Der Eisstoß – ein Naturschauspiel, das nicht wiederkehrt

Der Eisstoß – ein Naturschauspiel, das nicht wiederkehrt

In den Morgenstunden des 23. Jänner 1940 erreicht der größte Eisstoß seit dem Jahr 1929 die Wiener Reichsbrücke – ein Ereignis, das wir und die uns folgenden Generationen nie mehr beobachten werden können. Denn seit Ende der 1940er Jahre steigen die Wintertemperaturen deutlich an und die Donau und andere große Flüsse frieren nicht mehr langanhaltend zu. Der letzte auffallende Eisstoß fand in Wien im extrem kalten Ausnahmewinter 1955/1956 statt. In früheren Jahrhunderten gehörten Eisstöße und…

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Herbert Schneider: ein Leben lang Naturschützer

Herbert Schneider: ein Leben lang Naturschützer

Herbert Schneider, Jahrgang 1948,  ist Biologe und ein belesener Mann. Er hat den Kopf voller Gedanken, und ein guter Teil davon dreht sich um den Schutz der Natur, im speziellen um den Schutz der Donauauen. „Aufgewachsen in Wien-Margareten lernte ich schon im Volksschulalter durch meinen Vater – der leidenschaftlicher Sportfischer war – die Donauauen kennen: vom Rollerwasser an der Floridsdorfer Brücke bis zum Blauen Wasser in Albern, von Mannswörth bis Hainburg.“ Anfang der 1960er-Jahre stürzt…

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Wir waren die 1. österreichische Bürgerinitiative

Wir waren die 1. österreichische Bürgerinitiative

Bisher galt die Bürgerinitiative gegen den Bau einer Straßenbrücke über den Neusiedlersee als erste Österreichische Bürgerinitiative. Ein Vergleich der Chroniken zeigt jedoch, dass „Lobau darf nicht sterben!“ deutlich früher ins Leben gerufen wurde. Initiator war der Polizist Anton Klein, der spätere Gründer des Lobaumuseums. Entstanden ist sie 1970 im Dunstkreis des Wiener Aquarienvereins „Zierfischfreunde Donaustadt“. Der Kampf gegen das Brückenprojekt über den Neusiedlersee begann im Februar 1971 mit der ersten Planung von Aktivitäten. Ende März…

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Lobau-Rettung? Das verschwundene Trinkwasserwerk

Lobau-Rettung? Das verschwundene Trinkwasserwerk

Die Untere Lobau vertrocknet vor unseren Augen. Eine Möglichkeit, sie zu retten, wäre die Einspeisung von Wasser aus der Donau. Nach jahrzehntelangen Überlegungen, unzähligen wissenschaftlichen Erhebungen und Ausgaben von jedenfalls mehr als sechs Millionen Euro kommt die Stadt Wien 2015 zum Schluss, dass die Untere Lobau  – und damit der wichtigste Wiener Anteil des Nationalparks Donauauen – gewissermaßen zum Sterben verurteilt sei. Eine Einleitung von Donauwasser wäre nicht möglich, da es dadurch zu einer Beeinträchtigung der…

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Gelbe Farbtupfen

Gelbe Farbtupfen

Die Gewässer der Unteren Lobau schmücken sich derzeit mit gelben Farbtupfen. Draußen am Wasser sind es die frischen Blüten der Gelben Teichrosen, an den Ufern und in den angrenzenden feuchten Wiesen sind es die prächtigen, gelben Sumpf-Schwertlilien. Das Vorkommen der Teichrosen galt vor der Donauregulierung unterhalb von Wien noch als „sporadisch“, wie die Botanikerin Luise Schratt-Ehrendorfer 1999 herausgefunden hat. Nachdem die Donau gestutzt und in ein schnurgerades Bett gezwungen wurde, begannen die abgetrennten Donauarme bald…

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Tauben bei Kaffee und Kuchen

Tauben bei Kaffee und Kuchen

„Wir sind gestern in Groß-Enzersdorf gemütlich bei Kaffee und Kuchen gesessen, als ich plötzlich zwei Ringeltauben direkt vor meiner Terrasse gesehen habe. Schnell die Kamera geholt und klick! Wenn ich nicht in die Lobau komme, kommt die Lobau zu mir!„, schreibt der unermüdliche Naturfotograf Kurt Kracher. Wenige Tage später gelingt es ihm, zwei Turteltauben zu fotografieren: „Sie haben sich in der Au vergnügt – sie haben geturtelt! Danach gemeinsame Essensuche und … Abflug! Leider waren sie beim Turteln…

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Sorge um die Donau: Konrad Lorenz am 27. Oktober 1973

Sorge um die Donau: Konrad Lorenz am 27. Oktober 1973

Anfang der 1970er-Jahre, als der Naturschutzgedanke mit einem Mal in größerem Umfang gesellschaftsfähig wurde, schoss Anton Klein, der Umweltaktivist und Gründer des Lobaumuseums, ein Foto von Konrad Lorenz – das wir nun im Archiv des Museums wiederentdeckt haben. Werner Lazowski konnte es identifizieren: „Es stammt von der Schiffsfahrt der (deutschen) „Gruppe Ökologie“ in der Wachau, am 27. Oktober 1973, kurz vor Konrad Lorenz‘ 70. Geburtstag. Klein hat diese Fahrt mehrmals erwähnt, unter anderem auch Gespräche,…

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Frühling in der Unteren Lobau

Frühling in der Unteren Lobau

In diesen Tagen geht es richtig los. Das Eberschüttwasser liegt zwar noch ein wenig farblos in der Gegend herum, aber an seinen Ufern gibt es bereits einiges zu entdecken. Ein Ölkäferweibchen sucht mit dem Bauch voller Eier nach einer guten Stelle, um eine kleine Höhle zu graben und die Eier darin abzulegen. Ölkäfer sind flugunfähig und können sich das auch leisten, da sie extrem giftig sind – das giftigste Tier der Donauauen. Ähnlich schwarz-metallisch gefärbt…

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Im Nationalpark wird wieder einmal gebaut

Im Nationalpark wird wieder einmal gebaut

Der Schönauer Rückstaudamm – der von Groß-Enzersdorf aus, entlang der Felder an Mühlleiten vorbei bis Schönau führt – wird saniert. Die Österreichische Wasserstraßen GmbH „via donau“ rodet beidseitig Schutzstreifen und wird den Damm in der Folge sanieren. Anlass dafür war das Hochwasser im Juni 2013, bei dem es – laut via donau – am Marchfeldschutzdamm, der direkt an der Donau verläuft und an den Rückstaudämmen „zu Sickerwasseraustritten, Aufweichungen und Setzungen“ gekommen sei. Auf mehr als…

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Eine lebenslange Affäre: der Hundsfisch

Eine lebenslange Affäre: der Hundsfisch

Der Gründer des Lobaumuseums, Anton Klein, war seit seiner Kindheit ein begeisterter Aquarienliebhaber und Fischzüchter. Mit den seltenen, vom Aussterben bedrohten Europäischen Hundsfischen hatte er ein besonderes Verhältnis, gewissermaßen eine lebenslange Affäre. Möglicherweise gehen die Hundsfische, die heute im Nationalpark Donauauen leben, sogar auf von Klein seinerzeit ausgesetzte Jungtiere zurück. Der Hundsfisch (Umbra krameri) ist der seltsamste unter allen heimischen Fischen – weder groß noch prächtig, von keinerlei wirtschaftlicher Bedeutung, mit keiner anderen Art verwandt;…

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