{"id":2478,"date":"2018-11-28T22:45:40","date_gmt":"2018-11-28T21:45:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=2478"},"modified":"2021-02-01T18:43:23","modified_gmt":"2021-02-01T17:43:23","slug":"neue-nationalpark-ziele-was-wird-aus-der-lobau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/neue-nationalpark-ziele-was-wird-aus-der-lobau\/","title":{"rendered":"Was wird aus der Lobau?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Am 26. November 2018 wurden in Orth an der Donau die Leitlinien des neuen Managementplans f\u00fcr den <span><a href=\"https:\/\/www.donauauen.at\/news\/nationalparkforum-vom-26-11-der-neue-managementplan-fuer-den-nationalpark-donau-auen-2019-2028\/30548\">Nationalpark Donau-Auen<\/a><\/span> vorgestellt, der die Absichten, T\u00e4tigkeiten und Strategien der Nationalparkverwaltung f\u00fcr die Jahre 2019 bis 2028 skizziert.<\/strong><\/p>\n<p>Obwohl es bereits Leitlinien gibt, die an diesem Abend pr\u00e4sentiert werden konnten, gilt der detaillierte Plan selbst noch nicht als offiziell fertiggestellt und steht demnach f\u00fcr die Allgemeinheit noch nicht zur Einsicht zur Verf\u00fcgung. Er muss erst bei der Beh\u00f6rde zur Genehmigung eingereicht werden.<\/p>\n<p>Die darin enthaltenen Planungsziele werden jedenfalls das Schicksal der Lobau mitentscheiden. Unser Vereinskollege Robert Eichert hat die Veranstaltung f\u00fcr eine Radiosendung zur G\u00e4nze aufgezeichnet. Hier die wichtigsten Ausz\u00fcge zum Thema Lobau.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2480 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_191928a-300x193.jpg\" alt=\"\" width=\"401\" height=\"258\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_191928a-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_191928a-768x493.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_191928a-1024x657.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_191928a-174x111.jpg 174w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_191928a-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 401px) 100vw, 401px\" \/>Nationalparkdirektor Mag. Carl Manzano<\/strong> wies gleich zu Beginn der Veranstaltung darauf hin, dass \u201eder Managementplan auch wesentliche Aussagen bez\u00fcglich des Gew\u00e4ssermanagements der Wiener Lobau enthalten wird.\u201c<\/p>\n<p>Im Rahmen der Publikumsdiskussion kam schlie\u00dflich das Problem des Wassermangels und der bevorstehenden Austrocknung der Lobau ausf\u00fchrlich zur Sprache:<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst meldeten sich<strong> G\u00fcnter Feierabend<\/strong> und <strong>Christoph Lang<\/strong>, beide im Vorstand des <a href=\"http:\/\/www.lobaufischer.at\/\">&#8220;<span>Fischereiverein Lobau\u201c<\/span><\/a>, entschlossen zu Wort:<\/p>\n<p>Wieso w\u00fcrde derzeit am Lausgrund die <span><a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/gottseidank-wieder-ein-wasser\/\">Eichert-Quelle<\/a> <\/span>nicht wie gewohnt sprudeln, wo doch der Niederwasserstand gerade so verheerend sei? Wieso werde derzeit nicht, wie \u00fcblich, Wasser aus der Alten Donau in die Obere Lobau geleitet? Wieso w\u00fcrde die Lobau grunds\u00e4tzlich nicht mit Wasser aus der (Neuen) Donau dotiert?<\/p>\n<p><strong>DI Alexander Faltejsek<\/strong>, Leiter der <span><a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/kontakte\/ma49\/index.html\">Forstverwaltung Lobau<\/a><\/span>, war bei der Antwort gezwungen, die Grenzen der M\u00f6glichkeiten und vor allem jene der beh\u00f6rdlichen Bestimmungen aufzuzeigen:<\/p>\n<p>Bei der Eichert-Quelle w\u00fcrde es sich um \u00fcbersch\u00fcssiges Trinkwasser aus den angrenzenden Brunnen handeln. Werde es ins Trinkwassernetz eingespeist, so Faltejsek, w\u00fcrde die Quelle eben trockenfallen. Das sei immer wieder einmal f\u00fcr zwei bis drei Wochen der Fall. Seit heute (= 26.11.) w\u00fcrde die Quelle aber wieder aktiv sein und ihr Wasser in das Altarmsystem eingespeist werden.