{"id":5087,"date":"2021-12-20T19:55:30","date_gmt":"2021-12-20T18:55:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=5087"},"modified":"2022-06-22T17:58:31","modified_gmt":"2022-06-22T15:58:31","slug":"weihnachten-1910-lob-der-lobau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/weihnachten-1910-lob-der-lobau\/","title":{"rendered":"Weihnachten 1910: Lob der Lobau"},"content":{"rendered":"<p>Im Jahr 1910, kurz vor Weihnachten, hielt der weit \u00fcber Wien hinaus bekannte Aquarien- und Naturliebhaber Carl August Reitmayer einen ebenso leidenschaftlichen, wie besinnlichen Vortrag \u00fcber die Sch\u00f6nheit der Prater-Auen und der Lobau.<\/p>\n<p><strong>Die Faszination f\u00fcr diese beiden Landschaften, die zu Wien geh\u00f6ren wie der Stephansdom, ist bis in unsere Tage ungebrochen. Schon vor mehr als hundert Jahren setzten sich Menschen f\u00fcr deren Erhaltung ein und priesen ihren Zauber. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Das mussten sie tun und das m\u00fcssen sie leider auch heute noch tun, weil die politischen und wirtschaftlichen Begehrlichkeiten zur Ausnutzung, zur Verbauung und damit zur Zerst\u00f6rung dieser Landschaften seit jeher ohne Zahl sind.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dichter-Schneefall-am-Heustadelwasser-Winter-1912-13-Aufnahme-E-G-Woerz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-723 \" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dichter-Schneefall-am-Heustadelwasser-Winter-1912-13-Aufnahme-E-G-Woerz-233x300.jpg\" alt=\"\" width=\"310\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dichter-Schneefall-am-Heustadelwasser-Winter-1912-13-Aufnahme-E-G-Woerz-233x300.jpg 233w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dichter-Schneefall-am-Heustadelwasser-Winter-1912-13-Aufnahme-E-G-Woerz-768x988.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dichter-Schneefall-am-Heustadelwasser-Winter-1912-13-Aufnahme-E-G-Woerz-796x1024.jpg 796w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Dichter-Schneefall-am-Heustadelwasser-Winter-1912-13-Aufnahme-E-G-Woerz.jpg 892w\" sizes=\"auto, (max-width: 310px) 100vw, 310px\" \/><\/a>Anlass f\u00fcr Carl August Reitmayers Auen-Vortrag war die Weihnachtsfeier des ber\u00fchmten, bis heute existierenden <a href=\"https:\/\/oevvoe.org\/verein\/lotus-verein-f%C3%BCr-aquarien-und-terrarienkunde\">Aquarienvereins \u201eLotus\u201c<\/a> am 20. Dezember 1910. Schauplatz war das Restaurant Gru\u00df in der W\u00e4hringerstra\u00dfe 67 (vis-\u00e0-vis der Volksoper).<\/p>\n<p>Der Abend wurde vom Vereinskassier Franz Schwarz schw\u00e4rmerisch protokolliert. Sein Bericht wurde kurz darauf in der im gesamten deutschsprachigen Raum gelesenen Zeitschrift \u201eBl\u00e4tter f\u00fcr Aquarien- und Terrarienkunde\u201c ver\u00f6ffentlicht. Ein Sprung ins Jahr 1910:<\/p>\n<p><em>\u201eUnser Vereinsabend, der letzte im alten Jahre, stand im Zeichen des Weihnachtsbaumes. Der Vortragende f\u00fchrte uns in formvollendeter Rede die Sch\u00f6nheiten der Au vor; zeigte uns ihre Pracht in jeder Jahreszeit. Mit stiller Wehmut berichtete er, wie wenige von uns all\u2019 die Herrlichkeiten kennen, die unsere heimischen Auen, die Praterau und die Lobau, bergen: \u201eWir schauen, aber wir sehen nicht!\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Die Sch\u00f6nheit der Landschaft erf\u00fcllt das Auge des Wanderers mit heller Freude: die Baumriesen, die von alten, l\u00e4ngst entschwundenen Zeiten eine beredte Sprache sprechen, die vielen Wasserl\u00e4ufe und T\u00fcmpel mit ihren romantischen Pl\u00e4tzchen, ein Land der M\u00e4rchen und Tr\u00e4ume uns vorzaubernd.<\/em><\/p>\n<p><em>So schauten wir im Geiste die Wunder der Au, aber wir sahen sie auch, denn in einer \u00fcberreichen F\u00fclle von Lichtbildern f\u00fchrte sie uns Herr Reitmayer vor Augen: das Hechtenwasser, das Heustadtlwasser, den Eisteich im Prater und die Lobau mit ihren uralten Bau<\/em>mbest\u00e4nde<em>n und malerischen, traumverlorenen Wasserl\u00e4ufen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Redner schloss mit dem Wunsche, dass es ihm gegl\u00fcckt sein m\u00f6ge, auch nur einen einzigen neuen Freund f\u00fcr die Sch\u00f6nheit unserer heimischen Auen gewonnen zu haben, dann sei seine M\u00fche reichlich belohnt. Inzwischen erstrahlte der Christbaum in hellem Lichterglanze.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 1910, kurz vor Weihnachten, hielt der weit \u00fcber Wien hinaus bekannte Aquarien- und Naturliebhaber Carl August Reitmayer einen ebenso leidenschaftlichen, wie besinnlichen Vortrag \u00fcber die Sch\u00f6nheit der Prater-Auen und der Lobau. Die Faszination f\u00fcr diese beiden Landschaften, die zu Wien geh\u00f6ren wie der Stephansdom, ist bis in unsere Tage ungebrochen. Schon vor mehr als hundert Jahren setzten sich Menschen f\u00fcr deren Erhaltung ein und priesen ihren Zauber. 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