{"id":3467,"date":"2020-03-29T18:43:30","date_gmt":"2020-03-29T16:43:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=3467"},"modified":"2020-05-15T21:36:45","modified_gmt":"2020-05-15T19:36:45","slug":"das-corona-virus-und-die-lobau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/das-corona-virus-und-die-lobau\/","title":{"rendered":"Das Corona-Virus und die Lobau (Teil 1): Massenansturm"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am Sonntag, den 29. M\u00e4rz haben Sabine Zwierschitz und Helmut Sattmann, Anrainer der Lobau in Wien-E\u00dfling, um etwa 14 Uhr in der Oberen Lobau einen jungen Hirsch beobachtet, der in Panik versucht hat, dem Druck der Menschenmassen und der frei umherlaufenden Hunde zu entfliehen. \u201eAuch die Hasen wissen nicht mehr, wohin sie fl\u00fcchten sollen\u201c, meint Helmut Sattmann bek\u00fcmmert. Denn maximal jeder zweite Hund ist angeleint, Wegegebote werden komplett ignoriert, an den Gew\u00e4ssern werden Corona-Partys gefeiert und weil die Mistpl\u00e4tze geschlossen sind, wird in der Lobau Sperrm\u00fcll abgelagert.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Grund genug f\u00fcr einen Brief voller Sorge, der noch am gleichen Tag an den Wiener B\u00fcrgermeister, die Vizeb\u00fcrgermeisterin, die Bezirksvorstehung, den Nationalpark und die Bezirkszeitungen verschickt worden ist. Hier im vollen Wortlaut:<\/strong><\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-3469 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125456668-300x194.jpg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"235\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125456668-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125456668-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125456668.jpg 514w\" sizes=\"auto, (max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/>&#8220;Nun dauert die Phase des verordneten Social Distancing schon zwei Wochen. Die Statistiken geben schwankende Hoffnungen und der Mega-Run auf die Lobau ist ungebrochen. Wir leben in dieser Region nun schon an die zwanzig Jahre, aber so einen Ansturm haben wir noch nie gesehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die guten Nachrichten zuerst. Wie sch\u00f6n, dass eine gro\u00dfe Stadt auch gro\u00dfe Gr\u00fcnr\u00e4ume hat, wie sch\u00f6n, dass Kinder, Eltern, \u00c4ltere, Sportler, Hunde (-Besitzer) und andere Naturbewegte hier Luft zum Atmen kriegen. Erfreulich ist auch, dass die meisten Menschen versuchen, die empfohlenen Distanzen einzuhalten, einem auffallend h\u00f6flich und freundlich begegnen und Gruppen meist den Eindruck vermitteln, wirklich Familienverb\u00e4nde zu sein. Ganz selten sind Jugendgruppen zu sehen, die vermutlich nicht an der gleichen Adresse gemeldet sind. Aber auch die verhalten sich meist cool. Die gro\u00dfe Zahl der Menschen, die raus wollen und jetzt die sch\u00f6ne Lobau entdecken, geben Grund zur Freude, weil viele jetzt den Wert einer naturnahen Landschaft erkennen.<\/em><\/p>\n<p><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-3471\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125732670-300x189.jpg\" alt=\"\" width=\"346\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125732670-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125732670-1024x644.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125732670-768x483.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125732670-1536x966.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125732670-2048x1288.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_125732670-174x111.jpg 174w\" sizes=\"auto, (max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/>Jede Krise hat ihre guten Seiten, aber nat\u00fcrlich auch viele schlechte. Im Nationalpark sollten alle Hunde angeleint sein. Sehr viele Hundebesitzer halten sich nicht daran. Freilaufende Hunde beunruhigen Menschen, die Angst vor Hunden haben und in der Folge vor Arzt- oder Spitalsbesuchen \u2013 versch\u00e4rft in Zeiten wie diesen, wo medizinisches Personal anderswo gefordert ist. <\/em><\/p>\n<p><em>Freilaufende Hunde beunruhigen auch die Wildtiere, die jetzt durch den Ansturm ohnehin besonders beunruhigt sind. Spricht man Hundebesitzer darauf an, bekommt man so Antworten wie \u201emein Hund tut keinem was\u201c, \u201eerwischt sowieso keinen Hasen\u201c, \u201ebraucht den Auslauf\u201c. Nur wissen das jene nicht, die beunruhigt sind, Hasen, Rehe, Menschen \u2026. Ein zus\u00e4tzliches praktisches und hygienisches Problem ist die viele Hundeschei\u00dfe im Wald.&nbsp; <\/em><\/p>\n<p><em>Die Lobau ist ein Naturschutzgebiet und Teil eines Nationalparks! Und kein Beserlpark, kein st\u00e4dtischer Park und keine Hundezone. Der \u00f6kologische Wert dieses Gebiets liegt darin, dass es einen Hotspot der Biodiversit\u00e4t darstellt, dessen besonderer Wert in der Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt liegt.