{"id":7245,"date":"2025-07-16T11:01:01","date_gmt":"2025-07-16T09:01:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=7245"},"modified":"2025-09-23T17:12:28","modified_gmt":"2025-09-23T15:12:28","slug":"kaninchen-in-der-lobau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/kaninchen-in-der-lobau\/","title":{"rendered":"Kaninchen? In der Lobau?!"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-7252\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/19271103-Wildkaninchen-x-300x67.jpg\" alt=\"\" width=\"376\" height=\"84\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/19271103-Wildkaninchen-x-300x67.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/19271103-Wildkaninchen-x-1024x228.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/19271103-Wildkaninchen-x-768x171.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/19271103-Wildkaninchen-x-1536x342.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/19271103-Wildkaninchen-x-2048x456.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 376px) 100vw, 376px\" \/>Am 3. November 1927 richtet der Bezirkshauptmann von Floridsdorf-Umgebung an den B\u00fcrgermeister von M\u00fchlleiten einen scharf formulierten Brief:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Weil die Kaninchen \u201eim heurigen Jahre derart \u00fcberhandgenommen\u201c h\u00e4tten, seien die M\u00fchlleitner J\u00e4ger dazu aufgefordert, diese \u201edringendst und unumg\u00e4nglich\u201c abzuschie\u00dfen. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Andernfalls w\u00fcrde die Bezirkshauptmannschaft einen beh\u00f6rdlichen Zwangsabschuss veranlassen und die M\u00fchlleitner J\u00e4ger w\u00fcrden zum Ersatz der durch die Kaninchen verursachten Sch\u00e4den verpflichtet werden.<\/strong><\/p>\n<h2>Zwischen Invasion und Ausrottung<\/h2>\n<p>Keine Verwechslung, kein M\u00e4rchen, blo\u00df in Vergessenheit geraten:<br \/>\nBis vor siebzig Jahren waren Wildkaninchen nicht nur in der Lobau, sondern im ganzen Osten \u00d6sterreichs so h\u00e4ufig, dass sie als Landplage gesehen wurden. Heute sind sie selten geworden und in ihrem nat\u00fcrlichen Verbreitungsgebiet gelten sie sogar als \u201estark gef\u00e4hrdet\u201c.<\/p>\n<p>Was ist in den vergangenen siebzig Jahren passiert? Und wie sind die Kaninchen einst nach \u00d6sterreich gelangt?<br \/>\nIhre Schicksalsgeschichte bewegt sich 350 Jahre lang zwischen Invasion und Ausrottung &#8211; in Europa, in \u00d6sterreich und speziell in Wien.<\/p>\n<p>Urspr\u00fcnglich kommen europ\u00e4ische Wildkaninchen <u>nur<\/u> in Spanien und in Portugal vor. Nach dem H\u00f6hepunkt der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren haben sie sich von dort nach S\u00fcdfrankreich ausgebreitet. Weiter haben sie es auf nat\u00fcrliche Art und Weise nicht geschafft.<\/p>\n<p>Denn, was nur wenige wissen, s\u00e4mtliche in Europa lebenden Wildkaninchen stammen &#8211; abgesehen eben von Spanien, Portugal und S\u00fcdfrankreich &#8211; aus Gefangenschaftshaltung! Sie wurden im Laufe der Jahrhunderte bewusst ausgesetzt oder sie sind einfach entlaufen.<\/p>\n<p>Ab dem Mittelalter werden sie wegen ihrer rasanten Vermehrung und wegen ihres schmackhaften Fleisches zun\u00e4chst in Frankreich, in Britannien und in Deutschland in Gehegen gehalten. Nach \u00d6sterreich gelangen sie erst im Sp\u00e4tmittelalter. Um das Jahr 1500 herum betreibt Kaiser Maximilian I. in Innsbruck einen wohlbekannten Kaninchengarten.<\/p>\n<h2>Freilebend in \u00d6sterreich seit 1673<\/h2>\n<p>Die wahrscheinlich erste freilebende \u00f6sterreichische Kaninchen-Population entsteht unbeabsichtigt im Jahr 1673. Die Tiere entkommen im nieder\u00f6sterreichischen Kirchberg am Walde aus einem Gehege und k\u00f6nnen sich in der Folge mehr als 250 Jahre lang im Freiland behaupten &#8211; bis ihnen der strenge Winter des Jahres 1929 ein Ende bereitet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7260\" aria-describedby=\"caption-attachment-7260\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18365.w04a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7260\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18365.w04a-300x201.