{"id":1288,"date":"2017-08-06T10:55:33","date_gmt":"2017-08-06T08:55:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/?p=1288"},"modified":"2021-02-01T18:46:54","modified_gmt":"2021-02-01T17:46:54","slug":"traurig-der-gross-enzersdorfer-arm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/traurig-der-gross-enzersdorfer-arm\/","title":{"rendered":"Traurig: der Gro\u00df-Enzersdorfer Arm"},"content":{"rendered":"<p><strong>Seit Ende Juli (!) nur noch ein schmales Rinnsal &#8230; dabei wird in die Gew\u00e4sserstrecke, die sich von der Alten Donau durch Stadlau, durch das M\u00fchlwassers \u00fcber Aspern, \u00fcber die Esslinger Furt und den Gro\u00df-Enzersdorfer Arm bis hinunter zum naturbelassenen 2er-Becken des Donau-Oder-Kanals zieht, offiziell und tats\u00e4chlich von Wien her Wasser eingespeist. Allerdings nach der Methode &#8220;Zuviel zum Sterben, zuwenig zum Leben.&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Bereits seit 2001 rinnt aus der Neuen und der Alten Donau Wasser in die Obere Lobau, seit 2010 sogar theoretisch bis hinab in die Untere Lobau.<\/p>\n<p>Die laut Bescheid maximal genehmigte Dotationsmenge lag bis 2004 bei k\u00e4rglichen 500 Litern pro Sekunde, danach \u201eam Papier\u201c bei 1500 Litern pro Sekunde.<\/p>\n<p>De facto ging die Durchschnittsmenge des aus der Alten Donau abflie\u00dfenden Wassers kaum \u00fcber 500 Liter pro Sekunde hinaus &#8211; und das angesichts einer rund 12 (!) Kilometer langen Gew\u00e4sserstrecke! Ziehe man dazu die hohen Verluste aufgrund von Verdunstung und Einsickern des eingespeisten Wassers in den Grundwasserhorizont in Betracht, w\u00fcrde laut einer Studie aus dem Jahr 2013 klar werden, dass \u201e<em>die Wasserverluste entlang des Weges durch die Obere Lobau bis dato zu gering waren, um tats\u00e4chlich eine durchgehende Dotation der Unteren Lobau zu erreichen.<\/em>\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_1298\" aria-describedby=\"caption-attachment-1298\" style=\"width: 455px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1298\" src=\"http:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170806_145419.jpg\" alt=\"\" width=\"455\" height=\"256\" srcset=\"https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170806_145419.jpg 2560w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170806_145419-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170806_145419-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170806_145419-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.lobaumuseum.wien\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/20170806_145419-71x40.jpg 71w\" sizes=\"auto, (max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1298\" class=\"wp-caption-text\">Wasser von der Alten Donau: ein sparsames B\u00e4chlein f\u00fcr 12 Kilometer Gew\u00e4sserstrecke bis in die Untere Lobau<\/figcaption><\/figure>\n<p>Zumindest in der Theorie besteht bzw. bestand also &#8211; im Rahmen eines &#8220;wasserwirtschaftlichen Versuches&#8221; &#8211; eine durchgehende Verbindung von der Alten Donau bis in die Untere Lobau &#8211; und sie mag den Gro\u00df-Enzersdorfer Arm in beschwerlichen Zeiten der Trockenheit durchaus ein wenig unterst\u00fctzt haben.<\/p>\n<p>Die beh\u00f6rdliche Bewilligung f\u00fcr diesen Versuch ist jedoch 2015 ausgelaufen.<\/p>\n<p>Das Ergebnis kann man auf den Fotos von Kurt Kracher betrachten.<\/p>\n<p>Es ist, als w\u00fcrde man die Lobau absichtlich austrocknen lassen. Die immer wieder geh\u00f6rten Begr\u00fcndungen sind \u00fcberaus diskussionsw\u00fcrdig:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li>Wegen der Gef\u00e4hrdung der Trinkwasserbrunnen! (Und was war die Jahrzehnte davor, als die Lobau noch mehr Wasser hatte?)<\/li>\n<li>Wegen der \u00dcberschreitung chemischer oder hygienischer Grenzwerte! (Bei Frischwasser aus \u00f6ffentlichen Badegew\u00e4ssern?)<\/li>\n<li>Wegen der Gef\u00e4hrdung von Hauskellern durch einen erh\u00f6hten Grundwasserstand! (Ein seit Jahren gepflegter Mythos: Niemand wei\u00df, wie viele Keller betroffen sein k\u00f6nnten bzw schon betroffen gewesen sind &#8211; und in welchem Ausma\u00df. Geht es um 5 Keller oder um 500?)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Literatur: &#8220;Auenrevitalisierung \u2013Potenzial und Grenzen am Beispiel der Lobau&#8221; von Gabriele Weigelhofer, Walter Reckendorfer, Andrea Funk und Thomas Hein (in &#8220;\u00d6sterreichische Wasser- und Abfallwirtschaft&#8221;, Dez. 2013)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Ende Juli (!) nur noch ein schmales Rinnsal &#8230; dabei wird in die Gew\u00e4sserstrecke, die sich von der Alten Donau durch Stadlau, durch das M\u00fchlwassers \u00fcber Aspern, \u00fcber die Esslinger Furt und den Gro\u00df-Enzersdorfer Arm bis hinunter zum naturbelassenen 2er-Becken des Donau-Oder-Kanals zieht, offiziell und tats\u00e4chlich von Wien her Wasser eingespeist. 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