{"id":5538,"date":"2023-02-28T16:40:35","date_gmt":"2023-02-28T15:40:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=5538"},"modified":"2025-11-16T15:50:07","modified_gmt":"2025-11-16T14:50:07","slug":"zukunft-wienerwald-nord-ost-mission-erfuellt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/zukunft-wienerwald-nord-ost-mission-erfuellt\/","title":{"rendered":"Zukunft Wienerwald Nord-Ost: Mission erf\u00fcllt"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-5539 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/ZukunftWienerwaldNord-OstFarbe_klein.jpg\" alt=\"\" width=\"229\" height=\"112\">Um in Wien-Donaustadt die Stadtwildnis am ehemaligen Verschiebebahnhof Breitenlee zu erhalten und der \u00d6ffentlichkeit zu erschlie\u00dfen, wurde im Mai 2014 der \u00fcberparteiliche Verein \u201cZukunft Wienerwald Nord-Ost\u201d gegr\u00fcndet.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die Forderung Gr\u00fcner Bezirkspolitiker und Natursch\u00fctzer, das \u00f6kologisch wertvolle Bahnhofsgel\u00e4nde endlich und dauerhaft als Oase der Artenvielfalt zu bewahren, hat die Stadt nach vielen Jahren endlich zum Handeln gebracht. Die Wildnis, die nur etwa f\u00fcnf Kilometer von der Lobau entfernt liegt, scheint nun langfristig gesichert zu sein.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Somit hat der Verein seine Mission erf\u00fcllt. Am 14. J\u00e4nner 2023 wurde er aufgel\u00f6st.<\/strong><\/p>\n<p>Das vorhandene Verm\u00f6gen in H\u00f6he von 490 Euro musste gem\u00e4\u00df Statuten an eine Organisation \u201e\u00e4hnlicher Zielsetzung\u201c \u00fcbertragen werden. Die Generalversammlung beschloss, es dem \u201eLobaumuseum \u2013 Verein f\u00fcr Umweltgeschichte\u201c zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Die &#8220;Entdeckung&#8221; der wunderbaren Breitenleer G&#8217;stettn fand im Jahr 1984 statt. Dass es sie heute noch gibt, ist dem Einsatz von B\u00fcrgern, Biologen und Natursch\u00fctzern zu verdanken. Hier die wechselvolle Geschichte:<\/p>\n<h3 style=\"padding-left: 40px;\">Wie Wiens kostbarste Stadtwildnis erkannt und gerettet wurde<\/h3>\n<p>Im Sommer 1984 stellt sich bei den Arbeiten f\u00fcr die gro\u00dfe Wiener Biotopkartierung heraus, dass &#8211; abgesehen von Lobau und Bisamberg &#8211; jenseits der Donau der stillgelegte Verschiebebahnhof von Breitenlee das wichtigste Naturreservoir der Stadt sei.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Paradies-an-den-Geleisen-a.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5544\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Paradies-an-den-Geleisen-a-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"399\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Paradies-an-den-Geleisen-a-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Paradies-an-den-Geleisen-a-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Paradies-an-den-Geleisen-a-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Paradies-an-den-Geleisen-a-71x40.jpg 71w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Paradies-an-den-Geleisen-a.jpg 1266w\" sizes=\"auto, (max-width: 399px) 100vw, 399px\" \/><\/a>Dort w\u00fcrden Tiere und Pflanzen vorkommen, die f\u00fcr Wien einmalig seien. Etwa der in \u00d6sterreich nur von hier bekannte osteurop\u00e4ische Feld-Bergfenchel und der Hanfbl\u00e4ttrige Eibisch, dessen letzte Nachweise aus dem vorigen Jahrhundert stammen.<\/p>\n<p>Das Salz-Tausendguldenkraut, das in Wien sonst nur noch in den Staubecken des Wientales gedeiht. Und die Spatzenzunge, die man nur aus der Lobau und aus Unterlaa kennt. Die Vorkommen des Sp\u00e4ten Bitterlings und des Acker-Schwarzk\u00fcmmels z\u00e4hlen ebenso zu den Wiener Rarit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Die Tierwelt w\u00fcrde in Breitenlee mit einer hohen Vielfalt von Insekten aufwarten und mit f\u00fcr den 22. Bezirk auffallend vitalen Vorkommen von Zauneidechsen, \u00c4skulapnattern und Blindschleichen, obendrein mit Rehen, Fasanen, F\u00fcchsen, Hasen und Wildschweinen. Das Areal gilt dar\u00fcber hinaus als wichtiges Jagdgebiet f\u00fcr Flederm\u00e4use und als Rast- und Brutplatz f\u00fcr zahlreiche Vogelarten.