{"id":5268,"date":"2022-06-29T17:06:43","date_gmt":"2022-06-29T15:06:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=5268"},"modified":"2025-09-15T15:56:51","modified_gmt":"2025-09-15T13:56:51","slug":"die-rache-der-lobauschuetzer-an-der-stadt-wien-ist-das-archiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/die-rache-der-lobauschuetzer-an-der-stadt-wien-ist-das-archiv\/","title":{"rendered":"Die Rache der Lobausch\u00fctzer an der Stadt Wien ist das Archiv"},"content":{"rendered":"<p>In einem Artikel der Tageszeitung DER STANDARD wird am 26. April <strong>2004<\/strong> (!) alarmierend auf die dramatische Situation der Lobau hingewiesen \u2013 als w\u00e4re es gestern gewesen:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>\u201eDie Untere Lobau droht zu vertrocknen: Wissenschaftler der Universit\u00e4t Wien schlagen Alarm: Die Untere Lobau &#8211; Biosph\u00e4renreservat der UNESCO, Ramsar Schutzgebiet und Teil des Nationalparks Donauauen &#8211; droht zu vertrocknen. <\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Der extreme Sommer habe die Situation noch weiter verschlimmert, erkl\u00e4rte der Gew\u00e4sser\u00f6kologe Thomas Hein. Dabei g\u00e4be es bereits fertige Konzepte und Pl\u00e4ne, wie die Untere Lobau naturnahe bew\u00e4ssert werden k\u00f6nnte. So soll \u00fcber die Neue Donau permanent Wasser eingebracht werden, und eine regulierbare \u00d6ffnung der D\u00e4mme zur Donau hin k\u00f6nnte endlich wieder die dringend n\u00f6tige Durchstr\u00f6mung bei Hochwasser gew\u00e4hrleisten.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Thomas Hein ist mittlerweile Leiter des Instituts f\u00fcr Hydrobiologie und Gew\u00e4ssermanagement der Universit\u00e4t f\u00fcr Bodenkultur. 2022 kritisiert er die unver\u00e4ndert schlimme Situation in der Unteren Lobau notgedrungen und beinahe wortgleich wie 18 Jahre zuvor. Nichts ist seitdem im Sinne der Lobau politisch entschieden und veranlasst worden.<\/strong><\/p>\n<p>In der Rathauskorrespondenz, dem offiziellen Verlautbarungsorgan der Stadt Wien, wird eine Woche davor, am 20. April <strong>2004<\/strong> (!) darauf hingewiesen, dass die Stadt in dieser Angelegenheit sehr wohl Bescheid wei\u00df:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>&#8220;Wir sind uns dieses Problems bewusst&#8221;, nahm Senatsrat Dipl. Ing. Walter Redl, Chef der MA 45 &#8211; Wasserbau, zu heutigen Berichten \u00fcber die aufgrund der zu geringen Durchstr\u00f6mung zunehmende Sedimentbildung im Bereich der Unteren Lobau Stellung. <\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>&#8220;Es gibt Verlandungstendenzen. Die derzeit auf Hochtouren laufenden Planungen zum &#8216;Verbesserten Donauhochwasserschutz f\u00fcr Wien&#8217; nehmen gerade darauf R\u00fccksicht: \u00dcber zwei Wehranlagen soll dem sensiblen \u00d6kosystem in Zukunft ausreichend Wasser zugef\u00fchrt werden. Durch dieses Projekt ist zum einen f\u00fcr einen gefahrlosen Abfluss von starken Donauhochw\u00e4ssern gesorgt, zum anderen wird das Naturparadies Lobau f\u00fcr die n\u00e4chsten Generationen gesichert.&#8221; <\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Derzeit wird bereits die Obere Lobau im Bereich M\u00fchlwasser &#8220;dotiert&#8221;, das hei\u00dft, es wird Wasser aus der Neuen Donau in das Altarmsystem der Donau-Auen eingeleitet. Die Dotation soll in Zukunft um eine Einleitung \u00fcber die Panozza-Lacke erweitert werden, was zus\u00e4tzliche Wassermengen f\u00fcr die Untere Lobau bedeutet.\u201c<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong>Der Bau der zwei Wehranlagen, die das Naturparadies f\u00fcr die n\u00e4chsten Generationen sichern sollten, wurde abgesagt. Die zus\u00e4tzliche Einleitung von Wasser \u00fcber die Panozza-Lacke wurde 2024 &#8211; zwanzig Jahre nach der Aussendung der oben erw\u00e4hnten Rathauskorrespondenz &#8211; fertiggestellt und zeitweilig in Betrieb genommen.<\/strong><\/p>\n<p>Man h\u00e4tte das Schicksal der Unteren Lobau sehr wohl im Auge, hei\u00dft es derzeit aus dem Rathaus. Man m\u00fcsse nur noch ein paar Jahre pr\u00fcfen, messen und \u00fcberlegen, dann k\u00f6nne man vermutlich Entscheidungen treffen. Oder auch nicht.<\/p>\n<p><strong>Wir werden 2040 erneut berichten.<\/strong><\/p>\n<p>PS: Das f\u00fcr unseren Titel abgewandelte Originalzitat stammt vom 2001 verstorbenen, legend\u00e4ren Fernsehjournalisten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Robert_Hochner\">Robert Hochner<\/a>. Es lautet: <em>&#8220;Die Rache der Journalisten an den Politikern ist das Archiv.&#8221;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Artikel der Tageszeitung DER STANDARD wird am 26. 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