{"id":5215,"date":"2022-05-25T10:44:34","date_gmt":"2022-05-25T08:44:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=5215"},"modified":"2022-07-23T09:11:53","modified_gmt":"2022-07-23T07:11:53","slug":"spoe-denkt-nicht-daran-die-untere-lobau-zu-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/spoe-denkt-nicht-daran-die-untere-lobau-zu-retten\/","title":{"rendered":"SP\u00d6 denkt nicht daran, die Untere Lobau zu retten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gemeinderatssitzungen haben f\u00fcr manche Politiker und Parteien das Problem, dass sie \u00f6ffentlich sind \u2013 und entlarvend.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Bei der Sitzung am 24. Mai 2022 hat SP\u00d6-Gemeinderat <a href=\"https:\/\/www.spoe.wien\/personen\/gerhard-spitzer\">Gerhard Spitzer<\/a> deklariert, dass seine Partei nicht daran denkt, etwas zur Rettung der Unteren Lobau beizutragen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Story:<\/p>\n<p>Der \u201eFeind\u201c, \u00d6VP-Gemeinder\u00e4tin <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/chungerlaender\">Caroline Hungerla\u0308nder<\/a>, brachte am 24. Mai 2022 mit Unterst\u00fctzung der Gr\u00fcnen und der FP einen Antrag zur versuchsweisen Einspeisung von Donauwasser in die sterbende Untere Lobau ein.<\/p>\n<p>Hintergrund: Eine Modellrechnung hatte 2015 ergeben, dass dort jede Art von Wasserzufuhr die Grundwasserbrunnen gef\u00e4hrden w\u00fcrde. Nachdem Modellrechnungen eben Modellrechnungen sind und auf vorgegebenen bzw. erfundenen Annahmen beruhen, war damals vom Magistrat geplant, diese rechnerische Annahme durch einen praktischen Versuch zu widerlegen oder zu best\u00e4tigen. Dies ist jedoch nie geschehen und bis heute ausst\u00e4ndig. Deshalb die Initiative der Opposition.<\/p>\n<p>SP-Gemeinderat Spitzer schmetterte den Antrag von Caroline Hungerl\u00e4nder im Namen seiner Partei mit folgenden Worten ab:<\/p>\n<p><em><strong>\u201e<\/strong>Wir sind ja wirklich f\u00fcr viele konstruktive Ideen zu haben, aber, was wir mit Sicherheit nicht tun werden, ist, Ma\u00dfnahmen zuzustimmen, die den Notfall-Trinkwasservorrat der Menschen in Wien gef\u00e4hrdet. Die 45er wird uns gern eine entsprechende Studie vorlegen, aber Experimente, wie ich\u2019s jetzt gerade geh\u00f6rt hab, wir fluten da zuerscht amoi und schauma daun, ob das Wossa schlecht is oder nicht, wird\u2019s mit uns sicher nicht spielen. Diesen Antrag werden wir mit Sicherheit ablehnen.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>Zustimmung f\u00fcr den Antrag bei \u00d6VP, FP\u00d6, GR\u00dcNE. Dagegen stimmen SP\u00d6 und NEOS.<\/p>\n<p>Herr Spitzer hat also die Opposition zu Idioten erkl\u00e4rt, ohne den Anstand zu haben, davor auch nur das Geringste zu recherchieren.<\/p>\n<p>Abgesehen von der Legende, dass die Lobau den Notfall-Grundwasservorrat &#8220;der Menschen in Wien&#8221; beherbergen w\u00fcrde (Siehe <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/Lobau-und-die-Wiener-Wasserversorgung-04-2022.pdf\">Lobau und die Wiener Wasserversorgung 04-2022<\/a>):<\/p>\n<p>Herr Gemeinderat, in \u00d6sterreich gibt es ein \u201eWasserrechtsgesetz\u201c. Da ist in \u00a756 von \u201ewasserwirtschaftlichen Versuchen in der freien Natur\u201c die Rede, die einer Bewilligung der Wasserrechtsbeh\u00f6rde bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p>\u201eW<em>ir fluten da zuerscht amoi<\/em>\u201c, nennt sich also im Gesetz und in der Praxis \u201eWasserwirtschaftlicher Versuch\u201c \u2013 ein beh\u00f6rdlich genehmigter Prozess, der zum Beispiel im Rahmen der Dotation der Oberen Lobau mit Wasser aus der Neuen Donau eine seit Jahrzehnten \u00fcbliche Vorgehensweise ist.<\/p>\n<p>\u201eW<em>ir fluten da zuerscht amoi<\/em>\u201c hie\u00df in der Unteren Lobau im Jahr 2015 nach Pl\u00e4nen der Stadt Wien: \u201eWasserwirtschaftlicher Versuch &#8211; Dotation Lausgrundwasser mit Wasser aus der Neuen Donau\u201c, entwickelt von der Magistratsabteilung 45 &#8220;Wiener Gew\u00e4sser&#8221; (Spitzer: &#8220;Die 45er&#8221;)<\/p>\n<p>Dieser wurde von der Magistratsabteilung 22 Umweltschutz bereits 2012 genehmigt. Im gleichen Jahr wurde daf\u00fcr ein 1,2 Meter dickes Rohr unter dem Lausgrundwasser verlegt. Schlie\u00dflich konnten \u201edurch gemeinsame Anstrengungen der Stadt Wien und des Planungsteams\u201c f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Versuchs und die Errichtung der erforderlichen Baulichkeiten s\u00e4mtliche Bewilligungen erlangt werden.<\/p>\n<p>(Quellen: Leistungsbericht 2012 der MA 31, Endbericht 2015 \u201eGew\u00e4sservernetzung (Neue) Donau &#8211; Untere Lobau\u201c, Wiener Naturschutzbericht 2012)<\/p>\n<p>Dieses f\u00fcr den Fortbestand der Lobau essenzielle Projekt des versuchsweisen \u201eFlutens\u201c wurde jedoch 2015 in letzter Sekunde wieder abgesagt &#8211; aus Kostengr\u00fcnden (!). Daf\u00fcr verantwortlich: die damalige Umweltstadtr\u00e4tin Ulli Sima.<\/p>\n<p>Seitdem herrscht politische Entscheidungslosigkeit und Stillstand. Der SP\u00d6 ist die Untere Lobau keine Anstrengung wert, im Besonderen, wenn sich die Opposition daf\u00fcr engagiert. Da wird flockig gegen alles polemisiert und dagegen abgestimmt, selbst wenn es der Stadt den Nationalpark kosten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><em>Titelfoto: Pixabay<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gemeinderatssitzungen haben f\u00fcr manche Politiker und Parteien das Problem, dass sie \u00f6ffentlich sind \u2013 und entlarvend. Bei der Sitzung am 24. Mai 2022 hat SP\u00d6-Gemeinderat Gerhard Spitzer deklariert, dass seine Partei nicht daran denkt, etwas zur Rettung der Unteren Lobau beizutragen. Die Story: Der \u201eFeind\u201c, \u00d6VP-Gemeinder\u00e4tin Caroline Hungerla\u0308nder, brachte am 24. Mai 2022 mit Unterst\u00fctzung der Gr\u00fcnen und der FP einen Antrag zur versuchsweisen Einspeisung von Donauwasser in die sterbende Untere Lobau ein. 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