{"id":5490,"date":"2023-01-20T21:07:11","date_gmt":"2023-01-20T20:07:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=5490"},"modified":"2025-05-01T22:29:24","modified_gmt":"2025-05-01T20:29:24","slug":"wasser-fuer-die-obere-lobau-was-die-rathauspropaganda-verschweigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wasser-fuer-die-obere-lobau-was-die-rathauspropaganda-verschweigt\/","title":{"rendered":"Wasser f\u00fcr die Obere Lobau: Was die Rathauspropaganda verschweigt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ulli Sima, die Amtsf\u00fchrende Stadtr\u00e4tin f\u00fcr Innovation, Stadtplanung und Mobilit\u00e4t (nicht f\u00fcr Umwelt) posierte am 20. J\u00e4nner medienwirksam mit Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy bei der Baustelle einer Rohrleitung, die auf H\u00f6he der Panozzalacke Wasser aus der Neuen Donau in die Lobau einbringen soll.<\/strong><\/p>\n<p>Der dazugeh\u00f6rige <a href=\"https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20230120_OTS0080\/simanevrivy-mega-wasserleitung-als-grosses-finale-zum-schutz-der-oberen-lobau\">Pressetext<\/a> ist ein meisterhaftes Beispiel f\u00fcr wahrheitsverschleiernde Propaganda.<\/p>\n<p>Da hei\u00dft es etwa, die Rohrleitung aus der Neuen Donau in die Panozzalacke w\u00fcrde eine Verdreifachung der Wassermengen bringen.<\/p>\n<p>Richtig w\u00e4re: \u201eDie Rohrleitung aus der Neuen Donau in die Panozzalacke k\u00f6nnte rein technisch gesehen drei Mal so viel Wasser in die Obere Lobau leiten, wie derzeit vom M\u00fchlwasser her eingeleitet werden darf. Das wird allerdings in absehbarer Zeit &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; nicht der Fall sein.\u201c<\/p>\n<p>Denn: Erstens ist keineswegs garantiert, dass aus der Neuen Donau best\u00e4ndig bzw. maximal jene behauptete Verdreifachung der Wassermenge ausgeleitet werden kann.<\/p>\n<p>Und zweitens darf \u2013 egal wie viel technisch m\u00f6glich w\u00e4re \u2013 nur so viel neues Wasser \u00fcber die Panozzalacke eingeleitet werden, bis dieses in Gro\u00df-Enzersdorf am Rand des Holzdammes bei der Staudigl-Br\u00fccke anstehen w\u00fcrde. Sollte das passieren, muss abgedreht werden.<\/p>\n<p>Und dazu wird es keine 1500 Liter pro Sekunde brauchen. Da w\u00fcrde ein Feuerwehrschlauch gen\u00fcgen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_5492\" aria-describedby=\"caption-attachment-5492\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20210507_135517-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-5492\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20210507_135517-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"490\" height=\"276\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20210507_135517-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20210507_135517-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20210507_135517-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20210507_135517-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20210507_135517-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/20210507_135517-71x40.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 490px) 100vw, 490px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-5492\" class=\"wp-caption-text\">Holzbalken-Damm beim &#8220;Staudigl&#8221;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Warum zum Donnerwetter muss bei vollem Stau am Holzdamm das Zuleitungswasser abgedreht werden?