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_3470\" aria-describedby=\"caption-attachment-3470\" style=\"width: 382px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-3470\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_091937667-300x197.jpg\" alt=\"\" width=\"382\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_091937667-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_091937667-1024x673.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_091937667-768x505.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_091937667-1536x1010.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_091937667-2048x1347.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_091937667-818x537.jpg 818w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/20200329_091937667-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 382px) 100vw, 382px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3470\" class=\"wp-caption-text\">Reste einer Corona-Party<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Aufgrund der hohen Nutzerzahlen w\u00e4chst derzeit auch der M\u00fcll im Wald. Von Taschent\u00fcchern, Klopapier, Einweghandschuhen, vollen und leeren Gackerlsackerln und Picknick\u00fcberresten, bis zum M\u00fcll von Coronapartys ist alles M\u00f6gliche zu finden. Das ist nicht nur \u00e4sthetisch und hygienisch ein Jammer, sondern auch eine echte Verschmutzung der Umwelt. Nach der Krise sollten wir uns zu einer Entr\u00fcmpelung zusammentun!<\/em><\/p>\n<p><em>Eine Folge des \u201eDistancing\u201c ist auch die Suche vieler Menschen nach ruhigen Pl\u00e4tzchen, so dringen immer mehr in die bislang wenig begangenen Bereiche ein, jede Familie, jedes Paar, jeder Einzelne will eine Wiese oder ein einsames Waldst\u00fcck f\u00fcr sich allein. Damit entstehen nicht nur immer mehr Trampelpfade, sondern auch die Wildtiere finden keine Ruhepl\u00e4tze und Verstecke mehr. Die besondere Flora und Fauna des Naturschutzgebietes werden m\u00f6glicherweise massiv gesch\u00e4digt.&nbsp; Dazu kommt noch, dass die Stadt Wien beharrlich die Wasserdotation verweigert, dadurch sind \u00f6kologisch wertvolle Gew\u00e4sser trockengefallen, in denen sich nun Hunde und Besucher tummeln.<\/em><\/p>\n<p><em>Damit dieses wertvolle Naturschutz und Erholungsgebiet in seiner Qualit\u00e4t erhalten bleibt, w\u00fcrden wir uns w\u00fcnschen,<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>dass alle Besucher im Auwald \u00f6kologisches und soziales Verantwortungsgef\u00fchl mit sich tragen (und es ihren Kindern weitergeben),<\/em><\/li>\n<li><em>die Hundebesitzer ihre Hunde im Nationalpark an die Leine nehmen (und Gackerlsackerl dabei haben und auch wieder mitnehmen),<\/em><\/li>\n<li><em>die Besucher keinen M\u00fcll hinterlassen,<\/em><\/li>\n<li><em>die Besucher auf den (markierten) Hauptwegen bleiben und insbesondere die Gew\u00e4sserufer abseits der definierten Naturbadepl\u00e4tze in Ruhe lassen,<\/em><\/li>\n<li><em>die Nationalparkverwaltung zur Aufrechterhaltung der Ordnung und der Schutzziele mit Informationen und Verhaltensregeln st\u00e4rker sichtbar wird,<\/em><\/li>\n<li><em>die Stadt Wien endlich Wasser in die Au l\u00e4sst!<\/em><\/li>\n<li><em>Die Stadt Wien ambitionierter daf\u00fcr sorgt, dass die Lobau ein Naturjuwel bleibt.<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Sabine Zwierschitz &amp; Dr. Helmut Sattmann&#8221;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag, den 29. M\u00e4rz haben Sabine Zwierschitz und Helmut Sattmann, Anrainer der Lobau in Wien-E\u00dfling, um etwa 14 Uhr in der Oberen Lobau einen jungen Hirsch beobachtet, der in Panik versucht hat, dem Druck der Menschenmassen und der frei umherlaufenden Hunde zu entfliehen. \u201eAuch die Hasen wissen nicht mehr, wohin sie fl\u00fcchten sollen\u201c, meint Helmut Sattmann bek\u00fcmmert. Denn maximal jeder zweite Hund ist angeleint, Wegegebote werden komplett ignoriert, an den Gew\u00e4ssern werden Corona-Partys gefeiert&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":3468,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[153,139],"class_list":["post-3467","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-helmut-sattmann","tag-nationalpark"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3467","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3467"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3467\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3720,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3467\/revisions\/3720"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3468"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3467"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3467"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3467"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}