{"id":2509,"date":"2018-12-08T23:36:47","date_gmt":"2018-12-08T22:36:47","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=2509"},"modified":"2019-01-21T19:39:12","modified_gmt":"2019-01-21T18:39:12","slug":"neue-leitlinien-fuer-den-nationalpark","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/neue-leitlinien-fuer-den-nationalpark\/","title":{"rendered":"Neue Leitlinien f\u00fcr den Nationalpark"},"content":{"rendered":"\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Was in den n\u00e4chsten zehn Jahren geschehen wird. Vorgestellt im Rahmen des \u201eNationalparkforums\u201c in Orth an der Donau am 26. November. Die Veranstaltung wurde von unserem Mitglied Robert Eichert aufgezeichnet.<\/strong><\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Forstwirtschaft<\/strong><br \/>Auch in den kommenden zehn Jahren wird weiter darangearbeitet, den ehemals bewirtschafteten Wald (Kanadapappeln etc) wieder in eine naturnahe Waldgesellschaft umzuwandeln. Alte Schneisen und Forststra\u00dfen sollen r\u00fcckgebaut und jagdliche Einrichtungen abgebaut werden.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Jagd<\/strong><br \/>Rotwild und Schwarzwild m\u00fcssen weiterhin stark reguliert werden. Die Schalenwildbest\u00e4nde im Nationalpark sind alarmierend hoch, an der Grenze der Tragf\u00e4higkeit des Lebensraumes.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den Wildruhezonen des Nationalparks soll dennoch die Jagd von nun an komplett ruhen. Bisher wurden hier wegen des hohen Wildstandes gezwungenerma\u00dfen mehrere Bewegungsjagden pro Jahr durchgef\u00fchrt. Die Reduktion der Hirsche und der Wildschweine wird somit in Zukunft verst\u00e4rkt mit Hilfe der an den Nationalpark angrenzenden Jagdreviere durchgef\u00fchrt werden m\u00fcssen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die hohe Dichte ist auch mit ein Grund f\u00fcr die hundertprozentige Durchseuchung des Rotwilds mit einem eingeschleppten Parasiten,dem amerikanischen Leberegel, der sich laut Alexander Faltejsek, Leiter der Forstverwaltung Lobau, seit dem Jahr 2000 \u00fcber den gesamten Nationalpark ausgebreitet hat. Eine geringere Wilddichte, w\u00fcrde die Ausbreitung des Parasiten erschweren. Der Einsatz von Medikamenten hat sich als problematisch und nicht zielf\u00fchrend erwiesen und ist \u2013 wie Wiens Forstdirektor Andreas Januskovecz betont &#8211; seit wenigen Wochen sogar verboten.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das Wiesen-Management<\/strong><br \/>Die Auwiesen werden durch sanfte Bewirtschaftung in dem Umfang erhalten, in dem sie derzeit vorhanden sind.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Marchfeldschutzdamm<\/strong><br \/>Genie\u00dft angesichts der Sanierung seit Oktober 2017 besondere Aufmerksamkeit. Er gilt unter anderem als wichtige Struktur f\u00fcr Sumpfschildkr\u00f6ten (Eiablagepl\u00e4tze) und f\u00fcr Orchideen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arbeiten werden nicht nur im Winter durchgef\u00fchrt, sondern das ganze Jahr \u00fcber. Nationalparkdirektor Manzano stellt auf eine diesbez\u00fcgliche Frage hin fest, dass dies nat\u00fcrlich manche Probleme mit sich br\u00e4chte, dass aber ordentlich gearbeitet und auf die Natur R\u00fccksicht genommen werde. Die Entscheidung f\u00fcr die ganzj\u00e4hrigen Baut\u00e4tigkeiten w\u00fcrde von der Nationalparkverwaltung mitgetragen.