{"id":6727,"date":"2024-10-21T11:08:32","date_gmt":"2024-10-21T09:08:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=6727"},"modified":"2024-12-16T10:21:24","modified_gmt":"2024-12-16T09:21:24","slug":"aus-vier-mach-eins-sind-die-grossmuscheln-in-der-lobau-am-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/aus-vier-mach-eins-sind-die-grossmuscheln-in-der-lobau-am-ende\/","title":{"rendered":"Aus Vier mach eins \u2013 sind die Gro\u00dfmuscheln in der Lobau am Ende?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Text:<\/strong> Helmut Sattmann, Elisabeth Haring, Michael Duda<\/p>\n<p><strong>Fotos<\/strong>: Kurt Kracher, Michael Wurm, Helmut Sattmann<\/p>\n<p><strong>S\u00fc\u00dfwassermuscheln sind wenig bekannte, doch hochinteressante und \u00f6kologisch wertvolle Tiere. Allerdings geh\u00f6ren Fluss- und Teichmuscheln zu den am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Organismen in Europa und sind auch in \u00d6sterreich stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Im Besonderen gilt dies auch f\u00fcr die Wiener Gew\u00e4sser, beispielsweise die Lobau. Der j\u00fcngste publizierte Bericht \u00fcber Muscheln in der Lobau stammt aus dem Jahr 2023 und belegt das Vorkommen von lediglich zwei heimischen Gro\u00dfmuscheln (Gemeine Teichmuschel, Malermuschel), wobei lediglich von der Gemeinen Teichmuschel Lebendfunde gelangen. Zudem wurde das Vorkommen der eingeschleppten Chinesischen Teichmuschel dokumentiert. In einer von der Wiener Naturschutzabteilung beauftragten und 2007 durchgef\u00fchrten Kartierung der Muscheln war der Befund bereits besorgniserregend, ergab aber immerhin noch den Nachweis von vier heimischen Arten in der Lobau.&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Muscheln sind wertvolle Glieder in aquatischen \u00d6kosystemen und erf\u00fcllen zentrale Funktionen als effektive Filtrierer, die dem Wasser nicht nur N\u00e4hr- sondern auch Schadstoffe entnehmen. Sie verbessern damit die Wasserqualit\u00e4t und machen die aufbereiteten N\u00e4hrstoffe f\u00fcr andere Organismen verf\u00fcgbar. Durch ihre grabende Aktivit\u00e4t im Gew\u00e4ssergrund modifizieren und stabilisieren sie die Lebensr\u00e4ume und erh\u00f6hen das Strukturangebot auch f\u00fcr andere Organismen. Muscheln spielen zudem eine wichtige Rolle in den Nahrungsnetzen (Zieritz et al. 2022; Daill et al. 2024). In ihrer Fortpflanzung gehen einige S\u00fc\u00dfwassermuscheln enge Beziehungen mit Fischen ein.<\/p>\n<p><strong>Spannende Fortpflanzung <\/strong><\/p>\n<p>Komplex ist die Fortpflanzungsbiologie der \u201eFlussmuschel\u00e4hnlichen\u201c oder Najaden<sup>1<\/sup>&nbsp;(Unionoidaea). Unter den heimischen Arten z\u00e4hlen zu ihnen die Teichmuscheln, Flussmuscheln und die Flussperlmuschel. Die Tiere k\u00f6nnen zwittrig oder getrenntgeschlechtlich sein. Die m\u00e4nnlichen Keimdr\u00fcsen entlassen Spermien ins Wasser, die mit dem Atemstrom in andere Individuen gelangen und dort Eizellen befruchten. Daraus entwickeln sich die Larven, die zun\u00e4chst in den Kiemenzwischenr\u00e4umen gesch\u00fctzt in der Muttermuschel heranwachsen. Schlie\u00dflich verlassen sie die Muschel, um sich an Fische anzuheften. Diese parasitischen \u201eGlochidien\u201c verbleiben einige Zeit als Zysten an den Kiemen oder auf der Haut der Wirtsfische, bis sie schlussendlich als Jungmuscheln zu Boden sinken und ab nun im Substrat leben.