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18365.w04a-300x201.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18365.w04a-1024x686.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18365.w04a-768x514.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18365.w04a-1536x1029.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18365.w04a.jpg 1565w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7260\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Kurt Kracher (2025)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bei fast allen weltweit eingeb\u00fcrgerten oder entkommenen Wildkaninchen handelt es sich um die Unterart <em>Oryctolagus cuniculus cuniculus (Europ\u00e4isches Wildkaninchen)<\/em>. Deren hohe Anpassungsf\u00e4higkeit an Lebensr\u00e4ume und Lebensumst\u00e4nde hat dazu gef\u00fchrt, dass sie heute auf allen Kontinenten au\u00dfer Antarktika zu finden ist, sowie auf rund achthundert Inseln.<\/p>\n<p>Eine zweite, \u00e4u\u00dferlich kaum zu unterscheidende Kaninchen-Unterart namens <em>Oryctolagus cuniculus algirus<\/em> (Iberisches Wildkaninchen) lebt urspr\u00fcnglich nur im S\u00fcdwesten der Iberischen Halbinsel. Eingeb\u00fcrgert wird sie lediglich auf den Azoren, auf Madeira und auf den Kanarischen Inseln.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich nehmen die Wildkaninchenv\u00f6lker ab dem 17. Jahrhundert kontinuierlich zu. Um 1860 kommen sie Raum von Wien sehr h\u00e4ufig im Prater, in Meidling, bei Gro\u00df-Enzersdorf, in Schwechat und in Simmering vor.<\/p>\n<p>An der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erreichen sie ihre gr\u00f6\u00dfte Verbreitung: Alle Regionen \u00d6sterreichs, die sich von Klima und Boden her f\u00fcr Kaninchen eignen, sind von ihnen besetzt. In Nieder\u00f6sterreich werden im Jahr 1895 unglaubliche 53.033 St\u00fcck erlegt.<\/p>\n<h2>\u201eSie verw\u00fcsten alles, was nur m\u00f6glich ist.\u201c<\/h2>\n<p>Wildkaninchen sind in diesen Tagen ein gewohnter Bestandteil der Jagdstrecken, auch bei Hofe: Am 15. April 1865 berichtet die \u201eJagd-Zeitung\u201c, dass bei \u201eallerh\u00f6chsten Hofjagden\u201c in M\u00fchlleiten und in der Lobau vom Kaiser, von Erzherz\u00f6gen, F\u00fcrsten und Grafen nicht nur Schnepfen, Eulen und Rehb\u00f6cke, sondern \u2013 selbstverst\u00e4ndlich &#8211; auch mehrere Kaninchen erlegt wurden.<\/p>\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts werden sie wegen ihrer mancherorts immensen St\u00fcckzahl von Landwirten und F\u00f6rstern im Wesentlichen als Sch\u00e4dlinge betrachtet.<\/p>\n<p>Das \u201eNeue Wiener Blatt\u201c beklagt am 30. M\u00e4rz 1874, die Lobau sei \u201egegenw\u00e4rtig von Kaninchen durchw\u00fchlt\u201c. Und: \u201eDie aus dem Jahre 1805 herstammenden sogenannten Franzosenschanzen sind von den Kaninchen derart untergraben, dass sich diese Erdw\u00e4lle von au\u00dfen wie ein Sieb repr\u00e4sentieren.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_7262\" aria-describedby=\"caption-attachment-7262\" style=\"width: 423px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18363.w04-e1752586444619.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-7262\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18363.w04-e1752586444619-300x188.jpg\" alt=\"\" width=\"423\" height=\"265\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18363.w04-e1752586444619-300x188.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18363.w04-e1752586444619-1024x643.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18363.w04-e1752586444619-768x482.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18363.w04-e1752586444619-1536x964.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18363.w04-e1752586444619-2048x1286.