{"id":182,"date":"2016-12-26T21:21:18","date_gmt":"2016-12-26T20:21:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=182"},"modified":"2021-08-07T08:39:57","modified_gmt":"2021-08-07T06:39:57","slug":"zitate-und-weisheiten-1969-2006","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/zitate-und-weisheiten-1969-2006\/","title":{"rendered":"Anton Klein: Zitate und Weisheiten 1969 &#8211; 2006"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Alte Donau war ein Aquarium<\/strong><\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li>April 2006<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><em>\u201eDie Alte Donau ist was ganz was Wunderbares. Wenn ich zur\u00fcckgekommen bin von irgendwo, von Jugoslawien oder von Griechenland, hab ich die Alte Donau gesehen und hab mich schon von weitem gefreut aufs Reinhupfen, Brillen aufnehmen und Runterschauen. Dort die Riesenschw\u00e4rme von Schleien und was es da gegeben hat. Und im Fr\u00fchjahr, da sind die Weiberl gekommen, die Manderl hinten nach, die waren blind vor Liebeswut, die haben mich gar nicht sehen k\u00f6nnen dabei. Und die Tr\u00fcmmer Hechtn, die da gstanden sind, die Welse, von Zeit zu Zeit bis zu zwei Meter L\u00e4nge. Das war wirklich ein Aquarium, die Alte Donau. Da habe ich all die Wunder erlebt, unbeschreiblich.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Mensch ein grauslicher M\u00f6rder<\/strong><\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li>April 2006<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><em>\u201eDa war damals der Hans Hass, und da haben wir geglaubt, wir sind Helden, wenn wir, so wie er, harpuniert haben. Und dann haben wir damals auch Hunger gehabt, das war Nachkriegszeit. Und wann Du einen Rucksack voll Fische gehabt hast, dann hast Du wenigstens was zu Bei\u00dfen gehabt. Und wenn ich zum Beispiel einen Aal geschossen habe, am Sonntag in der Alten Donau &#8211; da war nat\u00fcrlich alles voller Boote &#8211; da hab ich den Aal in ein Handtuch wickeln m\u00fcssen, damit die Leute nicht zu schreien anfangen. Da hab ich den Aal unter Wasser umbringen m\u00fcssen. Und da hab ich dann gesehen, was ich f\u00fcr ein grauslicher M\u00f6rder bin, dass ich mich selber nicht mehr anschauen hab k\u00f6nnen und hab mir gedacht, dass ich all die S\u00fcnden, die ich da begangen hab, einmal abb\u00fc\u00dfen werd m\u00fcssen, f\u00fcrchterlich.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Aktion \u201eLobau darf nicht sterben!\u201c<\/strong><\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li>April 2006<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><em>Ich hab nur \u201eSerengeti\u201c \u2013 von \u201eSerengeti darf nicht sterben\u201c \u2013 durch \u201eLobau\u201c ersetzt. Und jeder hat das begriffen damals, weil der Film vom Grzimek, der war derartig aufw\u00fchlend f\u00fcr die Leute! Das war ja der erste deutsche Film, der einen Oscar bekommen hat. Und da hat jeder verstanden, wenn ich die Unterschriftenlisten ausgegeben hab, da geht\u2019s um den Nationalpark! <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>\u201eLobau\u201c war der Sammelbegriff f\u00fcr die ganzen Donauauen. Die erste Unterschriftenaktion war also \u201eLobau darf nicht sterben\u201c, die zweite war dann \u201eNationalpark Lobau-Donau-March-Thaya-Auen\u201c.