<\/p>\n<p>Details der Fortpflanzung und Entwicklung unterscheiden sich bei den einzelnen Arten. Auch die Anspr\u00fcche an die Wirtsfische sind sehr verschieden. W\u00e4hrend etwa die Flussperlmuschel (<em>Margaritifera margaritifera<\/em>) unbedingt Bachforellen f\u00fcr die Entwicklung ihrer Larven braucht, haben Teich- und Flussmuscheln ein breiteres Wirtsspektrum, wenngleich Unterschiede in den Pr\u00e4ferenzen und im Entwicklungserfolg hinsichtlich der Fischarten bestehen. Voraussetzung f\u00fcr den Fortbestand von Muschelarten im Lebensraum ist somit auch eine stabile und artenreiche Fischfauna. So kann das Fehlen der bestgeeigneten Wirte einen negativen Effekt auf die Populationsentwicklung der Muscheln haben, ebenso wie die Konkurrenz durch eingeschleppte Arten wie zum Beispiel die Chinesische Teichmuschel. Erschwerend f\u00fcr die Muschellarven ist zudem, dass die Fische eine Art Immunit\u00e4t entwickeln und die Glochidien von Fischen, die schon zuvor als Wirt fungiert hatten, abgesto\u00dfen werden (Patzner 2004).<\/p>\n<p>Wir sehen, dass Muscheln in ihrer Fortpflanzungsbiologie sehr spezielle Anpassungen aufweisen. Die Lebensweise der Glochidien an Fischen gew\u00e4hrt den Larven Nahrung und Schutz vor Fressfeinden sowie gute M\u00f6glichkeiten der Ausbreitung. Das sp\u00e4tere Leben der Muscheln im Bodensubstrat der Gew\u00e4sser bietet ebenso Vorteile, wie ein reiches Nahrungsangebot, Schutz und Tarnung vor Feinden und die M\u00f6glichkeit, bei ung\u00fcnstigen Bedingungen mittels ihres Grabfu\u00dfes die Position zu wechseln.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung der Muscheln sind daher sowohl artenreiche wie individuenreiche Fischbest\u00e4nde wie auch ein angemessenes Wasserregime Voraussetzung. Zu den wichtigsten Gef\u00e4hrdungsursachen der S\u00fc\u00dfwassermuscheln geh\u00f6ren Austrocknung, Verschlammung, Verbauung und Regulierung der Gew\u00e4sser, Destabilisierung des Gew\u00e4ssergrundes, sowie Eintr\u00e4ge durch Land- und Forstwirtschaft, Verunreinigungen, Sauerstoffmangel, verarmte Fischfaunen, invasive Arten und die Folgen des Klimawandels bedrohen (Daill et al. 2024). Die allermeisten dieser Bedrohungen sind menschgemacht. &nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Brutstation f\u00fcr Fische<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt auch Fische, die Muscheln zu ihrer Fortpflanzung brauchen. Der bei uns heimische und gesch\u00fctzte Europ\u00e4ische Bitterling (<em>Rhodeus amarus<\/em>) ist ein kleiner Fisch aus der Karpfenverwandtschaft. In der Paarungszeit gehen die M\u00e4nnchen auf die Suche nach Fluss- oder Teichmuscheln und lotsen mit einem komplizierten Balzverhalten die Weibchen dorthin. Die Weibchen platzieren mittels einer langen Leger\u00f6hre Eier in den Kiemenraum der Muscheln. Die M\u00e4nnchen geben ihre Spermien an der Einstr\u00f6m\u00f6ffnung der Muscheln ab, die mit deren Atemwasser ebenfalls in den Kiemenraum gelangen und die Eizellen befruchten. Die Jungfische verlassen nach wenigen Wochen die sch\u00fctzende Muschelheimst\u00e4tte. Der Bestand dieser gef\u00e4hrdeten Fischart ist also auch vom Vorkommen von entsprechenden Muscheln abh\u00e4ngig. Wenn man bedenkt, dass diese Fische wichtige Nahrung f\u00fcr Wasserinsekten, Raubfische, Schlangen und V\u00f6gel, wie etwa f\u00fcr den Eisvogel, sind, erahnt man auch die komplexen Folgen, die das Verschwinden einzelner Akteure hat.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6732\" aria-describedby=\"caption-attachment-6732\" style=\"width: 793px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6732\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/1024px-Bitterlingsmaennchen-300x190.jpg\" alt=\"\" width=\"793\" height=\"502\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/1024px-Bitterlingsmaennchen-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/1024px-Bitterlingsmaennchen-768x487.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/1024px-Bitterlingsmaennchen-174x111.jpg 174w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/1024px-Bitterlingsmaennchen.