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18363.w04-e1752586444619-487x304.jpg 487w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18363.w04-e1752586444619-563x353.jpg 563w\" sizes=\"auto, (max-width: 423px) 100vw, 423px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7262\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Kurt Kracher (2025)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Kaninchenplage \u2013 so der Artikel &#8211; w\u00fcrde den Aufforstungsversuchen in der Lobau gro\u00dfen Schaden zuf\u00fcgen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eIm vergangenen Jahre wurden von der Wiener Forstverwaltung nicht weniger als 6.200 Pfl\u00e4nzchen von Wei\u00dff\u00f6hren gesetzt, welche ein freudiges Gedeihen versprachen. Als aber der F\u00f6rster an einem sch\u00f6nen Morgen Nachschau hielt \u2013 war die ganze Anpflanzung verschwunden!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Zwei Monate sp\u00e4ter schildert das \u201eNeue Wiener Blatt\u201c die Kaninchenplage in der Lobau aufs Neue:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eSie verw\u00fcsten alles, was nur m\u00f6glich ist und spotten der Anstrengungen des Forst- und Hofjagdpersonales. In kurzer Zeit sollen mehr als 5.000 Kaninchen geschossen, in Schlingen und Fallen gefangen worden sein. Diese Zahl ist aber im Verh\u00e4ltnis zur Menge ohne allen Belang, da eine Verminderung noch gar nicht geahnt wird. Das Oberstj\u00e4germeisteramt meint, dass Menschenh\u00e4nde vergeblich Krieg gegen diese winzigen und gefr\u00e4\u00dfigen Nager f\u00fchren, die sich vermehren wie Sand am Meer. Nur Elementarereignisse wie Hochwasser, \u00e4u\u00dferst strenger Winter etc k\u00f6nnten unter dem kleinen Volke aus der Lobau ergiebig aufr\u00e4umen, selbst Schwefel soll in Anwendung gebracht werden, um die Vernichtung zu beschleunigen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Etwa hundert Jahre lang geh\u00f6ren in Ost\u00f6sterreich die Massenvermehrung der Kaninchen und ihre Vertilgung zum Alltagsgeschehen.<\/p>\n<p>In der Lobau seien einmal in einem einzigen Jahr <em>\u201eihrer 13.000 erlegt, gefangen und auf alle m\u00f6glichen Arten vernichtet\u201c<\/em> worden, notiert 1936 der Schriftsteller Adelbert Muhr (ab 1975 \u00fcbrigens Ehrenpr\u00e4sident des Lobaumuseums).<\/p>\n<p>An diese Zeit d\u00fcrfte in der Unteren Lobau die Ortsbezeichnung \u201eK\u00fcnigltraverse\u201c erinnern &#8211; der befestigte \u00dcbergang zwischen K\u00fchw\u00f6rtherwasser und dem G\u00e4nshaufenwasser. Wildkaninchen werden umgangssprachlich Kinigl oder K\u00fcnigl genannt.<\/p>\n<p>Der K\u00fcniglberg in Wien-Hietzing, auf dem das ORF-Zentrum thront, hei\u00dft jedoch nicht wegen der seinerzeit dort lebenden Kaninchen so, sondern vermutlich, weil im ausgehenden 18.Jahrhundert auf diesem H\u00fcgel ein Freiherr von K\u00fcnigl ein Landhaus besa\u00df.<\/p>\n<h2>Die Kaninchenseuche fegt \u00fcber Europa<\/h2>\n<p>In den 1950er-Jahren st\u00fcrzt die exorbitante Welt der Kaninchen in eine Katastrophe. Schuld daran ist das t\u00f6dliche Myxoma-Virus, zuf\u00e4llig entdeckt vom italienischen Bakteriologen Giuseppe Sanarelli im Jahr 1896 in Uruguay. Bei den nat\u00fcrlichen Wirten dieses Virus, den amerikanischen Baumwollschwanzkaninchen, verursacht es blo\u00df eine ungef\u00e4hrliche, gutartige Erkrankung.<\/p>\n<p>Findige K\u00f6pfe, die der Kaninchenplage in Europa endlich einen Riegel vorschieben wollen, f\u00fchren 1952 das Myxoma-Virus illegal in Frankreich ein. Kurz darauf gehen an der dadurch hervorgerufenen Krankheit \u201eMyxomatose\u201c 95 (!) Prozent der franz\u00f6sischen Wildkaninchen j\u00e4mmerlich zugrunde. In anderen L\u00e4ndern geschieht Vergleichbares.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7264\" aria-describedby=\"caption-attachment-7264\" style=\"width: 291px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140903_0074.