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das \u00dcberschwemmungsgebiet war die letzte Au<\/strong><\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li>April 2006<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>\u201eDie richtige Lobau, das war das \u00dcberschwemmungsgebiet, das war die letzte Au. Die Leute haben bis heute das einfachste nicht begriffen: dass die Lobau seit 1875 keine Au mehr ist! Das ist so, wie wenn ich heute als Arzt eine Diagnose stelle und sage: Sie sind kerngesund, Sie k\u00f6nnen jetzt am Himalaja raufkraxeln. Und in Wirklichkeit sind Sie im Begriff, langsam zu verhungern und zu verdursten. <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>Im \u00dcberschwemmungsgebiet haben Sie Zelte aufstellen k\u00f6nnen, Fu\u00dfball spielen, alles. Dann ist die n\u00e4chste \u00dcberschwemmung gekommen und alles war wieder leiwand, das ist alles kostenlos beseitigt worden. Jedes Mal wenn Du hingekommen bist nach einer \u00dcberschwemmung, war die Landschaft anders.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Donau hat mich besch\u00fctzt<\/strong><\/p>\n<ol start=\"30\">\n<li>April 2006<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>\u201eAls Kind schon, wie ich r\u00fcber zum Donaukanal gegangen bin, da sind wir gestanden und das Wasser hat sich gedreht, hat so gespiegelt. Da haben wir H\u00f6lzerl reingeworfen und gewusst: Die schwimmen jetzt ins Schwarze Meer hinunter. Da war immer dieser Traum, einmal da unten das Meer und die ganze Donau zu erleben. <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>Die Donau hat mich besch\u00fctzt, beschirmt und da hab ich mich immer geborgen gef\u00fchlt, wie wenn ich daheim bei der Mutter gewesen bin. Da hab ich wirklich das Gef\u00fchl gehabt, da bin ich in bester Obhut. Und wenn ich so dahin geschwommen bin, vor mir die Landschaft entlang geglitten ist, bis zur Staatsgrenze, da hab ich die Kormorane und die Reiher und alles angeschaut. <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>Die ganzen Donausagen, die Donaum\u00e4rchen, von den Nibelungen, das ist Dir da alles durch den Kopf gegangen. Die Donau war f\u00fcr mich ein gro\u00dfes Erlebnis. Und dann bist Du auf die andere Seite gekommen und da war der Dschungel. Da haben wir wieder getr\u00e4umt, da bist Du Dir vorgekommen wie der Livingstone, wenn er vorst\u00f6\u00dft zu den Nilquellen.&nbsp; Und da sind dann auf einmal die Nackerten gewesen, ganz unten schon, bei der Hirscheninsel. Aber wir sind nicht geil geworden oder so was, sondern wir haben uns gedacht: Aha, wir sind im Paradies.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Liebe und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Aquarienfische<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Oktober 1969<\/p>\n<p><em>\u201eWer Liebe und Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die von ihm gepflegten Fische aufbringt, der wird auch stets noch so viel Zeit aufbringen, sie genau zu beobachten. Ist ihm dies nicht m\u00f6glich, dann ist es besser, wenn er auf ein Aquarium verzichtet.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Gelsen<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eAugustin\u201c, August 2006<\/p>\n<p><em>&#8220;Wenn die Sonne scheint, sind sie weg, und wenn der Wind weht, sind sie auch weg. Die Nacht geh\u00f6rt ohnehin dem Tierreich. Wenn man von hinten bis vorne zerstochen wird, ist das ein Zeichen daf\u00fcr, dass man bereits zu weit ins Reich der Tiere und Pflanzen eingedrungen ist. Man wird also mit vollem Recht von den Gelsen zerstochen.&#8221;<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber den erzieherischen Nutzen exotischer Tiere<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, September 1969<\/p>\n<p><em>\u201eKinder sind immer begeisterungsf\u00e4hig, und das Fremde reizt sie stets mehr, als das Vertraute. Warum sollte man nicht das Interesse f\u00fcr die heimische Natur bei Kinder und Erwachsenen \u00fcber den Umweg der Fauna und Flora der Tropen wachrufen?!