{"id":2730,"date":"2019-03-21T11:17:07","date_gmt":"2019-03-21T10:17:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=2730"},"modified":"2019-05-22T07:11:49","modified_gmt":"2019-05-22T05:11:49","slug":"1972-der-wiederentdeckte-dia-vortrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/1972-der-wiederentdeckte-dia-vortrag\/","title":{"rendered":"1972: der wiederentdeckte Dia-Vortrag"},"content":{"rendered":"<p><strong>In unserem Archiv ist ein arg vergilbtes Manuskript aufgetaucht: Norbert Sendors Vorlage f\u00fcr einen Farb-Dia-Vortrag \u00fcber die Lobau im Jahr 1972. Es war die Zeit, in der Anton Klein und sein Aquarienverein \u201e<span><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/zierfisch-freunde-gruendung\/\">Zierfischfreunde Donaustadt<\/a><\/span>\u201c eine Kampagne zur Rettung der Donau-Auen in Gang gebracht hatten. Die Fotos der beiden Naturfotografen <span><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/norbert-sendor-seit-1953-in-der-lobau\/\">Norbert Sendor<\/a><\/span> und Franz Antonicek waren das R\u00fcckgrat der Medien- und \u00dcberzeugungsarbeit. Das hier nach Jahrzehnten ver\u00f6ffentlichte Manuskript wirft ein Licht auf die Situation Anfang der 1970er-Jahre und l\u00e4sst erhellende Schlussfolgerungen auf die heutige Zeit zu.<\/strong><\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">WUNDERBARE TIERWELT DER LOBAU<br \/>\nFarb-Dia-Vortrag von Norbert Sendor<br \/>\nam Donnerstag, 5. Oktober 1972 um 18.30 Uhr im Kellerlokal des Aquarienvereins \u201eZierfischfreunde Donaustadt\u201c<br \/>\nin Wien 22., Wagramerstra\u00dfe 97-99, Stiege 14<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2732 alignright\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Echtes-Glas-Dia-300x193.jpg\" alt=\"\" width=\"415\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Echtes-Glas-Dia-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Echtes-Glas-Dia-768x494.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Echtes-Glas-Dia-1024x658.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Echtes-Glas-Dia-174x111.jpg 174w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Echtes-Glas-Dia-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Echtes-Glas-Dia.jpg 1929w\" sizes=\"auto, (max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/>Norbert Sendor:<\/p>\n<p>Die Fotos, die ich Ihnen zeige, stammen aus einer Auswahl von einigen hundert Dias, die mein Freund <span><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/franz-antonicek-der-waldlaeufer-mit-der-kamera\/\">Franz Antonicek<\/a><\/span> und ich im Laufe einiger Jahre aufgenommen haben. Wir dachten eigentlich nie daran, diese Fotos zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Wenn ich Lobau sage, so schlie\u00dfe ich damit auch das \u00dcberschwemmungsgebiet mit ein. Jenes Erholungsgebiet Tausender Wiener, das jetzt in dieser Zeit, mit Milliardenaufwand und durchaus nicht immer richtigen Argumenten f\u00fcr immer zerst\u00f6rt wird.<\/p>\n<p><em>(Anm.: Die Arbeiten zum Bau des Entlastungsgerinnes und der Donauinsel begannen am 1. M\u00e4rz 1972.)<\/em><\/p>\n<p>Im Laufe unserer langj\u00e4hrigen Beobachtungen mu\u00dften wir leider eine immer rascher fortschreitende Zerst\u00f6rung der Lobaulandschaft und gleichzeitig damit einen R\u00fcckgang der interessantesten Ver\u00adtreter der Tierwelt feststellen. Unsere Bekanntschaft mit Hrn. Klein und seinen Mitarbeitern vom Aktionskomitee zum Schutze der Lobau best\u00e4rkte meinen Freund und mich wieder in der Hoffnung, diese noch immer sch\u00f6ne Landschaft mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt retten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2734 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Fischsterben-Lobau-Feb-1963-FOTO-SENDOR-korrigiert-300x193.jpg\" alt=\"\" width=\"434\" height=\"280\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Fischsterben-Lobau-Feb-1963-FOTO-SENDOR-korrigiert-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Fischsterben-Lobau-Feb-1963-FOTO-SENDOR-korrigiert-768x494.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Fischsterben-Lobau-Feb-1963-FOTO-SENDOR-korrigiert-1024x659.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Fischsterben-Lobau-Feb-1963-FOTO-SENDOR-korrigiert-174x111.jpg 174w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Fischsterben-Lobau-Feb-1963-FOTO-SENDOR-korrigiert-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/>Falls es mir gelingen sollte, Sie von der absoluten Notwendigkeit der Erhaltung dieser Naturlandschaft zu \u00fcberzeugen und vielleicht einige aktive Mitarbeiter zum Schutze der Lobau zu gewinnen, so ist der Zweck dieser kleinen Dia-Schau erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem w\u00fcrde der Bruch unseres Vorsatzes, Fotos nur zum rein pers\u00f6nlichen Vergn\u00fcgen zu machen und zu betrachten, nicht mehr allzuschwer auf meinem Gewissen lasten.