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7264\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140903_0074-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"291\" height=\"437\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140903_0074-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140903_0074-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140903_0074-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140903_0074.jpg 1000w\" sizes=\"auto, (max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7264\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Leopold Kanzler (2014)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Da das Myxoma-Virus in erheblichem Ma\u00df von Fl\u00f6hen und Stechm\u00fccken \u00fcbertragen wird, verbreitet es sich pfeilschnell und verursacht den Zusammenbruch fast aller europ\u00e4ischer Kaninchenkolonien. Die Feldhasen bleiben verschont. Sie k\u00f6nnen zwar daran erkranken, entwickeln aber nur schwache Symptome.<\/p>\n<p>Das Virus kann nicht nur \u00fcber Insekten, sondern auch durch direkten Kontakt \u00fcbertragen werden &#8211; \u00fcber Augensekret und Hautgeschw\u00fcre. Weil es ebenso an leblosen Materialien haftet, ist es m\u00f6glich, die Myxomatose sogar \u00fcber Kleidung, Schuhe und Fahrzeuge zu verschleppen. F\u00fcr den Menschen ist das Virus ungef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p>In Wien wird die Seuche erstmals in der 2. Augusth\u00e4lfte des Jahres 1955 festgestellt \u2013 zeitgleich in den nieder\u00f6sterreichischen Bezirken G\u00e4nserndorf, Mistelbach und Tulln sowie im Burgenland. Wo gro\u00dfe Kaninchendichten herrschen, w\u00fctet die Seuche verheerend. Kleine Kolonien bleiben oft weitgehend verschont.<\/p>\n<p>Mitte September 1955 erreicht die Myxomatose in Wien ihren H\u00f6hepunkt. Bei Einbruch der kalten Witterung Mitte November wird sie wieder als erloschen erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Das Jahrbuch der Stadt Wien 1955 vermerkt: <em>\u201eDurch das Auftreten der Kaninchenpest wurde in der Lobau und im Revier Mannsw\u00f6rth der gesamte Kaninchenbestand vernichtet.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In der Lobau fallen in diesen drei Monaten rund 450 Wildkaninchen der Krankheit zum Opfer. Einen Hinweis auf die verheerende Wirkung der Erkrankung gibt auch die Jagdstatistik: W\u00e4hrend in Wien im Jahr 1955 noch 1.343 erlegte Kaninchen gemeldet werden, sind es im Jahr darauf nur noch 20.<\/p>\n<p>Ebenso katastrophal wirkt sich das Virus auf landwirtschaftlich gehaltene Hauskaninchen aus. In 223 Wiener Bauernh\u00f6fen sterben sie wie die Fliegen.<\/p>\n<p>Als sich die Situation 1959 zu bessern scheint (in Wien ist die Zahl der erlegten Wildkaninchen wieder auf 267 St\u00fcck angestiegen), wird Ost\u00f6sterreich von einem zweiten Myxomatose-Seuchengang heimgesucht. Er dauert von Mai bis Mitte November.<\/p>\n<p>Diesmal sind 264 landwirtschaftliche Betriebe betroffen. Die verseuchten Bezirke werden amtlich gesperrt. Lebende und tote Hauskaninchen sowie ihre Produkte d\u00fcrfen aus den Sperrgebieten nicht herausgebracht werden. Die J\u00e4ger werden verpflichtet, kranke und krankheitsverd\u00e4chtige Tiere rigoros abzuschie\u00dfen.<\/p>\n<h2>Nie wieder so wie fr\u00fcher<\/h2>\n<p>In den Jahren nach diesen ersten Ausbr\u00fcchen geht die Sterblichkeit durch die Verbreitung von abgeschw\u00e4chten Virusst\u00e4mmen sowie aufgrund der Entwicklung von Resistenzen und Immunit\u00e4t deutlich zur\u00fcck. Die europ\u00e4ischen Kaninchenbest\u00e4nde erreichen jedoch nie wieder das Niveau wie vor der Einbringung des Myxoma-Virus.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7266\" aria-describedby=\"caption-attachment-7266\" style=\"width: 428px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140826_0002.