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 793px) 100vw, 793px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6732\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bitterling_(Fischart)\">Bitterling (Wikipedia)<\/a> M\u00e4nnchen im Balzkleid Foto: Michael Wurm [<a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\">CC BY-SA 4.0<\/a>]<\/figcaption><\/figure><strong>Vorkommen und Schutz der Gro\u00dfmuscheln in der Lobau <\/strong><\/p>\n<p>Die Flussperlmuschel (<em>Margaritifera margeritifera<\/em>) ist auf n\u00e4hrstoffarme Flie\u00dfgew\u00e4sser der Forellenregion des Wald- und M\u00fchlviertels beschr\u00e4nkt und findet in den Donauauen keinen geeigneten Lebensraum. Folgende vier heimische Gro\u00dfmuscheln k\u00f6nnen in der Lobau vorkommen: Aufgeblasene Flussmuschel (<em>Unio tumidus<\/em>), Malermuschel (<em>Unio pictorum<\/em>),&nbsp; Gro\u00dfe Teichmuschel <em>Anodonta cygnea, <\/em>und Gemeine Teichmuschel <em>Anodonta anatina<\/em>.<\/p>\n<figure id=\"attachment_6729\" aria-describedby=\"caption-attachment-6729\" style=\"width: 794px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6729\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/20230325_114810-300x146.jpg\" alt=\"\" width=\"794\" height=\"386\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/20230325_114810-300x146.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/20230325_114810-1024x498.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/20230325_114810-768x373.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/20230325_114810-1536x747.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/20230325_114810-2048x996.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 794px) 100vw, 794px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6729\" class=\"wp-caption-text\">Frischtote Gemeine Teichmuscheln in der Oberen Lobau 2023&nbsp;&nbsp;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zudem k\u00f6nnten bei optimierten \u00f6kologischen Bedingungen zwei weitere heimische Arten hier leben. Aus einem \u201eDonaualtwasser\u201c bei M\u00fchlleiten (Untere Lobau) wurde 1973 von Peter Reisch\u00fctz&nbsp; ein Fund der vom Aussterben bedrohten Gemeinen Flussmuschel (<em>Unio<\/em> <em>crassus<\/em>) gemeldet. Und von der ebenfalls bedrohten Abgeplatteten Teichmuschel (<em>Pseudanodonta<\/em> <em>complanata<\/em>) wurde 2020 eine alte Leerschale nur wenige Meter au\u00dferhalb der Wiener Lobau gefunden (Duda et al. 2023), in einem \u201eAltwasser\u201c bei Orth an der Donau, Nieder\u00f6sterreich gibt es zudem j\u00fcngere Nachweise frischer Leerschalen dieser Art (Fischer 2022; vergleiche auch Reisch\u00fctz 1973).<\/p>\n<p>Abgesehen von den zu Beginn genannten Ergebnissen des Projektes \u201eMollusken der LE-Gebiete Wiens\u201c, das alle Schnecken und Muscheln der &#8220;l\u00e4ndlichen Gebiete Wiens&#8221; im Zeitraum 2020-2021 erfasste (Duda et al. 2023), liegt die letzte Kartierung, die speziell auf Gro\u00dfmuscheln in den Wiener Gew\u00e4ssern fokussiert war, 17 Jahre zur\u00fcck. Bereits sie zeichnete ein Bild vom drastischen R\u00fcckgang der H\u00e4ufigkeit der Gro\u00dfmuscheln in der Lobau, aber vermeldete immerhin noch Funde der oben genannten vier heimischen Gro\u00dfmuschelarten, von denen aber die Aufgeblasene Flussmuschel nur mehr in Form von Leerschalen festgestellt wurde (Ofenb\u00f6ck &amp; Riegler 2007).<\/p>\n<p>Die Arten <em>A. cygnaea<\/em>, <em>U. pictorum<\/em> und <em>U. tumidus<\/em> sind in der Wiener Naturschutzordnung als streng gesch\u00fctzt gef\u00fchrt, <em>U. tumidus<\/em> ist zudem als priorit\u00e4r bedeutend eingestuft (Ofenb\u00f6ck &amp; Riegler 2007). In einem 2009 publizierten Bericht von Fischer et al. (2009) \u00fcber die S\u00fc\u00dfwassermollusken Wiens, &nbsp;konnten von allen vier heimischen Gro\u00dfmuscheln zumindest noch Leerschalen festgestellt werden, die invasive Chinesische Teichmuschel (<em>Sinanodonta woodiana<\/em>) hingegen noch nicht.<\/p>\n<p>Zuletzt wurden in der Lobau nur mehr die Gemeine Teichmuschel sowie die Chinesische Teichmuschel&nbsp; f\u00fcr die Lobau lebend gemeldet (Duda et al. 2023). Die Chinesische Teichmuschel steht in Konkurrenz zu den heimischen Arten und ist aus diesem Grund ebenfalls von besonderem Interesse f\u00fcr den Natur- und Artenschutz.