<\/p>\n<p>Antwort: Laut g\u00fcltigem Wasserrechtsbescheid darf \u00fcber den omin\u00f6sen Damm bei der Staudigl-Br\u00fccke kein Tropfen weiter hinab in die schwer unter Wassermangel leidende <u>Untere<\/u> Lobau flie\u00dfen, denn ein solcher k\u00f6nnte \u2013 wie die Stadt in unt\u00e4tiger Schreckstarre seit mittlerweile acht Jahren bef\u00fcrchtet \u2013 die Brunnen des Grundwasserwerks gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>Die Untere Lobau wird in Simas Presseaussendung jedoch mit keinem einzigen Wort erw\u00e4hnt<\/p>\n<p>Zitat Sima obendrein: Die neue Zuleitung sei \u201eessenziell f\u00fcr den Erhalt und die Entwicklung von Flora und Fauna im Nationalpark.\u201c<\/p>\n<p>Das ist eine Falschbehauptung. Die Gew\u00e4sser der Oberen Lobau und ihre Lebewelt werden bereits seit geraumer Zeit gut mit Wasser versorgt. Das zus\u00e4tzliche, frische Wasser kommt der zu n\u00e4hrstoffhaltigen Panozzalacke zugute und dem vertrockneten Fasangartenarm \u2013 was sehr zu begr\u00fc\u00dfen ist, aber nicht einmal ann\u00e4hernd \u201eessenzielle\u201c Bedeutung f\u00fcr den Nationalpark hat.<\/p>\n<p>Wirklich \u201eessenziell f\u00fcr den Erhalt und die Entwicklung von Flora und Fauna im Nationalpark\u201c w\u00e4re die Zuleitung nur, w\u00e4re es dem neu verf\u00fcgbaren Wasser gestattet, \u00fcber Gro\u00df-Enzersdorf hinaus in die verdurstende Untere Lobau zu flie\u00dfen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber verliert Frau Sima aber kein einziges Wort. Was z\u00e4hlt, ist das Werbefoto und die Bequemlichkeit vieler Redakteure, welche die Rathaus-Meldung ungecheckt und kritiklos ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich: Die Gew\u00e4sser der Oberen Lobau sind durch die Dotation \u00fcber das M\u00fchlwasser bereits gut gef\u00fcllt. Das Extra-Wasser \u00fcber die Panozzalacke w\u00fcrde sie um eine Nuance besser f\u00fcllen und nebenher hoffentlich auch den Grundwasserstrom in Richtung Untere Lobau best\u00e4rken.<\/p>\n<p>Zusammenfassung:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Magistratsabteilung 45 \u201eWiener Gew\u00e4sser\u201c hat mit der Wasserzuleitung aus der Neuen Donau bei der Panozzalacke ein wichtiges, f\u00fcr die Lobau und den Nationalpark sehr wertvolles Projekt zustande gebracht, das seinen wahren Zweck jedoch nicht erf\u00fcllen kann, solange kein einziger Tropfen davon in die Untere Lobau gelangen darf.<\/li>\n<li>Die eingeleitete Wassermenge wird nicht \u2013 wie von Sima behauptet &#8211; verdreifacht.<\/li>\n<li>Die neue Wassereinspeisung ist f\u00fcr den Nationalpark nicht \u2013 wie von Sima behauptet &#8211; essenziell.<\/li>\n<li>Die im Sterben liegende Untere Lobau, die so dringend politische Tatkraft ben\u00f6tigt, wird im Dienst einer plumpen Eigenwerbung von Frau Sima und Herrn Nevrivy mit keinem Wort erw\u00e4hnt.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Siehe auch (inkl. Quellenangaben): <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/propaganda-a-la-carte-die-neue-wasserzuleitung-bei-der-panozza-lacke\/\">https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/propaganda-a-la-carte-die-neue-wasserzuleitung-bei-der-panozza-lacke\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ulli Sima, die Amtsf\u00fchrende Stadtr\u00e4tin f\u00fcr Innovation, Stadtplanung und Mobilit\u00e4t (nicht f\u00fcr Umwelt) posierte am 20. J\u00e4nner medienwirksam mit Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy bei der Baustelle einer Rohrleitung, die auf H\u00f6he der Panozzalacke Wasser aus der Neuen Donau in die Lobau einbringen soll. Der dazugeh\u00f6rige Pressetext ist ein meisterhaftes Beispiel f\u00fcr wahrheitsverschleiernde Propaganda. Da hei\u00dft es etwa, die Rohrleitung aus der Neuen Donau in die Panozzalacke w\u00fcrde eine Verdreifachung der Wassermengen bringen. 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