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-7266\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140826_0002-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"428\" height=\"285\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140826_0002-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140826_0002-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140826_0002-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140826_0002-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/20140826_0002.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 428px) 100vw, 428px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7266\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Leopold Kanzler (2014)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Heute tritt die Myxomatose laut <a href=\"https:\/\/www.ages.at\/\">AGES<\/a> in sogenannten \u201eZ\u00fcgen\u201c auf: Nach einer krankheitsfreien Periode kann ein Jahr mit Erkrankungsf\u00e4llen auftreten \u2013 oft beg\u00fcnstigt durch eine erh\u00f6hte Insektendichte in feuchtwarmen Sommern. Eine Bek\u00e4mpfung bei wilden Kaninchen ist nahezu unm\u00f6glich. F\u00fcr Hauskaninchen gibt es eine prophylaktische Impfung.<\/p>\n<p>Im Lauf der 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahre stabilisieren sich die Kaninchenbest\u00e4nde in Osten \u00d6sterreichs. Die Zahlen steigen an. 1984 werden im Burgenland und in Nieder\u00f6sterreich wieder 23.025 St\u00fcck erlegt. Zum Vergleich: 90 Jahre davor waren es allein in Nieder\u00f6sterreich mehr als doppelt so viele.<\/p>\n<p>Ab Mitte der 1980er-Jahre beginnen die Best\u00e4nde erneut zusammenzubrechen. Nicht so vehement wie in den 1950er-Jahren, dennoch eindeutig und un\u00fcbersehbar.<\/p>\n<p>Im Dezember 1989 f\u00fchrt das Forstamt der Stadt Wien auf der Donauinsel wegen Verbiss-Sch\u00e4den an Aufforstungen noch einen Zwangsabschuss von Hasen und Kaninchen durch. Danach geht es mit den Kaninchenv\u00f6lkern bergab.<\/p>\n<h2>Neues Drama: die Chinaseuche<\/h2>\n<p>F\u00fcr den erneuten, massiven Niedergang ist eine in Europa eingeschleppte, zweite verheerende Kaninchenseuche verantwortlich: die \u201eH\u00e4morrhagische Krankheit der Kaninchen\u201c (RHD Rabbit Hemorrhagic Disease) &#8211; umgangssprachlich als Chinaseuche bekannt.<\/p>\n<p>RHD wird 1984 in China entdeckt &#8211; in einer Gruppe von kommerziell gez\u00fcchteten Angora-Kaninchen, die aus Deutschland importiert worden waren. Die ersten Nachweise im Freiland stammen aus Italien. Ab 1988 wird RHD in Spanien und in Frankreich nachgewiesen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7269\" aria-describedby=\"caption-attachment-7269\" style=\"width: 395px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18360.w04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7269 \" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18360.w04-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"395\" height=\"263\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18360.w04-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18360.w04-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18360.w04-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18360.w04-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18360.w04-2048x1366.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/18360.w04-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 395px) 100vw, 395px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7269\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Kurt Kracher (2025)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Krankheit hat eine Mortalit\u00e4t, die bis zu neunzig Prozent betragen kann. Mittlerweile ist sie weltweit verbreitet. Die Symptome zeigen sich bereits vier Tage nach der Ansteckung, es kommt zu einem pl\u00f6tzlichen Tod mit Erstickungskr\u00e4mpfen und Austreten von blutigem Schaum aus der Nase.<\/p>\n<p>Die ersten Ausbr\u00fcche dezimieren die Best\u00e4nde quer \u00fcber den europ\u00e4ischen Kontinent und verursachen lokale Ausrottung. In \u00d6sterreich gibt es zun\u00e4chst keine best\u00e4tigten F\u00e4lle; die Abschusszahlen sinken jedoch bald auf einen sehr niedrigen Stand.