{"id":5329,"date":"2022-09-03T11:25:40","date_gmt":"2022-09-03T09:25:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=5329"},"modified":"2022-12-16T12:28:57","modified_gmt":"2022-12-16T11:28:57","slug":"sterbende-lobau-warum-sachlich-wenns-unlogisch-auch-geht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/sterbende-lobau-warum-sachlich-wenns-unlogisch-auch-geht\/","title":{"rendered":"Sterbende Lobau: Warum sachlich, wenn\u2019s unlogisch auch geht?"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Hans-Schmid-20211031_134407.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-5330 size-medium\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Hans-Schmid-20211031_134407-300x195.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"195\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Hans-Schmid-20211031_134407-300x195.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Hans-Schmid-20211031_134407-1024x664.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Hans-Schmid-20211031_134407-768x498.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Hans-Schmid-20211031_134407-1536x996.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Hans-Schmid-20211031_134407-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Hans-Schmid-20211031_134407.jpg 1708w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Diplomkaufmann Hans Schmid ist engagierter Anrainer der Lobau &#8211; viele Jahre in Gro\u00df-Enzersdorf, nun in Aspern. Er hat den Niedergang, die Austrocknung und Verlandung der Landschaft \u00fcber Jahrzehnte fassungslos selbst erleben m\u00fcssen. Bis zu jenem Zeitpunkt, als er sich zu fragen begann, warum die Stadt Wien eigentlich nichts dagegen unternehmen kann.<\/strong><\/p>\n<p>Fortan wurde er t\u00e4tig. Er korrespondierte und telefonierte mit Beh\u00f6rden, mit den zust\u00e4ndigen Magistratsabteilungen, mit Fachleuten von den Universit\u00e4ten, mit Anglern, Natursch\u00fctzern und Nachbarn.<\/p>\n<p>Die Befunde waren zun\u00e4chst verwirrend, dann aber wiederum ziemlich klar. Nun hat sich Hans Schmid seine Erkenntnisse erstmals von der Seele geschrieben:<\/p>\n<h3 style=\"padding-left: 40px;\"><em><strong>Warum sachlich, wenn\u2019s unlogisch auch geht?<\/strong><\/em><\/h3>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Der 22. Februar 2010 hatte das Zeug, f\u00fcr die Untere Lobau ein Freudentag zu werden.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Mit diesem Datum wurde seitens der Wiener Wasserrechtsbeh\u00f6rde MA58 per Bescheid \u00f6ffentlich kundgetan, dass nicht nur die Obere Lobau, sondern auch die Untere Lobau von Stadlau her \u00fcber das M\u00fchlwasser mit Wasser aus der Neuen Donau versorgt werden darf.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>F\u00fcr die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre sollte so, zun\u00e4chst als Versuch, der dramatisch drohenden Austrocknung und Verlandung entgegengewirkt werden.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Im Bescheidtext war zu lesen, dass damit nicht nur der notleidenden Aulandschaft im Nationalpark endlich entscheidend unter die Arme gegriffen werden sollte, dar\u00fcber hinaus werde damit auch die Qualit\u00e4t der Trinkwasserreserven des Lobauer Grundwasserwerks (man beachte:) entscheidend verbessert!<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Aber leider kam es ganz anders.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Dadurch, dass die zust\u00e4ndige MA45 (Magistratsabteilung \u201eWiener Gew\u00e4sser\u201c) ihrer Pflicht einer st\u00e4ndigen S\u00e4uberung der Wasserrinnen nicht ausreichend nachkam, bewirkten nat\u00fcrliche Ablagerungen im M\u00fchl- und Tischwasser einen R\u00fcckstau des von Stadlau einflie\u00dfenden Wassers.&nbsp;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Nun f\u00fcrchtete man, dass durch eine weitere Erh\u00f6hung der Wassermengen aus der Neuen Donau am Biberhaufen Wohnkeller von Anrainern vern\u00e4sst werden k\u00f6nnten. Eine sogenannte Dotation der Unteren Lobau kam aus diesem Grund gar nicht erst ins Laufen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>F\u00fcnf Jahre nach dem vermeintlichen Freudentag, also im Jahr 2015, lief die beh\u00f6rdliche Dotationsfreigabe f\u00fcr die Untere Lobau wegen Erfolglosigkeit unbeachtet einfach aus.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Zur gleichen Zeit, also ebenfalls 2015, stellte das Hydrologie-Institut der Technischen Universit\u00e4t Wien in einer Modellrechnung fest, dass <u>jegliches<\/u> neu zugef\u00fchrte Wasser das Lobauer Trinkwasserreservoir eventuell (man beachte:) hygienisch verschlechtern k\u00f6nnte!<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Damit setzte, angef\u00fchrt von der MA31 (Magistratsabteilung \u201eWiener Wasser\u201c), in der Wiener Regierungsmannschaft wie aus dem Nichts eine regelrechte Psychose um eine m\u00f6gliche Gef\u00e4hrdung der Wasserversorgung ein.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Einem v\u00f6llig risikolosen Realversuch in der Praxis, inwieweit die neue eigent\u00fcmliche Angst vor Keimen und Verschlechterung denn \u00fcberhaupt berechtigt ist, erteilt die Stadt in Einigkeit mit der MA31 seit sieben Jahren eine stereotype Abfuhr: Es sei zu teuer und \u2013 so lie\u00dfe sich mutma\u00dfen &#8211; k\u00f6nnte sich ja die Hilfeverweigerung f\u00fcr die Lobau unter Einsatz des Trinkwasserschm\u00e4hs wom\u00f6glich als peinlicher Irrtum herausstellen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Noch dazu, wo gelegentliche Donau-Hochw\u00e4sser mit \u00dcberschwemmungen der Brunnen keineswegs zu einer Beeintr\u00e4chtigung des Grundwassers zu f\u00fchren scheinen.<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Wenn die Wasserversorgung der Metropole Wien eine hygienisch derart grenzwertige Problematik ist, dann w\u00e4re die bisher ebenso abgelehnte Anschaffung einer entsprechenden Aufbereitungsanlage wohl schon allerh\u00f6chstnotwendig gewesen. Oder bewegt sich hier die Wiener Stadtregierung sogar auf fahrl\u00e4ssigem Terrain?<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Also was jetzt? Warum sachlich sein, wenn&#8217;s unlogisch auch geht?<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diplomkaufmann Hans Schmid ist engagierter Anrainer der Lobau &#8211; viele Jahre in Gro\u00df-Enzersdorf, nun in Aspern. Er hat den Niedergang, die Austrocknung und Verlandung der Landschaft \u00fcber Jahrzehnte fassungslos selbst erleben m\u00fcssen. Bis zu jenem Zeitpunkt, als er sich zu fragen begann, warum die Stadt Wien eigentlich nichts dagegen unternehmen kann. Fortan wurde er t\u00e4tig. 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