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2482 alignleft\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_192101a-300x181.jpg\" alt=\"\" width=\"415\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_192101a-300x181.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_192101a-768x464.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_192101a-1024x619.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 415px) 100vw, 415px\" \/>Faltejsek<\/strong> weiter: Das Wasser aus der Alten Donau w\u00fcrde grunds\u00e4tzlich (Anm.: quasi von Amts wegen) nur von April bis Oktober in Richtung Lobau str\u00f6men. Die Abteilung Wasserbau (MA 45) d\u00fcrfe dabei \u00fcberdies gewisse Pegelgrenzen nicht \u00fcberschreiten, deshalb w\u00e4re dies alles ohnehin f\u00fcr das System nur \u201ewie ein Tropfen auf einen hei\u00dfen Stein.\u201c Ein neues Projekt zur Einleitung von Wasser aus der Neuen Donau in die Panozza-Lacke w\u00fcrde aber ab Ende 2019 die Situation ein wenig entsch\u00e4rfen.<\/p>\n<p><strong>G\u00fcnter Feierabend<\/strong> beklagt alte, nicht eingehaltene Versprechungen \u00fcber eine Dotierung bis hinein in den Fadenbach und fasst dann bek\u00fcmmert zusammen: \u201e<em>Die Au braucht zwei Sachen: Ruhe und Wasser. Beides hat\u2018s jetzt anscheinend nimmer mehr.<\/em>\u201c<\/p>\n<p><strong>Christoph Lang<\/strong> bringt die problematische Rolle der Sperrbrunnen in H\u00f6he des Donau-Oder-Kanals zur Sprache. Sie w\u00fcrden \u2013 laut Auskunft des Nationalparks \u2013 den Grundwasserstrom statt in die Untere Lobau in die die Donau umleiten.<\/p>\n<p><strong>Alexander Faltejsek<\/strong>:&nbsp;<em>\u201eDie Wiener Wasserwerke leiten bereits seit 20, 30 Jahren aus einer Sperrbrunnenanlage entlang des Donau-Oder-Kanals Wasser ab, um dort eben eine hydraulische Sperre zu haben, die verhindert, dass kontaminiertes Wasser aus dem Bereich \u00d6lhafen in die Untere Lobau eindringt. Im Zuge der Sanierung des Tanklagers Lobau um 2003 wurde eine zweite Sperrbrunnenreihe direkt am Ende des Lagers gebaut. Diese Sperrbrunnenreihe ist derzeit ebenfalls aktiv. Damit ist die \u00e4ltere Sperrbrunnenreihe eigentlich obsolet und nach meinem Wissensstand arbeiten die Wasserwerke daran, den alten wasserrechtlichen Bescheid, der dieser Sperrbrunnenreihe zugrunde liegt, ung\u00fcltig zu machen, damit sie au\u00dfer Betrieb gesetzt werden k\u00f6nnen.\u201c <\/em><\/p>\n<p><strong>Nationalparkdirektor Mag. Carl Manzano<\/strong> zitiert dazu (sichtlich) aus dem Entwurf des neuen Managementplans:<\/p>\n<p>Ein strategisches Ziel sei \u201e<em>die Verbesserung der Grund- und Oberfl\u00e4chenw\u00e4sser in der Oberen Lobau durch Erweiterung und Optimierung der Dotation Lobau mit einer zus\u00e4tzlichen Einspeisung \u00fcber die Panozza-Lacke und die Auflassung der alten Sperrbrunnenreihe, sowie eine verbesserte Vernetzung des sekund\u00e4ren Grabensystems durch Wegabsenkung.\u201c<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_2481\" aria-describedby=\"caption-attachment-2481\" style=\"width: 321px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2481\" src=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_221003a-236x300.jpg\" alt=\"\" width=\"321\" height=\"408\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_221003a-236x300.jpg 236w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_221003a-768x975.