<\/p>\n<p>Keine Frage: Das alte Bahnhofsareal ist Wiens kostbarste Stadtwildnis. Wie konnte es dazu kommen?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/P1030853-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5545\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/P1030853-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"394\" height=\"222\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/P1030853-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/P1030853-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/P1030853-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/P1030853-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/P1030853-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/P1030853-71x40.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 394px) 100vw, 394px\" \/><\/a>Die Widmung des Gel\u00e4ndes ist ein Relikt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs: 1914 wird mit der Planung des Bahnhofs begonnen, Anfang 1916 wird das Projekt genehmigt. In Folge der Inflation explodieren jedoch die Baukosten und im April 1921 muss das Vorhaben gestoppt werden. Im Dezember 1923 werden s\u00e4mtliche Baut\u00e4tigkeiten eingestellt &#8211; und nie wieder aufgenommen.<\/p>\n<p>Das neunzig Hektar gro\u00dfe Gebiet bleibt als \u201eEisenbahnanlage\u201c im Eigentum der Bundesbahnen, entwickelt sich im Lauf der Jahrzehnte zu einer Wildnis und zu einem unverzichtbaren Element eines zuk\u00fcnftigen, geschlossenen Wiener \u201eGr\u00fcng\u00fcrtels\u201c \u2013 ein Vorhaben, das die Stadt seit 120 Jahren ebenso beharrlich wie erfolglos zu verwirklichen versucht.<\/p>\n<p>Im November 1995 beschlie\u00dft der Gemeinderat, naturschutzfachlich wertvolle Fl\u00e4chen, die Teil eines solchen, umfassenden Wiener Gr\u00fcng\u00fcrtels sein k\u00f6nnten, vorsorglich zu sichern. Das betrifft vor allem den 21. und 22. Bezirk. Der Verschiebebahnhof Breitenlee z\u00e4hlt nat\u00fcrlich dazu.<\/p>\n<p>Er steht zu dieser Zeit noch im Kreuzfeuer gegens\u00e4tzlicher Interessen: Die \u00d6BB diskutieren den Bau eines G\u00fcterterminals, eine Umfahrungsstra\u00dfe ist angedacht, die mitten hindurch f\u00fchren w\u00fcrde, und es gibt sogar den Plan, das Areal f\u00fcr Kleing\u00e4rten zu parzellieren.<\/p>\n<p>Um all dies abzuwenden, bef\u00fcrwortet der Wiener Naturschutzbeirat 1998 in einer Resolution, den Bahnhof Breitenlee zum \u201eGesch\u00fctzten Landschaftsteil\u201c zu erkl\u00e4ren. Die Magistratsabteilung MA 22 Umweltschutz erteilt einer Gruppe von Experten den Auftrag, rechtliche und faktische Grundlagen f\u00fcr eine Unterschutzstellung zu erarbeiten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/2013-06-16-294-a-scaled-e1677606056991.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5546\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/2013-06-16-294-a-scaled-e1677606056991-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"431\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/2013-06-16-294-a-scaled-e1677606056991-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/2013-06-16-294-a-scaled-e1677606056991-1024x578.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/2013-06-16-294-a-scaled-e1677606056991-768x434.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/2013-06-16-294-a-scaled-e1677606056991-1536x868.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/2013-06-16-294-a-scaled-e1677606056991-2048x1157.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/2013-06-16-294-a-scaled-e1677606056991-71x40.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 431px) 100vw, 431px\" \/><\/a>Zitat aus dem Bericht: <em>&#8220;Der Breitenleer Bahnhof ist aufgrund seiner Gr\u00f6\u00dfe das wichtigste Trittsteinbiotop zwischen Bisamberg und Lobau bzw. als Vorposten zum Marchfeld.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>In der Folge kommt die Entwicklung zum Stillstand. Im M\u00e4rz 2012 wird die Bezirksorganisation Donaustadt der Gr\u00fcnen auf das Breitenleer Schmuckst\u00fcck aufmerksam, das \u2013 wie sich herausstellt &#8211; bei den \u00d6BB noch immer als Reservefl\u00e4che f\u00fcr einen Bahnhof gilt.