{"id":3182,"date":"2019-11-22T16:09:40","date_gmt":"2019-11-22T15:09:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=3182"},"modified":"2020-01-02T10:33:49","modified_gmt":"2020-01-02T09:33:49","slug":"baeume-retten-mit-erlebniswegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/baeume-retten-mit-erlebniswegen\/","title":{"rendered":"B\u00e4ume retten &#8211; mit Erlebniswegen"},"content":{"rendered":"<p>In \u00d6sterreich k\u00f6nnen Waldbesitzer f\u00fcr Unf\u00e4lle durch umst\u00fcrzende B\u00e4ume oder herabfallende \u00c4ste im Bereich von Wanderwegen und Forststra\u00dfen haftbar gemacht werden. Das Ergebnis: \u00dcberall werden entlang von Wegen die ein wenig \u00e4lteren B\u00e4ume vorsichtshalber gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Das gilt auch f\u00fcr die Nationalparke, die entgegen der eigenen Zielsetzungen wertvolle B\u00e4ume entfernen m\u00fcssen. Denn ein Besucher, der von einem morschen Ast getroffen wird, k\u00f6nnte den Nationalpark gewisserma\u00dfen in Grund und Boden klagen.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3184\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Nationalparkforum-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"379\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Nationalparkforum-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Nationalparkforum-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Nationalparkforum-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Nationalparkforum-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Nationalparkforum-2048x1152.jpg 2048w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Nationalparkforum-148x85.jpg 148w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Nationalparkforum-71x40.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/>Das war eines der wichtigsten Themen im traditionellen \u201eNationalparkforum\u201c, das am 21. November in der Kulturfabrik Hainburg stattgefunden hat.<\/strong><\/p>\n<p><span><a href=\"https:\/\/www.donauauen.at\/der-nationalpark\/team\/\">Nationalparkdirektorin DI Edith Klauser<\/a><\/span> versucht f\u00fcr das uns\u00e4gliche Haftungsproblem eine L\u00f6sung zu finden. Ein m\u00f6glicher Ausweg sind \u201eErlebniswege\u201c, die als \u201epure Natur\u201c und damit als Gefahrenzone ausgeschildert sind und die verordnete Haftung somit au\u00dfer Kraft setzen k\u00f6nnten. Die Juristen des Bundesministeriums f\u00fcr Nachhaltigkeit und die Spezialisten des Justizministeriums arbeiten an diesem Konzept. Schon jetzt d\u00fcrfte allerdings feststehen, dass f\u00fcr das Schutzgebiet eines Nationalparks eine juristische Sondersituation angenommen werden kann.<\/p>\n<p>Falls die Idee des gekennzeichneten \u201eErlebnisweges\u201c in die Praxis umgesetzt werden sollte, w\u00fcrden die Nationalparke in Zukunft nicht mehr l\u00e4nger gezwungen sein, entlang der Besucherpfade die alten, sch\u00f6nen, \u00f6kologisch wertvollen B\u00e4ume zu entfernen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3185\" aria-describedby=\"caption-attachment-3185\" style=\"width: 280px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3185\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Unbenannt-20-194x300.jpg\" alt=\"\" width=\"280\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Unbenannt-20-194x300.jpg 194w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Unbenannt-20-662x1024.jpg 662w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Unbenannt-20-768x1187.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Unbenannt-20-993x1536.jpg 993w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Unbenannt-20.jpg 1256w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3185\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Norbert Sendor<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Landschaftsplaner und Baumsachverst\u00e4ndige DI Roman Novak hat in diesem Zusammenhang im Auftrag des Nationalparks die B\u00e4ume entlang des Fadenbachweges zwischen Schloss Orth und Uferhaus unter die Lupe genommen.<\/p>\n<p>Von 180 B\u00e4umen wurden 20 als \u00f6kologisch besonders wertvoll bewertet. An ihrer Borke und in ihren Hohlr\u00e4umen leben \u00a0Spechte, Stare, Kleiber, Flederm\u00e4use, Hirschk\u00e4fer \u2013 und eine \u00c4skulapnatter (in 15 Metern H\u00f6he!). Auf allen Eichen waren Hirschk\u00e4fer zu finden. Man wei\u00df, dass in einer einzigen Eiche bis zu 900 holzbewohnende Organismen leben k\u00f6nnen. Roman Novak macht darauf aufmerksam, dass die meisten B\u00e4ume entlang dieses Weges noch viel zu jung waren, um einen wirklich wertvollen Lebensraum darzustellen. Novak: <em>\u201eDas braucht noch Jahrzehnte oder sogar mehr als hundert Jahre.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Waldanteil des Nationalparks betr\u00e4gt aktuell 65 Prozent.<br \/>\nDI Gerald Oitzinger, der Leiter des <span><a href=\"https:\/\/www.bundesforste.at\/natur-erleben\/nationalpark-donau-auen.html\">Nationalparkbetriebs Donau-Auen der \u00d6sterreichischen Bundesforste<\/a> <\/span>weist darauf hin, dass der Waldanteil weiter im Zunehmen begriffen ist &#8211; alle zehn Jahre um etwa vier Prozent.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr: Viele Wiesen wurden aufgelassen, die Donau-Hochw\u00e4sser bleiben aus. Erst wenn die Donau wieder dynamisiert sein wird, wenn das Hochwasser wieder B\u00e4ume wegrei\u00dfen und Schotterfl\u00e4chen freilegen wird, so Oitzinger, werde der Waldanteil wieder zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p>Allerdings k\u00f6nne man schon jetzt anhand der nat\u00fcrlichen Verj\u00fcngung sehen, dass der Auwald wie wir ihn kennen, in absehbarer Zeit verschwunden sein wird.<\/p>\n<p>Gerald Oitzinger: <em>\u201eGro\u00dfe Pappelbest\u00e4nde wird es in 70, 80 Jahren nicht mehr geben. Stattdessen werden die Str\u00e4ucher explodieren. Der Nationalpark wird in Zukunft von Strauchgesellschaften beherrscht werden.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In \u00d6sterreich k\u00f6nnen Waldbesitzer f\u00fcr Unf\u00e4lle durch umst\u00fcrzende B\u00e4ume oder herabfallende \u00c4ste im Bereich von Wanderwegen und Forststra\u00dfen haftbar gemacht werden. 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