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/1-IMG_20181126_221003a-807x1024.jpg 807w\" sizes=\"auto, (max-width: 321px) 100vw, 321px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2481\" class=\"wp-caption-text\">Bernd L\u00f6tsch, Robert Eichert<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Manzano&nbsp;<\/b>weiter: \u201e<em>Die Situation ist alles andere als befriedigend, aber es ist nicht so, dass das einfach hingenommen wird, sondern es wird daran gearbeitet, die Dinge zu verbessern. Es gibt allerdings Rahmenbedingungen und das ist vor allem auch die Trinkwassernutzung und da kommt\u2019s auf die Qualit\u00e4t des Grundwassers an. Und das macht es schwierig, die vielen Projekte, die in den letzten 20, 30 Jahren entwickelt und erdacht worden sind, auch wirklich so umzusetzen, dass viel und genug Wasser in die Lobau kommt.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Ruf aus dem Publikum:<\/strong> <em>\u201eAber daf\u00fcr gibt es Trinkwasseraufbereitungsanlagen!\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Antwort vom Podium:<\/strong> <em>\u201eEs gibt in der Lobau keine Trinkwasseraufbereitungsanlagen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Antwort aus dem Publikum:<\/strong> <em>\u201eAber man kann die errichten. Und damit w\u00e4ren mit einem Schlag all die Probleme dahin. Das sind ein paar Millionen Euro, das ist, sagen wir einmal, vergleichsweise ein Fliegenschiss.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Lobaukenner <strong>Robert Eichert<\/strong>, Namenspatron der \u201eEichert-Quelle, fordert seit langem den Bau einer solchen <a href=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/lobau-rettung-das-verschwundene-trinkwasserwerk\/\"><span>Trinkwasseraufbereitungsanlage<\/span><\/a>. Sie w\u00fcrde, so Eichert, endlich das Problem einer austrocknenden und immer weiter verlandenden Unteren Lobau l\u00f6sen, ohne \u2013 wie von Beh\u00f6rdenseite misstrauisch bef\u00fcrchtet &#8211; die Trinkwasserbrunnen der Stadt Wien zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p><strong>Der \u00d6kologe Univ. Prof. Dr. Bernd L\u00f6tsch bekr\u00e4ftigte im Gespr\u00e4ch mit Robert Eichert am Ende der Veranstaltung die Sinnhaftigkeit dieser Forderung. Er werde sich im Wiener Nationalpark-Beirat daf\u00fcr einsetzen, weil die Wasserproblematik in der Lobau baldigst einer L\u00f6sung zugef\u00fchrt werden m\u00fcsse.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Alle Fotos: Robert Eichert<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 26. November 2018 wurden in Orth an der Donau die Leitlinien des neuen Managementplans f\u00fcr den Nationalpark Donau-Auen vorgestellt, der die Absichten, T\u00e4tigkeiten und Strategien der Nationalparkverwaltung f\u00fcr die Jahre 2019 bis 2028 skizziert. Obwohl es bereits Leitlinien gibt, die an diesem Abend pr\u00e4sentiert werden konnten, gilt der detaillierte Plan selbst noch nicht als offiziell fertiggestellt und steht demnach f\u00fcr die Allgemeinheit noch nicht zur Einsicht zur Verf\u00fcgung. Er muss erst bei der Beh\u00f6rde&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":2479,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1,158],"tags":[140,77,126,15,17,154,103,19],"class_list":["post-2478","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-rettet-die-lobau","tag-bernd-loetsch","tag-dotation","tag-grundwasser","tag-lausgrund","tag-eichert","tag-sperrbrunnen","tag-tanklager","tag-verlandung"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2478","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2478"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2478\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3906,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2478\/revisions\/3906"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2479"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2478"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2478"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2478"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}