{"id":209,"date":"2021-07-24T22:30:24","date_gmt":"2021-07-24T20:30:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=209"},"modified":"2021-11-27T08:52:09","modified_gmt":"2021-11-27T07:52:09","slug":"bedrohung-durch-ein-kraftwerk-bereits-1929","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/bedrohung-durch-ein-kraftwerk-bereits-1929\/","title":{"rendered":"Kampf um die Lobau 1929: Nichts hat sich ge\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p>Schon 1929 wurde um die Lobau gek\u00e4mpft.&nbsp; Eine Arbeitsgemeinschaft der Wiener und der Nieder\u00f6sterreichischen Jagdvereine protestierte gegen die geplante \u00dcberflutung durch einen ungeheuren Stausee, der in Korneuburg beginnen und in Sch\u00f6nau beim Kraftwerk enden sollte. Teile von Floridsdorf w\u00fcrden beeintr\u00e4chtigt werden, die Lobau zur G\u00e4nze im Wasser versinken.<\/p>\n<p>Aus heutiger Sicht sensationell erscheint das verzweifelte Statement der J\u00e4gerschaft, das man &#8211; ohne ein einziges Wort zu ver\u00e4ndern &#8211; auch jetzt s\u00e4mtlichen zukunftslosen Politikern aufs Nachtkastl legen k\u00f6nnte. Originalzitat 1929:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong><em>\u201eDie Lobau ist in ihrer Eigenart mit Wien derart verankert, dass man sich den einen Begriff ohne den anderen gar nicht denken kann. Solange Wien existiert, solange besteht die Lobau. <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong><em>Von jeher war sie durch die F\u00fcrsorge der Habsburger nicht nur ein Dorado f\u00fcr jegliches Wild, sie war auch eine Schonst\u00e4tte f\u00fcr die Vogel und Pflanzenwelt. <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"padding-left: 40px;\"><strong><em>Der Auwald der Lobau hat geradezu Urwaldcharakter und ist als Luftreservoir f\u00fcr Wien von unsch\u00e4tzbarem Werte. Geradeso wie \u00fcber die seinerzeitige Wienerwald-Rettungsaktion durch Josef Sch\u00f6ffel werden sp\u00e4tere Generationen ihr anerkennenswertes Urteil \u00fcber den jetzigen Kampf um die Erhaltung der Lobau f\u00fcr Wien abgeben.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Der Wiener Anteil der Lobau umfasst magere 2300 Hektar, das sind f\u00fcnfeinhalb Prozent der Stadtfl\u00e4che und blo\u00df 0,03 Prozent der Fl\u00e4che \u00d6sterreichs.<\/p>\n<p>Angesichts drohender Hitzewellen, angesichts der rekordverd\u00e4chtigen Bodenversiegelung und des dramatischen R\u00fcckgangs der Tier- und Pflanzenarten erscheint es geradezu absurd, dass wir &#8211; in unserem ges\u00e4ttigten Wohlstand &#8211; nicht einmal imstande sind, am Rande von Wien 0,03 Prozent des Staatgebietes als unvergleichliches, flussnahes R\u00fcckzugsgebiet der Natur in gutem und unverletztem Zustand zu bewahren.<\/p>\n<p>Der gesamte, vielger\u00fchmte Nationalpark Donau-Auen, in dem sich schon so viele Politiker stolz und medienbewusst fotografieren haben lassen, umfasst \u00fcbrigens nur j\u00e4mmerliche 0,11 Prozent der Fl\u00e4che \u00d6sterreichs.<\/p>\n<p>Quelle:<br \/>\n\u201eMitteilungen des Jagdschutzvereins von Nieder\u00f6sterreich und Wien\u201c 1929, Seite 181<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon 1929 wurde um die Lobau gek\u00e4mpft.&nbsp; Eine Arbeitsgemeinschaft der Wiener und der Nieder\u00f6sterreichischen Jagdvereine protestierte gegen die geplante \u00dcberflutung durch einen ungeheuren Stausee, der in Korneuburg beginnen und in Sch\u00f6nau beim Kraftwerk enden sollte. 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