{"id":5833,"date":"2023-09-12T00:29:51","date_gmt":"2023-09-11T22:29:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=5833"},"modified":"2023-11-29T11:30:06","modified_gmt":"2023-11-29T10:30:06","slug":"untere-lobau-ueberfluege-stetiger-aufwaertstrend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/untere-lobau-ueberfluege-stetiger-aufwaertstrend\/","title":{"rendered":"Untere Lobau \/ \u00dcberfl\u00fcge: Stetiger Aufw\u00e4rtstrend"},"content":{"rendered":"<p><strong>Beharrlich n\u00e4hert sich das Ausma\u00df der \u00dcberfl\u00fcge \u00fcber den Nationalpark Donau-Auen wieder dem Rekordniveau von 2019. H\u00e4lt der Trend an, k\u00f6nnte der Rekord vielleicht bereits 2024 eingestellt werden. <\/strong> <\/p>\n<p>Im laufenden Jahr gab es bis inklusive August knapp 24.700 Flugbewegungen \u00fcber die Untere Lobau und den angrenzenden Teil des Nationalparks Donau-Auen in Nieder\u00f6sterreich &#8211; das entsprach 84 Prozent der \u00dcberfl\u00fcge im Vergleichszeitraum von 2019. 2022 waren es bis August erst rund 59 Prozent. Der &#8220;Aufholprozess&#8221; verl\u00e4uft hier derzeit etwas rascher als am Flughafen Schwechat insgesamt, wo bis inklusive August 82,5 Prozent der Flugbewegungen im Vergleichszeitraum von 2019 erreicht wurden.<\/p>\n<p>Der Rekord von 2019 wird heuer wohl nicht mehr eingestellt werden, aber im kommenden Jahr d\u00fcrfte es so weit sein &#8211; wenn der Flugverkehr weiter derart zunimmt. <\/p>\n<p>Wer in Gro\u00df-Enzersdorf oder bei Aufenthalten in der Unteren Lobau dennoch den Eindruck hat, es sei bereits genauso schlimm wie fr\u00fcher, liegt nicht so falsch: Die Zahl der Landeanfl\u00fcge erreichte mit rund 18.373 bereits fast 94 Prozent des Werts von 2019, und es sind die Landeanfl\u00fcge, die aufgrund der geringen Flugh\u00f6he viel st\u00f6render wirken als die Starts. Der h\u00f6here Anteil der Landungen ist offenbar der Wetterlage geschuldet, denn gelandet wird quer \u00fcber die Untere Lobau nur bei Wind aus s\u00fcdlicher Richtung. Dass die Zahl der Starts noch um mehr als 35 Prozent niedriger war als 2019, ist ein schwacher Trost. (<em>Nicht Ortskundige siehe Karte mit einem Flugspuren-Beispiel vom September 2021 unten!<\/em>)<\/p>\n<p>Der nachstehenden Grafik sind die Flugbewegungen \u00fcber die Lobau seit Anfang 2019 bis inklusive November 2022 zu entnehmen, getrennt nach Starts und Landungen (Anklicken f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Version).<\/p>\n<figure id=\"attachment_5834\" aria-describedby=\"caption-attachment-5834\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/flugbeweg_19-23_8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/flugbeweg_19-23_8-1024x578.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"361\" class=\"size-large wp-image-5834\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/flugbeweg_19-23_8-1024x578.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/flugbeweg_19-23_8-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/flugbeweg_19-23_8-768x434.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/flugbeweg_19-23_8-71x40.jpg 71w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/09\/flugbeweg_19-23_8.jpg 1064w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5834\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: <a href=\"https:\/\/vie.noiselab.casper.aero\/uploads\/Linien%20und%20Charterzahlen.pdf\" Target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Linien- und Charterzahlen<\/a>, eigene Berechnungen<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wien hinkt etwas nach. <\/strong>Der Aufschwung am Flughafen Schwechat hinkt \u00fcbrigens der weltweiten Entwicklung etwas nach. Gemessen an Passagierkilometern (RPK, f\u00fcr &#8220;revenue passenger kilometers&#8221;) lag das Volumen des weltweiten Passagiergesch\u00e4fts bereits im 2. Quartal 2023 um 4,5 Prozent h\u00f6her als im Vergleichsquartal 2019. (Quelle: IATA\/International Air Transport Association, <a href=\"https:\/\/www.iata.org\/en\/iata-repository\/publications\/economic-reports\/quarterly-air-transport-chartbook\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quarterly Air Transport Chartbook<\/a>.)<\/p>\n<p><strong>&#8220;Gr\u00fcne&#8221; Trends in der Flugbranche.