{"id":188,"date":"2016-12-27T10:04:44","date_gmt":"2016-12-27T09:04:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=188"},"modified":"2018-03-31T23:17:59","modified_gmt":"2018-03-31T21:17:59","slug":"die-lobaugewaesser-verlanden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/die-lobaugewaesser-verlanden\/","title":{"rendered":"Die Lobaugew\u00e4sser trocknen aus!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Niedergang\u00a0schreitet z\u00fcgig voran. Das &#8220;kleine&#8221; Ebersch\u00fcttwasser zum Beispiel, das bis vor wenigen Jahren noch gut zu befahren war, ist mit der Zille\u00a0nicht mehr zu erreichen. Im Lausgrund ist das Wasser komplett versiegt. Die Brunnader und das G\u00e4nshaufenwasser existieren nur noch in Erinnerungen. Auch das K\u00fchw\u00f6rther Wasser und das Mittelwasser weisen einen historischen Tiefstand aus. In Kombination mit der dicken Eisschicht ist das f\u00fcr die Fische fatal.<\/strong><\/p>\n<p>S\u00e4mtliche Pl\u00e4ne der Stadt Wien zur Dotierung der Lobau mit Wasser aus der Donau\u00a0wurden 2014\u00a0trotz bereits entstandener Kosten von 6,15 Millionen Euro gestoppt. Im ersten\u00a0Projektteil hatte man an den Altarmen sogar schon Messstellen errichtet, um das geplante Ansteigen des Wasserspiegels genau beobachten und dokumentieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_190\" aria-describedby=\"caption-attachment-190\" style=\"width: 397px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-190\" src=\"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/20160901_091057-Ebersch\u00fctt-FOTO-CHRISTOPH-LANG-1.jpg\" width=\"397\" height=\"223\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-190\" class=\"wp-caption-text\">Kleines Ebersch\u00fcttwasser (Foto: Christoph Lang)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die\u00a0vorbereitenden wissenschaftlichen Studien pr\u00e4sentieren weitgehend identische Ergebnisse: Will man die\u00a0Lobau zumindest im aktuellen Zustand erhalten, so wird empfohlen, m\u00fcsste\u00a0unbedingt Wasser eingeleitet werden. W\u00fcrde man das nicht tun, k\u00e4me es zu\u00a0einem R\u00fcckgang der Artenvielfalt. Im Sinne der Ziele des Nationalparks w\u00e4re es im Grunde\u00a0am besten, die Au zur Donau hin massiv zu \u00f6ffnen und einen Teil der\u00a0Altarme wie fr\u00fcher durchstr\u00f6men zu lassen.<\/p>\n<p>In letzter Sekunde kam 2014 das Aus f\u00fcr die rettende Wassereinleitung: Der zweite Projektteil (die tats\u00e4chliche \u00d6ffnung des Zuflusses) wurde von der Stadt zwar ausgeschrieben, die Weiterf\u00fchrung h\u00e4tte sich jedoch &#8211; wie erz\u00e4hlt wird &#8211; als zu teuer erwiesen und w\u00e4re deshalb auf Eis gelegt worden. Es\u00a0hei\u00dft, dass weiterhin nach einer M\u00f6glichkeit f\u00fcr eine Dotation gesucht werde, dass aber Unsicherheiten bez\u00fcglich Grund- bzw. Trinkwasser bestehen w\u00fcrden, die\u00a0eine rasche L\u00f6sung nicht erlaubten &#8211; f\u00fcr viele Kenner der Au\u00a0eine\u00a0nicht nachvollziehbare Aussage.<\/p>\n<p>Dazu der Wiener Gew\u00e4sser\u00f6kologe <a href=\"http:\/\/www.media-n.at\/index.html\">DI Norbert Novak<\/a> (der\u00a0im <a href=\"http:\/\/www.fischundwasser.at\/index.php\/eberschuettwasser\">Ebersch\u00fcttwasser<\/a> eine Fischereilizenz besitzt):\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-520 alignright\" src=\"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Norbert-Novak-sw.jpg\" alt=\"\" width=\"207\" height=\"174\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Norbert-Novak-sw.jpg 207w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Norbert-Novak-sw-100x85.jpg 100w\" sizes=\"auto, (max-width: 207px) 100vw, 207px\" \/><\/p>\n<p><em>&#8220;Die Entkoppelung der Augew\u00e4sser vom Donaustrom hat sich in den vergangenen Jahren massiv verst\u00e4rkt:\u00a0durch Uferregulierungen und Gew\u00e4sserverbauung und durch die Errichtung von Wasserkraftwerken. Viele Lobaugew\u00e4sser leben daher von k\u00fcnstlichen Wassereinspeisungen, wie zum Beispiel die Dotation des Lausgrundes durch das \u00dcberwasser des Grundwasserwerks Lobau. In weiterer Folge profitieren von dieser Ma\u00dfnahme auch Ebersch\u00fctt-, Mittel- und K\u00fchw\u00f6rther Wasser . <\/em><\/p>\n<p><em>Erneuerungen der Gasleitung im Bereich des K\u00fchw\u00f6rther Wassers zufolge wurde Wassereinspeisung in den Lausgrund im heurigen Winter aber v\u00f6llig eingestellt. Im Zusammenwirken mit dem starken Niederwasser der Donau f\u00fchrte dies zum Austrocknen gro\u00dffl\u00e4chiger Gew\u00e4sserabschnitte. <\/em><\/p>\n<p><em>Ich kenne die Wiener Lobau seit vielen Jahrzehnten und kann mich an kein so extremes Niederwasser erinnern. Mit einem daraus resultierenden Fischsterben in vielen Wiener Lobaugew\u00e4ssern ist zu rechnen. Dazu kommt die dicke Eisschicht, die den Lebensraum f\u00fcr Fische und andere aquatische Organismen zus\u00e4tzlich einschr\u00e4nkt. Wir Gew\u00e4sser\u00f6kologen und Angelfischer fordern daher dringend mehr Wasser f\u00fcr die Wiener Lobaugew\u00e4sser und in Zukunft Planung mit mehr Weitblick!&#8221;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Niedergang\u00a0schreitet z\u00fcgig voran. Das &#8220;kleine&#8221; Ebersch\u00fcttwasser zum Beispiel, das bis vor wenigen Jahren noch gut zu befahren war, ist mit der Zille\u00a0nicht mehr zu erreichen. Im Lausgrund ist das Wasser komplett versiegt. Die Brunnader und das G\u00e4nshaufenwasser existieren nur noch in Erinnerungen. Auch das K\u00fchw\u00f6rther Wasser und das Mittelwasser weisen einen historischen Tiefstand aus. In Kombination mit der dicken Eisschicht ist das f\u00fcr die Fische fatal. 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