&nbsp;<\/p>\n<figure id=\"attachment_6758\" aria-describedby=\"caption-attachment-6758\" style=\"width: 795px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6758\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/HF-20231116-WA0000-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"795\" height=\"596\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/HF-20231116-WA0000-1-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/HF-20231116-WA0000-1-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/HF-20231116-WA0000-1-rotated.jpg 770w\" sizes=\"auto, (max-width: 795px) 100vw, 795px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6758\" class=\"wp-caption-text\">Schalen von Malermuschel (links) und Teichmuschel (rechts) aus der Unteren Lobau 2023 (Foto Kurt Kracher)<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>R\u00fcckkehr der Muscheln? <\/strong><\/p>\n<p>Doch es besteht Hoffnung, dass nicht alles verloren ist. In den zwei vergangenen Jahren wurden bei diversen Begehungen, bei Niedrigwasser, in der Oberen und Unteren Lobau \u00dcberreste von Teich- und Flussmuscheln gefunden. Da die Schalen teilweise einen guten Erhaltungszustand aufwiesen, muss nicht unbedingt von \u201esubfossilen\u201c \u00dcberresten aus fr\u00fcheren Zeiten ausgegangen werden.<\/p>\n<p>Da sich die Muschellarven an Fischen entwickeln und mit ihnen verbreitet werden, ist eine Besiedelung der Lobaugew\u00e4sser sowohl aus den verbliebenen reproduktiven Populationen als auch mittels Einwanderung und Einbringung von Fischen aus geographisch m\u00f6glichst nahe gelegenen Gew\u00e4ssern gleichen Typs durchaus denkbar (Patzner &amp; M\u00fcller 1996), sofern geeignete Umweltbedingungen geschaffen werden.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich des \u00f6kologischen Stellenwerts und der Gef\u00e4hrdung der Muscheln sowie in Hinblick auf neue M\u00f6glichkeiten, die Lobau mit Wasser zu speisen, w\u00e4re es von gr\u00f6\u00dftem Interesse, den gegenw\u00e4rtigen Status der Vorkommen von Gro\u00dfmuscheln in den Gew\u00e4ssern der Lobau zu kennen. Eine detaillierte Kartierung der Gro\u00dfmuscheln der Lobau w\u00e4re w\u00fcnschenswert, da sie nicht nur Aufschluss \u00fcber die \u00fcberlebenden Best\u00e4nde der einzelnen Arten g\u00e4be, sondern auch Hinweise f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zu ihrem Schutz. Die Ergebnisse sollten eine Grundlage f\u00fcr Empfehlungen zur Optimierung ihrer Lebensbedingungen im Speziellen und des \u00d6kosystems im Allgemeinen sein.<\/p>\n<p><strong><sup>1<\/sup> <\/strong><em>Der Name kommt aus der griechischen Mythologie, wo die Najaden Nymphen sind, die \u00fcber Quellen, B\u00e4che, Fl\u00fcsse, S\u00fcmpfe, Teiche und Seen wachen. Trocknete das Gew\u00e4sser einer Najade aus, so musste sie sterben (Wikipedia)<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_6757\" aria-describedby=\"caption-attachment-6757\" style=\"width: 780px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-6757\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marmorgrundel_Teichmuschel_EgererBrueckl_20230914_105557-1-300x182.jpg\" alt=\"\" width=\"780\" height=\"473\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marmorgrundel_Teichmuschel_EgererBrueckl_20230914_105557-1-300x182.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marmorgrundel_Teichmuschel_EgererBrueckl_20230914_105557-1-1024x620.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marmorgrundel_Teichmuschel_EgererBrueckl_20230914_105557-1-768x465.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marmorgrundel_Teichmuschel_EgererBrueckl_20230914_105557-1-1536x929.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2024\/10\/Marmorgrundel_Teichmuschel_EgererBrueckl_20230914_105557-1-2048x1239.