\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aquarien, Terrarien und der Schutz der Natur<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, September 1969<\/p>\n<p><em>\u201eWenn wir uns Zeit lassen, wird bald der letzte T\u00fcmpel zugesch\u00fcttet sein. Wir Aquarianer und Terrarianer sollten mitunter den Blick von unseren Becken und Terrarien l\u00f6sen und in die Natur rund um uns blicken. Wir werden dann sehen, wie r\u00fccksichtslos man mit ihr umgeht. Der Naturschutzgedanke darf nicht nur das Anliegen einiger weniger Idealisten sein. Er muss eine Herzensangelegenheit von jedem einzelnen von uns sein. Denn mit der Vernichtung der Natur berauben wir Menschen uns unserer Existenzm\u00f6glichkeiten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber seine Zeitschrift \u201eDas Steckenpferd\u201c<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, September 1969<\/p>\n<p><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><em>\u201eDiese Zeitung soll dabei mithelfen, den Tier- und Naturschutzgedanken noch mehr als bisher in den Vordergrund zu r\u00fccken. Das Ziel dieser Zeitung ist es auch, dass wir Aquarianer und Terrarianer zu einer gro\u00dfen Familie vereinigt werden.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Leichtigkeit der Elritze<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Dezember 1969<\/p>\n<p><em>\u201eJeder muss von der Beh\u00e4ndigkeit und Eleganz der Elritze fasziniert sein. Ihre Bewegungen zeichnen sich durch eine ungemeine Leichtigkeit und Dynamik aus, die sich unwillk\u00fcrlich auf den Betrachter \u00fcbertr\u00e4gt und ihm die Illusion der Schwerelosigkeit vermittelt.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der milde Bronzeglanz der Schleie<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, J\u00e4nner 1970<\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>\u201e\u00dcber dem olivgr\u00fcnen, gedrungenen K\u00f6rper, dessen Oberseite schw\u00e4rzlich ist, liegt ein milder Bronzeglanz, der in seiner Intensit\u00e4t je nach dem Lichteinfall wechselt und so dem Beschauer ein abwechslungsreiches Bild bietet. Je l\u00e4nger er diesen friedlichen Fisch betrachtet,&nbsp; umso mehr wird er von ihm beeindruckt sein. Die Sch\u00f6nheit des Farbenspieles, das \u00fcber den K\u00f6rper der Schleie huscht, ist unendlich sanft und einschmeichelnd.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Was Tierliebhaber f\u00fcr aussterbende Tierarten tun k\u00f6nnen<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, J\u00e4nner 1970<\/p>\n<p><strong>&nbsp;<\/strong><em>\u201eWelchen Beitrag k\u00f6nnen wir zur Rettung der aussterbenden Tierarten leisten? Die Antwort lautet: Wir Tierliebhaber sollten nicht nur darauf dringen, dass wirkungsvollere Tierschutz- und Naturschutzgesetze erlassen, sondern dass sie auch dementsprechend vollzogen werden.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><strong><em>&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein Steckenpferd hilft \u00fcber die Abgr\u00fcnde des Lebens<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, M\u00e4rz 1969<\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>\u201eWir deutschsprechenden Menschen haben f\u00fcr unsere Liebhabereien ein eigenes, ein sehr bedeutungsvolles Wort: \u201eSteckenpferd\u201c. Leider wird es immer mehr vom englischen Wort \u201eHobby\u201c verdr\u00e4ngt. <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>Es gibt Menschen, die mir darauf antworten werden, dies sei ein Beweis daf\u00fcr, dass unsere Sprache lebt. Ich bin \u2013 was das Wort Steckenpferd betrifft \u2013 anderer Ansicht. Es hat uns gerade jetzt zu viel zu sagen, als dass wir es in Vergessenheit geraten lassen k\u00f6nnten. <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>Berichtet es uns doch, dass es eine Zeit gab, in der es noch kein \u00fcberperfektes Spielzeug gab, welches unseren Kindern keine M\u00f6glichkeit l\u00e4sst, ihre Phantasie \u2013 