{"id":3160,"date":"2019-11-06T18:13:56","date_gmt":"2019-11-06T17:13:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=3160"},"modified":"2019-12-22T22:10:32","modified_gmt":"2019-12-22T21:10:32","slug":"der-fotograf-und-der-maler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/der-fotograf-und-der-maler\/","title":{"rendered":"Der Fotograf und der Maler"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Lobau und eine zauberhafte Begebenheit &#8230;<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3162 \" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/7381.l01-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"564\" height=\"374\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/7381.l01-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/7381.l01-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/7381.l01-1024x680.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/7381.l01-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 564px) 100vw, 564px\" \/><\/p>\n<p>Am 4. April 2009 steht der Gro\u00df-Enzersdorfer Naturfotograf <span><a href=\"http:\/\/www.kurt-kracher.at\/\">Kurt Kracher<\/a> <\/span>weit vor Morgengrauen auf, radelt in die Lobau, setzt sich versteckt an die K\u00fcnigltraverse und wartet auf den Sonnenaufgang. Um 6.03 Uhr ist die Stimmung geradezu m\u00e4rchenhaft. Er schie\u00dft mehrere Fotos, eines davon dr\u00fcckt die Atmosph\u00e4re dieses Tagesbeginns mit Abstand am besten aus. Er l\u00e4sst das Motiv gro\u00df auf Leinwand ausdrucken und integriert das Bild in eine kleine Fotoausstellung im seinerzeitigen Gasthaus Lindmaier am Hauptplatz von Gro\u00df-Enzersdorf.<\/p>\n<p>Die Ausstellung geht vor\u00fcber, das Bild vom 4. April 2009 bleibt im Gasthaus zur\u00fcck.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-3163 \" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/07-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"227\" height=\"341\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/07-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/07-768x1155.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/07-681x1024.jpg 681w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/07.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 227px) 100vw, 227px\" \/><\/p>\n<p>Jahre sp\u00e4ter sitzt der nebenberufliche Maler und Musiker Hans Schmid, der kurz davor in ein Haus am Rande der Lobau gesiedelt ist, zu Mittag &#8220;beim Lindmaier\u201c, sieht Kurt Krachers Foto an der Wand, ist fasziniert, fotografiert es mit seinem Smartphone und geht daheim gleich daran, es in Aquarellfarben nachzuempfinden.<\/p>\n<p>Wieder vergehen Jahre, als Hans Schmid Anfang November 2019 zuf\u00e4llig Kurt Kracher kennenlernt und ihre unerkannte, k\u00fcnstlerische Verbindung ans Tageslicht kommt. So fasziniert, wie Hans Schmid von Kurt Krachers Foto war, so fasziniert ist nun Kurt Kracher von dessen Metamorphose in Aquarellfarben.<\/p>\n<p>Der Maler hat seine Aufmerksamkeit schon oft der Lobau gewidmet. Wie auch der Fotograf, will er bewahren und erinnern:<\/p>\n<p>Hans Schmid: <em>\u201eMich zieht Bodenst\u00e4ndiges, Unverf\u00e4lschtes magisch an. Naturlandschaft, die viel erz\u00e4hlen kann, mehr, als der Mensch interessiert ist zu wissen und zu verstehen. Gegenst\u00e4nde, die fr\u00fcheren Generationen selbstverst\u00e4ndlicher Alltag waren und die heute nichts mehr bedeuten und leider auch verloren gehen. Die aber vielleicht auch trotz ihrer heute scheinbaren Nutzlosigkeit weitere Generationen \u00fcberleben k\u00f6nnen. Das alles w\u00e4re es wert, viel mehr beachtet zu werden. So wie vom Aussterben bedrohte Arten. Der Zeitgeist l\u00e4sst aber vieles nicht zu. Es geschieht bewusst und unbewusst. Ich habe oft das Bed\u00fcrfnis, Bedrohtes zu erhalten. Ich f\u00fchle mich dabei wohl, wenn ich das meinem Pinsel anvertrauen kann. Und der denkt so wie ich. Wir sind uns einig. Nicht immer, aber meistens.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Seine Gattin Christine versieht Hans Schmids Aquarelle \u00fcbrigens &#8220;aus familieninterner Tradition&#8221; mit lyrischen Texten. In diesem Fall:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\">LOBAU AM MORGEN<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><em>Idylle am Gew\u00e4sserrand<\/em><br \/>\n<em>das Schilf in zarter Nebelwand<\/em><br \/>\n<em>wiegt sich mit weichen, braunen Wedeln<\/em><br \/>\n<em>l\u00e4sst sich vom Sonnengold veredeln<\/em><br \/>\n<em>ein Busch bereits mit nackten Zweigen<\/em><br \/>\n<em>ein Ast entbaumt will knorrig zeigen<\/em><br \/>\n<em>er taugt als Torso zur Skulptur<\/em><br \/>\n<em>in friedvoll-herbstlicher Natur<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Lobau und eine zauberhafte Begebenheit &#8230; Am 4. April 2009 steht der Gro\u00df-Enzersdorfer Naturfotograf Kurt Kracher weit vor Morgengrauen auf, radelt in die Lobau, setzt sich versteckt an die K\u00fcnigltraverse und wartet auf den Sonnenaufgang. Um 6.03 Uhr ist die Stimmung geradezu m\u00e4rchenhaft. Er schie\u00dft mehrere Fotos, eines davon dr\u00fcckt die Atmosph\u00e4re dieses Tagesbeginns mit Abstand am besten aus. 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