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 780px) 100vw, 780px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6757\" class=\"wp-caption-text\">Eine Teichmuschelschale als Versteck f\u00fcr eine junge Marmorgrundel&nbsp;<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/p>\n<p>Daill D., Pichler-Scheder C., Csar D., &amp; Gumpinger C. (2024): Gew\u00e4sser im Ausnahmezustand \u2013 die dramatische Situation der S\u00fc\u00dfwassermuscheln in \u00d6sterreich. Acta ZooBot Austra 160: 55-76. <a href=\"https:\/\/www.zoobot.org\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/4_Acta-160_Daill.pdf\">Download<\/a><\/p>\n<p>Duda M., Schubert H. C., Reisch\u00fctz A., Eschner A., Schnedl S-M., Sattmann H. &amp; Haring E. (2023): The mollusc fauna of the Lobau (Nationalpark Donau-Auen, Viennese part) over time \u2013 past, presence and future perspectives. Acta ZooBot Austria 159: 137-154. <a href=\"https:\/\/www.zoobot.org\/wp-content\/uploads\/2023\/06\/Acta159_07_Duda-et-al.pdf\">Download<\/a><\/p>\n<p>Fischer W, Reisch\u00fctz A., Duda M. (2009): Beitr\u00e4ge zur \u00f6sterreichischen Molluskenfauna XVI. Anmerkungen zur S\u00fc\u00dfwassermolluskenfauna Wiens. Nachrichtenblatt der Ersten Vorarlberger Malakologischen Gesellschaft 16: 5-20.<\/p>\n<p>Fischer W. (2022) Beitr\u00e4ge zur Kenntnis der \u00f6sterreichischen Molluskenfauna LXXVI. <em>Pseudanodonta<\/em> <em>complanata<\/em> (Rossm\u00e4ssler 1835) aus der Donau bei Orth an der Donau. Nachrichtenblatt der Ersten Vorarlberger Malakologischen Gesellschaft 29: 23-26.<\/p>\n<p>Ofenb\u00f6ck T. &amp; Riegler C. (2007): Erhebung und Einsch\u00e4tzung des Erhaltungszustandes der in Anhang II, IV und V der FFH-Richtlinie, sowie in der Wiener Naturschutzverordnung genannten und in Wien vorkommenden gesch\u00fctzten Muscheln und Flusskrebs-Arten. Magistratsabteilung 22 \u2013 Umweltschutz. <a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/kontakte\/ma22\/studien\/pdf\/muscheln.pdf\">Download<\/a><\/p>\n<p>Patzner R. A. (2004) Gro\u00dfmuscheln und ihre Wirtsfische. \u00d6sterreichs Fischerei 57 (11\/12): 278-281. <a href=\"https:\/\/www.zobodat.at\/pdf\/Oesterreichs-Fischerei_57_0278-0281.pdf\">Download<\/a><\/p>\n<p>Patzner R. &amp; M\u00fcller D. (1996):&nbsp; Gef\u00e4hrdung und R\u00fcckgang der Najaden-Muscheln (Unionidae, Bivalvia) in stehenden Gew\u00e4ssern. Berichte der Bayerischen Akademie f\u00fcr Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) 20: 177-196. <a href=\"https:\/\/www.anl.bayern.de\/publikationen\/berichte\/doc\/ber20027patzner_et_al_1996_gefaehrdung_najadenmuscheln.pdf\">Download<\/a><\/p>\n<p>Reisch\u00fctz P.L. (1973): Die Molluskenfauna der Wiener Augebiete. Mitteilungen der deutschen malakologischen Gesellschaft 3(25): 2-11.&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.zobodat.at\/pdf\/NachErstMalaGes_16_0025-0031.pdf\">Download<\/a><\/p>\n<p>Zieritz A., Sousa R., Aldridge D. C., Douda K., Esteves E., Ferreira-Rodriguez N., Mageroy J. H., Nizzoli D., \u00d6sterling M., Reis J., Riccardi N., Daill D., Gumpinger C. &amp;. Vaz A. S. (2022) A global synthesis of ecosystem services provided and disrupted by freshwater bivalve molluscs. Biological Reviews 97(5): 1967-1998. <a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/full\/10.1111\/brv.12878\">Download<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Text: Helmut Sattmann, Elisabeth Haring, Michael Duda Fotos: Kurt Kracher, Michael Wurm, Helmut Sattmann S\u00fc\u00dfwassermuscheln sind wenig bekannte, doch hochinteressante und \u00f6kologisch wertvolle Tiere. Allerdings geh\u00f6ren Fluss- und Teichmuscheln zu den am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdeten Organismen in Europa und sind auch in \u00d6sterreich stark r\u00fcckl\u00e4ufig. Im Besonderen gilt dies auch f\u00fcr die Wiener Gew\u00e4sser, beispielsweise die Lobau. 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