{"id":5655,"date":"2024-07-24T22:03:13","date_gmt":"2024-07-24T20:03:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=5655"},"modified":"2024-09-17T16:10:55","modified_gmt":"2024-09-17T14:10:55","slug":"trinkwasser-aus-dem-nationalpark-de-biesbosch-niederlande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/trinkwasser-aus-dem-nationalpark-de-biesbosch-niederlande\/","title":{"rendered":"Trinkwasser aus dem Nationalpark: De Biesbosch, Niederlande"},"content":{"rendered":"<p><strong>Glaubt man der Stadt Wien, gef\u00e4hrdet die Rettung der Unteren Lobau durch Dotationen die Trinkwasserversorgung. Doch die Region Rotterdam beweist: Aufbereitung macht&#8217;s m\u00f6glich. Sie deckt ihren Trinkwasserbedarf aus dem Nationalpark De Biesbosch. Das Feuchtgebiet bl\u00fcht und gedeiht, und das Wasser ist billiger als hierzulande.<\/strong><\/p>\n<p>Der <strong>Nationalpark De Biesbosch<\/strong> in den Niederlanden, am Zusammenfluss von Rhein und Maas, ist das einzige S\u00fc\u00dfwassergezeitengebiet Europas &#8211; und er hat einiges mit der Lobau und dem Nationalpark Donau-Auen gemeinsam. <\/p>\n<div style=\"float:right; width: 200px; border: 1px solid; padding: 5px; margin:5px;\"><em>Beitragsbild oben: Marschlandschaft in de Biesbosch.<\/em> &copy; Wikimedia, User Ymblanter, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International<\/a><\/em><\/div>\n<p>Einmal sind beide Nationalparks auch Natura-2000-Gebiete sowie Feuchtgebiete (Donau-Auen: Untere Lobau) unter dem Schutz der Ramsar-Konvention, der \u00d6sterreich vor fast genau 40 Jahren beigetreten ist &#8211; am 12. April 1983 (siehe <a href=\"https:\/\/naturschutzbund.at\/40-jahre-ramsar-in-oesterreich.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">40 Jahre Ramsar in \u00d6sterreich<\/a>). Mit 9.640 Hektar bzw. ca. 9.600 Hektar (Donau-Auen) sind beide Schutzgebiete derzeit fast gleich gro\u00df (De Biesbosch soll aber auf 12.000 Hektar erweitert werden). De Biesbosch wurde 1994 zum Nationalpark erkl\u00e4rt, das Gebiet der Donau-Auen nur wenig sp\u00e4ter, 1996. Und mit der Lobau gemein hat er zudem einige gesch\u00fctzte Arten wie den Biber, den Europ\u00e4ischen Schlammpeitzger, den Bitterling und &#8211; jedenfalls als zeitweiligen Gast &#8211; den Seeadler. (Siehe u. a. <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/lobau-geschuetzte-tierarten-der-gewaesser-und-feuchtlebensraeume\/\">Lobau: Gesch\u00fctzte Tierarten der Gew\u00e4sser und Feuchtlebensr\u00e4ume<\/a>.) <\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich spielt De Biesbosch eine herausragende Rolle f\u00fcr die <strong>Trinkwasserversorgung <\/strong>in der Region Rotterdam: Rund 1,5 Millionen Menschen sind permanent auf Trinkwasser aus De Biesbosch angewiesen. Auch hier gibt es eine Parallele: Die Stadt Wien deckt einen &#8211; wenn auch vergleichsweise unbedeutenden &#8211; Teil ihres Trinkwasserbedarfs aus dem Nationalpark, mit dem 1966 er\u00f6ffneten Grundwasserwerk Lobau in der Unteren Lobau. <\/p>\n<p><strong>Aufbereitung vs. Desinfektion.<\/strong> Es gibt aber einen Unterschied zwischen den beiden Nationalparks, der \u00fcber Gedeih oder Verderben entscheidet: Das Wasser aus De Biesbosch wird aufbereitet, das Wasser aus der Unteren Lobau lediglich desinfiziert. In De Biesbosch besteht kein Konflikt mit der Erhaltung des Schutzgebiets, eher ist das Gegenteil der Fall: ohne nat\u00fcrliche Durchstr\u00f6mung kein Trinkwasser. In der Unteren Lobau verh\u00e4lt es sich umgekehrt: Jede Zufuhr von Oberfl\u00e4chenwasser &#8211; die einzige M\u00f6glichkeit, das Schutzgebiet zu retten &#8211; k\u00f6nnte die Trinkwassergewinnung gef\u00e4hrden, bef\u00fcrchtet die Stadt Wien. Und bisher weigert sich Wien beharrlich, die Aufbereitung als m\u00f6gliche L\u00f6sung anzuerkennen. <\/p>\n<p><strong>Ohne Deltawerke kein De Biesbosch<\/strong><\/p>\n<p>Zur\u00fcck zu De Biesbosch. Der Nationalpark ist eine delta\u00e4hnliche Flusslandschaft zwischen der Waal, dem s\u00fcdlichen M\u00fcndungsarm des Rheins (Waal) und der Maas &#8211; eine Anh\u00e4ufung von Flussinseln, durchstr\u00f6mt von zahlreichen Nebenarmen. Die Charakteristik des heutigen Nationalparks verdankt sich einem weitreichenden