dieses so k\u00f6stliche Geschenk der Sch\u00f6pfung \u2013 zu entfalten. Es war eine Zeit, in der man fr\u00f6hliches Kinderlachen noch mit einem gew\u00f6hnlichen Stecken herbeizaubern konnte. Diesen Stecken, der mitunter nicht einmal einen Pferdekopf hatte, klemmten sich die Knirpse zwischen die Beine, um jauchzend vor Gl\u00fcck und Freude \u00fcber Stock und Stein zu springen. <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>In der Phantasie der Kinder von einst wurde das Steckenpferd zum edelsten Reitpferd, mit dem sie alle H\u00fcrden nehmen konnten, die sich ihnen entgegenstellten. <\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>Ein Gro\u00dfer unserer Sprache, Friedrich Hebbel, sagte sinngem\u00e4\u00df folgendes: \u201eEin Steckenpferd ist ein Pferd, dass es seinem Reiter erm\u00f6glicht, \u00fcber alle Abgr\u00fcnde des Lebens hinwegzusetzen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>Gerade wir Aquarianer und Terrarianer, die ein Steckenpferd, eine Liebhaberei haben, die uns \u00fcber alle Abgr\u00fcnde, die uns das Leben entgegenstellt, hinweghilft, sollten auch das richtige Wort, das Wort Steckenpferd gebrauchen. Der Name dieser Zeitung soll Sie daran erinnern, er soll Ihnen vergegenw\u00e4rtigen, dass sinnvolle Freizeitgestaltung, die mit einer intensiven Besch\u00e4ftigung mit der Natur und deren Schutz verbunden ist, der Schl\u00fcssel f\u00fcr eine gl\u00fccklichere Zukunft sein wird.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Naturschutz = Selbstschutz<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Mai &nbsp;1970<\/p>\n<p><em>&nbsp;<\/em><em>\u201eWenn wir Aquarianer und Terrarianer von unseren Mitmenschen und den Beh\u00f6rden unterst\u00fctzt werden wollen, dann m\u00fcssen wir uns ernstlich in den Kampf um die Erhaltung der Urspr\u00fcnglichkeit der heimischen Natur einschalten. Es geht hier nicht nur um \u00e4sthetische Belange. Es geht vor allem um den Schutz unserer Gesundheit, denn Naturschutz = Selbstschutz!\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Franz von Assisi<\/strong><\/p>\n<p>In \u201eWildnis um Wien \u2013 die Donauauen: der Pazifist und Aupionier Anton Klein und sein Lobaumuseum\u201c, Radioreportage von Antonia Kreppel im Deutschlandfunk, M\u00e4rz 2006<\/p>\n<p><em>Anton Klein: \u201eAufmerksamkeit bitte, hallo, hallo, das was ich jetzt sage, ist wichtig f\u00fcr Euch, hallo, hierher schauen! Seht&#8217;s ihr, hier ist der Franz von Assisi abgebildet. Habt ihr schon was geh\u00f6rt von Franz von Assisi? Wisst ihr wer das war?\u201c<br \/>\nKinder: \u201eJa, ein Kaiser!\u201c<br \/>\nAnton Klein: \u201eJa, ein Kaiser ganz besonderer Art, ein ganz besonderer Kaiser, der hat uns n\u00e4mlich gesagt, dass die Pflanzen und Tiere unsere Schwestern und Br\u00fcder sind &#8230;\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Zeitschriften \u201eAquaria\u201c und \u201eDas Steckenpferd\u201c<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Juni &nbsp;1970<\/p>\n<p><em>\u201e<u>Meine<\/u> Zeitung ist lediglich als Erg\u00e4nzung gedacht, die das Augenmerk der Aquarianer auf die Notwendigkeit des Naturschutzes richten soll.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Liebe zu den einheimischen Fischen<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, September &nbsp;1970<\/p>\n<p><em>\u201eFr\u00fcher, als ich noch nicht Zeitungsherausgeber war, betreute ich im Kellerraum \u00fcber hundert Warmwasserbecken mit vielen exotischen Fischarten. Heute kann ich mir nicht einmal mehr eines leisten. Daf\u00fcr aber entdeckte ich wieder meine Liebe f\u00fcr unsere einheimischen Fische. Allein schon deshalb lohnte es sich, dass ich Zeitungsherausgeber wurde.