkwasser-Strategie \u201eWiener Wasser 2050\u201c und den schon gesetzten Aktivit\u00e4ten \u2013 Wasserwerke Donauinsel und Nu\u00dfdorf inkl. Trinkwasseraufbereitungsanlage, Erweiterung von Wasserbeh\u00e4ltern, Ausbau \u00fcberregionaler Transportleitungen \u2013 bereits auf diese Rahmenbedingungen vorsorglich reagiert.<\/p>\n<p>Diese Tatsachen haben nat\u00fcrlich auch fortschreitende negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt der austrocknenden Lobau als wichtigen Teil des Nationalpark Donau-Auen.<\/p>\n<p>Die \u201eLobaudotation\u201c im Bereich der Oberen Lobau als ersten Schritt kann diesen Tendenzen nur ansatzweise entgegenwirken. Dar\u00fcber hinaus fehlt bis dato immer noch eine Umsetzung solcher Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Untere Lobau.<\/p>\n<p>Eine Dotation zur \u00f6kologischen Verbesserung des Wasserhaushaltes in der gesamten Lobau ist dringend erforderlich, um der langfristigen Erhaltung des Auwaldes und seiner Altarme in der Lobau und somit dem Leitbild des Nationalpark Donau-Auen als bedeutendem europ\u00e4ischen Auen-Schutzgebiet, und auch international bedeutendem Feuchtgebiet nach der Ramsar-Konvention, zu entsprechen.<\/p>\n<p>Daher stellt der Wiener Nationalparkbeirat folgenden<\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">ANTRAG<\/h3>\n<p>1. Die schnellstm\u00f6gliche Umsetzung der aktuellen Dotations-M\u00f6glichkeiten im Hinblick auf die \u00f6kologischen Zielsetzungen des Nationalparks mit ad\u00e4quaten\/ausreichenden Wassermengen und somit auch der qualitativen und quantitativen Sicherstellung der Trinkwasserreserven f\u00fcr den Bereich der Unteren Lobau.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Dies soll als <strong>erste Akutma\u00dfnahme<\/strong> durch die zust\u00e4ndigen Dienststellen der Stadt Wien \u00fcber die Verl\u00e4ngerung des Dotationsweges Obere Lobau aus der Panozzalacke ab dem Uferhaus Staudigl (derzeit per Bescheid gesperrt) umgesetzt werden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Gemeinsam mit einer angepassten Wehrordnung an der G\u00e4nshaufentraverse k\u00f6nnte somit dringend ben\u00f6tigtes Wasser als <strong>erster Schritt durch eine rasch umsetz- und regulierbare, reversible Ma\u00dfnahme in die Untere Lobau<\/strong> eingebracht werden (im Rahmen eines wasserwirtschaftlichen Versuchs). Zugleich muss die Frage gekl\u00e4rt werden, inwieweit ein Risiko besteht, dass sich eine Oberfl\u00e4chendotation auf die Wasserqualit\u00e4t in den Brunnen der Unteren Lobau auswirkt.<\/p>\n<p>2. Um die damit verbundene langfristige Versorgung des Wasserwerks Lobau mit Grundwasser und damit einwandfreiem Trinkwasser zu gew\u00e4hrleisten, ist der <strong>Einbau einer mehrstufigen Filteranlage in das Grundwasserwerk Lobau<\/strong> sinnvoll!<\/p>\n<p>3. Um der <strong>fortschreitenden Eintiefung der Donausohle unterhalb der Staustufe Freudenau<\/strong> entgegenzuwirken, m\u00fcssen durch die Wasserrechtsbeh\u00f6rde die dringend erforderlichen Ma\u00dfnahmen erwirkt werden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">Dies kann etwa durch <strong>Ausgleich der bis 2017 unzureichenden Geschiebezugabe<\/strong> (rd. 1 Mio. m3 an fehlender Geschiebezugabe), durch eine Verringerung des Geschiebestroms durch Uferr\u00fcckbau und Gew\u00e4sservernetzungen sowie durch eine effiziente Nutzung des in der auflandenden Grenzstrecke anfallenden und des weiter bergauf zu verklappenden Geschiebe\u00fcberschusses \u2013 unter vollst\u00e4ndiger Erhaltung der Binnenschifffahrtsverh\u00e4ltnisse umgesetzt werden.<\/p>\n<p>4. Als langfristige Ma\u00dfnahme der auen\u00f6kologischen Renaturierung und Sicherung der Grundwasserreserven angesichts der versch\u00e4rft zu erwartenden Auswirkungen der Klimakrise muss eine <strong>intensivierte Durchstr\u00f6mung und Redynamisierung der Unteren Lobau<\/strong> mitkonzipiert werden. Dies kann mittels Wiederanbindung der Gew\u00e4sserz\u00fcge und der abged\u00e4mmten Auw\u00e4lder an das Abflussgeschehen der Donau mittels Durchlassbauwerken erreicht werden.<\/p>\n<p>Aus Sicht des Wiener Nationalparkbeirates kann nur durch die Umsetzung der oben geforderten Ma\u00dfnahmen <strong>die gesamte Lobau als nationalparkw\u00fcrdiges und naturnahes \u00d6kosystem von nationalem und internationalem Rang<\/strong> langfristig erhalten werden.<\/p>\n<p>Dies sichert der Stadt Wien nicht nur wichtige Trinkwasserreserven f\u00fcr die Zukunft, sondern stellt den Bewohner*innen und den Besucher*innen des Nationalpark Donau-Auen auch k\u00fcnftig ein wertvolles Naherholungsgebiet sicher.<\/p>\n<p><strong>Unterzeichnet von<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Vorsitzender des Wiener Nationalparkbeirates OStBR DI Hans Peter Graner OeAV, Landesverband Wien<\/li>\n<li>Stv. Vorsitzender des Wiener Nationalparkbeirates DI Horst Weitschacher, Wirtschaftskammer Wien<\/li>\n<li>DI Iris Strutzman, Kammer f\u00fcr Arbeiter und Angestellte f\u00fcr Wien<\/li>\n<li>Christine Dubravac-Widholm, Naturfreunde Wien<\/li>\n<li>Mag. Peter Huber, \u00d6sterreichischer Touristenklub<\/li>\n<li>DI Manuel Hinterhofer, Wiener Fischereiausschuss<\/li>\n<li>Norbert Walter, MAS, Wiener Landesjagdverband<\/li>\n<li>Vizepr\u00e4sident Martin Flicker, Wiener Landwirtschaftskammer<\/li>\n<li>Dr. Werner Lazowski, Wiener Naturschutzbund<\/li>\n<li>DI Michael Stelzhammer, WWF \u00d6sterreich<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wiener Nationalparkbeirat ist ein im Gesetz festgelegtes Gremium \u201ezur Beratung des Magistrates und der Nationalpark Donau-Auen GmbH\u201c. Nun wurde im Rahmen dieses Gremiums eine Resolution zur Rettung der Lobau verfasst. 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