{"id":3581,"date":"2020-04-25T20:08:18","date_gmt":"2020-04-25T18:08:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=3581"},"modified":"2021-02-01T18:39:24","modified_gmt":"2021-02-01T17:39:24","slug":"fuer-leute-mit-phantasie-das-fasangartenwasser","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/fuer-leute-mit-phantasie-das-fasangartenwasser\/","title":{"rendered":"F\u00fcr Leute mit Phantasie: das Fasangartenwasser"},"content":{"rendered":"<p><strong>F\u00fcr alle, die es nicht kennen: Hier sehen sie das Fasangartenwasser.&nbsp;<br \/>\nWo es sich noch vor wenigen Jahrzehnten erstreckt hat, zeigen alte Stadtpl\u00e4ne.<br \/>\n<\/strong><strong>Eine Pf\u00fctze als Symbol f\u00fcr den Umgang der Politiker der Stadt Wien mit der Lobau.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-3582 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Fasangartenarm-IMG_20200424_172454-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"299\" height=\"397\">Man k\u00f6nnte die Panozza-Lacke, das Fasangartenwasser, das Schr\u00f6derwasser, das Tischwasser, den Marketh\u00e4ufelgraben und das Oberleitnerwasser sehr wohl wieder durchgehend und ausreichend mit Wasser versorgen, aus der Neuen Donau zum Beispiel, aber man tut es nicht. Und das schon seit Jahrzehnten, entgegen den Empfehlungen zahlreicher Studien, die die \u00f6kologische Bedeutung und den Erholungswert der Lobau durch Austrocknung gef\u00e4hrdet sehen.<\/p>\n<p>Die zust\u00e4ndigen Fachabteilungen (Forst, Wasserbau) w\u00fcrden zwar gerne, bem\u00fchen sich auch, werden aber dabei realpolitisch nicht unterst\u00fctzt. Die bereits bestehende, sparsame Zuleitung \u00fcber die Alte Donau und die Neue Donau in das M\u00fchlwasser ist sinnvoll, kommt aber in der Lobau nicht wirklich an. Das kann jeder mit eigenen Augen beobachten.<\/p>\n<p>Es sieht aus, als w\u00fcrde man die Teams der Fachabteilungen \u201evon oben her\u201c gerade einmal nicht daran hindern, etwas zu unternehmen, mehr nicht. Das Schicksal der Lobau, so d\u00fcrfte man im Wiener Rathaus denken, ist den W\u00e4hlern ohnehin ziemlich egal. Wie sollte man sich das auch anders erkl\u00e4ren, wenn die zust\u00e4ndige Stadtr\u00e4tin kein Wort \u00fcber die Zukunft des Wiener Nationalparks verliert, stattdessen jedoch unz\u00e4hlige Worte, Aussendungen und PR-Fotos mit Spr\u00fchnebelduschen und Fotos von s\u00fc\u00dfen Felltieren in der \u00d6ffentlichkeit verteilt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3199\" aria-describedby=\"caption-attachment-3199\" style=\"width: 387px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-3199\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Fasangartenwasser-1927-300x196.jpg\" alt=\"\" width=\"387\" height=\"253\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Fasangartenwasser-1927-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Fasangartenwasser-1927-1024x671.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Fasangartenwasser-1927-768x503.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Fasangartenwasser-1927-818x537.jpg 818w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Fasangartenwasser-1927-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Fasangartenwasser-1927.jpg 1420w\" sizes=\"auto, (max-width: 387px) 100vw, 387px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3199\" class=\"wp-caption-text\">Fasangartenwasser 1927<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Fasangartenwasser k\u00f6nnte jedenfalls \u00fcber einen Durchstich vom Entlastungsgerinne (Neue Donau) zur Panozzalacke mit Wasser versorgt werden. Die Planung ist weitgehend abgeschlossen. Das Projekt steht seit rekordverd\u00e4chtig langer Zeit in den Startl\u00f6chern.<\/p>\n<p>Laut Auskunft des Forstbetriebs der Stadt Wien, bedarf es aufgrund \u201e<em>aufw\u00e4ndiger Beh\u00f6rdenverfahren bei der obersten Wasserrechtsbeh\u00f6rde<\/em>\u201c noch zahlreicher \u201e<em>Grundlagenuntersuchungen, Modellierungen und Beweissicherungen<\/em>\u201c bevor mit den Arbeiten begonnen werden kann. Im kommenden Winter, so hei\u00dft es, k\u00f6nnten dann wieder weitere Schritte gesetzt werden. So weit, so l\u00f6blich. Den Mitarbeitern des Forstbetriebs und der Abteilung Wiener Gew\u00e4sser ist das Schicksal der Lobau keineswegs egal. Aber sie k\u00f6nnen keine Wunder vollbringen &#8211; ohne politische R\u00fcckenst\u00e4rkung und ohne entsprechende Finanzierung.<\/p>\n<p>Die Chronik des Geschehens ist dennoch kaum zu fassen: Das Projekt Panozzalacke ist ein Oldtimer. Walter Redl, der damalige Chef der MA 45 (Wasserbau) stellte zum Beispiel schon im April 2004 in einer Meldung der Rathauskorrespondenz offiziell fest, dass \u201e<em>in Zukunft eine Einleitung \u00fcber die Panozzalacke<\/em>\u201c erfolgen solle.<\/p>\n<p>In der Website der Initiative zur Revitalisierung des Fadenbachs, die auch mit der Stadt Wien kooperiert hat, steht auf der Seite &#8220;Panozzalacke&#8221; bereits am 15.9.2002, dass als zus\u00e4tzliche Dotation f\u00fcr die Obere Lobau eine Verbindung vom Entlastungsgerinne zur Panozzalacke geplant w\u00e4re. Zu diesem Zweck w\u00fcrde ein Durchstich mit einem ca. 1 Meter starken Rohr unter der Raffineriestra\u00dfe errichtet werden. Dadurch k\u00f6nne Wasser aus der Neuen Donau in die Panozzalacke einstr\u00f6men, und dann weiter in den Fasangarten-Arm und den Marketh\u00e4ufelgraben.<\/p>\n<p>Das war 2002! Seit dieser sicher nicht frei erfundenen, \u00f6ffentlichen Information sind also 18 Jahre vergangen. 18 Jahre, um ein Loch zu bohren und das Fasangartenwasser samt der Oberen Lobau mit Wasser zu versorgen. Der Bau der Wiener Reichsbr\u00fccke hat vier Jahre gedauert. Die Amerikaner haben zehn Jahre gebraucht, um auf dem Mond zu landen.<\/p>\n<p>Fotos: <span><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/robert-eichert-wien-kann-froh-sein-dass-es-die-lobau-gibt\/\">Robert Eichert<\/a><\/span>, <span><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/christa-reitermayr-mein-gruenes-wohnzimmer\/\">Christa Reitermayr<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle, die es nicht kennen: Hier sehen sie das Fasangartenwasser.&nbsp; Wo es sich noch vor wenigen Jahrzehnten erstreckt hat, zeigen alte Stadtpl\u00e4ne. Eine Pf\u00fctze als Symbol f\u00fcr den Umgang der Politiker der Stadt Wien mit der Lobau. 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