{"id":6975,"date":"2025-02-28T14:34:47","date_gmt":"2025-02-28T13:34:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=6975"},"modified":"2025-04-03T19:29:49","modified_gmt":"2025-04-03T17:29:49","slug":"erstmals-schwimmfarn-teppich-im-nationalpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/erstmals-schwimmfarn-teppich-im-nationalpark\/","title":{"rendered":"Erstmals Schwimmfarn-Teppich im Nationalpark"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf der Suche nach seltenen, verschollenen oder gef\u00e4hrdeten Pflanzenarten im Gebiet des Nationalparks Donau-Auen haben Wissenschaftler erstmals ein Massenvorkommen eines an der Wasseroberfl\u00e4che treibenden Farns dokumentiert:<\/strong><\/p>\n<p>Der \u201eGew\u00f6hnliche Schwimmfarn\u201c (<em>Salvinia natans<\/em>) hat im Tiergartenarm stromabw\u00e4rts der Hainburger Donaubr\u00fccke innerhalb k\u00fcrzester Zeit einen 200 Meter langen, schwimmenden Teppich ausgebildet. Die Pflanzen wurden h\u00f6chstwahrscheinlich durch Wasserv\u00f6gel in Form von Sporen &#8211; ein widerstandsf\u00e4higes fr\u00fches Entwicklungsstadium &#8211; hierher verschleppt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6980\" aria-describedby=\"caption-attachment-6980\" style=\"width: 408px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6980\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto-Christian-Gilli-300x187.jpg\" alt=\"\" width=\"408\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto-Christian-Gilli-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto-Christian-Gilli-1024x639.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto-Christian-Gilli-768x479.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto-Christian-Gilli-487x304.jpg 487w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Foto-Christian-Gilli.jpg 1331w\" sizes=\"auto, (max-width: 408px) 100vw, 408px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6980\" class=\"wp-caption-text\">Tiergartenarm, Foto: Christian Gilli<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die ersten, noch vereinzelten Schwimmfarne hatte <a href=\"https:\/\/www.donauauen.at\/ueber-uns\/team\/verwaltung\">Christian Baumgartner<\/a>, der wissenschaftliche Leiter des Nationalparks, schon 2019 entdeckt. Ein Massenvorkommen war damals noch nicht abzusehen.<\/p>\n<p>In Europa ist der Gew\u00f6hnliche Schwimmfarn weit verbreitet. In \u00d6sterreich war seine Existenz vor etwa f\u00fcnfzig Jahren noch nicht belegt. Es gab ihn damals aber bereits in den \u00f6stlichen Nachbarl\u00e4ndern. 2021 konnten in \u00d6sterreich Best\u00e4nde in K\u00e4rnten, in Nordtirol und in Wien festgestellt werden.<\/p>\n<p>Das Wiener Vorkommen im Prater ist aufmerksamen Spazierg\u00e4ngern wohlbekannt. Die Schwimmfarne im Lusthaus- und im Mauthnerwasser d\u00fcrften allerdings nicht von Wasserv\u00f6geln verbreitet, sondern von Menschen ausgesetzt worden sein. Denn Schwimmfarne sind beliebte Aquarienpflanzen. Sie sind anspruchslos in der Pflege und k\u00f6nnen bei der Bek\u00e4mpfung von Algen vorteilhaft sein, da sie das Aquarium beschatten und durch ihre Schnellw\u00fcchsigkeit dem Wasser signifikant N\u00e4hrstoffe entziehen. Dar\u00fcber hinaus finden Jungfische unter den Schwimmbl\u00e4ttern und zwischen den \u201eWurzeln\u201c der Farne Schutz und Nahrung.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_9495-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-6981\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_9495-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"324\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_9495-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_9495-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_9495-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_9495-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_9495-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/IMG_9495-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 324px) 100vw, 324px\" \/><\/a>Die Pflanze ist einj\u00e4hrig und typisch f\u00fcr etwas tiefere, n\u00e4hrstoffreiche, stehende oder langsam flie\u00dfende Gew\u00e4sser. Die nicht im Boden verankerten &#8220;Wurzeln&#8221; sind anatomisch gesehen Teile eines untergetauchten, zerschnittenen, braunen, f\u00e4digen Blattes, das der Pflanze ebenso wie &#8220;richtige&#8221; Wurzeln zur <span class=\"BxUVEf ILfuVd\" lang=\"de\"><span class=\"hgKElc\">Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen dient.<\/span><\/span><\/p>\n<p>Dass sich der Gew\u00f6hnliche Schwimmfarn nun in den \u00f6sterreichischen Donau-Auen auf nat\u00fcrliche Weise etablieren konnte, d\u00fcrfte kein Zufall sein, sondern eher eine logische Konsequenz.<\/p>\n<p>Christian Baumgartner: <em>\u201eMan darf nicht vergessen, dass sich die N\u00e4hrstoffverf\u00fcgbarkeit und die Wassertemperatur im \u00f6sterreichischen Donauraum in den vergangenen 150 Jahren stark ver\u00e4ndert hat. Das MUSS zu Anpassungen der Pflanzen- und Tiergemeinschaften f\u00fchren.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Quelle:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Gilli C., Karlowski T., Barta T., Baumgartner C., Falkner H., Hofbauer M., Raabe U. &amp; Reisch\u00fctz A. 2024. Ein Massenvorkommen von Salvinia natans (Gew\u00f6hnlicher Schwimmfarn) und weitere Neu- und Wiederfunde von Farn- und Bl\u00fctenpflanzen im Gebiet des Nationalparks Donau-Auen. Biodiversit\u00e4t und Naturschutz in Ost\u00f6sterreich &#8211; BCBEA 8\/1: 3\u201323.<\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Titelfoto und Nahaufnahme: Christian Baumgartner<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf der Suche nach seltenen, verschollenen oder gef\u00e4hrdeten Pflanzenarten im Gebiet des Nationalparks Donau-Auen haben Wissenschaftler erstmals ein Massenvorkommen eines an der Wasseroberfl\u00e4che treibenden Farns dokumentiert: Der \u201eGew\u00f6hnliche Schwimmfarn\u201c (Salvinia natans) hat im Tiergartenarm stromabw\u00e4rts der Hainburger Donaubr\u00fccke innerhalb k\u00fcrzester Zeit einen 200 Meter langen, schwimmenden Teppich ausgebildet. Die Pflanzen wurden h\u00f6chstwahrscheinlich durch Wasserv\u00f6gel in Form von Sporen &#8211; ein widerstandsf\u00e4higes fr\u00fches Entwicklungsstadium &#8211; hierher verschleppt. 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