<\/p>\n<p>Als sich die ost\u00f6sterreichischen Kaninchen um 2015 gerade wieder ein wenig zu erholen scheinen, trifft sie der n\u00e4chste Schlag: RHDV-2, ein neuartiger Stamm des ber\u00fcchtigten RHD-Virus.<\/p>\n<p>An der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t Wien wird RHDV-2 erstmals 2016 bei einem heimischen Kaninchen als Todesursache festgestellt. Im selben Jahr kommt es in Wien und 2022 in der Steiermark zu gr\u00f6\u00dferen Ausbr\u00fcchen. Wie bei der urspr\u00fcnglichen RHD sind sowohl Wild- als auch Hauskaninchen betroffen.<\/p>\n<p>2018 ergibt eine Befragung bei J\u00e4gern in Nieder\u00f6sterreich und im Burgenland, dass deren Meinung nach f\u00fcr das Verschwinden der Kaninchen zwar in erster Linie das Auftreten von Krankheiten verantwortlich sei, als n\u00e4chste gro\u00dfe Bedrohungen sehen sie Beutegreifer, Ausbau von Siedlungen und Industrie, fehlende Deckung und die konventionelle Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Aufgrund der verheerenden Auswirkungen des RHDV-2-Virus im urspr\u00fcnglichen Verbreitungsgebiet der Wildkaninchen stuft sie die IUCN (International Union for Conservation of Nature) 2018 in den Roten Listen als \u201estark gef\u00e4hrdet\u201c ein.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7271\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Statistik-Austria-300x129.jpg\" alt=\"\" width=\"269\" height=\"116\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Statistik-Austria-300x129.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Statistik-Austria.jpg 342w\" sizes=\"auto, (max-width: 269px) 100vw, 269px\" \/>Die Folgen der neuen Chinaseuche spiegeln sich in der \u00f6sterreichischen Jagdstatistik: Werden 1984 noch 23.025 Wildkaninchen erlegt, sind es ab RHDV-2 im Jagdjahr 2016\/17 nur noch 4.055 St\u00fcck. In der j\u00fcngsten Statistik 2023-24 sind es 2.679.<\/p>\n<p>Mit dem Auftreten von RHDV-2 &#8211; vereint mit der immer noch zirkulierenden Myxomatose und dem RHD-Ursprungsvirus \u2013 d\u00fcrften in \u00d6sterreich die Kaninchenpopulationen auf lange Zeit, wenn nicht dauerhaft, massiv ausged\u00fcnnt worden sein.<\/p>\n<p>2015 wurden in Wien noch zw\u00f6lf Kaninchen erlegt. 2016 waren es nur zwei, 2020 waren es vier, im Jagdjahr 2021\/22 ein St\u00fcck, 2022-23 gar keines und 2023\/24 wieder ein einziges.<\/p>\n<p>Im gesamten Bundesgebiet &#8211; also in Wien, Nieder\u00f6sterreich, Ober\u00f6sterreich, Steiermark und im Burgenland &#8211; wurden im Jagdjahr 2023\/24 insgesamt 2.679 Wildkaninchen erlegt. Die meisten davon (2.558) in Nieder\u00f6sterreich.<\/p>\n<h2>Kaninchenschauen \u2013 aber wo?<\/h2>\n<p>Wo k\u00f6nnen einem in Ost\u00f6sterreich aktuell noch Kaninchen \u00fcber den Weg laufen? Gesicherte, aktuelle Verbreitungsdaten gibt es leider keine \u2013 blo\u00df vereinzelte Beobachtungen und beil\u00e4ufige Berichte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7273\" aria-describedby=\"caption-attachment-7273\" style=\"width: 380px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kaninchen-Sandeck-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-7273\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kaninchen-Sandeck-1-300x188.jpg\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kaninchen-Sandeck-1-300x188.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kaninchen-Sandeck-1-1024x642.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kaninchen-Sandeck-1-768x482.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kaninchen-Sandeck-1-487x304.jpg 487w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kaninchen-Sandeck-1-563x353.jpg 563w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Kaninchen-Sandeck-1.jpg 1247w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7273\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Manfred Christ (Neusiedlersee 2015)<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Wien leben sie wahrscheinlich nur noch in der Gegend von S\u00fc\u00dfenbrunn im 22. Bezirk und entlang der Spazierwege am Handelskai. Wobei es sich am Handelskai nicht um \u201eechte\u201c Wildkaninchen handelt, sondern um ausgesetzte, verwilderte Hauskaninchen.