Eingriff in die &#8220;nat\u00fcrlichen&#8221; Verh\u00e4ltnisse: dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Haringvlietdam\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Haringvlietdamm<\/a>, einem der enormen Bauwerke, die in den Niederlanden errichtet wurden, um sich vor den Gewalten des Meeres zu sch\u00fctzen. Das gr\u00f6\u00dfte Tidesperrwerk Europas entstand zwischen 1958 und 1970 als Teil des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deltawerke\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Deltaplans<\/a> und liegt etwa 50 Kilometer flussabw\u00e4rts von De Biesbosch (siehe Karte). Der Damm ist 5 Kilometer lang und 56 Meter breit. Sowohl die Menge des bei Flut eindringenden Meerwassers als auch der Abfluss von Flusswasser in die Nordsee kann so reguliert werden. <\/p>\n<figure id=\"attachment_5653\" aria-describedby=\"caption-attachment-5653\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/karte_biesbosch_gross.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/karte_biesbosch_gross-1024x650.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"406\" class=\"size-large wp-image-5653\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/karte_biesbosch_gross-1024x650.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/karte_biesbosch_gross-300x190.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/karte_biesbosch_gross-768x487.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/karte_biesbosch_gross-174x111.jpg 174w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/karte_biesbosch_gross.jpg 1270w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5653\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/www.openstreetmap.org\/copyright\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a9 OpenStreetMap contributors<\/a>, Bearbeitung: Robert Poth<\/figcaption><\/figure>\n<p>Seit 2011 werden die Schleusen etwas ge\u00f6ffnet, wenn der Pegel im Haringvliet unter dem des Meeres liegt, was wieder zu Gezeiten flussaufw\u00e4rts f\u00fchrt, wenn auch stark abgeschw\u00e4cht, und die Migration von Fischen erm\u00f6glicht. Tats\u00e4chlich kommt der Atlantische Lachs in De Biesbosch ebenso vor wie weniger bekannte, ebenfalls gesch\u00fctzte Arten, die zum Laichen ihr Habitat wechseln (vom Meer ins S\u00fc\u00dfwasser), darunter der Maifisch (Alosa alosa), die Finte (Alosa fallax), das Flussneunauge (Lampetra fluviatilis) und das Meerneunauge (Petromyzon marinus).<\/p>\n<figure id=\"attachment_5652\" aria-describedby=\"caption-attachment-5652\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Haringvlietdam_2006_06_18-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Haringvlietdam_2006_06_18-2-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"427\" class=\"size-large wp-image-5652\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Haringvlietdam_2006_06_18-2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Haringvlietdam_2006_06_18-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Haringvlietdam_2006_06_18-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Haringvlietdam_2006_06_18-2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Haringvlietdam_2006_06_18-2-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Haringvlietdam_2006_06_18-2-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5652\" class=\"wp-caption-text\">Haringvlietdamm. <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/nl:User:Quistnix\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quistnix<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.5\/deed.en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Creative Commons Attribution 2.5 Generic<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Oberfl\u00e4chenwasser aus der Maas<\/strong><br \/>\nDas in De Biesbosch gewonnene Trinkwasser stammt aus drei von der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Maas\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Maas<\/a> gespeisten Speicherbecken im Nationalpark, De Petrusplaat (1), De Honderd en Dertig (2) und De Gijster (3) (siehe Karte). Dort wird es \u00fcber mehrere Monate nat\u00fcrlich gereinigt, dann abgepumpt und schlie\u00dflich weiter aufbereitet. Die Speicherkapazit\u00e4t der Becken liegt bei mehr als einem Monatsbedarf. Ihre Gesamtfl\u00e4che betr\u00e4gt 673 Hektar, das ist um ein Drittel mehr als die Fl\u00e4che der ganzen Neuen Donau. Solange die Maas und der Rhein nicht austrocknen, hat der Nationalpark eine gesicherte Zukunft &#8211; und auch die Trinkwassergewinnung. <\/p>\n<figure id=\"attachment_5650\" aria-describedby=\"caption-attachment-5650\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/biesbosch_openstreetmap_neu_bearb.