\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vom T\u00fcmpel f\u00fchrt der Weg zu Gott<\/strong><\/p>\n<p>Offener Brief an Kardinal Dr. Franz K\u00f6nig, um das Zusch\u00fctten der Janker-Lacke in Klosterneuburg zu verhindern. In \u201eDas Steckenpferd\u201c, Oktober &nbsp;1970<\/p>\n<p><em>\u201eWer wie die Wissenschafter und wir Aquarianer die Kleinstlebewesen des T\u00fcmpels durch das Mikroskop betrachtet und studiert, muss von der Allmacht der Sch\u00f6pfung beeindruckt sein. Wenn man sieht, wie eine einzige Zelle in der Lage ist, all diese Funktionen zu erf\u00fcllen, die zum Leben erforderlich sind und dann die Weiterentwicklung bis zum komplizierten Organismus des Menschen verfolgt, dem offenbart es sich, dass diese Entwicklung kein Zufall sein kann \u2013 auch wenn ihr Jahrmillionen zur Verf\u00fcgung standen. Der T\u00fcmpel ist daher mit dem Beginn einer Spur zu vergleichen, die direkt zu Gott f\u00fchrt. Wie sollen die Menschen diesen Weg finden, wenn man den Anfang der Spur verwischt (zusch\u00fcttet)?\u201c<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aquarienvereine und Stammtischrunden<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, November &nbsp;1970<\/p>\n<p>\u201eIn dem Augenblick, in dem wir \u00f6ffentliche Mittel f\u00fcr die F\u00f6rderung unserer Liebhaberei in Anspruch nehmen, erw\u00e4chst uns auch die Verpflichtung, dass sich Aquarienvereine von Stammtischrunden unterscheiden m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die \u201eZierfischfreunde Donaustadt\u201c<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, November &nbsp;1970<\/p>\n<p>\u201eAus einem vor der Aufl\u00f6sung begriffenen Verein, der \u2013 wie alle wussten \u2013 das schlechteste Niveau hatte, wurde eine Vereinigung, in der sich Liebhaber und Wissenschafter zusammenfinden, um neue, fruchtbare Wege zu erschlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kommentar zum R\u00fccktritt aus dem Vorstand des Aquarienverbandes<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, November 1970 (Titel: Der Verband und G\u00f6tz von Berlichingen)<\/p>\n<p>\u201eIch kann angesichts der hier angef\u00fchrten Handlungen wirklich nichts daf\u00fcr, wenn mir das Zitat aus dem \u201eG\u00f6tz von Berlichingen\u201c einf\u00e4llt, das man am Ende des 5. Aktes findet und in dem eigentlich die gesamte Aussage des Werkes enthalten ist. Ich kann es Ihnen nicht verargen, wenn auch Ihnen in Zukunft beim Anblick gewisser Herren des Vorstandes dieses Zitat in den Sinn kommt: \u201eSchlie\u00dft Eure Herzen sorgf\u00e4ltiger als Eure Tore. Es kommen die Zeiten des Betruges. Die Nichtsw\u00fcrdigen werden regieren mit (Hinter)List und der Edle wird in ihre Netze fallen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Aquaristik und die Umwelt<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, J\u00e4nner &nbsp;1971<\/p>\n<p>\u201eDie Aquaristik ist nicht nur in der Form eine \u201eWeltanschauung\u201c, dass sie uns zum \u201eAnschauen\u201c der Welt \u2013 zum \u201ein die Ferne schweifen\u201c \u2013 inspiriert. Sie l\u00e4sst dar\u00fcber hinaus den ernsthaften Aquarianer zu einem kritischen Beobachter seiner n\u00e4heren und ferneren Umwelt werden. Schlie\u00dflich ist ja ein Aquarium eine in sich abgeschlossene Welt, in der in groben Umrissen sich alles nach den Naturgesetzen vollzieht, denen auch das \u00fcbrige Leben auf dieser Erde unterworfen ist.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>T\u00fcmpeln belebt die Aquaristik<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Februar 1971<\/p>\n<p>\u201eDas T\u00fcmpeln ist der Tupfen auf dem \u201ei\u201c der Aquaristik. Ein Aquarianer, der kein T\u00fcmpler ist, l\u00e4sst sich sehr viel entgehen. Das T\u00fcmpeln ist n\u00e4mlich die Bet\u00e4tigung, bei der wir in einen direkten Kontakt mit der Natur kommen, bei der wir ihre tiefgr\u00fcndige Sch\u00f6nheit erst richtig erfassen lernen. Die Aquaristik ist etwas Nat\u00fcrliches. Sie gibt sich mit einem geschlossenen Raum allein nicht zufrieden.