<\/p>\n<p>Im Dezember 2012 bringt das Team im Bezirksparlament eine Resolution ein, mit der Forderung, das Gebiet unter Naturschutz zu stellen. Die Resolution wird einstimmig angenommen.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcne Klubobfrau <a href=\"https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20250826_OTS0077\/gruene-wien-nachruf-auf-eva-hauk-19412025\">Eva Hauk<\/a> (\u2020 2025) tr\u00e4gt ihr Anliegen um die Bewahrung der Wildnis dem damaligen Donaust\u00e4dter Bezirksvorsteher <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norbert_Scheed\">Norbert Scheed<\/a> (\u2020 2014) auch pers\u00f6nlich vor. Das Gebiet sei \u2013 so betont sie \u2013 doch eben der wichtigste Teil einer gr\u00fcnen Verbindungsachse zwischen Bisamberg und der Lobau, ein zweiter \u201eWienerwald\u201c sozusagen.<\/p>\n<p>Norbert Scheed ist von Hauks Initiative angetan, im Juni 2013 geht er damit an die Presse und nennt das Projekt \u201eWienerwald Nord-Ost\u201c.&nbsp; Nun steht nicht mehr ausschlie\u00dflich das Gel\u00e4nde des Verschiebebahnhofs im Fokus, sondern auch daran anschlie\u00dfende landwirtschaftliche Fl\u00e4chen im Ausma\u00df von vielen hundert Hektar.<\/p>\n<p>Angesichts des Presse-Echos schlie\u00dft sich Umweltstadtr\u00e4tin Ulli Sima der Initiative des Bezirksvorstehers an. Die Gr\u00fcnen Ideengeber werden nicht erw\u00e4hnt. Als Eva Hauk Norbert Scheed damit konfrontiert, gibt sich dieser zerknirscht und verspricht von nun an eine Kooperation auf Augenh\u00f6he.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Vereinsgruendung-2014-WNO-1024x768sm.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5547\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Vereinsgruendung-2014-WNO-1024x768sm-300x181.jpg\" alt=\"\" width=\"398\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Vereinsgruendung-2014-WNO-1024x768sm-300x181.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Vereinsgruendung-2014-WNO-1024x768sm-768x465.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Vereinsgruendung-2014-WNO-1024x768sm.jpg 787w\" sizes=\"auto, (max-width: 398px) 100vw, 398px\" \/><\/a>Also versammelt sich im Fr\u00fchjahr 2014 eine Gruppe von Donaust\u00e4dtern unter dem Dach eines neuen, \u00fcberparteilichen Vereins namens \u201eZukunft Wienerwald Nord-Ost\u201c. Sie wollen das Projekt vorantreiben, endlich die rechtliche Absicherung des Gebietes als Teil des Wald- und Wieseng\u00fcrtels verankern und bei der Verwirklichung des zuk\u00fcnftigen Naherholungsgebietes mithelfen &#8211; als Ideengeber und Informationsplattform.<\/p>\n<p><em>\u201eDurch das Engagement des Donaust\u00e4dter Bezirksvorstehers, durch einstimmige Beschl\u00fcsse in der Bezirksvertretung, sowie dem Einsatz vieler Menschen an der Basis \u2013 letzteres ist der Zweck des Vereins \u2013 haben wir berechtigte Hoffnung, dass die Idee dieses Gr\u00fcnen Erholungsgebietes \u2013 in Form einer Stadtwildnis \u2013 in naher Zukunft verwirklicht werden kann.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die ersten Exkursionen in die wunderbare \u201eG\u2019stettn\u201c gibt es bereits 2013 \u2013 um die Stimmung zu sch\u00fcren und um auf diese Weise auf den Bezirk und die Stadt Druck auszu\u00fcben.<\/p>\n<p>Am 14. Juni 2013 pilgert somit erstmals eine erlesene Gruppe von Interessierten nach Breitenlee, darunter der Gr\u00fcne Gemeinderat <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/R%C3%BCdiger_Maresch\">R\u00fcdiger Maresch<\/a>, <a href=\"https:\/\/jagd-wien.at\/geschaeftsstellen\/\">Bezirksj\u00e4germeister Thomas Sch\u00f6n<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/praesident-des-wiener-naturschutzbundes-gestorben\/\">Hannes Minich<\/a> (\u20202017), der Pr\u00e4sident des Wiener Naturschutzbundes, <a href=\"https:\/\/www.parlament.gv.at\/person\/1186\">Madeleine Petrovic<\/a>, mittlerweile Pr\u00e4sidentin von Tierschutz Austria, sowie Reinhold Gayl, der ehemalige Leiter der Abteilung \u00d6kologie am Naturhistorischen Museum Wien.