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/biesbosch_openstreetmap_neu_bearb-1024x660.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"413\" class=\"size-large wp-image-5650\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/biesbosch_openstreetmap_neu_bearb-1024x660.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/biesbosch_openstreetmap_neu_bearb-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/biesbosch_openstreetmap_neu_bearb-768x495.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/biesbosch_openstreetmap_neu_bearb-174x111.jpg 174w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/biesbosch_openstreetmap_neu_bearb-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/biesbosch_openstreetmap_neu_bearb.jpg 1351w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5650\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/www.openstreetmap.org\/copyright\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a9 OpenStreetMap contributors<\/a>, Bearbeitung: Robert Poth<br \/><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Trinkwasser: Kein Qualit\u00e4tsproblem &#8230;<\/strong><br \/>\nMenschen in Wien, die mit Recht stolz auf &#8220;ihr&#8221; Hochquellenwasser sind, werden vielleicht mitleidig mit den Achseln zucken: Die armen Leute in den Niederlanden kennen halt nichts anderes. Und dabei wohl nicht wissen oder vergessen haben, dass wir bis vor nicht allzulanger Zeit zumindest dann und wann auch Oberfl\u00e4chenwasser in den Leitungen hatten &#8211; aus dem Wienerwaldsee; der Betrieb des Wasserwerks dort wurde 2003\/2004 eingestellt. <\/p>\n<p>Abgesehen von Geschmacksfragen: Die Qualit\u00e4t des Trinkwassers ist in den Niederlanden hoch. Seit 2005 wird wegen der Bildung von potenziell gesundheitssch\u00e4dlichen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Trihalogenmethane\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Trihalogenmethanen<\/a> darauf verzichtet, Trinkwasser mit Chlor (Chlorgas) zu desinfizieren (<a href=\"https:\/\/www.omnisys.nl\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DrinkingWater2006_nomodules.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Drinking Water. Principles and Practices, 2006<\/a>). Desinfektion erfolgt nur mehr mit Ozon, Wasserstoffperoxid und UV-Licht, also auch nicht mit Chlordioxid, das im Grundwasserwerk Lobau verwendet wird. <\/p>\n<p>Wasser wird in den Niederlanden generell einfach aus dem Hahn getrunken. Das schl\u00e4gt sich auch in einem fast rekordverd\u00e4chtig geringen Konsum von in Flaschen abgef\u00fclltem Trinkwasser nieder &#8211; 28 Liter pro Kopf waren es 2019, weit weniger als in \u00d6sterreich (95 Liter) und in Italien (200 Liter), dem Spitzenreiter im Europavergleich. (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.reddit.com\/r\/europe\/comments\/vspgd9\/bottled_water_consumption_per_capita_in_europe\/?rdt=51944\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.reddit.com\/r\/europe\/comments\/vspgd9\/bottled_water_consumption_per_capita_in_europe<\/a>). <\/p>\n<p><strong>&#8230; und billiger als in Wien<\/strong><\/p>\n<p>Und teuer ist das Trinkwasser auch nicht, trotz Aufbereitung. Die Gesamtkosten von Trinkwasser f\u00fcr Endverbraucher in der Region (Brabant) beliefen sich 2023 auf 1,42 Euro pro Kubikmeter (<a href=\"https:\/\/www.vewin.nl\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/5283-vewin-kerngegevens-2023-a6-staand_nl-web.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kerngegevens drinkwater 2023, Seite 3 (PDF)<\/a>). F\u00fcr 2024 gibt der Versorger (Brabant Water) einen Preis von nur 1,25 Euro \/ m\u00b3 an (<a href=\"https:\/\/www.brabantwater.nl\/rekening-en-betalen\/tarieven\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Drinkwatertarieven<\/a>).