{"id":298,"date":"2016-12-30T10:20:25","date_gmt":"2016-12-30T09:20:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=298"},"modified":"2025-12-20T18:55:18","modified_gmt":"2025-12-20T17:55:18","slug":"norbert-sendor-seit-1953-in-der-lobau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/norbert-sendor-seit-1953-in-der-lobau\/","title":{"rendered":"Norbert Sendor: 70 Jahre auf der Pirsch"},"content":{"rendered":"<p><strong>NORBERT SENDOR geh\u00f6rt zu den Pionieren der \u00f6sterreichischen Naturfotografie \u2013 spezialisiert auf die Tierwelt der Donauauen rund um Wien. Als es Anfang der 1970er-Jahre darum ging, die Lobau vor der Zerst\u00f6rung zu bewahren \u2013 und sp\u00e4ter darum, f\u00fcr einen Nationalpark Stimmung zu machen \u2013 waren Norbert Sendors Fotos von Wildtieren und sagenhaften Aulandschaften in Tageszeitungen und B\u00fcchern das Fundament, auf dem die gro\u00dfe \u00d6ffentlichkeit erreicht werden konnte. Im Jahr 2000 wurde ihm in W\u00fcrdigung seiner Leistungen das Silberne Verdienstzeichen des Landes Wien verliehen. Mit seiner Lebensgef\u00e4hrtin Elisabeth Zeman betreibt er die Website <a href=\"https:\/\/www.zeman-sendor-naturfotografie.at\/\">https:\/\/www.zeman-sendor-naturfotografie.at\/<\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eIch wurde 1936 in Wien-Erdberg geboren. Irgendwann erz\u00e4hlte mir meine Mutter von der Lobau und dass es dort auch Hirsche g\u00e4be. Eine Vorstellung die mich faszinierte und eine Faszination, die bis heute anh\u00e4lt und in meinen Fotografien zum Ausdruck kommt.. <\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_308\" aria-describedby=\"caption-attachment-308\" style=\"width: 309px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-308 \" src=\"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Winterhafen-Juni-1953-1avrechts-Norbert-Sendor-294x300.jpg\" width=\"309\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Winterhafen-Juni-1953-1avrechts-Norbert-Sendor-294x300.jpg 294w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Winterhafen-Juni-1953-1avrechts-Norbert-Sendor-768x783.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Winterhafen-Juni-1953-1avrechts-Norbert-Sendor.jpg 842w\" sizes=\"auto, (max-width: 309px) 100vw, 309px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-308\" class=\"wp-caption-text\">Winterhafen, Juni 1953 (ganz rechts: Sendor)<\/figcaption><\/figure>\n<p><em>Mein Engagement begann mit einer Gruppe ungef\u00e4hr Gleichaltriger, die ein Interesse an der Unterwasserwelt verband, das durch die fantastischen Filme und Berichte von Hans Hass geweckt worden war. 1953 tauchten wir vorwiegend am Freudenauer Winterhafen, der zu jener Zeit ein exzellentes Badegebiet mit klarem Wasser war. Hier machte ich Bekanntschaft mit dem elf Jahre \u00e4lteren Anton Klein, der ebenfalls dort tauchte und vor dem alle Respekt hatten. <\/em><\/p>\n<p><em>Das Hafenbecken wimmelte von gro\u00dfen Wei\u00dffischschw\u00e4rmen, wir hatten Begegnungen mit riesigen Hechten, Karpfen und Zandern. In den Altarmen des Praters gab es Schlammbei\u00dfer, Steinbei\u00dfer, die sch\u00f6nsten Bitterlinge, Karauschen, Schleien &#8211; alles Arten, die jetzt auf den Roten Listen stehen. Wir waren von unseren Erlebnissen so begeistert, dass meine Freunde beschlossen, diese Unterwasser-Welt einem gr\u00f6\u00dferen Publikum, auch anhand von Fotos, nahe zu bringen. Sie hielten Vortr\u00e4ge in Schulen, Gasth\u00e4usern, Kasernen &#8211; immer mit dem Gedanken, f\u00fcr den Schutz der Natur zu werben. <\/em><\/p>\n<p><em>Eines Tages kam einer meiner Freunde zu mir und meinte, nur mit Fotos von Wasserpflanzen und Hechten sei es schwierig, die Menschen ein bis zwei Stunden lang zu fesseln. Da ich der einzige war, der eine der damals noch sehr raren Spiegelreflex-Kameras besa\u00df und bereits Wildtiere fotografiert hatte, stellte ich meine Fotos erstmals \u00f6ffentlich zur Verf\u00fcgung. <\/em><\/p>\n<p><em>Irgendwann zu dieser Zeit kam <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/franz-antonicek-der-waldlaeufer-mit-der-kamera\/\">Franz Antonicek<\/a> zu mir und meinte, er wolle so etwas ebenfalls machen und was er dazu brauche. Von da an entwickelte sich eine Freundschaft, die \u00fcber alle H\u00f6hen und Tiefen des Lebens, bis zum Tod meines Franzerls im M\u00e4rz 2016 anhielt. Ab 1954 durchstreiften wir gemeinsam die Donauauen. <\/em><\/p>\n<p><em>Etwa um das Jahr 1970 herum wurden wir auf die Arbeit von Anton Klein aufmerksam, dessen Aquarienverein die Keimzelle der Bewegung zur Rettung der Lobau war. In seinem Sinne d\u00fcrfen wir uns heute nicht zufrieden zur\u00fccklehnen, sondern m\u00fcssen weiter f\u00fcr den Erhalt der Donauauen k\u00e4mpfen. Worum wir uns k\u00fcmmern sollten:<\/em><\/p>\n<ul>\n<li><em>die Eintiefung der Donau<\/em><\/li>\n<li><em>die Verlandung der Nebenarme<\/em><\/li>\n<li><em>die Schaffung eines March-Thaya-Nationalparks samt Anbindung an den Nationalpark Donauauen<\/em><\/li>\n<li><em>die Durchg\u00e4ngigkeit der Au als Teil der Weitwanderwege f\u00fcr Gro\u00dftiere<\/em><\/li>\n<li><em>die Vergr\u00f6\u00dferung des Nationalparks Donauauen und die Schaffung von Pufferzonen<\/em><\/li>\n<li><em>die \u00dcberzeugung der Skeptiker und Gegner des Nationalparks.\u201c<\/em><\/li>\n<\/ul>\n<p>Email: <a href=\"mailto:e.zeman@aon.at\">e.zeman@aon.at<br \/>\n<\/a>Website: <a href=\"https:\/\/www.zeman-sendor-naturfotografie.at\/cms\/\">https:\/\/www.zeman-sendor-naturfotografie.at\/cms\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NORBERT SENDOR geh\u00f6rt zu den Pionieren der \u00f6sterreichischen Naturfotografie \u2013 spezialisiert auf die Tierwelt der Donauauen rund um Wien. 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