{"id":1501,"date":"2017-09-25T19:22:48","date_gmt":"2017-09-25T17:22:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=1501"},"modified":"2017-12-16T21:58:24","modified_gmt":"2017-12-16T20:58:24","slug":"die-letzte-seerose-des-heurigen-jahres","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/die-letzte-seerose-des-heurigen-jahres\/","title":{"rendered":"Die letzte Seerose des heurigen Jahres"},"content":{"rendered":"<p><strong>So sch\u00f6n sie auch sein m\u00f6gen &#8211; Wei\u00dfe Seerosen (<em>Nymphaea alba<\/em>) sind eine Metapher f\u00fcr das Sterben der Lobau. Wasserpflanzengesellschaften, in denen sie \u00fcppig gedeihen, zeigen an, dass die Gew\u00e4sser im Begriff sind auszutrocknen, zu verlanden.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1503\" aria-describedby=\"caption-attachment-1503\" style=\"width: 411px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1503\" src=\"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/11663.p01.jpg\" alt=\"\" width=\"411\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/11663.p01.jpg 900w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/11663.p01-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/11663.p01-768x502.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/11663.p01-95x62.jpg 95w\" sizes=\"auto, (max-width: 411px) 100vw, 411px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1503\" class=\"wp-caption-text\">Foto: Kurt Kracher<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wo das Wasser still steht, wo aus den vom Strom abgeschnittenen Auw\u00e4ssern tr\u00e4ge Seen werden, dort wo sich Schlamm ansammelt, da f\u00fchlen sie sich wohl. Weil sich zwischen ihren langen Stielen und ihren Wurzelst\u00f6cken organisches Material leicht verh\u00e4ngen kann und auf diese Weise abgelagert wird, tragen sie auch selbst zur allm\u00e4hlichen Verlandung ihres Heimatgew\u00e4ssers bei.<\/p>\n<p>Auch wenn die Wei\u00dfen Seerosen der Lobau sehr urspr\u00fcnglich wirken \u2013 es gibt sie hier erst seit Anfang der 1920er-Jahre. Der Schriftsteller Alois Sonnleitner beschreibt sie 1924 in seinem Buch \u201eDie Hegerkinder in der Lobau\u201c voller Entz\u00fccken &#8211; und vermutlich als erster:<\/p>\n<p>\u201e<em>Handtellergro\u00dfe wei\u00dfe Rosen schwammen auf der klaren Flut inmitten tellerbreiter, runder, gl\u00e4nzender gr\u00fcner Bl\u00e4tter: Echte Seerosen!<\/em>\u201c<\/p>\n<p>Die Botanikerin Adele Sauberer vermutet 1939, dass die Wei\u00dfen Seerosen\u00a0&#8220;vor einigen Jahren&#8221;\u00a0 aus den Laxenburger Schlossteichen in die Lobau eingebracht worden seien. 1940 waren sie in der Lobau jedenfalls ausschlie\u00dflich im K\u00fchw\u00f6rtherwasser anzutreffen.<\/p>\n<p>Heute sind sie in allen gro\u00dfen Gew\u00e4ssern der Unteren Lobau ma\u00dfgeblich am Aufbau der Schwimmblatt-Pflanzengesellschaften beteiligt. Kein Wunder, denn s\u00e4mtliche Gew\u00e4sser der Unteren Lobau sind massiv von Verlandung bedroht.<\/p>\n<p>Literatur:<\/p>\n<ul>\n<li>Adele Sauberer: \u201eAus der unteren Lobau\u201c (Zeitschrift \u201eNatur und Land\u201c, 1939)<\/li>\n<li>Alois Sonnleitner: \u201eDie Hegerkinder in der Lobau\u201c (1924, S. 204)<\/li>\n<li>Regina Kohlbauer: \u201eSaisonale Biomasseentwicklung von Makrophyten und deren Bezug zur Phytoplanktonentwicklung in den Gew\u00e4ssern der Lobau\u201c (Diplomarbeit Universit\u00e4t Wien, 2008)<\/li>\n<li>Luise Schratt-Ehrendorfer: \u201eGeobotanisch-\u00f6kologische Untersuchungen zum Indikatorwert von Wasserpflanzen und ihren Gesellschaften in Donaualtw\u00e4ssern bei Wien\u201c (Stapfia\u00a00064: 23\u2013162, 1999)<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So sch\u00f6n sie auch sein m\u00f6gen &#8211; Wei\u00dfe Seerosen (Nymphaea alba) sind eine Metapher f\u00fcr das Sterben der Lobau. 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