<\/p>\n<p>Die Stromlandschaft ist zu jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter reizvoll. Im Fr\u00fchling genauso wie im Winter.<\/p>\n<p>Diese toten Welse, ca. 1 &#8211; 1 1\/2 m lang, starben nicht allein wegen des ersten strengen Winters, sondern weil in jenem Jahr gerade die Grundwasserwerke Lobau zu arbeiten begannen und damit die Frischwasserzufuhr an jenem Gew\u00e4sser ausfiel. Der Zusammenhang zwischen dem Fischsterben und den Grundwasserwerken wurde zwar bestritten, Tatsache ist aber, da\u00df in der betroffenen Gegend Welse und andere Fischarten verschwanden.<\/p>\n<p><em>(Anm.: Am 3. Juni 1966 wurde das Wasserwerk Untere Lobau offiziell in Betrieb genommen, am 24. M\u00e4rz 1969 wurde der Probebetrieb des Brunnens G\u00e4nshaufen bewilligt. Das <span><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/andenken-an-das-gaenshaufenwasser\/\">G\u00e4nshaufenwasser<\/a><\/span> wurde wegen der Brunnen zugesch\u00fcttet.)<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2736 alignright\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-8-16-Aug-1972-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"412\" height=\"275\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-8-16-Aug-1972-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-8-16-Aug-1972-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-8-16-Aug-1972-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-8-16-Aug-1972-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-8-16-Aug-1972.jpg 1884w\" sizes=\"auto, (max-width: 412px) 100vw, 412px\" \/>Aber nicht nur Fischarten sterben in der Lobau aus. Der Kormoran, der in einer Kolonie in der Gegend des \u00d6lhafens horstete, ist jetzt auch aus den \u00f6stlichen Auen verschwunden und kommt nur mehr als vereinzelter Durchz\u00fcgler vor.<\/p>\n<p><em>(Anm.: Ab 2003 haben sich an der March wieder Brutkolonien etablieren k\u00f6nnen)<\/em><\/p>\n<p>Der Seeadler, der eindrucksvollste Raubvogel Europas, hat noch vor ca. 20 Jahren in der Lobau seinen Horst gebaut. Jetzt ist er ein immer seltener werdender Wintergast in der Lobau.<\/p>\n<p><em>(Anm.: Seit 2005 br\u00fcten die Seeadler erneut in den Donau-Auen \u00f6stlich von Wien.)<\/em><\/p>\n<p>Auch der Eisvogel ist in seiner Existenz bedroht!<\/p>\n<p>Er ist eine Kostbarkeit unserer Tierwelt. Romantische Schriftsteller nennen ihn den fliegenden Edelstein. Es ist wirklich ein h\u00fcbscher und farbenfroher Anblick, wenn er in pfeilschnellem Flug knapp \u00fcber der Wasseroberfl\u00e4che dahinschwirrt. Zum \u00c4rger mancher Fischer braucht der Eisvogel unter anderem auch winzige Fische zu seiner Ern\u00e4hrung. Die f\u00e4ngt er, indem er sich von einem Ast oder seltener auch aus dem Flug heraus, ins Wasser st\u00fcrzt. In den Lobaugew\u00e4ssern sind ja noch immer Fische genug, um Reiher, Zwergtaucher, Kormorane und andere Fischfresser zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2737 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-32-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"431\" height=\"287\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-32-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-32-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-32-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-32-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-32.jpg 1876w\" sizes=\"auto, (max-width: 431px) 100vw, 431px\" \/>Es gibt aber nicht nur Wassertiere und Wasserlandschaften in der Lobau. Die Hirsche der Lobau z\u00e4hlen zu den st\u00e4rksten Europas. Sie leben in diesem Gebiet noch in freier Wildbahn. Nur Jungwaldkulturen und die Ackerbaugebiete des Marchfeldes sind durch Wildschutzz\u00e4une gesichert.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr ist es m\u00f6glich, sich am Anblick gro\u00dfer Hirschrudel zu erfreuen, die von den saftigen Wiesen des \u00dcberschwemmungsgebietes \u00fcber den Schutzdamm in ihre Tageseinst\u00e4nde ziehen.<\/p>\n<p>Der geplante Autostra\u00dfenbau w\u00fcrde die Wechselm\u00f6glichkeiten des Wildes logischerweise unterbinden. Aber nicht nur Hirsche und Rehe und Schwarzwild w\u00fcrden in ihren Wanderm\u00f6glichkeiten stark eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p><em>(Anm.: Autobahn A 21, die bei der Panozzalacke in einem Autobahnknotenpunkt auf eine Hubertusdamm-Autobahn treffen sollte)<\/em><\/p>\n<p>\u00dcber das von Autos stark befahrene St\u00fcck des Hubertus-Dammes vom Wiener Stadtgebiet bis zum \u00d6lhafen ist praktisch jede Tierwanderung unterbunden. Auch die Amphibien sind von ihren Laichpl\u00e4tzen im \u00dcberschwemmungsgebiet abgeschnitten.