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20160521_160308_001-scaled-e1677605942492.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5548\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20160521_160308_001-scaled-e1677605942492-300x184.jpg\" alt=\"\" width=\"413\" height=\"253\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20160521_160308_001-scaled-e1677605942492-300x184.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20160521_160308_001-scaled-e1677605942492-1024x627.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20160521_160308_001-scaled-e1677605942492-768x470.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20160521_160308_001-scaled-e1677605942492-1536x941.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/20160521_160308_001-scaled-e1677605942492-2048x1254.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 413px) 100vw, 413px\" \/><\/a>Ab 2014 werden solche Exkursionen im Rahmen des neuen Vereins und in Zusammenarbeit mit dem Wiener Naturschutzbund organisiert. Am 13. September 2014 zum Beispiel \u2013 trotz Schlechtwetters &#8211; ein Spaziergang unter der F\u00fchrung von <a href=\"https:\/\/www.zobodat.at\/personen.php?id=1562&amp;bio=full\">Prof. Wolfgang Adler<\/a>, einem der besten Kenner der \u00f6sterreichischen Pflanzenwelt, in Begleitung des legend\u00e4ren Vegetationskundlers <a href=\"https:\/\/www.zobodat.at\/biografien\/Zukrigl_Kurt_bio_120319.pdf\">Univ. Prof. Kurt Zukrigl<\/a>.<\/p>\n<p>Die vielen Exkursionen mit professionellen Botanikern kommen immer zur gleichen Erkenntnis: Abgesehen vom Nationalpark Lobau ist das Gebiet die letzte gro\u00dfe, zusammenh\u00e4ngende, wenig genutzte Fl\u00e4che, die in Wien-Donaustadt als Gr\u00fcnstruktur weithin in der Landschaft zu erkennen ist.<\/p>\n<p>Die Vegetation besteht zum einen aus Pioniergeh\u00f6lzen wie Pappeln, Wildkirschen, Feldulmen, Feldahorn, Schlehen, Liguster und Wildrosen, zum anderen aus Trockenwiesen. Der Biotoptyp \u201eHalbtrocken- und Trockenrasen\u201c ist auf Wiener Stadtgebiet au\u00dferhalb der Hei\u00dfl\u00e4nden der Lobau und im Wienerwald nur in geringem Ausma\u00df bzw. auf sehr kleinen Einzelfl\u00e4chen zu finden.<\/p>\n<p>Kurzum: Der Breitenleer Verschiebebahnhof ist &#8211; wie schon 1984 erkannt &#8211; ohne jeden Zweifel ein Juwel.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Brachlandschaft.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-5549\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Brachlandschaft-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"416\" height=\"234\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Brachlandschaft-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Brachlandschaft-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Brachlandschaft-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Brachlandschaft-71x40.jpg 71w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Brachlandschaft.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 416px) 100vw, 416px\" \/><\/a>Der wohlwollende Bezirksvorsteher Norbert Scheed verstirbt \u00fcberraschend im Juli 2014. Seine Initiative hat gl\u00fccklicherweise Bestand:<\/p>\n<p>Im April 2015 beschlie\u00dft die Stadt Wien, Scheeds Plan einer Erweiterung des Gebietes unter Einbeziehung landwirtschaftlicher Fl\u00e4chen in die Tat umzusetzen. Im Juni 2015 werden per Verordnung tausend Hektar zum Landschaftsschutzgebiet erkl\u00e4rt und in Gedenken \u201eNorbert-Scheed-Wald\u201c benannt.<\/p>\n<p>In den Worten der Stadtverwaltung:<\/p>\n<p><em>\u201eMit dem Norbert-Scheed-Wald wird ein Erholungsraum mit besonderer Qualit\u00e4t geschaffen: ein vielfach nutzbarer zeitgem\u00e4\u00dfer Stadterholungsraum, der \u00d6kologie, Naturschutz, Landwirtschaft, Erholung, Freizeit, Mobilit\u00e4t und Klimavorsorgefunktion in einzigartiger Weise vereint. Ein neues Leitsystem wird der Orientierung dienen und auf Besonderes aus dem Tier- und Pflanzenreich hinweisen, aber auch Interessantes zu Geschichte und Nutzung des Gebietes vermitteln. Erholungssuchende finden somit Raum f\u00fcr Entspannung und naturvertr\u00e4gliche Aktivit\u00e4t.