<\/p>\n<p>Im weiteren Umfeld der Stadt existieren fallweise kopfstarke Kolonien in Richtung S\u00fcden bis Wiener Neustadt und im Weinviertel. Ins Gespr\u00e4ch geraten hin und wieder die Wildkaninchen bei Schloss Hof, in Gneixendorf bei Krems, im Landstrich zwischen Krems und St. P\u00f6lten, am Flughafen Schwechat und am Ostufer des Neusiedlersees. Um 2014 hat die J\u00e4gerschaft in Wien-Stammersdorf versucht, eine neue Kolonie durch Aussetzen zu begr\u00fcnden &#8211; leider erfolglos.<\/p>\n<p><strong>Und in der Lobau?<\/strong><\/p>\n<p>Seit den 1950er-Jahren gelten sie hier als ausgerottet, auch wenn bisweilen anderslautende Ger\u00fcchte durch den Auwald wehen. Im Jahr 2022 postulieren Sichtungen eines einzigen Beobachters ann\u00e4hernd zeitgleich ein Vorkommen in der Oberen Lobau, eines in Gro\u00df-Enzersdorf und eines bei Wittau. Best\u00e4tigungen anderer Beobachter gibt es daf\u00fcr keine und selbst die F\u00f6rster wissen nichts dar\u00fcber.<\/p>\n<h2>Die schlechte Nachricht zum Schluss<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-7272\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/NOe-LJV.jpg\" alt=\"\" width=\"167\" height=\"171\">Ab M\u00e4rz 2025 sind in den Bezirken Hollabrunn, Korneuburg, Tulln, Mistelbach, G\u00e4nserndorf, M\u00f6dling, Bruck an der Leitha, Baden, St. P\u00f6lten, Krems, Melk und im Raum Wien F\u00e4lle von Myxomatose bekannt geworden, bei denen erstmals Feldhasen (!) deutlich st\u00e4rker betroffen sind als Kaninchen.<\/p>\n<p>Bisher galt, dass Feldhasen zwar an Myxomatose erkranken k\u00f6nnen, allerdings nur schwache Symptome entwickeln. Es hei\u00dft, der Krankheitsverlauf der neuen, sogenannten Toledo-Variante (erstmals 2018 in Spanien aufgetreten) des Virus sei f\u00fcr die Hasen in den meisten F\u00e4llen t\u00f6dlich und k\u00f6nne zu \u201eempfindlichen Ausf\u00e4llen\u201c f\u00fchren.<\/p>\n<p>Zahllose Todesf\u00e4lle durch das Toledo-Virus wurden im Sommer 2025 auch bei den verwilderten Kaninchen am Wiener Handelskai registriert. Wie &#8220;\u00fcblich&#8221; \u00fcbertr\u00e4gt sich der Erreger \u00fcber Schleimhautkontakt der Tiere untereinander oder \u00fcber den Stich von Insekten wie M\u00fccken und Fl\u00f6hen.<\/p>\n<p>Der Nieder\u00f6sterreichische Landesjagdverband ersucht die J\u00e4gerschaft, verendet aufgefundene Feldhasen und Wildkaninchen mit verd\u00e4chtigen Symptomen an das <a href=\"https:\/\/www.vetmeduni.ac.at\/fiwi-forschungsinstitut-fuer-wildtierkunde-und-oekologie\">Forschungsinstitut f\u00fcr Wildtierkunde und \u00d6kologie der Veterin\u00e4rmedizinischen Universit\u00e4t<\/a> zur Beprobung zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Titelfoto: <a href=\"https:\/\/fotopirsch.at\/\">Leopold Kanzler<\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Herzlichen Dank an Mag. Marion Kranabitl-Sarkleti, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Steirischen Landesj\u00e4gerschaft, f\u00fcr die \u00dcbermittlung wissenschaftlicher Artikel.<\/em><\/p>\n<p><strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>M\u00f6rk, Astrid (2025): Hoffnung auf R\u00fcckgang der Kaninchenpest [online] <a href=\"https:\/\/noe.orf.at\/stories\/3322236\/\">https:\/\/noe.orf.at\/stories\/3322236\/<\/a> [abgerufen am 23. September 2025]<\/li>\n<li>Losert, Alexander (2025): Warnung vor neuer Virus-Variante: Myxomatose bei Feldhasen [online 4.8.2025] <a href=\"https:\/\/www.pirsch.de\/news\/warnung-vor-neuer-virus-variante-myxomatose-bei-feldhasen-41618\">https:\/\/www.pirsch.de\/news\/warnung-vor-neuer-virus-variante-myxomatose-bei-feldhasen-41618<\/a> [abgerufen am 6. August 2025]<\/li>\n<li>N.N. (2025): Kaninchenpest breitet sich aus [online] <a