{"id":3025,"date":"2019-07-16T17:26:17","date_gmt":"2019-07-16T15:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=3025"},"modified":"2024-05-15T17:02:55","modified_gmt":"2024-05-15T15:02:55","slug":"die-tauchpioniere-der-wiener-donau-auen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/die-tauchpioniere-der-wiener-donau-auen\/","title":{"rendered":"Die Tauchpioniere der Wiener Donau-Auen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Als sich Anfang der 1950er-Jahre an der Wiener Donau einige junge M\u00e4nner zusammenfanden, um <a href=\"https:\/\/www.hans-hass.org\/\">Hans Hass<\/a>, den Begr\u00fcnder des modernen Tauchens, nachzueifern, landeten sie alsbald mit Maske und Schnorchel in den Gew\u00e4ssern der Lobau. Ihre Liebe zu dieser Landschaft h\u00e4lt bis heute an und die nunmehr Hochbetagten folgen nach wie vor Anton Kleins altem Leitspruch: \u201eDie Lobau darf nicht sterben!\u201c<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Millstaettersee-2-Melzer-Flossen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-6275 \" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Millstaettersee-2-Melzer-Flossen-300x296.jpg\" alt=\"\" width=\"318\" height=\"314\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Millstaettersee-2-Melzer-Flossen-300x296.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Millstaettersee-2-Melzer-Flossen-768x757.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Millstaettersee-2-Melzer-Flossen-83x83.jpg 83w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/Millstaettersee-2-Melzer-Flossen.jpg 897w\" sizes=\"auto, (max-width: 318px) 100vw, 318px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/peter-appelius-wie-wir-zu-fischen-wurden\/\">Peter Appelius<\/a>, Jahrgang 1937, hatte die Lust aufs Tauchen schon als Kind gepackt. Ein Foto aus dem Jahr 1950 zeigt ihn als 13-j\u00e4hrigen auf einer Wiese am Millst\u00e4ttersee. Die Flossen und das Tauchglas waren gewisserma\u00dfen noch Prototypen. Sie wurden im Auftrag von Hans Hass entwickelt und in der Wiener Gummigie\u00dferei Melzer gefertigt.<\/p>\n<p>Appelius: <em>\u201eIch fuhr mit meinen Eltern regelm\u00e4\u00dfig nach K\u00e4rnten an den Millst\u00e4ttersee auf \u201eSommerfrische\u201c. Dort wurde mein Interesse f\u00fcr den Unterwassersport geweckt. Ich nehme an, dass die Aufnahme, auf der ich zu sehen bin, mit einer Rolleicord 6 x 6 Mittelformat-Kamera gemacht wurde. Fotographie hatte in meiner Familie einen gro\u00dfen Stellenwert. Die Kamera hat mir mein Vater sp\u00e4ter geschenkt. Leider hatte sie keine farbverg\u00fcteten Linsen und kam deshalb f\u00fcr den Einbau in ein Unterwassergeh\u00e4use nicht infrage.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Etwa zwei, drei Jahre danach versammelte sich am Freudenauer Winterhafen regelm\u00e4\u00dfig eine Gruppe tauch- und schwimmw\u00fctiger Jugendlicher, um wie Hans Hass mit Flossen, Tauchgl\u00e4sern und Schnorcheln die Unterwasserwelt zu erkunden und den Traum von einer fernen Wildnis zu leben. Peter Appelius war einer von ihnen, ebenso wie <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/biografie-der-streitbare-umweltschuetzer-anton-klein\/\">Anton Klein<\/a>, der Gr\u00fcnder des Lobaumuseums, und <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/norbert-sendor-seit-1953-in-der-lobau\/\">Norbert Sendor<\/a>, der aktuelle Vorsitzende unseres Vereines.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-3028 alignright\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/imgp4319-300x188.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"282\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/imgp4319-300x188.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/imgp4319-487x304.jpg 487w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/imgp4319-563x353.jpg 563w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/imgp4319.jpg 590w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/>Norbert Sendor erinnert sich: <em>\u201eDer Freudenauer Winterhafen war ein exzellentes Badegebiet, mit meist klarem Wasser, Sichtweiten von drei bis vier Metern. Zu bestimmten Zeiten wimmelte das Hafenbecken von gro\u00dfen Wei\u00dffischschw\u00e4rmen. Und wir hatten Begegnungen mit riesigen Hechten, Karpfen und Zandern.\u201c<\/em><\/p>\n<p>1953 lernten Sendor, Appelius, Gerhard Dostal, Peter Kubin und ihre gleichaltrigen Freunde beim Austauschen von Unterwassererlebnissen den schon etwas \u00e4lteren Anton Klein kennen, der immer allein unterwegs war.<\/p>\n<p>Sendor: <em>\u201eEs hat ja keiner gewusst, wer er ist oder was. Die Ger\u00fcchte sind gelaufen \u2026 Dass er irgendwas mit der Polizei zu tun hat, das hat man schon gewusst. Da haben wir Respekt gehabt. Wir waren ja auch nie ganz im Rahmen der Gesetze \u2026\u201c<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-3029 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMGP1065a-300x221.jpg\" alt=\"\" width=\"354\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMGP1065a-300x221.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMGP1065a-768x564.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/IMGP1065a-1024x753.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 354px) 100vw, 354px\" \/>Denn es wurde nicht nur getaucht, sondern auch harpuniert. Anton Klein: <em>\u201eDa war damals der Hans Hass, und da haben wir geglaubt, wir sind Helden, wenn wir, so wie er, harpuniert haben. Und dann haben wir auch Hunger gehabt, das war Nachkriegszeit. Und wann Du einen Rucksack voll Fische gehabt hast, dann hast Du was zum Bei\u00dfen gehabt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Zuerst war das Tauchen als sportliche Bet\u00e4tigung, bald kam das Interesse am Fotografieren unter Wasser dazu. Und vom Winterhafen \u00fcbersiedelte man in die Lobau.<\/p>\n<p>Peter Appelius war der erste, der in der Lobau mit einer Unterwasserkamera nach dem Motto von Hans Hass wie ein Fisch unter Fischen schwamm:<\/p>\n<p><em>\u201eW\u00e4hrend meiner Schulzeit in der Textilschule Spengergasse von&nbsp;1952 bis 1957 hatte ich die technischen M\u00f6glichkeiten, eine Zorki-Kleinbildkamera (der russische Nachbau der Leica) im Eigenbau mit einem Unterwassergeh\u00e4use auszustatten und die ersten Schwarzwei\u00df-Aufnahmen in den glasklaren Gew\u00e4ssern der Unteren Lobau zu schie\u00dfen.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als sich Anfang der 1950er-Jahre an der Wiener Donau einige junge M\u00e4nner zusammenfanden, um Hans Hass, den Begr\u00fcnder des modernen Tauchens, nachzueifern, landeten sie alsbald mit Maske und Schnorchel in den Gew\u00e4ssern der Lobau. 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