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Steckenpferd als Sammelpunkt der Natursch\u00fctzer<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, M\u00e4rz 1971<\/p>\n<p>\u201eDurch diese Zeitung wurden \u2013 wie mir zahlreiche Zuschriften beweisen \u2013 viele neue K\u00e4mpfer f\u00fcr den Natur- und Umweltschutzgedanken gewonnen. Ich lernte viele Mitmenschen und auch einige Menschen kennen, die ich Freunde nennen darf. Einen sch\u00f6neren Lohn h\u00e4tte ich f\u00fcr meine Bem\u00fchungen nicht erhalten k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Natur und der Mensch als Ma\u00df aller Dinge<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, April 1971<\/p>\n<p>\u201eProtagoras verehre ich deshalb, weil er seiner Zeit zurief: \u201eDer Mensch ist das Ma\u00df aller Dinge!\u201c Mit seinem Ausspruch wollte er sagen, wenn der Mensch das Ma\u00df aller Dinge ist, dann darf man ihn nicht ausbeuten oder gar zum Sklaven entw\u00fcrdigen. \u201eDas Ma\u00df aller Dinge\u201c darf aber auch die Natur nicht ausbeuten und die anderen Lebewesen sinnlos vernichten. Wir Menschen sind n\u00e4mlich nur das Endprodukt eines sehr sinnvollen Entwicklungsganges. Wenn wir uns damit besch\u00e4ftigen, werden wir nicht nur die Fische und unsere Umwelt besser begreifen lernen, sondern uns auch bewusst werden, welche Verpflichtung wir gegen\u00fcber der Natur haben.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die schlichteste Liebeserkl\u00e4rung an die Lobau<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Mai 1971<\/p>\n<p>\u201eEin Gespr\u00e4ch zwischen den beiden Arbeitern Franz und Poldi, erlauscht auf der Plattform eines Beiwagens der Stra\u00dfenbahnlinie 25:<\/p>\n<p><em>\u201eSeawas Poldi.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eGria\u00df di Franz.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eWos mochst denn immer?\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eI geh jetzt fischen.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eFischen?\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eJo, in\u2019d Lobau. Do sitzt, schaust, siagst an Vogel, der fliagt auf an Ost, fliagt auf an Ost \u2013 is a Kuckuck! Wast wia schee.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Es war die schlichteste, abgehackteste, aber auch ergreifendste Liebeserkl\u00e4rung an die Lobau, die ich je geh\u00f6rt habe.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Harpunenjagd<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, November 1971<\/p>\n<p>\u201eAlle Jahre sieht man an der Oberfl\u00e4che der Alten Donau verendete, kapitale Hechte, Welse und Karpfen mit einem Loch im Bauch treiben, und mit heraush\u00e4ngenden Eingeweiden. Sie sind ein Beweis daf\u00fcr, dass Menschen mit Minderwertigkeitskomplexen glauben, sie k\u00f6nnten davon unter Wasser mit der Harpune geheilt werden.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Du sollst Deinen N\u00e4chsten lieben wie Dich selbst<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Dezember 1971<\/p>\n<p>\u201eWer ist unser N\u00e4chster? Es sind nat\u00fcrlich alle Menschen; aber darunter sind auch die Pflanzen zu verstehen, die uns den Sauerstoff zum Atmen spenden und die uns als Nahrungs- oder Heilmittel dienen. Auch die Tiere sind miteinbegriffen, wie zum Beispiel der Regenwurm, der durch seine die Erde lockernde T\u00e4tigkeit das \u00fcppige Pflanzenwachstum erm\u00f6glicht. Der Mensch ist nur ein Teil der Natur, die erst in ihrer Gesamtheit das Leben erm\u00f6glicht.