{"id":3648,"date":"2020-05-10T20:05:13","date_gmt":"2020-05-10T18:05:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=3648"},"modified":"2020-05-27T20:51:20","modified_gmt":"2020-05-27T18:51:20","slug":"der-bootsplatz-als-rueckzugsgebiet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/der-bootsplatz-als-rueckzugsgebiet\/","title":{"rendered":"Der Bootsplatz als R\u00fcckzugsgebiet"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Bootsplatz der Lobaufischer in der Unteren Lobau ist zu einer Oase geworden. Und das nur, weil die Fischer den schmalen Uferstreifen, an dem ihre Zillen liegen, jeden Herbst sorgf\u00e4ltig m\u00e4hen. <\/strong><\/p>\n<p>Das w\u00e4re f\u00fcr den Naturschutz vom Prinzip her noch keine besondere Leistung \u2013 allerdings wird durch das M\u00e4hen von den Fischern das letzte St\u00fcckchen sonnenbeschienenes, offenes Ufer erhalten. Der Rest des Gew\u00e4ssers ist n\u00e4mlich, wie alle anderen Lobaugew\u00e4sser auch, in einem fortgeschrittenen Verlandungszustand und wird an den Ufern vom dichtem Schilf allm\u00e4hlich erdr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Es gibt kaum noch Ufer, nur noch Schilf.<\/p>\n<p>So wurde der Bootsplatz zu einem Anziehungspunkt f\u00fcr die Tierwelt: Hier rasten und sonnen sich Biber, hier legen Europ\u00e4ische Sumpfschildkr\u00f6ten ihre Eier, aus denen regelm\u00e4\u00dfig Junge schl\u00fcpfen, hier kann man zwischen den Booten den Mink ersp\u00e4hen, hier genie\u00dfen Hunderte Fr\u00f6sche die trockene W\u00e4rme des Ufers, \u00d6lk\u00e4fer finden sich ein und Gelbe Sumpfschwertlilien bl\u00fchen.<\/p>\n<p>Dass der kleine Bootsplatz zu einem R\u00fcckzugsgebiet f\u00fcr die Natur wurde, liegt daran, dass die Stadt Wien das Gew\u00e4sser ohne Gegenwehr einfach verlanden l\u00e4sst. Dabei wurde die Wassereinleitung aus der Donau jahrzehntelang vorbereitet, dann aber aus dringend zu hinterfragenden, teilweise undurchsichtigen Gr\u00fcnden gestoppt. Wissenschaftliche Studien und alarmierende Argumente, die eine Wassereinleitung dringend fordern, gibt es mindestens ebenso viele, wie verbl\u00fcffende Ausreden, warum dies vor vielen Jahren, vor einigen Jahren, gerade jetzt oder demn\u00e4chst leider nicht gehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Unt\u00e4tigkeit und die Gleichg\u00fcltigkeit der Wiener Stadtregierung widersprechen klar der Intention des Nationalparks, die das Ziel haben, die au\u00dferordentliche Vielfalt des gesch\u00fctzten Gebietes zu bewahren. Deswegen werden zum Beispiel auch die Wiesen regelm\u00e4\u00dfig gem\u00e4ht \u2013 um all jene seltenen Pflanzen und tierischen Gesch\u00f6pfe zu erhalten, die nur hier leben und die den hohen \u00f6kologischen und gesellschaftlichen Wert des Nationalparks ausmachen.<\/p>\n<p>Um die Wiesen k\u00fcmmert man sich. Die Gew\u00e4sser und ihre Vielfalt l\u00e4sst man verkommen. Am Ende wird nur noch Schilf sein. Und danach eine trockene Wiese. F\u00fcr den Fortbestand eines Nationalparks eine katastrophale Aussicht.<\/p>\n<p><em>Tierfotos: Kurt Kracher<\/em><\/p>\nngg_shortcode_0_placeholder\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bootsplatz der Lobaufischer in der Unteren Lobau ist zu einer Oase geworden. Und das nur, weil die Fischer den schmalen Uferstreifen, an dem ihre Zillen liegen, jeden Herbst sorgf\u00e4ltig m\u00e4hen. Das w\u00e4re f\u00fcr den Naturschutz vom Prinzip her noch keine besondere Leistung \u2013 allerdings wird durch das M\u00e4hen von den Fischern das letzte St\u00fcckchen sonnenbeschienenes, offenes Ufer erhalten. Der Rest des Gew\u00e4ssers ist n\u00e4mlich, wie alle anderen Lobaugew\u00e4sser auch, in einem fortgeschrittenen Verlandungszustand und&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":3649,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[43,16,114,19],"class_list":["post-3648","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-biber","tag-kracher","tag-lobaufischer","tag-verlandung"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3648","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3648"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3648\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3667,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3648\/revisions\/3667"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3649"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3648"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3648"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3648"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}