href=\"https:\/\/wien.orf.at\/stories\/3314466\/\">https:\/\/wien.orf.at\/stories\/3314466\/<\/a> [abgerufen am 21. Juli 2025]<\/li>\n<li>N\u00d6 Landesjagdverband (2025): Aktuelle Infos zur Myxomatose. In: Newsletter, 10.7.2025<\/li>\n<li>Statistik Austria (2024): Jagdstatistiken 2020-2024 [online] <a href=\"https:\/\/www.statistik.at\/suche?tx_solr%5Bfilter%5D%5B0%5D=type%3Apublication&amp;tx_solr%5Bq%5D=Jagd\">https:\/\/www.statistik.at\/suche?tx_solr%5Bfilter%5D%5B0%5D=type%3Apublication&amp;tx_solr%5Bq%5D=Jagd<\/a> [abgerufen am 13. Juli 2025]<\/li>\n<li>AGES (2022): Kaninchenseuche, Kaninchenpest. [online] <a href=\"https:\/\/www.ages.at\/mensch\/krankheit\/krankheitserreger-von-a-bis-z\/kaninchenseuche-kaninchenpest\">https:\/\/www.ages.at\/mensch\/krankheit\/krankheitserreger-von-a-bis-z\/kaninchenseuche-kaninchenpest<\/a> [abgerufen am 12. Juli 2025]<\/li>\n<li>Inaturalist (2022): Wildkaninchen Obere Lobau [online] <a href=\"https:\/\/www.inaturalist.org\/observations\/114876643\">https:\/\/www.inaturalist.org\/observations\/114876643<\/a> [abgerufen am 13. Juli 2025]<\/li>\n<li>Delibes-Mateos, M., R\u00f6del, H.G., Rouco, C., Alves, P.C., Carneiro, M., Villafuerte, R. (2021): European Rabbit Oryctolagus cuniculus (Linnaeus, 1758). In: Hackl\u00e4nder, K., Zachos, F. E. (eds) Handbook of the Mammals of Europe. Handbook of the Mammals of Europe. Springer, Cham. https:\/\/doi.org\/10.1007\/978-3-319-65038-8_13-1<\/li>\n<li>Vogt, Jonas (2020): Die Kaninchen vom Handelskai. In: Der Standard, 16. August 2020<\/li>\n<li>Schaller, Sabine (2019): Wildkaninchen in \u00d6sterreich: Ist-Zustand, Bejagung und Aussichten. Masterarbeit am Institut f. Wildbiologie und Jagdwirtschaft, Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur Wien.<\/li>\n<li>IUCN (2018): European Rabbit <em>Oryctolagus cuniculus<\/em> [online] <a href=\"https:\/\/www.iucnredlist.org\/species\/41291\/170619657\">https:\/\/www.iucnredlist.org\/species\/41291\/170619657<\/a> [abgerufen am 13. Juli 2025]<\/li>\n<li>Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit (2013): Anfragebeantwortung GZ: BMG-11001\/0006-I\/A\/15\/2013 betreffend Myxomatose.<\/li>\n<li>emw\/rr (1989): Donauinsel: Zwangsabschuss von Hasen und Kaninchen. In: Rathauskorrespondenz, 7.12.1989<\/li>\n<li>Bauer, Kurt (1960): Die S\u00e4ugetiere des Neusiedlersee-Gebietes. In: Bonner Zoologische Beitr\u00e4ge, Heft 2-4, Jg. 11 (S. 249-251)<\/li>\n<li>Jahrbuch der Stadt Wien (1959): Tierseuchen, Jagd, Viehhaltung<\/li>\n<li>Jahrbuch der Stadt Wien (1957): Jagd, Viehhaltung<\/li>\n<li>Jahrbuch der Stadt Wien (1955): Tierseuchen, Forstwirtschaft<\/li>\n<li>N. N. (1955): Verh\u00fctung und Bek\u00e4mpfung der Kaninchenseuche. In: Rathauskorrespondenz, 25.8.1955 (1526-1527)<\/li>\n<li>Muhr, Adelbert (1936): Lobauer Natur- und Badezauber. In: Neues Wiener Tagblatt, 12. Juli 1936<\/li>\n<li>Bezirkshauptmannschaft Floridsdorf-Umgebung (1927): Wohlfahrtsaufforstungen im Marchfelde; Sch\u00e4digung durch Kaninchen. Brief an den B\u00fcrgermeister als Obmann des Jagdausschusses in M\u00fchlleiten vom 3. November 1927<\/li>\n<li>N. N. (1874): Die Kaninchen auf der Lobau. In: Neues Wiener Blatt, 30. M\u00e4rz 1874<\/li>\n<li>N. N. (1865): Allerh\u00f6chste Hofjagden. In: Jagd-Zeitung, 15. April 1865<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 3. November 1927 richtet der Bezirkshauptmann von Floridsdorf-Umgebung an den B\u00fcrgermeister von M\u00fchlleiten einen scharf formulierten Brief: Weil die Kaninchen \u201eim heurigen Jahre derart \u00fcberhandgenommen\u201c h\u00e4tten, seien die M\u00fchlleitner J\u00e4ger dazu aufgefordert, diese \u201edringendst und unumg\u00e4nglich\u201c abzuschie\u00dfen. Andernfalls w\u00fcrde die Bezirkshauptmannschaft einen beh\u00f6rdlichen Zwangsabschuss veranlassen und die M\u00fchlleitner J\u00e4ger w\u00fcrden zum Ersatz der durch die Kaninchen verursachten Sch\u00e4den verpflichtet werden. 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