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Im November 2025 wird das Areal von der Wiener Landesregierung als Europaschutzgebiet deklariert. Damit ist der Verschiebebahnhof Breitenlee Wiens sechstes Natura 2000-Gebiet von europ\u00e4ischer Bedeutung &#8211; ausgewiesen sowohl nach der Vogelschutz-Richtlinie als auch nach der Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie der EU. Vorgegebenes Ziel: die Bewahrung eines \u201eg\u00fcnstigen Erhaltungszustandes\u201c der im Gebiet vorkommenden Tier- und Pflanzenarten und ihrer Lebensr\u00e4ume.<\/p>\n<p><strong>Es sei ein Jahrhundertprojekt, werden die Botschafter der Stadtverwaltung nicht m\u00fcde, immer wieder aufs Neue zu betonen. Am Anfang der Realisierung stehen Natursch\u00fctzer, Gr\u00fcne Bezirkspolitiker, der Wiener Naturschutzbund, ein paar Botaniker und der Verein \u201eZukunft Wienerwald Nord-Ost\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><em>Fotos: Kurt Kracher, Manfred Christ, Archiv Verein Zukunft Wienerwald Nord-Ost<\/em><\/p>\n<p>ngg_shortcode_0_placeholder<strong>Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>E-Mail von Eva Hauk am 28.2.2023<\/li>\n<li>Protokoll der Mitgliederversammlung des Vereins Zukunft Wienerwald Nordost am 14.1.2023<\/li>\n<li>Norbert-Scheed-Wald <a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/umwelt\/wald\/erholung\/wienerwald\/norbert-scheed-wald.html\">https:\/\/www.wien.gv.at\/umwelt\/wald\/erholung\/wienerwald\/norbert-scheed-wald.html<\/a> (Abgerufen am 28.2.2023)<\/li>\n<li>Christ, Manfred (2013): Wiens kostbarste Stadtwildnis. In: Kamerad Tier \u2013 Aktuelles f\u00fcr Tierfreunde. Zeitschrift des Vereins Blauer Kreis &#8211; Zoologische Gesellschaft \u00d6sterreichs f\u00fcr Tier- und Artenschutz 3+4\/2013 (Seite 6)<\/li>\n<li>Mayer, Gerhard (2012): Bahnhofchronik S\u00fc\u00dfenbrunn \u2013 Breitenlee \u2013 Leopoldau \u2013 Gerasdorf (PDF von PPT)<\/li>\n<li>ARGE Vegetations\u00f6kologie und angewandte Naturschutzforschung (1999): Sicherung des Verschiebebahnhofes Breitenlee als gesch\u00fctzter Landschaftsteil. Bericht im Auftrag der MA 22.<\/li>\n<li>Christ, Manfred (1991): Verschiebebahnhof Breitenlee. In: ORF-Sendereihe \u201eTreffpunkt Natur\u201c vom 25.4.1991 (L\u00e4nge 12 Minuten)<\/li>\n<li>Christ, Manfred (1984): Naturreservoir im Verschubbahnhof. In: Aussendung des Informationsdienstes f\u00fcr Bildungspolitik und Forschung (IBF) Nr. 4729 vom 16.7.1984<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um in Wien-Donaustadt die Stadtwildnis am ehemaligen Verschiebebahnhof Breitenlee zu erhalten und der \u00d6ffentlichkeit zu erschlie\u00dfen, wurde im Mai 2014 der \u00fcberparteiliche Verein \u201cZukunft Wienerwald Nord-Ost\u201d gegr\u00fcndet. Die Forderung Gr\u00fcner Bezirkspolitiker und Natursch\u00fctzer, das \u00f6kologisch wertvolle Bahnhofsgel\u00e4nde endlich und dauerhaft als Oase der Artenvielfalt zu bewahren, hat die Stadt nach vielen Jahren endlich zum Handeln gebracht. Die Wildnis, die nur etwa f\u00fcnf Kilometer von der Lobau entfernt liegt, scheint nun langfristig gesichert zu sein. Somit&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":5540,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[152,12],"tags":[],"class_list":["post-5538","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrufe","category-neues-von-gestern"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5538","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=5538"}],"version-history":[{"count":31,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5538\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7750,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/5538\/revisions\/7750"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5540"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=5538"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=5538"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=5538"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}