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Taten statt Phrasen<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Februar 1972<\/p>\n<p>\u201eUnsere Gesundheit und die Umwelt kann man nicht durch Phrasen, sondern nur durch Taten sch\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Gold der T\u00fcmpel<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Februar 1972<\/p>\n<p>\u201eEin futterreicher T\u00fcmpel in einem strengen Winter ist mit einem kostbaren Schatz zu vergleichen. Wenn man auf einen derartigen T\u00fcmpel st\u00f6\u00dft, dann hat man als Aquarianer das Gef\u00fchl, als h\u00e4tte man eine Goldader entdeckt.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Mehrheit und die Verantwortlichen<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, M\u00e4rz 1972<\/p>\n<p>\u201eIn einer Demokratie k\u00f6nnen sich die Verantwortlichen nicht auf die Dauer den nur allzu berechtigten W\u00fcnschen einer Mehrheit verschlie\u00dfen. Die Mehrheit unserer Mitmenschen aber will \u00fcberleben und nicht das Opfer von Fehlplanungen werden. Unsere Pflicht ist es, die Verantwortlichen rechtzeitig auf ihre Fehler aufmerksam zu machen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber den Rosensalmler<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, M\u00e4rz 1972<\/p>\n<p>\u201eIch wei\u00df zwar, dass ein Fisch nicht wie eine Rose duften kann, aber auf seinem Schuppenkleid vermag sich das unsagbar zarte Rosenrot zu spiegeln, welches uns veranlasst, die Morgenr\u00f6te zu besingen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der gemeinsame Kampf um die Lobau<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, Juni 1972<\/p>\n<p>\u201eDie Lobau darf nicht Angelegenheit einer Partei oder einer Interessengruppe sein. Der Kampf um sie, der auch eine Hilfsaktion f\u00fcr die einheimischen Fische ist, muss eine Gemeinschaftsarbeit aller Menschen sein, die guten Willens sind!\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Technik ist ein guter Diener, aber ein schlechter Herr<\/strong><\/p>\n<p>in \u201eDas Steckenpferd\u201c, September-Dezember 1972<\/p>\n<p>\u201eDie Hindernisse, die uns heute den Weg in eine gl\u00fccklichere Zukunft verstellen, bauten wir selbst auf. Die meisten von uns wollen nicht verkennen, dass die Technik ein guter Diener, aber ein schlechter Herr ist. Alle lebenswerten G\u00fcter werden bedenkenlos diesem barbarischen Herrn geopfert.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Alte Donau war ein Aquarium April 2006 &nbsp;\u201eDie Alte Donau ist was ganz was Wunderbares. Wenn ich zur\u00fcckgekommen bin von irgendwo, von Jugoslawien oder von Griechenland, hab ich die Alte Donau gesehen und hab mich schon von weitem gefreut aufs Reinhupfen, Brillen aufnehmen und Runterschauen. Dort die Riesenschw\u00e4rme von Schleien und was es da gegeben hat. Und im Fr\u00fchjahr, da sind die Weiberl gekommen, die Manderl hinten nach, die waren blind vor Liebeswut, die&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":4682,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[79,21,23,20,41,22],"class_list":["post-182","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-anton-klein","tag-alte-donau","tag-klein","tag-aquarienverein","tag-steckenpferd","tag-ueberschwemmungsgebiet","tag-zierfischfreunde"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=182"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4683,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/182\/revisions\/4683"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4682"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=182"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=182"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=182"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}