<br \/>\nWas kostete ein Kubikmeter Wasser in Wien im selben Jahr? 2,14 Euro, um einiges mehr (siehe <a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/amtshelfer\/umwelt\/wasser\/wasseranschluss\/wassergebuehr.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wiener Wassergeb\u00fchren<\/a>). <\/p>\n<p><strong>Wien ist anders<\/strong><br \/>\nVor diesem Hintergrund wirkt die Weigerung der Stadt Wien, f\u00fcr eine Aufbereitung des Grundwassers aus der Unteren Lobau zu sorgen, fast schon absurd. Zuletzt ging die zust\u00e4ndige Magistratsabteilung, die MA 31 (Wiener Wasser), sogar so weit, ihr Njet zur Aufbereitung mit einer Verbesserung der Qualit\u00e4t des Donauwassers zu rechtfertigen. &#8220;Aufgrund der positiven Entwicklung der Wasserqualit\u00e4t der Donau musste keine Aufbereitungsanlage, wie die von Ihnen angesprochene TWAA Kleeh\u00e4ufel, errichtet werden&#8221;, hie\u00df es Ende M\u00e4rz in einer Antwort an Diplomkaufmann Hans Schmid, einem engagierten Anrainer der Lobau. Eine Offenbarung: Damit bewertet die Stadtverwaltung auch die Rettung der Unteren Lobau, die mit einer Aufbereitungsanlage f\u00fcr das Grundwasserwerk m\u00f6glich w\u00e4re, als unn\u00f6tigen Luxus. Dass die Verbesserung der Qualit\u00e4t des Donauwassers auch angef\u00fchrt werden k\u00f6nnte, um die Gef\u00e4hrdung der Grundwasserqualit\u00e4t durch Dotationen der Unteren Lobau infrage zu stellen, ist der MA 31 offenbar auch entgangen. Aber wie wir ja wissen: Wien ist anders.<\/p>\n<p><strong>Biesbosch, Weblinks<\/strong><br \/>\n* <a href=\"https:\/\/np-debiesbosch.nl\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Website De Biesbosch<\/a><br \/>\n* <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/De_Biesbosch_National_Park\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nationalpark De Biesbosch (engl. Wikipedia)<\/a><br \/>\n* <a href=\"https:\/\/natura2000.eea.europa.eu\/Natura2000\/SDF.aspx?site=NL3000040\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Standard Data Form des Natura-2000-Gebiets De Biesbosch<\/a><br \/>\n* <a href=\"https:\/\/www.holland.com\/de\/tourist\/holland-storys\/niederlande-wasserland\/nationalpark-de-biesbosch.htm\">De Biesbosch &#8211; Tourismusinformation<\/a><br \/>\n* <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Haringvlietdam\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Haringvlietdam (engl. Wikipedia)<\/a><br \/>\n* <a href=\"https:\/\/www.omnisys.nl\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/DrinkingWater2006_nomodules.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Drinking Water. Principles and Practices, 2006<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Glaubt man der Stadt Wien, gef\u00e4hrdet die Rettung der Unteren Lobau durch Dotationen die Trinkwasserversorgung. Doch die Region Rotterdam beweist: Aufbereitung macht&#8217;s m\u00f6glich. Sie deckt ihren Trinkwasserbedarf aus dem Nationalpark De Biesbosch. Das Feuchtgebiet bl\u00fcht und gedeiht, und das Wasser ist billiger als hierzulande. Der Nationalpark De Biesbosch in den Niederlanden, am Zusammenfluss von Rhein und Maas, ist das einzige S\u00fc\u00dfwassergezeitengebiet Europas &#8211; und er hat einiges mit der Lobau und dem Nationalpark Donau-Auen gemeinsam&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"author":9,"featured_media":5654,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[158],"tags":[],"class_list":["post-5655","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-rettet-die-lobau"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5655","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5655"}],"version-history":[{"count":19,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5655\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6418,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5655\/revisions\/6418"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5654"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5655"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5655"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5655"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}