<\/p>\n<p><em>(Anm.: Die Raffineriestra\u00dfe in Wien 22)<\/em><\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich w\u00e4re die Ausf\u00fchrung der projektierten Stra\u00dfenbauten das Ende der Lobau als Erholungs- und Naturparadies. Die Tafeln mit der Aufschrift <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2738 alignright\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-55-beschriftet-mit-97-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"403\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-55-beschriftet-mit-97-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-55-beschriftet-mit-97-768x509.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-55-beschriftet-mit-97-1024x679.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-55-beschriftet-mit-97-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-55-beschriftet-mit-97.jpg 1889w\" sizes=\"auto, (max-width: 403px) 100vw, 403px\" \/>&#8220;Landschaftsschutzgebiet&#8221; machen noch keine Erholungslandschaft. Stra\u00dfen sind keine Notwendigkeit. Solange sie sinnvoll angelegt werden, ist dagegen nichts zu sagen. Aber es besteht absolut kein Grund daf\u00fcr, monstr\u00f6se Verkehrsbauten in die letzten unber\u00fchrten Winkel unserer Heimat zu stellen.<\/p>\n<p>Es ist nicht unsere Aufgabe Stra\u00dfenbauprobleme zu l\u00f6sen, daf\u00fcr werden von unseren Steuergeldern unter anderem auch Verkehrsplaner, Stra\u00dfenbauer usw. bezahlt. Und zwar daf\u00fcr, da\u00df sie brauchbare L\u00f6sungen auch im Falle der Lobau finden. Oder sollen alle diese sch\u00f6nen von Technik und Umweltverschmutzung noch wenig betroffenen Landschaften verschwinden und durch Industriebauten ersetzt werden, in denen sich die Menschen nicht wohlf\u00fchlen und alles daransetzen, wieder herauszukommen. Sei es ins Landhaus, den Schrebergarten oder auf einen Ausflug. Darum m\u00fcssen wir unsere Bem\u00fchungen verst\u00e4rken, Landschaften, die noch halbwegs heil sind, vor der Vernichtung zu retten und zwar nicht alleine der Tiere und Pflanzen wegen, sondern vor allem f\u00fcr uns und nachfolgende Generationen.<\/p>\n<p>An alle Besucher der Lobau eine Bitte: Halten Sie sich nach. M\u00f6glichkeit an die erlaubten Wege und Gebiete, nicht wegen der J\u00e4ger, sondern vor allem wegen der Lebewesen, die teilweise gegen Beunruhigung sehr empfindlich sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2739 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-6-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"434\" height=\"290\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-6-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-6-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-6-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-6-95x62.jpg 95w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/Unbenannt-6.jpg 1677w\" sizes=\"auto, (max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/>Sie sehen unter den Fotos auch keine Nest- oder Futterplatz-Aufnahmen. Nicht deswegen, weil sie vielleicht schwer zu machen sein w\u00fcrden, ganz im Gegenteil, sie w\u00e4ren wesentlich leichter als z.B. Eisvogel auf Ast oder ein lauernder Reiher usw., sondern wir haben uns zu unserem Prinzip gemacht, seltene oder scheue Tiere nicht zu st\u00f6ren und sie dadurch vielleicht zur Abwanderung zu veranlassen.<\/p>\n<p>Auch an die Fotografen appelliere ich, nicht unbedingt auf heimisches Gro\u00dfwild Jagd zu machen. Die Ausbeute ist n\u00e4mlich meist Null. Daf\u00fcr handelt man sich Schwierigkeiten mit J\u00e4gern, F\u00f6rstern und anderen Aufsichtsorganen ein.<\/p>\n<p>Gerade die Lobau bietet eine F\u00fclle von Motiven, z.B. Insekten und Pflanzen, die man fotografieren kann, ohne die Ruhe der Natur zu st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Fotos waren absichtlich nicht nach Themen geordnet, um Ihnen vielleicht ein wenig die noch immer vorhandene Vielf\u00e4ltigkeit der Lebensformen dieser Landschaft vor Augen zu f\u00fchren. Ich h\u00e4tte zwar lieber mehr von den gezeigten Tieren gesprochen, aber es w\u00e4re falsch, eine heile und sch\u00f6ne Lobau zu zeigen, ohne darauf hinzuweisen, da\u00df sie in Wirklichkeit von vielen Seiten in ihrer Existenz bedroht ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserem Archiv ist ein arg vergilbtes Manuskript aufgetaucht: Norbert Sendors Vorlage f\u00fcr einen Farb-Dia-Vortrag \u00fcber die Lobau im Jahr 1972. Es war die Zeit, in der Anton Klein und sein Aquarienverein \u201eZierfischfreunde Donaustadt\u201c eine Kampagne zur Rettung der Donau-Auen in Gang gebracht hatten. Die Fotos der beiden Naturfotografen Norbert Sendor und Franz Antonicek waren das R\u00fcckgrat der Medien- und \u00dcberzeugungsarbeit. 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