<\/strong> Dass der Flughafen Schwechat sich seit Jahresbeginn &#8220;als einer der ersten Flugh\u00e4fen Europas&#8221; stolz &#8220;Green Airport&#8221; nennen darf, wurde hier bereits erw\u00e4hnt (siehe <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/untere-lobau-ueberfluege-zuletzt-bei-80-prozent-von-2019\/\">Untere Lobau: \u00dcberfl\u00fcge zuletzt bei 80 Prozent von 2019<\/a>). Mit 45 Hektar Solarpanelen gelingt es nun, den Strombedarf des Flughafens mit erneuerbarer Energie zu decken. Abgesehen vom Greenwashing-Effekt ist dagegen nichts einzuwenden. <\/p>\n<p>Einen weiteren &#8220;gr\u00fcnen&#8221; Trend in der Flugbranche, begr\u00fc\u00dft und gepusht auch von der IATA (siehe Quarterly Air Transport Chartbook, S.9 ff.),  h\u00e4lt der Autor dieser Zeilen aber f\u00fcr sehr bedenklich: den zunehmenden Einsatz sogenannter <strong>Sustainable Aviation Fuels<\/strong> als Beimischung zum Kerosin. Mangels Alternativen handelt es sich dabei derzeit gro\u00dfteils um HEFA-SPK (&#8220;Hydroprocessed Esters and Fatty Acids Synthetic Paraffinic Kerosine&#8221;) auf Basis pflanzlicher \u00d6le aus Algen, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jatropha\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jatropha<\/a> und Camelina (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Leindotter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leindotter<\/a>). (Siehe <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Aviation_biofuel\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Aviation biofuel, englische Wikipedia<\/a>.)<\/p>\n<p>Alles Agrarprodukte, die genausogut der Ern\u00e4hrung der Menschen dienen k\u00f6nnen und besser nicht in Flugzeugtanks landen sollten. <\/p>\n<p>Man kann nur hoffen, dass dieser mit dem Klimaschutz begr\u00fcndete Unfug nicht Ausma\u00dfe wie die ebenso gerechtfertigte Erzeugung von Bioethanol aus Mais (als Kraftstoffzusatz) erreicht. Blo\u00df ein F\u00fcnftel der Maismengen, die weltweit, insbesondere in den USA zu Ethanol verarbeitet werden, w\u00fcrde ausreichen, um die Unterern\u00e4hrung weltweit zu beseitigen (Stand 2020; siehe u. a. <a href=\"https:\/\/rpoth.at\/blog\/wirtschaftsfaktor-mais\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">rpoth.at\/blog, Wirtschaftsfaktor Mais<\/a>.)<\/p>\n<p><strong>Flugverkehr: Infos f\u00fcr nicht Ortskundige<\/strong><br \/>\n<figure id=\"attachment_4765\" aria-describedby=\"caption-attachment-4765\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/flugspuren_11-9-21a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/flugspuren_11-9-21a-300x235.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"235\" class=\"size-medium wp-image-4765\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/flugspuren_11-9-21a-300x235.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/flugspuren_11-9-21a-768x601.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/flugspuren_11-9-21a-117x91.jpg 117w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/flugspuren_11-9-21a.jpg 846w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4765\" class=\"wp-caption-text\">Quelle: <a href=\"https:\/\/flugspuren.at\/jart\/prj3\/flugspuren\/main.jart\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">flugspuren.at<\/a><\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Startende Flugzeuge (gr\u00fcne Linien) \u00fcberfliegen zwar ein gr\u00f6\u00dferes Gebiet, aber in der Regel in gr\u00f6\u00dferer H\u00f6he, w\u00e4hrend Flugzeuge im Landeanflug (violette Linien) zwar eine schmale Einflugschneise nutzen, den Auwald aber in wenigen hundert Metern H\u00f6he \u00fcberfliegen, mit weit gr\u00f6\u00dferem St\u00f6rpotenzial. Das betroffene Gebiet umfasst einen 400 bis 800 Meter breiten Streifen zu beiden Seiten der Zentrallinie der \u00dcberfl\u00fcge. Die sich daraus ergebende Fl\u00e4che von ca. 480 Hektar entspricht f\u00fcnf Prozent der Gesamtfl\u00e4che des Nationalparks, aber mehr als 20 Prozent des Wiener Teils! <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beharrlich n\u00e4hert sich das Ausma\u00df der \u00dcberfl\u00fcge \u00fcber den Nationalpark Donau-Auen wieder dem Rekordniveau von 2019. H\u00e4lt der Trend an, k\u00f6nnte der Rekord vielleicht bereits 2024 eingestellt werden. Im laufenden Jahr gab es bis inklusive August knapp 24.700 Flugbewegungen \u00fcber die Untere Lobau und den angrenzenden Teil des Nationalparks Donau-Auen in Nieder\u00f6sterreich &#8211; das entsprach 84 Prozent der \u00dcberfl\u00fcge im Vergleichszeitraum von 2019. 2022 waren es bis August erst rund 59 Prozent. 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