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>M\u00f6gliche Erweiterung des Nationalparks<\/strong><br \/>Manzano bedauert, dass es entlang der Donau noch wesentliche Fl\u00e4chen g\u00e4be, die noch nicht zum Nationalpark gez\u00e4hlt werden k\u00f6nnen; bei Fischamend, bei Wolfsthal, dazu einige kleinere Einschl\u00fcsse.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Besucher<\/strong><br \/>Nach wie vor gilt die Leitlinie \u201eNaturerlebnis\u201c.\u00a0 Besuchern das unmittelbare Erleben der Natur zu erm\u00f6glichen, ist eine der entscheidenden Aufgaben des Nationalparks.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Eintiefung der Donau<\/strong><br \/>Seit etwa drei Jahren findet \u201eaktives Geschiebemanagement\u201cstatt. Das hei\u00dft der aus der Schifffahrtsrinne ausgebaggerte Schotter wird zwanzig Kilometer stromaufw\u00e4rts transportiert und dort wieder dem Strom zur\u00fcckgegeben. Damit k\u00f6nne \u201edie Geschiebelage\u201c zumindest gehalten werden. Allerdings w\u00fcrde einstweilen ein rechtlicher Auftrag ebenso fehlen, wie eine gesicherte Finanzierung.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der R\u00fcckgang der Donaufische<\/strong><br \/>Carl Manzano<strong>\u00a0<\/strong>bezeichnet den Zustand der Wasserlebensr\u00e4ume und den dramatischen R\u00fcckgang der Donaufische als \u201ealarmierend\u201c: \u201e<em>Die Fisch-Biomasse im Fluss geht rapide zur\u00fcck!<\/em>\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ursachen seien vielf\u00e4ltig. Und der Auftrag des Nationalparks sei es, hier initiativ zu werden. \u201e<em>Das sind die Folgen der Regulierung und des Kraftwerksbaus. Dass wir diesen Massen-R\u00fcckgang aufhalten werden k\u00f6nnen, das schaut im Moment nicht so aus.<\/em>\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Franz Kiwek<\/strong>, Mitglied des Nationalparkbeirates und Pr\u00e4sident der \u00d6sterreichischen Fischereigesellschaft f\u00fchrt f\u00fcr den Einbruch der Fischbest\u00e4nde eindeutige Ursachen an: Die Zersplitterung des Lebensraumes durch Kraftwerke, die Linien-Schifffahrt und der mit ihr einhergehende, fatale Wellenschlag, die immer noch nicht mit der Donau verbundenen Altarme und das katastrophale Niederwasser. Und der Tiefstand, so Kiwek, sei noch nicht erreicht.<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Fazit: \u201e<em>Wir m\u00fcssen mutig die Altarmprojekte angehen. Das ist die einzige Chance, dass wir wieder selbstreproduzierende Fischbest\u00e4nde bekommen.<\/em>\u201c<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der scheidende Nationalparkdirektor Carl Manzano zieht schlie\u00dflich ein mahnendes Res\u00fcmee:<\/p>\r\n\r\n\r\n\r\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em><strong>\u201eDer Nationalpark wird auf Dauer nur bestehen, wenn er eine breite Akzeptanz\u00a0 in der Bev\u00f6lkerung hat oder zumindest eine qualifizierte Minderheit darum k\u00e4mpft.\u201c<\/strong><\/em><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was in den n\u00e4chsten zehn Jahren geschehen wird. Vorgestellt im Rahmen des \u201eNationalparkforums\u201c in Orth an der Donau am 26. November. Die Veranstaltung wurde von unserem Mitglied Robert Eichert aufgezeichnet. ForstwirtschaftAuch in den kommenden zehn Jahren wird weiter darangearbeitet, den ehemals bewirtschafteten Wald (Kanadapappeln etc) wieder in eine naturnahe Waldgesellschaft umzuwandeln. Alte Schneisen und Forststra\u00dfen sollen r\u00fcckgebaut und jagdliche Einrichtungen abgebaut werden. JagdRotwild und Schwarzwild m\u00fcssen weiterhin stark reguliert werden. 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